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und Tageblatt. 1861. 186. Sonnabend, den 10. August. .^.2- 1 ,7ni)Ui s-üzch/n4 g-spalteue Zeil« oder > , l , i. , , dermRmua mit! Pf. bae^ .7 u' noitonM Erlcheiut Ndm Wochentag früh » Uhr. Inserate wer den bis Nachmittag» 3 Ubr für die nächst, «sch-mmd- Nummer angenommen. Amtsblatt des Königl. Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der König!. GerichtsLmter und der Stadträthe zu Freiberg, Sayda und Brand. Freiberger Anzeiger --- -..1 .ruu riä j/i . Al» Kind lagst Du in diesem Hau» verborgen, schwach und klein; doch halte Gott Dich auSersehn, dem Hau» ein Glanz zu sein. Er trug Dich in die Welt hinaus, nahm Dich an seine Hand , ; Und ließ Dich bau'n zu seiner. Ehr', wie man'» »och nie. verstand. Tagesgeschichte. Freiberg, 8. August. Am vergangenen Sonntag, als den 4. d. M., wurde in Frauenstein und dem nahen Kleinbobritzsch ein Fest geleiert,' welches zwar inmitten der großen deutschen Volksfeste, welche in der Gegenwart die allgemeine Aufmerksamkeit und Theilnahme erregen, nur ein bescheidenes lokales war, doch aber auch in diesem Blatte erwähnt zu werden verdient. Es galt dasselbe der Einweihung einer durch den Comitö der „Silbermann- Stiftung" an dem Geburtshause des durch seine schönen Orgel werke so berühmt gewordenen Orgelbauers Gottfried Silbermann in Kleinbobritzsch angebrachten, vom Herrn Bildhauer Groß in Freiberg gelieferten Gedenktafel von Marmor, welche folgende Inschrift enthält: lob. 30, 30. I)e» Herr wirü sein« derilieko 8limm« seliallon lassen — Gkburtihans eines verdienstvollen, berükwten Nrüäerpaars: Kimrs. 8LcI>s. u. Uün. poln. Itos- unä t.anüorxvlbauer, ^ek. am 14. Ian. 1083, Fest, ru vresrien am 4 ^UF. 1753. und SIlderiiisni», Orgeldaumeisler ra 8leassbui'F, F«b. am 16. tUai 1678, Fest, am 16. ätaer 1734. 8ir. 8, 22. 2um 6eääviltniss errivktet 6. 4. ^UF. 186l. In einem darüber befindlichen Aufsatz von Sandstein ist in entsprechender Blätter-Verzierung ein Orgelprospect angedeutct. — Zu diesem Zweck versammelte sich auf dem Frauensteiner Marktplatz Nachmittags '/zt Uhr das Bürgerschützencorps, hielt dann bei klingendem Spiel einen Umzug durch die Stadt, trat dann wieder in Gemeinschaft mit einer Abtheilung Bergleute in Paradekleidung, sowie der Schuljugend mit ihren Fahnen an die Spitze des Festzuges, welcher sich um 1 Uhr in die Stadlkirche begab, von deren Thurm, desgleichen auch vom Ratbhaus Fahnen den Festtheilnchmern ein „Willkommen" entgegenwinkten. In der Stadtkirche fand ein Vespergottcsdienst statt, bei welchem Orgel spiel, allgemeiner Gesang mit Instrumental-Begleitung, einfacher Männer- und Kinder-Gesang wechselten. Besonders erhebend war dabei der Vortrag der von Gellert gleich schön gedichteten, als von Beethoven componirlen geistlichen Eanrate: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Nach dem Schluß dieses Gottesdienstes sormirte sich der Festzug. von Neuem und bewegte sich dann unter Musik begleitung nach dem nahen Kleinbobritzsch bis an das einigermaßen restaurirte und bekränzte Silbermann'sche Geburtshaus, vor welchem eine Ehrenpforte errichtet war. Hier fand die Weihe durch Gesang und Festrede des hochwürdigen Herrn Superintendent Wagner, sowie des um die Gründung der Stiftung und Gedenktafel sehr bemüht gewesenen Herrn Rector Köhler, in feierlicher Weise statt. Von dem dort stattgehabten allgemeinen Gesang sprachen besonders die Verse an: Noch Horen wir der Tiine Macht, die seine Hand hervorgebracht; und o5 auch modert sein Gebein, sein Ruhm wird unvergänglich fein. Nicht goldne Orden zierten ihn, wohl aber achter deutscher Sinn; Lei edler Kunst auf seiner Bahn war er wahrer Silbermann. Die» Hau», wo seine Wiege stand, schmückt heute dankbar unsre Hand. Di- Ehrentafel, nur von Stein, soll Zeugniß uns«» Zankes sein. Dagegen von dem Kindergesang: Wir ehren Dich, o Silbermann, mit unserm kleinen Lied; greift doch de» OrgelwneS Macht auch Kindern in'S Gemüth. Nach Beendigung dieser Festlichkeit, bei welcher sich eine sehr große Theilnahme kundgab, war hinreichend Gelegenheit geboten, im dafigen Gasthaus und vor demselben, besonders ans einem grünen, mit Fahnen geschmückten Platze, Körper und Geist an Speise, Trank, Instrumental-Concert und sonstiger Unterhaltung zu erfrischen und zu erquicken. — Das anfänglich trübe Wetter gestaltete sich im Verlauf der Festlichkeit zu einem recht freundlichen und angenehmen, welches die festliche Stimmung noch besonder erhöhte, so daß gewiß allen Denen, welche Gelegenheit hatten- Zeuge des Festes zu sein, dasselbe recht lange eine freundliche Erinnerung bleiben wird. — Noch verdient bemerkt zu werden, daß sich zu Ausführung der Gesänge eine bedeutende Anzahl Zöglinge des DreSden-Friedrichstädter Seminars bereitwilligst ein gefunden hatten. " Das Leipziger Kreis- und Verordnungsblatt vom 7. August theilt mit: „Gelegentlich der Kirchenvisitation in einer Ephorie war durch einen thatsächtichen Vorfall die Aufwerfung der Frage veranlaßt worden, ob die Fürbitte für die Kirchenpatrone auch da in Uebung bleiben solle, wo diese selbst darauf verzichten. Da- Cultnsministerium hat befunden, daß diese Frage zu bejahen fei, da diese Fürbitte nicht blos ein Ehrenrecht, auf welches allenfalls der jeweilige Inhaber des Patronats verzichten könnte, sondern eine Pflicht der Kirche sei, deren Diener nur von dem Kirchenregiment davon entbunden werden könnten. In dieser Weise ist auch -er betreffende Ephorns beschieden worden." Chemnitz, 7. August. (Dr. I.) Wie man aus dem andert halb Stunden von hier entfernten Äuerswalde erfährt, hat sich dort am vergangenen Sonntag den 4. d. M. ein recht betrübender Fall ereignet. Es sollte dort das alljährliche Schießsest gefeiert und Nachmittags mit Abholen des Schützenkönigs feiten der Schützen- gesellschaft tbeils zu Wagen, theils zu Pferde eröffnet werden. Der dafige Braupachter Gerber will sich, wie früher, ebenfalls hei dem Vorritte betheiligen und hat sich von einem Nachbar dessen frömmstes Pferd gemiethet. Kaum hat Gerber dasselbe bestiegen, wirft das Thier, durch die Unsicherheit des Reiters und durch den Gebrauch des Sporns gereizt, Gerbern, einen korpulenten Mann, ab, dergestalt, daß derselbe kopfüber auf die Straße stürzt. Besinnungslos trägt man ihn heim und nach 1'/^ Stunde war er verschieden. Er hatte am Kopfe mehrere Fracturen erlitten. Gerber war 50 und einige Jahre alt, war wegen seiner trefflichen Eigenschaften allgemein geachtet und hinterläßt eine ihrer Entbin dung entgegensetzende Wittwe und 8 Kinder. Zschopau, 5. Aug. (D. I.) Am vorgestrigen Abend spät gelangte von Annaberg ans die Kunde hierher, daß Men der hohen Ständcvcrsammlung im Vereinigungsverfahren schließlich die gleichzeitige Inangriffnahme des Baues der Chemnitz- AnnabergerBahn mit der Plauen-Eger Bahn gestattet wor den sei. Der Stadtrath ließ in der Nacht noch diese frohe Nach, richt mittels Druckes vervielfältigen und die gedruckten Bekannt machungen am gestrigen Morgen in die Häuser austragen und an den Straßenecken anschlaqen. Gleichzeitig >Ed die gejammte Bürgerschaft aufgesordert, des Tages über durch Aufsteckung von Flaggen und des Abends durch möglichst allgemeine Illumination die Gefühle der Freude über die gewordene Kunde auszudrucken. In kurzer Zeit und schon bei Beginn des Fruhgottesd.enM waren die Kirche das RathhauS sowie viele Häuser der Stadt, nament lich des innern Theils der Stadt, mit grün-weißen Flaggen schmückt. Daneben hatten sämmtltche hiesige Innungen und Der-