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d« bi« Nachmittag« U^ / ' . asspalte« Zeil« ob« ,, Ubr für die »Lchst. UI da« Raum mit»Pf. Tageblatt. -- Amtsblatt des König!. Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der König!. Gerichtsämter und der Stadträthe zu Freiberg, Sayda und Brand. 283. Dienstag, den Lagk8qeschichte. Freiberg. Oeffentliche Gerichtsverhandlung, den 10. December, Vormittags 9 Uhr: Verhandlungstermin in der Untersuchung wider den Hausbesitzer Friedrich August Schramm aus Friedebach, wegen Holzdiebstahls. - ' - ! ' 'Freiberg. Wie in den übrigen Staaten des Zollvereins wird auch in Sachsen heute am 3. December, als dem für das ganze Land bestimmten Normaltermin, eine Volkszählung vorgenommen werden. Die zu dem Ende ausgegebenen Listen sind spätestens bis zum 5. December einznsammeln. Zugleich ist eine Viehzählung an- geordnet, und da mit der Volkszählung zugleich die Aufstellung einer Gewerbestatistik verbunden werden soll, so hat jeder Haushaltungs vorstand, welcher Gewerbtreibenker ist, d. h. Handwerker, mecha nischer Künstler, Kaufmann, Händler, Fabrikant, bestimmte vorge schriebene Fragen zu beantworten. — Das Ministerium des Innern hat durch das statistische Burean ein auf officiellen Angaben beruhendes alphabetisches Orts- verzeichniß von Sachsen ausarbeiten lassen, in welchem außer den Städten, Dörfern und Ortschaften auch die besonder« Name« führen- den OrtStheile, Häusergruppen und isolirt gelegenen Güter, Häuser, Mühle» rc. ausgenommen worden sind. Dieses Register wird mit Ende December erscheinen und ist der Verlag desselben der C. Heinrich'schen Buchdruckerei in Neustadt-Dresden übergeben worden, von welcher es für den Preis von 2 Thlr». 1S Ngr. zu beziehen ist. Brand. Oeffentliche Gerichtsverhandlungen im Königlichen Gerichtsamte Brand am 5. December, Nachmittags >/zS Uhr: Verhandlungstermin in Untersuchungssachen gegen den Handarbeiter Gustav Moritz Colditz aus Freiberg wegen Diebstahls. Nachmittag« '/,4 Uhr: Verhandlungstermin in Untersuchung-fachen gegen den Bergarbeiter Ernst Moritz Bernhardt ctuS St. Michaelis wegen Diebstahls und Auguste Amalie Leonhardt wegen Anstiftung event. Begünstigung. Leipzig, 30. November. Daß hier für Befriedigung der Eßlust und sonstigen Bedürfnisse stets überreich gesorgt ist, beweisen dfe täglichen Einladungen der Inhaber öffentlicher Restaurationen. Das heutige „Tageblatt" hat deren nicht weniger als 69 äufzu« weisen; den Reigen eröffnen „Schweinsknochen mit Klösen" (21mal), dann folgen die „Schlachtfeste" (lömal) rc. Weiter giebt es an verschiedenen Orten große oder kleine Kirmessen, Concerte und Ball musiken, Abendunterhaltungen, humoristische Vorträge rc. Bischofswerda, 29, November. Gestern Nachmittag nm 4'Uhr hatte der in der Färberei der Hermann'schen Tuchfabrik hier beschäftigte Arbeiter Zenker das Unglück, durch einen Fehltritt in einen kochenden Farbekefscl zu stürzen. Obwohl derselbe sofort her- auSgczogen und ärztlicher Hilfe übergeben wurde, so ist doch mehr als die Halste der ganzen Körperoberfläche, namentlich der Kopf, dergestalt verbrannt, -daß an ein Auskommen kaum zu denken ist. Der Unglückliche ist verheirathet und Vater von drei noch unerzogenen Kindern. - Mainz, 23. Nov. Dem Privatbriefe eines Mainzers aus Amerika entnehmen wir, daß mehr als hundert Mainzer allein aus Neuyork ansgezogen find und im Unionsheere gegen den Süden kämpfen. An der Spitze des CorpS, dem sich noch andere Deutsche anschlvssen, stehen der hier wohlbekannte Germain Metternich als Oberstliculenant, Pfeifer und ParcuS als Kapitäns, Turban und Metzger als Lieutenants, Haas als Quartiermeister. Aus Göttingen vom 23. November schreibt man der Augs burger Allgemeinen'Zeitung: „Diesen Morgen hat die Universität einen großen Verlust durch den Tod deS trefflichen UniverstlätS- kupferstecherS Löbel, deö Nachfolgers von Niepenhansrn, erlitten. S. December. 1861. . . , , > Derselbe, als einer der gediegensten Holzschneider schon von dem Grafen Paczynski in dessen bekanntem Werke angeführt, kam vor 30 Jahren als Duchbindergeselle hierher und bildete sich unter der Beihülfe Professor Osterley'S, sonst aber ganz als Autodidakt, zum Künstler, Kunstkenner und Knnstschriftkeller aus. Bekannt find besonders seine Ausgabe des kleinen „TodlentanzeS" von Holbein und seine selbstständigen Arbeiten, wie die für Weigel in Leipzig, über alte unbekannte oder wenig bekannte Holzschnitte. Auch für die hiesigen Anatomen und Naturforscher hat er schöne Arbeitest geliefert. Allgemein beliebt war derselbe wegen seiner Schlichtheit und Einfachheit, seiner Sorgfalt und Treue in allen Arbeiten, wegen der Hülfe in Rath und That bei allen Kunstliebhabern unserer Stadt, denen seine außerordentlich auSgebreitete Sachkennt- niß und Technik, in allem was sich auf die Kupferstechkunst und die verwandten Künste und deren Geschichte bezog, von höchstem Werth war. Stets gesund und überaus fleißig, ward derselbe vor drei Monaten plötzlich von einer merkwürdigen Hirnkrankheit befallen, die mit einem völligen Verlust des Gedächtnisses der jüngsten Zeit, der sich dann weiter rückwärts auSbreitcte, begann. Einige Erweichung im linken AmmonShorn, wie die heute ange stellte Section ergab, war die erste Ursache dieser Krankheit, welcher der treffliche Küustlrr im einundsechzigsten Lebensjahre erlag und die ihn erst in den letzten Wochen auf daS Krankenlager warf. Derselbe hinterläßt eine Wiltwe und nur einen Sohn, der sich in Leipzig als Kupferstecher niedergelassen und durch eigene Arbeiten bekannt gemacht hat." ' Karlsruhe, 30. November. Der Großherzog eröffnete heute in Person den Landtag. Die Thronrede betont unter Anderem die endliche Erledigung des Kirchenstreit», kündigt verschiedene Gesetze an und erwartet von den Ständen Unterstützung der Regierung m ihren Bestrebungen in der deutsche» Frage. London, 28. November. Auf einem gestern Nachmittag in Liverpool abgehaltenen Meeting ward eine Resolution angenommen, welche die britische Regierung auffordert, von Amerika schleunige Genugthnung für die der britischen Flagge angethane Beschimpfung zu verlangen. , Aus dem in Edinburgh zusammengestürzten Hause waren bis zum Abend des 26. November 29 Leichen hervorgezogeu worA», doch werden noch immer einige Personen vermißt. Gerettet wurden aus dem Schutte eine alte Frau, ein Knabe, deu man schlafend in seiner Wiege fand, und ein Hänfling, der beim Zusammensturz heS Gebäudes mit seinem Käfig an einem Mauervorsprung hängen ge blieben war. Lissabon. In Porto wird eine Subskription eröffnet, um Dom Pedro V. ein Monument in dieser Stadt zu errichten. Dasselbe soll i» einer Marmorstatue bestehen mit der Inschrift auf dem Piedestal: „Die Portugiesen dem Andenken ihres tiefbetrauertcn Monarchen Dom Pedro V." — Durch ein Gesetz vom 11. Sept, d. I. ist die portugiesische Regierung ermächtigt worden, unter ge wissen Bedingungen die Einfuhr von Getreide und Brod zollftei zu gestatten. Sie hat nun durch Verordnung Mitte Oktober dieses Jahres von diescr Ermächtigung Gebrauch gemacht und verfügt: 1) daß Weizen, Gerste und Hafer und gebackenes Brod eingeführt werden dürfen bis Ende April des Jahres 1862; 2) daß solches eingeführte Getreide nur die Accise zu bezahle» hat, weiche das inländische Getreide bezahlt, wenn es zum Verbrauch'declarirt wird; 3) daß nach dem letzten April in Portugal eingeführtes Getreide noch zollfrei zugelaffen wird, wen» der Beweis geliefert werden kann, daß dasselbe von den Einschiffungshäfen direkt nach portu- giesischen Häfen und früh genug, um möglicherweise noch rechtzeitig cinzutreffen, verschickt wurde. ' " - Dirintwottl. Rtdacteur: I. H. Wolf.