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Erscheint 1857. Freitag, den IN. Juli. 4 mal wieder. Ctr. mit einem Gehalte Ctr. Blei und "'8VS '.185 7395, 16, Waldheim, 2. Juli. Dem über die hiesigen Gewerbe ausstellung veröffentlichten Localberichte entnehmen wir Fol gendes: Die hiesige Strafanstalt läßt für eigene Rechnung trei ben, aber nur so weit es der Selbstbedarf erfordert, Böttcherei, Buchbinderei, Glaserei, Maurerei und Zimmerei. Ebenso, aber im geordneten Fabrikbctriebe, Schneiderei zur Anfertigung der Tuch- und Leinenkleider, Schuhmacherei für das nöthige Schuh werk, während unter Aufsicht von Aufseherinnen von einer nam haften Anzahl weiblicher Gefangenen die nöthige Leib- und La- gerwäsche angefertigt, gewaschen und ausgebeffert wird. Etwas weiter ausgedehnt wird die Gärtnerei betrieben, die ost Gemüse, Blumen und Topfflanzen verkauft, während von den Erträgen des nicht unbedeutenden Feldbaues nichts verkäuflich ist. Höchst beachtenswerth ist auch die Seidenraupenzucht, die wegen der beschränkten Maulbecrpflanzungen allerdings nur in sehr eng begrenzten Verhältnissen betrieben werden kann, aber alljährlich so vollkommen gesunde Raupen züchtet, daß von Sterblingen kaum die Rede sein kann, noch weniger aber von ansteckenden Krankheiten der Raupen. Dann wird ein« namhafte Anzahl Gefangener als Schreiber für die Anstalt und die Unternehmer verwendet und weibliche Gefangene versehen unter einer Ange stellten den Küchendienst. In der Ausstellung befinden sich Ar beiten aus den Schneider- und Schuhmacherwerkstälten, dann Hemden, Blumen, Topfpflanzen und lebende Seidenraupen nebst Zubehör. Die Arbeitsunternehmer sind theils WaldHeimer Ge- werbtreibende, theils wohnen sie in Chemnitz, Leipzig, Oschatz, Leisnig, Döbeln und Greiz. Dieselben haben meist die Ver pflichtung, Wcrkführer zu halten, und lassen in sehr verschiede nen Abstufungen und mit ebenso verschiedenen Mitteln und Kräften arbeiten. Für fremde Rechnung (durch Arbeitsunter- nehmer) wird in hiesiger Strafanstalt betrieben und beziehendlich angefertigt: Baumwollcnweberci, Bcutlerei, Brückenwagcn, Ci garren (drei Unternehmer), feinere Holz- und Drechslerwaaren». Filzwaaren (zwei Unternehmer), Holzvergoldung, Knopfdreherei/- Korbwaaren, Lohnweberei, Männerkleider,. Parketfußböden, Pol stermöbel, Porzellanmalerei, Schafwollkämmerci, Schnürleib- näherei, Strumpiwirkerei, Strohsitzflechterei, Stuhlgestelle (zwei Unternehmer), Schönschreiberei, Tischleret, Tuchweberei und Tuchschuhe. Ausgestellt sind in einem besonder« Zimmer: baum wollenes Gewebe (RegenschirmüberzügeX Beutlerwaaren, Brücken- und Tafelwagen (Nähmaschine), Cigarren, Holz- und Drechslev- waaren, Filzwaaren, Holzvergoldung, Kuopsarbeitcn, Korb waaren, Leinwand und Zwillig, Männerkleider, Parketfußböden muster, Polstermöbel, Schafwollkämmerei, Schnürleiber, Schön- und Zierschrift, Strohsitzstühle und Sessel, Stuhlgestelle (bis zu 80 Thlr. das Dutzend), Strumpswaaren, Rohrstühle, Tischler arbeiten, Tuche und Tuchschuhe. Als höchst beachtenswerth i» der städtischen Ausstellung wird genannt: die mit Holzfaser« vermischten Papiere, höchst geschmackvoll und übersichtlich ausge stellt von der Papierfabrik in Kriebstein und die Musterktuchd der Roßhaarkräusterei, die im Besitz eines hiesigen jungen, strekst- samen Mannes sich befindet. Die Waldheimcr GewerbeauS- stellung im Gesammtübcrblick führt den Beweis, welchen höchst günstigen Einfluß die Nähe einer Eisenbahn auf einen Ort auS- zuübcn vermag, wenn der Nutzen des erleichterten und schnell«^ Geschäftsverkehrs erkannt und festgehalten wird von einfluA- . reichen Männern. , Von der preußischen Saale, 5. Juli. (D- Sl Z > Briefen aus Berlin zufolge soll nächstens eine Verordnung in. b) an Zuschlagserzen: 14,856,5 Ctr. mit einem Gehalte von 355„,5 Pfund Silber. Die dafür von den obengenannten Hüttenwerken geleistete Bezahlung betrug 2328 Thlr. 22 Ngr. Gesammtbctrag: 119,403 Thlr. 7 Ngr. 3 Pf. Dadurch erhebt sich das Ausbringen des abgelaufenen Quartals Trinitatis aus 373,817 Thlr. 16 Ngr. 1 Pf. Dies ergicbt gegen das Jahr 1856 ein Mehr von 47,399 Thlr. 9 Ngr. 2 Pf. Ueberhaupt aber haben unsere Gruben in dem heurigen Jahre bereits ein Ausbringen von 743,030 Thlr. 11 Ngr. 3 Pf. erzielt. Sollte das nächste Halbjahr uns denselben bergmännischen Segen bringen, so wird das Jahresausbringen abermals ein Wachsthum nachweisen. Denn im Jahre 1856 betrug dasselbe 1,400,795 Thlr. 1 Ngr. 9 Pf. UebrigmS sei noch Folgendes bemerkt. Die gesummten von den Theilnehmern am Bergbau aufgewendeten Beiträge beliefen sich aus die Summe von 144,383 Thlr. 16 Ngr. 3 Pf., in der That eine kleine Summe im Verhältniß zu dem Bedarf eines rationellen Betriebes und zu dem Ausbringen, was gewonnen worden ist. An Aus beute und wiedererstattetem Verlag bezahlten 6 Gruben 78,864 Thlr. Die Zahl der Arbeiter war am Schluffe des Jahres 1856 excl. 993 Tagelöhner 8355. Man braucht noch kein volles Menschen alter zurück zu gehen, um zu der Ueberzeugung zu gelangen, daß sich riese Zahl beinahe um das Doppelte vermehrt hat. Diese Erscheinung läßt einen höchst erfreulichen Schluß zu auf die Entwicklung unseres hiesigen Bergbaues. Dieselbe Erschei nung läßt sich auch bei den Hüttenwerken beobachten: ihre tech nische Vervollkommnung, Hand in Hand mit ihrer räumlichen Erweiterung gehend, hat das arbeitende Personal in entsprechender Progression wachsen lassen. Gott segne den Bergbau! Dresden, 7. Juli. tD. A. Z.) Nach einer von der hiesigen Dampfschifffahrtsgesellschafl an den Wasserbäudirector Lohse — wir nennen absichtlich unsere Quelle — gelangten Mittheilung ist in diesen Tagen das bekannte Kruzifix unserer Brücke bei der Wendung eines Dampfschiffs unterhalb der alten Brücke, vis-a-vis des Palaisgartens, im Sande entdeckt worden. Das vierteljährlich IS Ngr. Inserate ' »erde, W gespaltene Zeile ob« deren Raum mit 5 L . .U5I.NH berechn«. s) an Erzen: 30,812,„ Ctr. Kupfer. Dafür bezahlten die Königl. Hüttenwerke den betreffenden Gruben die Summe von 117,074 Thlr. 15 Ngr. 3 Ps. von 4494,55 Pfund Silber, — sehr bekannte Cruzisix, eine Zierde unserer Brücke, wurde vpn dem Kurfürsten Johann Georg H., und verschönert 1732 von August I. auf einen 12 Ellen hohen Sandsteinfelsen, welcher allein 3680 Thlr. kostete, gesetzt. Es wog 33 Ctr., war von Metall, stark vergoldet und mit 5 Ctrn. Blei in seinen Stand eingegossen, und trat an die Stelle der ursprünglich dort pro- jeciirten Reiterstatue August's- die jedoch für den Pfeiler zu schwer war. Bei der Sturmfluth des 21. März 1845 und als das Wasser die ungeheure Höhe von 11 Ellen 3^ Zoll erreicht hatte, stürzte Ler Cruzifixpfeiler ein und begrub daS Kunstwerk in den Sand. Hoffentlich erhält unsere Brücke ihr alteS DeE . Tagesgeschlchte. Freiberg. Gerichtsverhandlung den 17. Juli Vor mittags 9 Uhr. Hauptverhandlung bis zur Verkündigung des Erkenntnisses in geheimer Sitzung in Untcrsuchungssachen gegen den Gutsbesitzer Christian Friedrich Schaal und Cons, in Großschirma, wegen Jncests. Oeffentliche Gerichts verhandlungen den 17. Juli. Nachmittags 3 Uhr: Ver handlungstermin in Untersuchungssachen wider August Friedrich Rau aus ErbiSdorf wegen Diebstahls. Nachmittags '/.4 Uhr: Verhandlungstermin in Untersuchungssachen wider den Hand arbeiter Carl Gottlieb Leberecht Eckardt hier, wegen Diebstahls. Nachmittags 4 Uhr: Verhandlungstermin in Untersuchungssa chen wider Emma Amande Florentine Hellmacht von hier, we gen Diebstahls. Nachmittags ^5 Uhr: Verhandlungstermin in Privatanklagesachen der Reiter Dietze und Consortcn gegen den Gastwirth Wilhelm Ferdinand Weber in Langenrinna und Genossen. Nachmittags 5 Uhr: Verhandlungstermin in Un tersuchungssachen wider Johanne Christiane verwittw. Weyrauch aus Dittersbach, wegen Vcruntrauung und Betrugs. Aus der Freiberger Bergamtsrefler, 9. Juli. Je mehr es zu beklagen ist, daß der nationalökonomischen Wichtig keit unseres Bergbaues immer noch nicht von einer gewissen Seite her die gebührende Rechnung getragen werden will, um so mehr tritt die Verpflichtung hervor, thatsächlichc Beweise für jene Wichtigkeit zu veröffentlichen. Das letzte vierwöchent liche Ausbringen des jüngst abgeschlossenen Quartals Trinitatis war bei den Gruben der hiesigen Refier Folgendes: - Freiberger Anzeiger dm bis Nachmittags link , Uhr für di« nächst- "N0 , Tageblatt.