Volltext Seite (XML)
87. tur« mit >. beehren nur hier- kr»Z». esden. ldmz. reine Frau iges Töch- iuni 1887. ruer, ieur. ü. herzlichen i Verluste irr sag« »ttttteL. mk n Verlust tröstende entgegen- o bitterer bst Frau. welche unS en Gattin tt«I durch er, sowie 1 erwies« e Rede des >er sür dm zahlreiche herzlichst« i 1887. Ion Döllen, e unseres er8 k»«I akmö von au. Dank äon ee- tur aea Suttner. r« 6 irr Ilatb- 1 V,8 Diu > uuck ull- icketon 71. unck Vater, i sVIIdsIm ;r Litte am errvunätea, betrübt an Vittis iklmsuo rn. l«. Xrantren- 1 Dtrr ein ar unserer VKVI, jenäe I/iebe sein. nit an ivLIexel» 15,7 ° R. 8z Z130. ErfcheiMjeden Wochentag Nachrm».Uhr für den andern Lag. Preis vierteljährlich S Mark 2b Pf., zweimonatlich 1M. S0 Ps. und einmonatlich 7S Pf. 40. Jahrgang. Donnerstag, de» S. Juni. Inserate »erden bis Vormittag ll Uhr äugen»m- n men und beträgt der Preis für die gespalten Zeile IXX -der deren Raum 1S Pf V V * BergerIy^ Md Tageblatt. Amtsblatt sür die königliche» und städtischen Behörden zu Freiberg und Brand. Verantwortlicher Redakteur: Iuliu» Braun in Freiberg Leo XIII. und Kardinal Rampolla. Seit der päpstlichen Allokution vom 23. Mai ist di^ K,ge einer Verständigung zwischen der römischen Kuri? Nid dem italienischen Königthum nickt wieder von de* Mesordnung verschwunden, wenn auch die freudige Ueber- wMng, mit der viel« Italiener anfangs die päpstliche Kundgebung aufnahmen, nach und nach kühlen Erwägungen W gemacht hat. Unzweifelhaft ist Papst Leo XIII. selbst mm Ausgleich mit dem König Humbert ebenso geneigt im er den Friedensschluß mit Preußen wünschte und nach -rasten förderte, aber die Annäherung des Papstthumes Ni Italien findet im Kardinals-Kollegium weit heftigere Seguer, welche vielleicht die gute Absicht des Oberhauptes der katholischen Kirche vereiteln werden. Daß bei dieser Gelegenheit zwei Parteien im Vatikan einander entgegen arbeiten, rrgiebt sich deutlich aus der grundverschiedenen ßprache der klerikalen Blätter. Der angeblich den persön lich« Willen des Papstes vertretende „Moniteur de Rome" spricht nur von einem kleinen Winkel Roms, den Italien dn souveränen Gewalt des Papstes überlassen solle, wo. «gm der „Osservatore Romano" und die „Voce della omtt" die Wiederherstellung der weltlichen Herrschaft ver- lanz« und bestreiten, daß in der Mai-AUokution ein Um- Wmz in der vatikanischen Politik zu erblicken sei. Der- I artige Auslassungen tragen wesentlich die Schuld daran, t-j sich die Freude über dre Aussichten auf kirchenpolitifchen Kuden so bald in Italien wieder legte und selbst solche kaigskeue Blätter, welche sich erst entschieden für die An nahme der dargebotenen Hand verwendeten, neuerdings er klär«, vor Mem müsse die Kurie genaue Friedensvorschläge nach«, welche die italienische Regierung wohlwollend aber dorsichtig zu prüfen habe. Alle der radikalen Partei zu- «kigmden Organe bekämpfen jedoch schon jetzt die Preis- grbung irgend eines Stückes des vaterländischen Bodens und vollen selbst von einer päpstlichen Souveränität in dem ton dem „Monteur de Rome" angedeuteten keinen Winkel nichts wissen. Mitten in diese Kämpfe hinein tritt jetzt der an Stelle des verstorbenen Jacobini zum Staatssekretär ernannte, noch ziemlich jugendliche Kardinal Rampolla del Tindaro. Derselbe ist am 17. August 1843 in Polizzi bei Cefalu als Kind eines dort angesiedelten adligen Sizilianers ge- torm und hat in Rom auf dem Oollsgio Ouxrunioo und später auf der Xocuäoiuia, cksi nvbili eoelösiastioi studirt. Bereits von Pius IX. zum Sekretär der Propaganda- üongregation ernannt, wurde er 1882 von Leo XIII. als Nuntius nach Madrid gefandt, wo er sich große Beliebt heit erwarb und bei dem Karolinen-Zwist viel zur Ver söhnung der Gemüther beitrug. Jetzt soll Rampolla nun in einer ziemlich schwierigen Zeit als erster Gehilfe des Helligen Vaters die feinen Fäden der vatikanischen Politik msnehmen und weiter spinnen. Bei dem jetzigen Papste vird diese Arbeit dadurch wesentlich erleichtert, daß Leo XIII. selbst ein gewiegter Staatsmann ist, der stets weniger eines llugm Rathgebers, als einer geschickt ausführenden Hand Durfte. Offenbar mit Vorbedacht wurde dazu einer jener jüngeren Kirchenfürsten gewählt, welche noch keine pronon- arte politische Stellung eingenommen haben. Die Urtheile der nichtkatholischen Presse über Rampolla lauten grund- Wieden, wie dies aus einer Zusammenstellung des Ber liner Zentrumsorgans „Germania" hervorgeht. Bald be- Mnet man den Kardinal als einen Schüler der Jesuiten, W rühmt man die geschickte Art, mit der Rampolla als Nuntius in Madrid sich zum deutschen Kronprinzen während dessen Aufenthalt in Spanien zu stellen wußte. Von einer anderen Seite vermuthet man freundschaftliche Beziehungen des Kardinals zu dem bisherigen deutschen Gesandten in Madrid, von Solms, der in derselben Zeit als deutscher gesandter bei dem König von Italien beglaubigt wurde, welcher der Nuntius Rampolla das päpstliche Staats- Aetariat übernahm. Wahrscheinlich ist der Kardinal nach dstd« Seiten hin möglich, waS um so werthvoller ist, da die Behauptung der „Germania" sicher zutrifft, daß die M bevorstehenden Aufgaben keine leichten sind. In erster stehe jetzt die römische Frage, in zweiter das Be- Mhen, in Preußen weiter zu kommm und die Entwicklung jetzt dort Gewonnenen in guter Richtung zu über- «en. Sofort nach feiner Ernennung zum Staats- s^lar hatte Kardinal Rampolla eine dreistündige Be- Mchung mit dem Papste, dem er sich ebenso, wie es sein Manger Jacobini gethan, willig und meist mit klugem l schweigen unterordnen wird. Trotz dieser scheinbaren jetzigen Unbedeutendheit der unter den früheren Päpsten so einflußreichen Stellung liegen doch in den Händen des Kardinals Rampolla von nun an Dinge von hoher Wichtigkeit. Ob es dem Papstthum durch einen geschickten Ausgleich mit dem König Humbert gelingen wird, üoer einige Qua dratkilometer italienischen Bodens eine unbeschränkte Herr schaft wieder zu erlangen, steht noch dahin. Thatsache ist es, daß die moralische Gewalt des Papstthums in Folge der geschickten Staatskunst des jetzigen Oberhauptes der römischen Kirche einen ungeahnten Aufschwung genommen hat, gegen den der Werth einer keinen weltlichen Herr schaft völlig verschwindet. Mächtige Herrscher machten Leo XIII. bei wichtigen Streitfragen zum Schiedsrichter und erkannten den Werth seiner Bundesgenossenschaft bei der Vertheidigung konservativer Interessen und bei der Be kämpfung der Umsturz-Theorien an. Bedeutende leitende Staatsmänner wie Fürst Bismarck und Salisbury freuen sich seiner Anerkennung und schätzen die päpstliche Autori tät als bestes Schutzmittel gegen die Uebergriffe desjenigen Theils des Klerus, der sich wiederholt zu politischen Agi tationen verleiten ließ. Nicht nur in Deutschland fügen sich Millionen katholischer Unterthanen mit bewunderns- werther Disziplin dem Willen des „Gefangenen im Vati kan", auch anderwärts, selbst jenseits des Weltmeeres, in dem von der katholischen Propaganda höchst erfolgreich be- arbeiteten nordamerikanischen Freistaat, sowie in den mit katholischen Missionaren besetzten Kolonien Afrikas und der Südsee »ollen zahllose Gläubige den päpstlichen Weisungen den bündigsten Gehorsam, was die gegenwärtige Macht der römischen Kurie weit größer als m früheren Zeiten er scheinen läßt. Die angebliche „Gefangenschaft im Vatikan" hat diese Macht nicht beeinträchtigt, denn das italienische Garantie- gesetz gewährt dem Papste die volle Anerkennung der geist lichen Souveränetät, während freilich der Artikel 5 dieses Gesetzes die Kunstschätze des Vatikans als Nationaleigen thum erklärt und damit die letzte Spur einer weltlichen Souveränetät des Papstes im Vatikan selbst beseitigt, dessen Bewohner demnach kein einziges künstlerisches Werthstück in seinem Palaste verkaufen kann. Im Uebrigen erklärt aber das Garantiegesetz den Papst für heilig und unverletzlich, setzt Verbrechen gegen ihn in eine Linie mit Verbrechen gegen den König, erkennt seinen Vorrang vor den weltlichen Fürsten an, gewährt ihm eine jährliche Dotation von 3 225000 Lire, sichert die Freiheit seiner geistlichen Funk tionen sowie seiner Korrespondenz und spricht ihm das Eigenthumsrecht auf den Vatikan, den Lateran und Castel Gandolfo zu. Ob Italien sich zu einer Erweiterung dieses von der Kurie für ungenügend erklärten Garantiegesetzes verstehen kann, hängt wesentlich von den Bedingungen ab, welche der neue Kardinal-Staatssekretär Rampolla im Namen des Papstes stellen wird. Bei den großartigen Er folgen, welche Papst Leo XIII. seiner klugen und maßvollen Politik bisher verdankt, läßt sich nicht erwarten, daß er Italien gegenüber im Sinne einzelner, jeder Verständigung abgeneigter Kardinäle die Saiten zu straff spannen werde. So stehen wir gerade jetzt bei einem der interessantesten und spannendsten Kapitel des „Zauberers von Rom" und harren des Ausgangs. Tagesschau. Freiberg, den 8. Juni. Das Unwohlsein des deutsche« Kaisers nimmt einen regelmäßigen Verlauf und giebt zu keinerlei Besorgnissen Veranlassung. Es ist begründete Aussicht vorhanden, daß auch bei der feierlichen Grundsteinlegung zum neuen Reichs- gerichtsgebäude in Leipzig, die bestimmt nach den Gerichts ferien stattfinden soll, Kaiser Wilhelm ebenfalls den erstM Hammerschlag führen wird. Ucber die Kieler Flottenschaü verlautet nachträglich Folgendes: Als der Kaiser bei der Flottenrevue das schwedische Kanonenboot „Edda" passirte und die auf den Raaen aufgestellten Matrose» ihr heimathliches Hurrah dem Monarchen zuriefen, stand Prinz Oskar von Schweden als Kommandant dieses Kriegsschiffes salutirend neben dem Kaiser. Dieser grüßte dankend und nahm gleich zeitig den eigenen Stern des hohen Ordens vom Schwarzen Adler von der Brust und überreichte denselben dem Prinzen mit gnädigen Worten. — Gestern empfing der Kaiser den Be such des deutschen Kronprinzen, der in den Morgenstunden das Mausoleum in Charlottenburg besucht hatte, von dort im vierspännigen Wagen nach Berlin gefahren und dort im kgl. Palais mit der deutschen Kronprinzessin und der Prinzessin Viktoria von Preußen zusammen eingetroffen war. Der eng lische Spezialarzt Dr. Mackenzie traf gestern Abend in Berl« ein, um seine Beobachtungen über das Halsleiden des deutschen Kronprinzen zu wiederholen. Der Letztere reist mit der Kron prinzessin am Sonnabend nach London ab. Für später ist ein mehrwöchiger Aufenthalt auf der Insel Wight in Aussicht ge nommen.— Der deutsche Reichskanzler gedachte heute nach einer Unterredung mit dem Kaiser nach Friedrichsruh abzu reisen. — In der gestern wieder in Berlin zusammengetretenen Branntweinsteuer-Kommission wurde zunächst der von dem Abg. Gamp verfaßte Bericht verlesen, welcher zu keiner wesentlichen Debatte Veranlassung bot. Auf Anregung des Finanzministers von Scholz wurden einige Aeußerungen desselben, welche sich auf die Kontrole beziehen, präziser gefaßt. Bei der Erörterung der Frage der Denaturirung erklärte Herr von Scholz: „Die Verbündeten Regierungen haben in Konsequenz ihrer in dem ganzen Gesetzentwurf dokumentirten Stellungnahme selbst da- lebhafteste Interesse und nothwrndig die Absicht, gegenüber der Beschränkung des Verbrauchs von Trinkbranntwein die Verwendung drS Branntweins zu allen anderen möglich« Zwecken nicht bloS nicht zu hindern, sondern in jeder thunlichen Weise zu fördern. Sie werden es sich daher nicht nur wie bisher schon angelegen fein kaffen, die Denaturirung drS Branntweins einfacher, billiger, leichter und erwünschter zu gestalten, soweit neuere Erfahrung« die- ohne Gefährdung deS gesetzlich« Zwecks zulässig erschein« lassen, sondern auch für diejmig« gewerblich«, medizinisch«, wirth- fchaftlich« u. f. w. Verwendungen deS Branntweins, welche dessen Denaturirung überhaupt nicht vertragen, durch Anwendung von VerwendungSkontrolen und ähnlichen SicherungSmitteln in gleichem Umfang thunlichst Fürsorge zu treffen. Ins besondere wird solchergestalt auch für die Interessen der Parsümrriefabrikation so viel wie möglich zu sorgen sein." — Bezüglich der steuerlich« Behandlung der gewerblichen Bren nereien versicherte der Bevollmächtigte, ObeHollrath Geiger, daß die bairische Regierung auf die vorgesehenen Bestimmung« einen für ihre Stellung zur Gesetzesvorlage ausschlaggebenden Werth lege. — Zu dem Anttage, daß die Ueberführung deS Branntweins aus einer steueramtlich« Niederlage iu die andere unter steuerlicher Kontrole zulässig sei, gab Finanz minister v. Scholz die Erklärung ab, daß „der Gesetzentwurf nach der Absicht der Verbündeten Regierungen eine für sämmt- lichen, noch nicht in den freien Jnlandsverkehr übergegangen« Branntwein einheitliche Kontrole einführen solle; eS werde da her dieser Branntwein, ohne daß die Verbrauchsabgabe fällig werde, seinen Besitzer beliebig wechseln, aus einer Niederlage in die andere, aus der Niederlage in eine unter steuerlicher Kontrole arbeitende Rektifikationsanstalt und aus dieser wieder in eine steuerfreie Niederlage übergrführt werden können, so lange bis seine Abfertigung zum freien Verkehr beantragt werde. Diese Absicht des Entwurfes ergebe sich auch auS K 10 und der Begründung desselben." — Ferner erklärte Finanzminister v. Scholz, daß der Gesetzentwurf an dem Grundsätze festhalte, daß für Branntwein, welcher einmal in den freien Verkehr gebracht und von dem die Verbrauchsab gabe bezahlt sei, eine Rückerstattung derselben bei derAussuhr oder der Verwmdung zu gewerblichen Zwecken unbedingt aus geschlossen sei. An diesem Grundsatz müsse er auch unter all« Umständen festhalten, da sonst der Defraudation Thür und Thor geöffnet werde. — Ueber den Antrag, allen puSgeführ- ten oder zu technischen Zwecken verwendeten Branntwein direkt als solchen zu behandeln, auf dem eine Verbrauchsabgabe von 0,70 M. pro Liter ruhe, weil die zu dem niedrigeren Ab- gabesatz von 0,50 M. pro Liter herzustellende Menge auch nicht annähernd ausreiche, um den Jnlandskonsum zu decken, eine fiskalische Schädigung also ausgeschlossen sei, äußerte sich Finanzminister von Scholz in ablehnendem Sinne. Derselbe betonte, daß eS in hohem Maße bedenklich sei, das dem Gesetz zu Grunde liegende Prinzip, wonach eine Rückerstattung der einmal gezahlten Verbrauchsabgabe unbedingt ausgeschloffen sei, zu durchbrechen. Er müsse zwar zugeben, daß es unter der Herrschaft des neuen Gesetzes nicht möglich sein würde, daß eine Fabrik beliebig und uneingeschränkt für den Jnlands konsum und sür den Export arbeite. Hieraus entständen Schwierigkeiten: aber es müsse verlangt werden, daß die be treffenden Industrien sich nach dem neuen Gesetz richteten; unmöglich würde ihnen der Export nicht gemacht werden, da, wie er bereits früher erklärt, in allen Fällen, in denen die Befürchtung einer Defraudation nicht vorliege, die Verwen- dungskontrole sich durch eine Buchkontrole unter entsprechender Androhung von Strafen werde ausführen lasten. Demgemäß müsse er auch das Bedürfniß zu einer Rückerstattung der ein-