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Chamberlain und Bright bitter getadelt hatten, bringt Eng land in Asien weiter als andere große Unternehmungen, denn die Eröffnung der riesenhaften Absatzgebiete in Hinter indien wird von allen Seiten als ein glänzender Erfolg angesehen. Unter solchen Verhältnissen können die jetzigen Machthaber in England dem Ausgang der Wahlkampagne mit Vertrauen entgegensehen. Tagesschau. Freiberg, dm 24. November. Das Präsidium des deutsche«-Reichstages ist bereits vorgestern Mittag von dem deutschen Kronprinzen empfange« worden, dagegen erfolgt der Empfang bei dem Kaffer erst Mittwoch oder Donnerstag. Zu gleicher Frist wird das Em- reffm deS Fürsten Bismarck in Berlin erwartet. Der Reichs kanzler soll beabsichtigen, sich in lebhafter Weise an dm Bo- rathungen d«S Reichstages zu betheiligen; schon bei der EtatS- debatte ist sein Eingreifen in die Verhandlungen sehr wahr- chrinlich. Die gespannte parlamentarische Situation erheischt dies mehr als je, da das an Stimmenzahl so mächtige Zentrum durch seine Stellung zu dem konservativen Antrag auf Ver längerung der Legislaturperiode bereits bewiesm hat, waS in dieser Session von den Ultramontanen zu erwarten ist. Die „Germania" bekämpft den Antrag unter scharfen Angriff« gegen die Regierung, deren Macht man nicht vergrößern dürfe. Es kann darnach als feststehend angenommen werden, daß der größte Theil deS Zentrums gegen den Antrag von Helldorfs timmen wird. Zu diesem Antrag hat die sozialdemokratische Fraktion folgend« Gegenantrag eingebracht: „Die Legislatur periode des Reichstages dauert zwei Jahre. Eine Auflösung desselben kann nicht stattfiuden." Wie aus Blankenburg am Harz gemeldet wird, hielt dort der Prinz-Regent von Braunschweig am Sonntag bei prächtigem Wetter und unter jubelnd« Kundgebungen der Be völkerung sein« Einzug in die glänzend geschmückte Stadt. Abends wurheu die die Stadt umgebenden Höhen durch Freud«- seuer beleuchtet. — Dem Prinzen Alexander von Hessen in Darmstadt ist folgendes Telegramm aus Sofia zugegaug«: „Ich bin tief gerührt und bitte Euch, meinen innigsten Dank Mm auSsprechm zu wollen, welche sich an dm Liebesgaben für die Verwundet« und Krank« meiner Armee bethelligm. Alexander." Geste« ging« von Darmstadt drei Waggons Liebesgaben und acht barmherzige Schwefle« nach Sofia ab. Die Geldsammluug ist bereits sehr beträchtlich. Der Groß herzog und Prinz Alexander spendet« je tausend Mark. Im Auftrage des Erzherzogs Wilhelm von Oesterreich werden jetzt von dem deutschen Ritterorden je zwei Kolonnen Sanitätswagm sammt kompletem Material und Warte« von Wien auS nach Serbien und Bulgari« dirigirt. Der Groß- prior deS Malteserordens, Lichnowsky, ordnete die Absendung von 20 Waggons des bestehend« Sanitätszuges unter Leitung des Graf« Karl Thun mit zwei Aerztm und den nöthigm Wärtern nach Serbien an. Außerdem begaben sich Professor Mosetig mit zwei Assistenten und sechs jüngere Aerzte auf den Kriegsschauplatz. Die österreichische Gesellschaft deS rothm Kreuzes bereitet die Absmdung eines Verbandzuges nebst Materialien und Wärtern vor. — Eine Deputation des Wiener Vereins für kaufmännische Interessen überreichte dem österreichisch« HandelSminister Pino eine Petition um Auf hebung der Sonntagsruhe während des Weihnachtsmonates. Der Minister erklärte, daß er sich mit dem Minister deS Inne« ins Einvernehmen setz« werde, um nach Erwägmtg der Nothwmdigkeit eine Entscheidung zu treffen. In ihrer gestrig« Sitzung erklärt« die französische Deputirtenkammer die angezweifelte Wahl zweier Opportunist« mit 401 gegm 114 Stimmen für giltig. Darauf erklärte der Bonapartist Cassagnac Namms der Rechten, daß die letztere bei ihrer Achtung vor dem allgemeinen Stimmrecht jede Un giltigkeitserklärung, sowie etwaige Anträge auf Untersuchung ablehnen werde. Die Kammer erklärte darauf auch die Wahl des konservativen Deputirten für Cotes du Nord für giltig. — Nach einer der französischen Regierung aus Peking zu- gangenen offiziellen Meldung sind sämmtliche Schwierigkeit«, die noch zwischen Frankreich und China bestanden, endlich voll ständig beigelegt und kehrt der französische Bevollmächtigte Cogordan nach Tientsin zurück, um die Verhandlungen mit Li-Hung-Chang fortzusetzen. Inzwischen dauern in Tonkin die Zusammenstöße zwischen dm französischen Expeditionstrupp« und dm „schwarzen Flaggen" fort, welche Letzteren sicherlich längst vom Schauplatze verschwunden wären, wenn sie nicht in dem benachbarten China ein« Rückhalt fändm, sowie Von dort aus stets neue Verstärkungen erhielten. Während über den Fortgang der Expedition gegen den hinterindischen Staat Birma bei der englische« Regierung fortwährend günstige Berichte einlaufen, scheint jetzt in Vorder indien nicht dllles recht nach Wunsch zu gehen, weil der Vize könig Lord Dufserin sich bei den Indiern lange nicht desselben Vertrauens erfreut wie sein toleranter Vorgänger Earl Ripon. Am Sonntag haben in Broach bei Bombay Ruhestörung« stattgefunden, zu denm der Umstand als Anlaß diente, daß ein Frommgläubiger den von ihm zur Errichtung eines Tempel Nachbestellungen «ff Mouat Stach der Auflösung des englischen Parlaments. Das im Jahre 1880 gewählte englische Parlament hat am »errangen« Mittwoch zu existiren aufgehört aber die Hm von dm Londoner Blättern gewidmeten Nachrufe Ilmgen nichts weniger als schmeichelhaft. Am schärfsten drückt sich das konservative Journal „Standard" aus, das wo dem nun aufgelösten Parlament sagt, „es habe ohne ihre gelebt und sei gestorben, ohne betrauert zu werd«". 3- dem Wunsche sind alle Blätter einig, daß daS durch M königliche Proklamation auf den 12. Januar 1886 ewbemsene neue Parlament bedeutendere Mitglieder als sein Vorgänger erhalt« möge. Je näher der Wahltermin rückt, desto eifriger setzen beide Parteien alle Mittel in Be wegung, um die Oberhand zu erlang«. Die ursprüngliche Sugesgewißheit der Liberalen ist einer tief« Nieder geschlagenheit gewichen. ES ist bezeichnend, daß das be- kamte Hauptorgan der Londoner City, die „Times", sich theile der Liberalen ausmachen. In Schottland können I die Letzteren nicht gewinn«, in Wales höchstens zwei Stimmen; in den englischen BoroughS (städtischen Wahl flecken) werden die Irländer überall für die Tories stimmen, was einige Verluste für die Liberalen zur Folge haben > kann. Bleiben also ausschließlich die ländlichen Wähler : Englands, welche die Wagschale wieder zu Gunsten der I Liberal« in die Höhe schnellen können." Gegen die auswärtige Politik Salisbury's haben selbst die Liberalen nichts auszusetzen und war Gladstone bei einer Versammlung in West-Calder ehrlich genug, seinem politischen Gegner auf diesem Gebiete Vorsicht und Ge schicklichkeit nachzurühm«. Sehr richtig beanspruchte aber auch Gladstone das Verdienst, schon vor Jahren selbst die Partei der Bulgaren genommen zu haben. Ohne die bün digen Instruktionen, welche der jetzige leitende englische Staatsmann seinem Vertreter auf der Botschafter-Konferenz in Konstantinopel, dem Mr. White, ertheilte, wären aber die Mächte weit schärfer gea^ den Fürsten Alexander von Bulgarien vorgegangen. Rußland wurde durch den Ver treter Englands verhindert, die Absetzung des Fürsten energischer zu betreiben und Oesterreich, allzu lebhaft für den König Milan von Serbien Partei zu ergreifen. Daß sich Fürst Alexander von Bulgari« der Freundschaft Eng lands würdig erwies, freiwillig der Pforte die Rückgängig machung des ostrumelischen Staatsstreiches anbot, gleich zeitig aber bei Slivnitza die Serben heldenmüthig besiegte, kommt dem englischen Minister Salisbury gerade jetzt vor den Parlamentswahl« sehr zu Statten. Nicht minder erfolgreich ist der leitende englische Staatsmann auf dem Gebiete der Kolonialpolitik. Während die französischen Generäle in Anam und Tonkin so un glücklich operirten, daß Frankreich mehr und mehr der dort gebrachten Opfer an Gut und Blut überdrüssig wird, hat England in Hinterindien durch ein« ganz kurzen Feldzug das birmanische Riesenreich bezwungen und steht im Begriff, dasselbe entweder seinem indischen Besitz einzuverleiben oder mindestens seine Schutzherrschast über Blrma und den neuen von England einzusetzend« birmanischen Regmten zu etabliren. Die englischen Truppen nahmen Minhala mit Sturm, besetzten noch mehrere andere Plätze am Irrawaddy-Ufer, bemächtigten sich zweier italienischer Rath geber des Königs Thibaut und rück« unaufhaltsam gegen die Residenz des letzter«, Mandalay, vor. Am 21. d. M. erreichten die Engländer Silemyr, ohne daß sich der Feind zeigte. Thibaut hat eine neue Proklamation erlassen, worin er befiehlt, daß 25000 Mann sich bereit halten sollen, mit dem Hinzufügen, es sei ein günstiger Tag ausgewählt worden, um auszurücken und Jalaing, Arakan und Tavoy unter seinem, des Königs, Befehl wegzunehmen. Der Sturz des birmanischen Tyrannen, der bei seiner Thronbesteigung fast alle seine Verwandt« und später viele Hofbeamten eigen händig ermordete, wird um so weniger bedauert werden, als Thibaut zwar als ehemaliger Klosterzögling von buddhistischer Gelehrsamkeit strotzt, aber alle abendländisci e Kultur haßte und aufeindete. König Thibaut verhielt sich gegen den britisch-birmanischen Nachbarstaat stets so feindselig, daß der Vizekönig von Indien, Lord : Dufferin, nur auf die Gelegenheit wartete, den Feind > Englands zu züchtigen. Drese Gelegenheit fand sich, > als Thibaut, ermutbigt durch die französischen Erfolge in Tonkin und felvst auf französische Hilfe rechnend, sich widerrechtlich an dem Eigenthum der Bombay-Birma- Handelsgesellschaft vergriff. Bereits am 1O.d. sprach Salisbury bei der Festtafel des Lord Mayors in der Londoner Guildhaü , die feste Zuversicht aus, daß die Operationen gegen Birma den ' Weg zur Zivilisirung dieses Reiches und zur Entwickelung des Handels in Hinterindien ebenen würden, daß ferner das : Resultat der dortigen Kämpfe in einem großen Zuwachs von Handelsgeschäften und in der erhöhten Wohlfahrt zahl reicher Menschen bestehen werde. Die englische Presse . schildert den Reichthum Birmas an Holz und Reis als un erschöpflich und die Eisenbahn durch Birma nach West- China ist die Parole der englischen Handelswelt geworden. Der kleine Feldzug in Birma, den die liberalen Führer als ganz unzweifelhaft hin, bald darauf bezeichnete es die Wahlaussichten als der Partei Gladstone's ungünstig und in den allerletzten Tagen schloß es einen Leitartikel mit den Watten: „Wir können es nicht unterstütz«, daß man die Macht in die Hand der aus so gemischten Elementen be stehenden Partei lege, die Gladstone um sich zu schaaren versucht." In England beeinflussen die Frauen die Parlamentswahlen weit mehr wie in irgend einem anderen Laude und gerade die strengkirchlich gesinnten englischen Kaum sind es, welche der Partei Gladstone's entgegen arbeiten. Obgleich die Frömmigkeit dieses liberalen Ex ministers über jeden Zweifel erhaben ist, hat derselbe aus stücksicht auf seine radikalen Freunde sich nicht entschieden genug Mn deren Absicht einer Entstaatlichung der englischen Kirche ausgesprochen. Mit der unbestimmt« Versicherung, daß diese Frage zunächst noch nicht auf der Tagesordnung stehe, ist den englischen Bischöfen und allen Freunden der englischen Staatskirche nicht gedient. Als eine der thätigsten Agentinnen der Regierungspartei gilt die Schwägerin des Ministers Lord Randolph Churchill, die Herzogin von Marlborough, die gemeinsam mit der Lady Churchill in Birmingham dem alten liberalen Führer John Bright Wahl stimmen abspenstig zu machen sucht. Vielleicht aus Wider millen gegen dieses Treiben tritt der Schwiegersohn der Königin Viktoria und ehemaliger Generalgouverneur von Kanada, Marquis de Lorne, in Hampstead (Middlesex) zum «roßen Mißvergnügen des Hofes als liberaler Kan didat auf. Verhängnißvoll für die Partei Gladstone's erweist sich aber noch dessen schwankende Politik Irland gegenüber. Die irische Nationalpartei, der er alles Mögliche versprach, ahne daß die Verhältnisse auf der grünen Insel sich unter seinem Regimente nur im Geringsten gegen früher ver bessert hätten, verlor alles Vertrauen zu der umhertastenden Whig-Politik. Der jetzige Premierminister Salisbury ver- mochte es zwar ebensowenig, die Irländer zufrieden zu sollen, er erweckte aber auch bei ihnen keine Hoffnungen, die unbefriedigt geblieben wären. Der Führer der irischen Nationalpartei, Parnell, befürwortete bei allen seinen irischen Anhängern in England, Schottland und Irland regierungsfreundliche Wahlen. Einer der unterrichtetsten Agenten der liberalen Partei erklärte dem Londoner Korre spondenten der Wiener „Neuen Freien Presse" die parla mentarische Lage folgendermaßen: „In Irland wird Parnell zweifellos über eine Hcerfolge von hundert Mann gebieten; die früheren liberalen irischen Mitglieder verschwinden gänz lich, und die grüne Insel wird in das kommende Unterhaus nur Parnelliten und Tories schicken. Das wird beinahe einen Ausfall von ca. 40 bis 50 Mitgliedern zum Nach-