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O Freiberger Anzeiger und Freitag, den 2». Juli. Aus Süddcutschland, 20. Juli. Am Schluffe des ver- an den Staatssäckel gegenüber, auf mehre wirksame Mittel zur Erscheint jeden Wochentag früh 9 Uhr. Inserate wer den bis Nachmittag« z Uhr sür die nüchst- erscheinende Nummer angenommen. Preis dierteMrlich lS Ngr. Inserate werden di« Tageblatt. Grundstücke zugewiesen werden möchten, aus welchen sic das für den Hausbedarf nothwendige Getreide beziehen könnten, bercüwilligst angenommen. Piemont verwendet einen Theil des Militärs zu öffentlichen Bauten; in Algier legen die französi schen Truppen Straßen u. dergl. an. Rußland hat beschlossen, abcommandirte Mannschaften von allen Truppentheilen gleich nach Beendigung der großen Manöver bei Krasnejo-Selo sür die Eisenbahnen zu beschäftigen. Die Oesterr. Ztg. empfiehlt — und nicht im Widerspruch der Regierung — eine Ermäßi gung der übergroßen Heerbcstände aller europäischen Mächte im Interesse der Finanzen sowohl als der Volkswirthschaft. In letzterer Beziehung verweisen wir noch auf den allerwärtö fühl bar gewordenen Mangel an Arbeitskräften in den Städten und auf dem Lande. Die Verminderung der stehenden Heere und Contmgente, unter Beibehaltung der vollen Eadres, würde auch diesem Mangel abhelfeu. Jnsgesammt zählte der preußische Staat somit «sich der amtlichen Zählung Les JahreS 1855 17,202,831 Geelen. Berlin, 21. Juli. (Dr. I.) Schon in der nächstbevor- stehendcn Legislaturperiode dürfte Leu beiden Häusern die Vor lage wegen Aushebung der Ziuswuchergcsetzc zugehen, da die meisten der zu Gutachten aufgcfordertcn Gerichts- und Verwal tungsbehörden wie der Handelskörperschaften sich dafür ausge sprochen haben. Das hiesige k. Stadtgericht, das doch Len größten Hypothckeuverkehr in der ganzen Monarchie hat, hält die Bewahrung jener Gesetze nicht einmal mehr sür Leu Neal- eredit ersprießlich. —-Das Projekt, in Berlin ein großartiges Fuhrwcrkuuternchmeu auf Acticn zu begründen, so daß man in , eleganten, fortwährend unter einander in Verbindung stehenden ! Wagen von einem Ende der Stadt zum andern gelangen kann, ' ist keineswegs aufgegeben, sondern nur bis zum September d. I. vertagt, wo es wieder vorgelcgt werden soll, da die Ne- j gierung früher auf neue Actien-Emissionen nicht eingehen wollte. Berlin. Die Civilbevölkerung des gesammten preußischen Staats zählte im Jahre 1855 16,991,100 Köpfe; davon wohnten 4,760,728 in Städten, 12,330,372 aus Lem Lande. Militär- Personen (einschließlich Ler Familien, Angehörigen und Diener schaft) zählte man im Gebiete der Monarchie 199,702, und zwar ! 105,399 in Städten, 4303 auf Lem Lande; einschließlich der preußischen Besatzung in den Bundesfestungen Mainz und s Luxemburg und in der Freien Stadt Frankfurt a. M. 211,731. s Vor einigen Wochen wurde die Stadt Bahn in Pommern in einer Nacht an allen vier Ecken angezündet, und es brannte ein erheblicher Theil der Stadt ab. Jetzt ist es gelungen, die Berbrccherbande zu entdecken und eine nicht unerhebliche Anzähb der Brandstifter zur Haft zu bringen, auch so erhebliche Be weise gegen die Verhafteten zu sammeln, daß deren Bestrafung gesichert erscheint. Aus Wien wird der Neuen Preußischen Zeitung geschrie ben: „Es haben in der letzten Zeit wieder häufigere Ueber- tritte von der katholischen zur lutherischen Kirche stattgefuttden,,), besonders in Mähren. Die Convertiten gehören größtenthrils der Landbevölkerung und dem weiblichen Geschlecht an. E8 scheint, daß die Uebertritte meist zum Behuf einzugehender Ehc- bündnisse mit protestantischen Mannern stattfinden, da diese An stand nehmen, sich den Bedingungen zu fügen, welche neuerlich von Seiten der katholischen Geistlichkeit an die Einsegnung von Brautleuten gemischten Glaubensbekenntnisses geknüpft werden." s il l H'.j ' SA--' München, 18. Juli. Das heutige Regierungsblatt ent hält eine königl. Verordnuna, der zufolge der König sich, in - Anerkennung des wichtigen Berufes, welcher Lem Lchrerpersonal Breslau, 21. Juli. (D. A . Z.) vr. Schütte, der Flüche ling von Josephstadt, ist über die österreichische Grenze -ei Glatz» und zwar über die Heuscheuer entkommen, und befindet sich be reits seit länger als 14 Tagen in Breslau. Er giebt über die Berichte seiner Flucht folgende Berichtigungen: Seine beiden Genoffen der Flucht sind der österreichische Grenadierhauptmann a. D. v. Szakmary und ein junger polnischer Edelman« v' Vimplcr. Sie hatten 12 Stunden Vorsprung, bevor ihre Flucht entdeckt wurde, und darum genügend Zeit, die nur fünf Mell»^^ entfernte preußische Grenze zu erreichen, In Josephstadt ist,., zur Untersuchung dieser Flucht, nicht bloS ein Adjutant deS Kaisers, sondern eine Commission aus Wien eingetroffen. vr Schütte legte auf den Tisch seiner Gefängnißzelle, die er mit den beiden andern Fluchtgenossen theilte, ein Schreiben an daS k. k. Platzcommando nieder, aus welchem hier einige der bedeut samsten Stellen abgeschrieben folgen: „Als der allerhöchste Amnestieact vom 8. Mai, wodurch Se. Maj. hochherzig über alle seit 1848 begangenen politischen Vergehen den Schleier der _ Vergessenheit zu werfen versprach und anbefahl, veröffentlicht Aus Süddeutschland, 20. Juli. Am Schluffe des ver- wurde, war ich berechtigt, meine alsbaldige Entlassung zu for- flosscncn Jahres machten wir, den zunehmenden Anforderungen ! dern, und legte deshalb am 15. Mat gegen meine fernere In an den Staatssäckel gegenüber, auf mehre wirksame Mittel zur ! haftirung förmlichen Protest ein." „Es wurde durch einen Hülfe aus der Finauznoth aufmerksam. Bereits denkt man in u meiner Brüder von Pardubitz aus schon am 16. Mai ein Schrei- ., einer Reihe von Staaren an Lie Vereinfachung des Staatshaus- ' ben an den damaligen Justizminister, Baron v. Krauß, gesendet. Halts durch Beförderung Ler Selbstverwaltung und Ler Asso- ! Der Minister antwortete: „daß er nicht schuld an meiner Aus- ciation. Der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha sprach sich ! schließung von der Liste dpr Amnestirten sei." „An den Grasen., namentlich in diesem Sinne bei Eröffnung des Landtags am NadasLy wurde ein Gesuch von meinem Bruder Herrmann gt- 16. April sehr entschieden aus. Von dem'Landrath in Ober- stellt, welches durch die Güte unsers Premierministers, Frhrn. baiern wurde vorläufig ein Vorschlag, Laß den Landschullehrern j o. Manteuffel, und durch Vermittelung unserer (der preußischen) ' ' ! Gesandtschaft in Wien höchsten Orts überreicht wurde. Alle diese'Schritte blieben erfolglos." Sofort nach gelungener Flucht-') hat vr Schütte die österreichischen Behörden sowohl von dieser! 1 als auch von seinen Schritten in Kenntniß gesetzt, die er in j Preußen gethan. Jetzt hat vr. Schütte weiter die sichere Kunde erhalten, daß in Josephstadt zuerst eine vom Chef der oberste« Polizeibehörde in Wie», k. k. Feldzcugmeister Kempen, angeotchnet« Commission, dann noch ein Adjutant des Kaisers in Joseph stadt angelangt seien. Es sind nämlich sowohl das zurückge- lasscne Schreiben des vr. Schütte, auS welchem, nur um seinen Geist anzudeuten, oben einige der kernigsten Sätze extrahirt sind, als auch andere Documente über seinen Proceß in dü Hände , des Kaisers gelangt. Der Kaiser hat Lixecte Berichterstattung über den Thatbestand anbefohlen. — Eben wird Lie Schlesische Zeitung von heute, angeblich weil sie den ausführlichen Brief des vr. Schütte an die Festungscommandantur zu Josephstadt nebst allerlei Randbemerkungen des Schreibers bringt, aus allen öffentlichen Localen polizeilich confiscirt. Tagesyeschichte. Dresden, 22. Juli. Im Verlaufe des mit nächsten Sonn- tag, den 26. d. M., beginnenden hiesigen großen Vogelschießens wird, nachdem Sonnabend, den 22. Juli, Vormittag 11 Uhr Las Aufziehen Les großen Vogels vollzogen sein wird, außer Lem mit Montag den 27. Juli beginnenden und täglich deS Nachmittags fortzusetzenden Schießen nach Lem großen Vogel, Mittwoch den 29. Juli Schießen der Damen und Abends Illumi nation, Donnerstag den 30. Juli Schützeumahl und Doppel- ! concert, Freitag den 3l. Juli Feuerwerk, an beiden Sonntagen, Len 26. Juli und 2. August, Extraschießen, sowie täglich Con- i cert stattfindcn, daneben aber der Vorstand bereit sein, Extra- ! Vergnügungen mit Tag- und Nachtschießen und sonst zu fördern. ! Vorigen Sonntag wurde in Meißen das Stiftungsfest Lcs dasigcn Turnvereins, der seit 11 Jahren besteht, durch Schauturnen und festlichen Auszug nach dem Elbschlößchen, wo Concert und Ball stattfand, gefeiert. Aus Dresden, Leipzig, j Großenhain, Hainichen rc. hatten sich Deputationen hierbei be- > theiligt. Ü gripatta«! Zelle oder deren Raum mit v Ld. berechn«. —- -mL.-