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Trschrtut leben Wochentag früh »Uhr. Inserate wer- dm bi« Nachmittag« r Ubr für die nächst, «schauend« Nummer angenommen. Freiberger Anzeiger un!> grspalteue Zeil» oder — . v > dermRanm mitü Pf.' Tageblatt. 18«1. 214 Donnerstag, den 12. September. Amtsblatt des Königl. Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der König!. Gerichtsämter und der Stadträthe zu Freiberg, Sayda und Brand. TaqesqesilMte. Freiberg. Oeffcntliche Gerichtsverhandlungen. Den 17. Sept. Vormittags 9 Uhr: Hauptverhandlung in der Untersuchung wider den Handarbeiter Carl Gottlob Krätzcl anS Friedebach, wegen Brandstiftung aus Unbedachtsamkeit und Diebstahls. Vormittags 1t Uhr: Verhandlungstermin in der Untersuchung wider Amalie Auguste verehel. Weckbrod und Juliane Emilie Rau aus Erbisdorf, wegen Forstdiebstahls. Verhandlungstermin in der Untersuchung wider Carl Wilhelm Eulenberger aus Heidersdorf, wegen Dieb stahls. Nachmittags 3 Uhr: Verhandlungstermin in der Unter suchung wider den Gutsbesitzer Karl Gottlob Rößner aus Seifcrs- dors, wegen Störung des Wasserlaufs. Leipzig. Wie die „Leipz. Nachr." mittheilen, sind zu der auf den 23. September in Bruchsal angesetztcn öffentlichen Schwurge richtsverhandlung gegen den frühen: Studenten der Rechte an der Leipziger Universität, Oskar Becker, von Leipziger Personen vorgeladen worden: Frau Briefträger Knöpel (die LogiSwirthin Bccker's), der Kaufmann Robert Jahn, Handlungscommis Sparig und. der Pedell Seifert. Von Leipziger Studenten bat keiner eine Vorladung erhalten. Die sofortige Erstattnng der Reise- und Zeugengebübren ist in der betreffenden VorladungSrcquifition selbst zugesichert worden. Leipzig, 9. Sept. Die rege Theiliiahme, welcher das Turnen jetzt allerorten sich verdientermaßen erfreut, fand gestern in unserm Nachbardorfe Schönefeld einen lebendigen Ausdruck. Nebe» der auf dem Turnplätze des Orts rorgenommencn Uebergabe einer von den Frauen und Jungfrauen desselben dem Turnverein über, reichten neuen Fahne fand auch die Grundsteinlegung zu einer Turnhalle statt, wobei Hr. Pastor Rothe Worie der Weihe sprach, denen wir die ernsteste Beachtung wünschen. Mögen recht viele Gemeinden nachfolgen. Einige Theiliiahme der Orlsbehörden, die ja gewiß überall über ein passendes Plätzchen verfügen können, das sie der guten Sacke zum Wohl ihrer Gemeindeglieder weihen, und Willigkeit und Sparsamkeit der Turner werden die mehr scheinbaren Schwierigkeiten leicht überwinden. Zwickau, 6. Sept. Hr. Graveur Moritz Cohne in Dresden, Inhaber eines concessionirten Packträgerinsti tuts in Chemnitz, hat um gleiche Concession für hiesige Stadt nachgesucht und die selbe auch erhalten. Plauen, 6. Sept. ,,Wo mag denn Müller stecken?" fragten l heute Morgen die beim Einträgen einer Brandruine in der hiesigen Neustadt beschäftigten Arbeiter nach ihrem ausbleibenden, unver- beirathcten Genossen. Da gewahrt endlich Einer derselben einen I menschlichen Fuß, der unter einem Stücke in der verflossenen Nacht I cingestürzlcr Mauer hervorragt. Man räumt Steine und Schutt I hinweg und findet darunter den Vermißten, natürlich erstickt und I zerschmettert. Der Unglückliche hatte sich wahrscheinlich von der «Wärme der Brandstelle verführen lassen, sich innerhalb derselben 1 zum Nachtschlafe niedergelegt und in Folge dcS Einsturzes eines I Theils der Mauern seinen jähen Tod gefunden. Oelönitz, 7. September. Der Stadtrath hat zu Sicherstellung Ader Altstadt und zu möglichster Beseitigung etwaiger Besorgnisse «vor FcuerSgefahr daselbst die dankenSwerthe Anordnung getroffen, Walles feuergefährliche, über die Gebühr angehäufte Feuerungsmaterial, »Heu und Stroh aus den Häusern sofort zu entfernen, auf den «Böden der Häuser gefüllte Wassereimer vorräthig zu halten und »überhaupt Alles zu vermeiden, was irgendwie zu Entstehung eines »Brandunglücks Veranlassung sein könnte. Wie das Chemnitzer Tageblatt mittheilt, ist von einem Kauf« »mann in Annaberg zum Gedächtniß an seine jüngst verstorbene Tochter ein Legat von 1000 Thlrn. gestiftet worden mit der Be stimmung, daß die jeweiligen Zinsen an acht bejahrte Klöpplerinnen vertheilt werden. Da für dieses Jahr die Zinsen schon beigelegt waren, so hat am 4. Sept, die erste Vertheilung stattgrsunden. Wien. Ein Telegramm anS Korku giebt abermals Nachricht über das anhaltend befriedigende Vorschreiten des Gesundheitszu standes Ihrer Majestät der Kaiserin, auf welchen besonders die Seeluft sehr günstigen Einfluß übt. — Am 5. d. M. unternahmen Ihre Majestät in Begleitung Ihrer k. Hoheit der Erbprinzrssin zu Thurn und Taxis ans dem k. k. Kriegsdampfer „Elisabeth" einen Ausflug nach der Insel Zante und kehrten am 7. d. M. wieder nach Korfu zurück. — Die Zahl der in Ungarn, Siebenbürgen und dem dreieinigen Königreiche disponibel gewordenen Beamten beträgt nach einer bei läufigen Berechnung 4000 bis 4500, der JahreSgehalt 4—4'/, Mill. Gulden. Se. Maj. der Kaiser hat daher anzubefehlen geruht, daß diese Beamten zur Entlastung des ohnehin so stark in Anspruch ge nommenen Staatsschatzes baldmöglichst, ja selbst auf Kosten der gegenwärtig provisorisch in Wirksamkeit stehenden Beamten unterge- bracht werden. Der Ministerrath, von dieser kaiserlichen Entschließung in Kcnntniß gesetzt, hat zur Durchführung derselben nachstehenden Beschluß gefaßt: Da unter gewöhnlichen Verhältnissen bei der übergroßen Anzahl kaum ein Zehntel derselben im Laufe deS Be günstigungsjahres unterbracht werden könnten, deshalb normalmäßig behandelt, d. h. entweder mit einer einjährigen Abfertigung entlassen ober pcnsionirt werden müßten; da es jedoch ungerecht und unpolitisch wäre, verdienstliche, junge und thatkräftige Männer mit zwölf-, fünfzehn- bis zwanzigjähriger Dienstzeit zu penstoniren, so sind alle jene Beamten, die bereits eine vierzigjährige Dienstzeit znrückgelegt haben, bann alle jeub, welche zur Bersehung des Dienste« als unbesähiat ober nur als gering befähigt qualificirt sind, vx okLei» in den PcnsionSstand zu versetzen. Weiter find alle provisorisch angcsteüten Heaiuten der normalmäßigen Behandlung zu unterziehen, d. h. mit einer einjährigen Abfertigung zu entlassen. Die sowohl auf diese Art, als auch alle andern durch Tod, Resignation oder Dienstentlassung in Erledigung gekommenen Stellen find ausschließ lich mit^ disponibeln Beamten zu besetzen. Turin. Die Berliner „Nat.-Z." schreibt: „Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß am Sonntag den 18. v. M. in Turin ein Ministerrath stattgefunden hat, bei welchem auch Garibaldi und Kossuth anwesend waren. Kossulh sprach in demselben zu Gunsten eines augenblicklich passiven Verhaltens in Ungarn und erklärte, er würde sich expatriiren lassen, falls die jetzigen Leiter der ungarischen Bewegung seinem Ralhe nicht folgten. Die Hoffnung auf ein er folgreiches activeS Einschreiten wurde auf das nächste Frühjahr vertagt." Auö Neapel, vom 7. d. M., wird über Turin gemeldet: DaS Nationalfest war glänzend; eine Menge Bürger aller Klaffen nahm Theil daran; am Abende hatte eine Illumination statt und die Freude war allgemein; es ertönten fortwährend Hochrufe zu Ehren deS Königs Victor Emanuel und Garibalbi's. Athen, 24. Ang. Die amtliche Zeitung veröffentlichte vor gestern folgenden gegen die Gerüchte von einer Abdankung de» Königs rc. gerichteten Artikel: „ES befremdet uns zu sehen, baß die griechischen Zeitungen Triests in ihre Spalten von Zeit zu Zeit Artikel deutscher Blätter aufnehmen, ohne diese Artikel, die wlr nicht zu qualificiren vermögen, näber zu prüfen- Unser König ist jung, erfreut sich der besten Gesundheit, und die Fürsorge für die Leitung und die Wohlfahrt des StaaleS Hal seine Kräfte durchaus nicht angegriffen. Die göttliche Fürsehung, welche denselben auS- erlesen hat, um Griechenland zu dem Range der civilifir.rn und wohlgelittenen Staaten zu erhöhen, behält demselben auch den