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BergerK)eig^ Md Tageblatt Erscheint jeden Wochentag Abend« V,7 Uhr für den »g H andern Laa. Preis vierteljährlich 2 Mark 2S Pf., F. W. zweimonamch 1 M. SO Pf. und eimnonatlich 7v Pf. llÄ e«. hied sanft Vater ta«n ist 1885. Debatten zu dem wichtigen Beschlusse, das System des ein heitlichen Tarifs sowohl für den Terminal-, als auch für den Transitverkehr unter einigen, die deutscherseits vorgeschlagenen Tarifsätze erhöhenden Modifikationen anzunehmen. Die Be strebungen auf Ermäßigung der Kabelgebühren für den weiten überseeischen Verkehr, namentlich nach China, Japan, Australten, Ostindien, verheißen gleichfalls Erfolg. Den Ausschlag bei bedeutsame Rede des General« Tagesschau. Freiberg, den 22. August. Der Grundgedanke der deutschen Vorschläge ist von der Tarifkommifsion der in Berlin tagenden Telegraphen- Konferenz am Donnerstag angenommen worden. Dieselbe ge langte nach mehrtägigen, auf das Gründlichste durchgeführten Mb ust, Von N ützeugartn. m statt, iM urch MitgU- D.». azche«. L Nilgliedn M d.«. el» MM ird Lon«tu, » 7UH<« «bei Ausmh» and werds, di ich zuerschtM D. I. Amtsblatt für die königlichen nnd städttschen Behörden zn Freiberg and Brand Verantwortlicher Redakteur: Iuliu» Brauu iu Freiberg. 38. Jahrgang. Sonntag, de« 83. August msgasse. erwaltE h-s. loder 4203,13 deutsche Quadratmellen. Dagegen befinden sich unter englischem Schutze auf dem Festlande von Neu- Guinea inklusive der vor dem Fly-Flusse liegenden Inseln 225463 Quadratkilometer, auf den im Südosten liegenden Inseln 7575 Quadratkilometer, zusammen somit 233038 Quadratkilometer, während unter holländischem Schutze ein auf Neu-Guinea gelegenes Gebiet von 390560 Quadrat kilometer steht. Seit längerer Zeit gährt es unter der ländlichen Bevölke rung im Norden Ita 1 iensund sehen sich die Grundbesitzer in der Provinz Como gezwungen, ihre Villen Nachts von Gendarmen bewachen zu lassen, weil ihnen die verzweifelten Bauern fortwährend mit Brandlegungen drohen. Dabei sind die norditalienischen Grundeigenthumer auch nicht auf Rosen gebettet, denn ihre Rente ist nach Abzug der Steuer lasten so gering, daß sie wiederholt, aber bisher vergeblich bei der Regierung und im Parlament um Erlaß eines Theils der Abgaben nachsuchten. In letzter Zeit haben in jener Gegend sogar zahlreiche Versammlungen von Guts besitzern und Großpächtern stattgefunden, in denen in ziem lich ungemessenen Ausdrücken die Frage ventilirt wurde, ob es nicht an der Zeit sei, gleichzeitig der Regierung ihre Abgaben zu verweigem, da man doch von den Landleuten keinen Pacht erhalten könne. Inserate werden bi« Bormittag 11 Uhr angenom- FMFH Sk men und beträgt der Preis für die gespaltene Zeile H oder deren Raum 1S Pf. w Die Woche. Zwischen dem deutschen Reichskanzler und dem öster reichischen Staatmann Grafen Kalnoky scheint es nach mehr- tägiaen Verhandlungen in Varzin doch schließlich zu einer Brytändigung gekommen zu sein, da jetzt von Berlin aus offiziös die Mittheilung erfolgt, es herrsche zwischen den leitenden Staatsmännern Deutschlands und Oesterreichs der miste Wille, die auf wirthschaftlichem Gebiete zu Tage ge tretenen Gegensätze zu mildern. Thatsächlich sind schon bei der Vieheinsuhr von Ungarn nach Deutschland Erleichte rungen eingetreten und es läßt sich erwarten, daß den gegen seitigen Wünschen und Bedürfnissen durch weitere Verhand lungen Rechnung getragen wird. Bei den wichtigen Dingen, welche die deutsche Relchsregierung vor hat, würden der selben Mißverständnisse mit Oesterreich-Ungam entschieden unbequem sein. Zunächst drängt die Entscheidung der bnnmschweigischen Regentschaftsfrage, bei deren Lösung das freundschaftliche Verhältniß der österreichischen Kaiserfamilie zu dem in Oesterreich seßhaften Herzog von Cumberland ebensowenig Berücksichtigung finden kann, als die Drohung der deutschen Zentrumspartei, sich bei einem so schroffen Bruch mit dem Legitimitätsprmzip für immer von den preußischen Konservativen sondem zu wollen. Ueber die Wählbarkeit des zum Regenten von Braunschweig desianirten Schwiegersohnes des Großherzogs von Sachsen-Weimar, des Prinzen Reuß, sind neuerdings Zweifel aufgetaucht. Nach dem braunschweigischen Regentschaftgesetz ist der künf- tige Beherrscher des Herzoathums „aus den volljährigen, nicht regierenden Prinzen oer zum Deutschen Reiche ge hörenden souveränen Fürstenhäuser" zu wählen. Prinz Reuß, so wird eingewendet, gehört aber zu der „Paragiats- linie" Reuß-Schleiz-Köstritz. Unter Paragiatslinien versteht man „Familien solcher nachgeborenen Agnaten, für welche nicht durch eine Rente (Apanagium), sondem durch Nutz- thrilungen der Besitzer an Grund und Boden (Paragium) Fürsorge getroffen worden"; diese Familien übten für das ihnen überwiesene Gebiet nur eine subalterne „Landeshoheit" aus. Es dürste trotzdem dem deutschen Reichskanzler nicht schwer fallen, sich über ein derartiges Bedenken hinweg- zusetzen. Am Dienstag ist in allen Theilen der österreichisch- ungarischen Monarchie der Geburtstag des Kaisers Franz Josef mit großem und unverkennbar aufrichtigem Enthusiasmus begangen worden. Der österreichische Monarch verlebte den Tag ziemlich still in dem Badeort Ischl, em pfing aber an diesem Tag den Besuch der Könige von Dänemark und Griechenland, welche zur Beglückwünschung von dem Nachbarort Gmunden herüberkamen. Es läßt sich annehmen, daß das Gerücht nicht ohne Grund ist, wonach die russische Zarenfamilie, die am 25. d. M. mit dem öster reichischen Kaiserpaar in dem mährischen Schlosse Kremsier zusammentrifft, darauf nach Gmunden reisen werde, um der Zarin ein Wiedersehen mit ihren Eltern, dem dänischen Königspaar, ihrem Bruder, dem König von Griechenland, und ihrer Schwester, der Herzogin Thyra von Cumberland zu ermöglichen. Die ehemalige fürsterzbischöfliche Residenz Kremsier füllt sich bereits mit hohen Gästen: es sind dort u. A. der Kardinal Fürstbischof Landgraf Fürstenberg, der neue Prager Erzbischof Graf Schönborn und der öster reichische Ministerpräsident Graf Taaffe eingetroffen. Zwischen den beiden letzteren Würdenträgern dürfte es bei dieser Begegnung zu einer Aussprache über die czechischen Demonstrationen anläßlich der Jnthronisationsfeier in Prag gekommen sein. Daß bei der Feier nur czechisch gesprochen und die Hoffnung auf eine baldige Königskrönung in Prag stark betont wurde, hat in Wien und noch mehr in Pest peinlich berührt. 122. Au-vß, > im NestauM Der Lochst. n Ri-tlMs i geb. Stetülei. st 1885. nterlasseM. Sonntag Noh i aus. ist, früh ö H eine- «mittagitL >s Träger, SeträAe j Die Berathungen über die Vorlagen, welche dem deut schen Reichstage und dem preußischen Landtage zuaedacht find, können erst nach der Rückkehr der verschiedenen Ressort chefs von ihren Urlaubsreifen vor sich gehen. Die Meldung, daß der nächste Marine-Etat größere Mehrforderungen ent halten werde, gilt in unterrichteten Kreisen für unwahr scheinlich, weil der neue Marine-Etat noch gar nicht zum Abschluß gelangt ist und die Vorlage über den Nordostsee- Kanal von demselben getrennt behandelt werden soll. Eine Mehrforderung für Beschaffung von Torpedobooten dürste jedoch unvermeidlich sein. Die deutsche Marine hat gerade m letzter Zeit alle Erwartungen trefflich erfüllt, die von ihrer Leistungsfähigkeit gehegt wurden. Das prompte Er scheinen des deutschen Geschwaders vor Zanzibar genügte, den Sultan Bargasch gefügig zu machen, so weit es sich um Anerkennung der deutschen Oberhoheit über die von der ostafrikanischen Gesellschaft erworbenen weiten Gebiete han delt. Damit ist die Sache aber noch nicht abgethan, da noch Entschädigungsansprüche zu befriedigen sind, die sowohl von der deutschen ostafrikamschen Gesellschaft gegen den Sultan als von diesem gegen die Gesellschaft erhoben werden. Diese Differenz dürfte sich aber durch friedliche Verhandlungen ausgleichen lassen, da dem Sultan von malischer Seite Nachgiebigkeit anempfohlen worden ist. Das selbe freundschaftliche Wohlwollen bewährt England auch bei der Frage der deutschen Einverleibung der australischen Karolinen-Inseln. Englische Blätter bezeichnen die spani schen Proteste gegen das Aufpflanzen der deutschen Flagge auf dem Karolinen-Archipel für völlig unberechtigt und rathen Spanien, freiwillig und mit Anstand auf Anrechte zu verzichten, die dieser Staat nur durch eine Bulle des Papstes Alexander VI. bekräftigen kann. Die „Times" weint, der Verlust der erwähnten Inselgruppe werde kaum An einem Lande verspürt werden, welches bisher keinen Versuch zur Entwickelung von deren industriellen und kommerziellen Hilfsquellen gemacht hat; wogegen ein Blick auf die Karte zeige, daß jene Inseln eine wichtige Aus dehnung der Territorien bilden, welche Deutschland im westlichen Stillen Ozean zu konsolidiren versucht. Nach einer von der deutschen Neu-Guinea-Gesellschaft gelieferten Auf stellung beträgt das gesammte unter das Protektorat des Deutschen Reiches gestellte Gebiet im Kaiser-Wilhelmsland und M Bismarck-Archipel 231427,48 Quadratkilometer stände herrschen, wenn der Vertreter einer Großmacht solche Ausschreitungen über sich ergehen lassen muß. In den letzten Tagen ist das fünfzigjährige Jubiläum der belgischen Eisenbahnen in Brüssel prächtig ge feiert worden. In dem historischen Zug, welcher derr Glanzpunkt des Festes bildete, paradirten alle Verkehrs mittel vom Floß der Urzeit an bis zur neuesten Lokomotive der elektrischen Bahn. — Wenn auch die Hoffnungen auf die Erträgnisse deS unter belgischer Oberhoheit stehenden freien Kongostaates in neuerer Zeit etwas herabgestimmt worden sind, wurde in Brüssel die Nachricht doch mit Genug- thuung begrüßt, daß vor Kurzem der Generaladministrator des Kongostaates, Oberst de Winton, in einem großen Palaver zu Banana den zahlreich erschienenen Negerfürsten feierlich von dem künftigen Staatsverhältniß Mittheilung machte und dieselben dann reich beschenkt entließ. Die spanische Presse ist in hohem Grade erregt über die Besitzergreifung Deutschlands im Karolinen-Archipel. Der „Globo", das Organ Castelar's, spricht sich mit be sonderer Leidenschaftlichkeit aus und benutzt die Gelegenheit, um gegen König Alfons und seine Regierung Stimmung zu machen, die von ihren deutschen Bundesgenossen in demüthigender Weise behandelt würden. Die Absendung zweier spanischer Kriegsschiffe nach den bewußten Inseln dürfte aber an der vollzogenen That um so weniger ändem, als die Einverleibung der Inselgruppen von Deutschland offenbar im Einverständniß mit England erfolgt ist. Gegen das Privatleben einzelner hervorragender eng lischer Staatsmänner sind neuerdings in London wieder holt von politischen Gegnern die gehässigsten Verleumdungen in Umlauf gesetzt worden, die thatsächlich völlig unbegründet zu sein scheinen. Die Wähler von Chelsea haben sich durch die gegen Sir Charles Dilke gerichtete scheinbar sehr schwach begründete Anklage des Ehebruchs nicht irre machen lassen und gegen die von Dilke beabsichtigte Niederlegung seines Mandats protestirt. Ebenso werden die von der „Pall-Mall-Gazette" gebrachten Enthüllungen über die in London verübten Unsittlichkeiten jetzt von den englischen Kommunisten und Pietisten für ihre Zwecke ausgebeutet. Von Seiten der bekannten Heilsarmee wird zum 22. d. M. im Hyde-Park zu London eine Massenkundgebung ver anstaltet, welche kaum dazu beitragen wird, die Sittlichkeit in der Riesenstadt an der Themse zu heben. Von dem russischen Kaiserpaar ist diesmal der Geburtstag des österreichischen Monarchen im Lager von Zarskoe-Selo besonders festlich begangen worden und bald darauf erfolgte die Uebersiedelung des Hofes nach Peterhof. In den russischen Regierungskreisen soll man die Absicht hegen, die Massenausweisungen russischer Unterthanen aus Deutschland mit der Ausweisung deutscher Unterthanen aus Rußland zu beantworten. Seitdem der Emir von Afghanistan in der Thron rede der Königin Viktoria als Bundesgenosse Englands öffentlich hingestellt worden ist, ist der Muth der Afghanen sehr gewachsen. Es verlautet, der Sohn des Emirs werde den Befehl über die Garnison von Herat, die aus 12000 Mann Truppen aller Waffengattungen bestehen soll, selbst übernehmen. Die Befestigung dieser Stadt macht so rasche Fortschritte, daß man schon jetzt dort keinen Angriff des Generals Komaroff mehr fürchtet, trotzdem die russischen Truppen in den letzten Tagen bis weit in den Zulfikarpaß vorgedrungen sein sollen. »Sr, empfiehlt «Kpl». ,-»schieße« reichen Bes^ Schurs Kn«« ommands. nreigs. Bei der am letzten Sonntag in Le Mans erfolgten feierlichen Enthüllung des Denkmals des Generals Chaney ist von der französischen Regierung in sehr taktvoller Weise Alles vermieden worden, was die Beziehungen zu Deutschland hätte trüben können. Die Reden der Minister wurden deshalb von den radikalen Blättem als muthlos und inhaltsleer bezeichnet und besonders vermerkte man es in diesen Kreisen sehr übel, daß der Minister des Innern, Allain-Targö, dem Präsidenten der Patriotenliga, Döroulsde, jede Demonstration gegen Deutschland unmöglich machte. Die an den früheren französischen Generalkonsul in Ham burg, Nothan, (der jetzt auf seinem Gute bei Lüttenbach im elsässischen Münsterthal lebt) ergangene Weisung, sofort das jetzt zu Deutschland gehörende elsässische Gebiet zu verlassen, hat oen Parisern gezeigt, daß die Geduld der deutschen Behörden zur Neige geht. Man ist begierig, wie weit sich das Londoner Kabinet die französischen Unarten gefallen lassen wird. Das Journal Rochefort's „Jntransigeant" begleitete die Erzählung eines früheren Dolmetschers Seli- kowitsch über bie angebliche Füsilirung Olivier Pam's durch von England bezahlte Beduinen mit den wahnsinnigsten Ausfällen gegen die Königin von England, den Prinzen von Wales, den General Wolseley und den englischen Bot schafter in Paris, Lord Lyons. Den Letzteren bezeichnete er erst als Geisel für die Mörder Pain's und bedrohte ihn mit dem Tode; in den letzten Tagen eröffnete er ihm nun die angenehme Aussicht, „öffentlich geohrfeigt zu werden".. g Das ist immerhin nicht ganz so gefährlich; jedenfalls aber der Verhandlung gab beweist es, daß in Paris jetzt recht nette journalistische Zu-1 Postmeisters v. Stephan, der noch im letzten Moment einige 6,»'^ lag-.