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! Reuterschen noch keinen der' Ladung, hatte, wirkt Ingelegenheit Rußland und hat, Krieg»- beansprucht iel Jntereffe, derartig ist, scheu Macht die Ansicht sagt, würde Ozean nach Departement mmen, über- teren Mel- um« Leben en geborgen 8L. Mts- Nil Aizeiieblatt für den Abonnement «ierlelj. 1 M. 20 Ps. einschliehl. des »Jllustr. Unterhaltungsbl.' u. der Humor. Beilage »Seifen blasen' in der Expedition, bei unfern Boten sowie bei allen Reichspostanstalten. Bezirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. 5i. Jahrgang. - Sonnabend, den 13. August «»schein« wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag u. Sonn abend. Jnsertionspreis: die kleinspaltigc Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pf. LV1V4 warmen ickem !erei kann jederzeit und nicht >en Unter- ovon nach I>ir. 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Nachdem der Sprecher der Abordnung Sr. Majestät für die Gewährung der Audienz gedankt und der Hoffnung Ausdruck gegeben hatte, daß die geschädigten Ansiedler für ihre unverschuldeten Verluste volle Entschädigung erhalten würden, ergriff der Kaiser da« Wort zu einer längeren Erwiderung, worin er zunächst die Opfer-de« Aufstande» seiner tiefsten Teil nahme versicherte. Wa« die Entschädigung-sragc betreffe, so stehe er an der Spitze eine« konstitutionellen Staatswesen«, wo diese Frage verfassungsmäßig Sache der Legislative sei. Der Reichs kanzler werde sich aber in vollem Einvernehmen mit ihm bemühen, vom Reichstage weitere Mittel zur Entschädigung der Ansiedler zu erlangen. Wenn bald nach dem Ausbruch des Aufstande« unter den Farmern, nachdem ihre Existenz vielfach vernichtet und nicht ausreichende Mittel zum Wiederaufbau der Farmen bewilligt worden seien, sich eine Bewegung zeigte, da« Land zu verlassen, io hoffe er, daß die Farmer sich das Beispiel ihrer Vorfahren in der alten Heimat, die auch viele schwere Kämpfe um ihre Existenz durchzuhallen hatten, ohne sich entmutigen zu lassen, zum Vorbild nehmen und als Pioniere deutscher Kultur auf dem vorgeschobenen Poften auSharren werden. In der großen militärischen Machtentfaltung, die zur Niederwerfung de« Aufstande« aufgeboten sei, könnten die Ansiedler die Gewähr erblicken, daß Deutschland diese Kolonie, von deren sehr großem Werte er voll überzeugt fei, für alle Zeiten festhalten und dafür sorgen wolle, daß ähnliche Vorkommnisse, wie dieser Aufstand, für alle Zukunft unmöglich sein iollen. Er würde den Fortzug der Ansiedler sehr bedauern, weil dann die ganzen Kosten der jetzigen Militärexpedition, vor allem aber alle die beklagenswerten Opfer an Menschenleben umsonst gebracht worden wären; er werde alle« tun, wa« in seinen Kräften stehe, um den Ansiedlern zu ihrem Rechte zu verhelfen. Hierauf überreichte der Sprecher der Abordnung dem Kaiser ein Exemplar der von der Abordnung herauSgegebenen Denkschrift und sprach die Ueberzeugung au«, daß jetzt von den Ansiedlern niemand mehr da» Land verlassen würde, nachdem sie nunmehr wüßten, baß ihr Kaiser hinter ihnen stehe. Mit dem Wunsche für eine glückliche Heimreise verabschiedete sich der Kaiser mit Händedruck von jedem einzelnen Mitgliede der Abordnung. — Ueber die angebliche Bildung eine« BurenkorpS in Deutsch-Südwestafrika wird der „Nat.-Ztg." au« zu verlässiger Quelle geschrieben: Der Bedarf der in Südwestafrika im Felde stehenden Truppen an Pferden sowie an Zug- und Schlachtvieh ist bekanntlich zum Teil auch durch Beschaffungen au» der benachbarten Kapkolonic gedeckt worden. Wie wir er fahren, waren bi« ungefähr zur Mitte des vorigen Monat» von Kapstadt zur Verschiffung nach Südwestafrika gebracht worden: 1310 Pferde, 420 Maultiere, 1400 Zugochsen und 70 Ochsen wagen. Die Transporte sind ausgeführt worden durch den Dampfer »Corse Castle' der Union-Castle-Linie, der zweimal benutzt wurde, durch den deutschen Dampfer »Teck', den Dampfer »Eduard Bohlen' der Wörmann-Linie und den Dampfer »Helle ne«' der Houston-Linie. Für den Juli war die Verschiffung von weiteren 1600 Zugochsen nebst 80 Ochsenwagen sowie 450 Schlachlochsen in Aussicht genommen. Da« Generalkonsulat in Kapstadt, da« diese Beschaffungen bewirkt hat, wurde von dem Truppenkommando ersucht, für die Ochsengespanne auch die er- sorderliche Anzahl von Treibern anzuwerben. Da« General konsulat hat, um wirklich zuverlässige und erfahrene Treiber zu erhalten, unter Zustimmung de« General« v. Trotha mit dieser schwierigen Ausgabe den früheren Burcnkommandanlen Maritz beauftragt und diesen selbst gleichzeitig al« TranSporlführcr an geworben. Auf diese Tatsache sind also die vor einiger Zeit ver breiteten Gerüchte über die Bildung eine« BurenkorpS unter Führung von Maritz zurückzusühren. Im übrigen sind al» Treiber nach Möglichkeit Reservisten der deutschen Hecrc«leile oder der deutschen Marine angeworbcn worden, die gegebenen Falle« in Südwestafrika in die Truppe eingestellt werden können. — Oesterreich-Ungarn. Wien, 10. August. Im Gesetzblatt erscheint morgen eine Ministerialverordnung betreffend Verbot der Ausfuhr von folgenden Futtermitteln: Melasse, Hafer, Mais, Pferdebohnen, Lupinen, Wicken, Kartoffeln, krischen und getrockneten Futterkräutern, wie Heu, Klee und dergleichen, Stroh, Häcksel, Kleie, Malzkeime, Oelkuchen, Schlempe, Treber und Rübcnschnitzel. Die Regierung ist zu diesem umfassenden Verbot einerseits durch den im größten Teil de» Reich« bedeutenden Aus fall an Futterstoffen, wodurch eine schwere Schädigung der Land wirtschaft, insbesondere bedeutende Schwierigkeiten bei der Ver proviantierung de« Heere» befürchtet werden mußten, sowie durch den weiteren Umstand »eranlaßt, daß wegen der gleichen Ursache ein ausreichender Nachfluß von Futterstoffen aus der jenseitigen Reichrhälfte nicht zu erwarten ist. Die Situation wird ver schärft durch die von ausländischen Staaten ergriffenen ähnlichen Maßnahmen, sowie durch den Umstand, daß au« einzelnen in ländischen Produktionsgebieten namhafte für Rechnung de« AuS- lande« effektuierte Auskäufe von Futterstoffen gemeldet werden. Die ungarische Regierung wird ebenfall« eine ähnliche Verfügung treffen. Das Verbot tritt an dem Tage in Kraft, an welchem e» den Zollämtern bekannt gegeben wird und bleibt bi« auf Widerruf in Kraft. — Frankreich. Der frühere französische Ministerpräsident Waldeck-Rousseau ist in Pari« gestorben. Mit ihm ist einer der bedeutendsten Staatsmänner Frankreichs gestorben, ein Verlust, der umso schwerer wiegt, al» gerade jetzt die gemäßigten Parteien die größten Hoffnungen auf Waldeck-Rousseau gesetzt hatten. — Südafrika. Die Not unter der Burenbevölker ung ist nach Meldungen au« Pretoria so groß geworden, daß sie Hülfe durch die Regierung nötig macht. Im Bezirk Pretoria leben mindesten« 500 Familien im größten Elend, und die Lage der Buren in Johannesburg und FordSburg ist kaum besser. Die Regierung hat deshalb einen Ausschuß eingesetzt, der Er hebungen über die Lage der bedürftigen Bürger anstellen und Vorschläge zur Beseitigung der gegenwärtig im Transvaal allge mein herrschenden Not machen soll. Auf einer in Pretoria ab gehaltenen Versammlung der notleidenden Buren wurden Reso lutionen angenommen, in denen die Regierung unter anderm aufgefordcrt wurde, die zahlreichen notleidenden ehemaligen Be amten der früheren südafrikanischen Republik wieder anzustellen. — Asien. Während im eisernen Würfelspiel die Geschicke OstastenS entschieden werden, hat sich, wie bereit« gemeldet, in Mittelasien ein bedeutsame« Ereignis vollzogen. Die englische Tibet-Expedition ist in Lhassa, der Hauptstadt des tibetanischen Reiche«, angelangt. Der Dalai Lama ist daran« geflohen. Bon rein militärischem Standpunkte betrachtet, bedeutet da« Gelingen der Expedition einen großen Erfolg. Auch der Kulturhistoriker wird mit Spannung den Mitteilungen der englischen Sieger entgegensetzen, die nunmehr in der Lage kein werden, die tibeta nischen Rätsel zu lösen und der europäischen Kulturwelt die Kenntnis des buddhistischen Rom zu erschließen. Man wird sich indeß davor hüten müssen, die politische Bedeutung de» englischen Marsche» zu überschätzen. Erst am 18. Juli hat der Staats sekretär für Indien, Brodrick, im englischen Unterhause auSgeführt, so lange sich keine „andere Macht" in die tibetanischen Ange legenheiten einzumischen versuche, werde die britische Regierung nicht daran gehen, Tibet zu annektieren, ein Protektorat über Tibet zu errichten, ober die inneren Verwaltungen Tibet« zu kontrollieren. Es ist daher anzunehmen, daß sich England und Rußland über Tiber verständigen werden. — Japan. Kaiser Wilhelm hat nach dem Tode de» japanischen General« Vicomte Jamaguschi der deutschen Gesandtschaft in Tokio ein Telegramm zugehen lassen, worin er seine Teilnahme an dem Hinicheiken de« General«, besonder« in Erinnerung an die von dem Verstorbenen während der China wirren dem General-Felbmarschall Grafen von Walversee gegen über bewiesene Kameradschaft auSvrückte und anordnete, daß Oberst leutnant von Förster an der Beerdigung teilzunehmen sowie dem Beileid de« Kaiser« Ausdruck zu geben habe. — Vom russisch-japanischen Kriegsschauplatz kommen heute keine neuen Meldungen von entscheidender Be deutung, dagegen wird über Vorgänge bei Port Arthur telegraphiert: London, 11. August. Da« Reutersche Bureau meldet au» Tschifu, ll. d. MtS., 7 Uhr 30 Min. morgen»: Ein russischer Torpedobootszerstörer, der 5 Uhr 30 Min. morgen« hier eintraf, meldet, daß sechs russische Linienschiffe, vier Kreuzer und die Hälfte der Torpedoboote au» Port Arthur entkommen seien. Der TorpedobootSzerstörer verließ Port Arthur am 10. abend». Er hatte 5 Passagiere an Bord, welche berichten, daß die Japaner die Russen verfolgen und eine Schlacht auf offener See zu er warten sei. Demselben Bureau wird au» Tokio gemeldet: Die russische Flotte kam Mittwoch au« Port Arthur heraus. E« folgte ein schwerer Nachtkampf. Da« Resultat ist noch unbekannt. »Rctwiian' und „Pobjeda" wurden Donnerstag morgen außerhalb Port Arthur« gesehen. Tschifu, I I. August. (Meldung de« Reuterschen Bureau».) Der hier eingetroffene russische TorpedobootSzerstörer ist der „Retschitelnh". Der Kapitän erklärt, daß die großen Kriegsschiffe Port Arthur nur in der Absicht verlassen hätten, sich mit dem Wladiwostok-Geichwader zu vereinigen. Die Japaner griffen die Festung täglich mit unverminderter Energie an, wobei sie mit rücksichtslosem Mute ihr Leben auf« Spiel setzten. Vom Wolfshügel au« beschossen sie die Stadt mit Granaten. Da russische Hospitalschiff , Mongolin" begleitete die Flotte und führe Frauen und Kinder an Bord. Tschifu, 1l. August. (Meldung de» Reuterschen Bureau»), Drei japanische TorpedohootSzerstörer, weiche sich außerhalb de» Hafen» befinden, warten auf den TorpedobootSzerstörer »Retschi- telnh', welcher noch die russische Flagge führt. Die russische Flotte hat PortArthur aus Befehl de» Admiral» Skrhd- low verlassen. Nach einem halbamtlichen Telegramm wird die Nachricht, daß die russischen Kriegsschiffe »Pobjeda' und .Relwisan' beschädigt nach Port Arthur zurückgekehrt seien, für unbegründet erklärt. Weiter wird gemeldet, der japanische Kreuzer »Kasagi' sei in einem Gefecht auf der Höhe von Roundisland gesunken. Die russischen Schiffe hätten, bevor sie von Port Arthur abgefahren seien, große Vorräte, sowie Maschinenersatzteile und Material zur Ausbesserung der Schiffe an Bord genommen. Tschifu, 11. August. (Reuter-Meldung). Der au« Port Arthur hier eingetroffene russische TorpedobootSzerstörer .Retschi telnh' wurde auf Ersuchen de« chinesischen Admirals Sah dcSarmicrt. Es heißt, alle großen russischen Kriegsschiffe, mit Ausnahme des „Bajan", hätten Port Arthur verlassen und dabei mit den Japanern aus großer Entfernung Schüsse gewechselt. Tokio, II. August. (Meldung de« Reuterschen Bureau».) Da« Feuer der an der Küste bei Port Arthur ausgestellten japanischen Batterien trieb gestern die russische Flotte seewärts; sie kam au« dem Hafen heraus. Admiral Togo ging sofort zum Angriff vor. Der Kampf war sehr heftig und dauerte bi» Anbruch der Nacht. Später machten die japa nischen Torpedoboote noch eine Reihe von Angriffen auf die russische Flotte. Die japanische Flotte zog sich dann zurück bis aus ein Wachtschiff, das den Hafen überwachen sollte. DaS Wachtschiff berichtete dann, daß e» in der Dämmerung die russischen Kriegsschiffe .Retwisan" und „Pobjeda' nach dem Hafen zu habe fahren sehen. Togo macht über das Ergebnis des Kampfe» oder die Verluste keine Mitteilungen. Tokio, 11. August. (Amtliche Mitteilung.) Verschiedene Berichte von Talienwan zeigen, daß da« Port Arthur-Ge schwader am Morgen des 10. August au» dem Hafen herauS- kam, woraus sich eine heftige Seeschlacht bi» zum Abend entwickelte. Während der Nach« schien unsere TorpedoboolSzcrslörer- Flottille da« russische Geschwader angegriffen zu haben. Beim Morgengrauen de« 11. August machte e« den Eindruck, al» ob sich die »Retwisan" und ein anderes Linienschiff, vom Typ „Pob jeda', nach Port Arthur flüchteten. Locale und sächsische Nachrichten. — Leipzig, 9. August. Die neuen Aerzte der Orts krankenkasse, o. h. die von derselben angestcllten Distriktsärzte, haben einstimmig beschlossen, den von der Krcishauptmannschafk vorgelcgien Sondervertrag anzunehmen. Sie verzichten also — bi« auf weiteres — auf ihre Beamteneigenjchaft al« fest angestellte DistriktSLrzte, beziehen bi« zum Ablauf ihre« ersten Vertrage» ihr fixe« JahreSgehalt von 6000 Mark weiter, lassen sich aber da«, wa« sie mit der Familienbchandlung verdienen, darauf an rechnen. ES gibt also <Io strctn in Leipzig keine Distriktsärzte mehr. Die staatliche ObcraussichtSbehörve verlangt aber von den bisherigen DistriktSärztcn — und das ist sehr wesentlich — nicht einen prinzipiellen, sondern nur einen taktischen, gewisser maßen provisorischen Verzicht aus ihren Beamtenvertrag. Da« alte VertragSverhältni« soll sofort wieder völlig in Kraft treten, wenn der die freie Arztwahl einführende Vertrag vom 7. Mai (Dekret der Kreishauptmannschafti ausgehoben werden sollte. — Crimmitschau. Die Verhaftung der Leiter de« Textilarbeiter streik-, Hecht und Schiller, unter dem Verdachte des Meineid» scheint noch weitere Kreise zu ziehen, denn nun wurde auch der Weber Vogel verhastet. Jedenfalls au» Anlaß dieser Vorgänge weilten in diesen Tagen der Vor sitzende de« Textilarbeiterverband« Hübsch-Berlin, Rechtsanwalt Liebknecht-Berlin und RechtSanwalt Hübner-Leipzig hier. Letzterer reiste von hier nach Zwickau. — Meerane, 10. August. Die „Meeraner Ztg.' (Amts blatt) meldet folgende« Eisenbahn-Kuriosum: Von Meerane nach Falkenstein (über Zwickau) kostet eine direkte Fahrkarte 4 Mk. 20 Pf. Wenn man aber zunächst eine Fahrkarte nach Zwickau (Mk. 1,u>) und von da eine Fahrkarte nach Falkenstein über VoigtSgriin (Mk. 2,,«) löst, beträgt der Fahrpreis für diese ganze Strecke nur 3 Mk. 20 Pf. Man spart allo dadurch I Mk. — Plauen i. V., 10. August. Ein Unfall seltener Art hat sich gestern nachmittag im Stadtteile Chrieschwitz zugetragen. Der 12 jährige Knabe Schneider au» Chrieschwitz befand sich auf dem Rückwege von Plauen, wohin er seinem Baier da» Mittag essen getragen hatte. Er folgte der Aufforderung eine« Real schüler» au« Plauen, sich auf da» Fahrrad zu stellen und mit zufahren. Dabei kam er mit der Zehe de« rechten Fußes in die Kette de« Fahrrade», wodurch ihm die Zehe abgedrchl und die Sehne etwa 10 cm au« dem Beine gezogen wurde. Da« Rad mußte erst zerlegt werden, um den Knaben wieder frei zu machen. — Plauen, 10. August. Der 9 jährige Sohn de« Bäcker meister« Schinnerling hier ist gestern von einem anderen Knaben mit einer Windbüchse in da« linke Auge geschossen worden. Da« Auge ist sofort ausgelaufen. E« ist von der Kugel völlig durch bohrt worden. — In da« hiesige Untersuchungsgefängnis ein geliefert worden ist der Kaufmann Emil Oschatz au» Elsterberg, der vor einiger Zeit abgebrannt ist. Die Verhaftung de» Oschatz hat in Elsterberg große» Aufsehen hervorgerufen. — Auerbach. Einen erheiternden Seiten sprung hat die sozialdemokratische Gemeinderatsmehrheit im Dorfe Ellefeld getan. Dort ist da» Ersuchen de» Kriegerverein» an den Gc- meindera«, au» öffentlichen Mitteln einen Beitrag von 20 Mark zur König»geburt«tag«feier zu bewilligen, mit 7 gegen 5 Stimmen angenommen worden. — Die »Leipz. Bolk»ztg.' nennt diese« Vorkommni» »eine Siegmüllerei ohnegleichen". Wa« da» sozial demokratische Blatt an der Sache ausregt, ist eben der Umstand, daß die Mehrheit der Gemeindevertretung — au» Sozialdemo kraten besteht. — Falkenstein. Ein Erinnerung»tag für unsere Stadt und deren Bewohnerschaft ist der 14. August. 55 Jahre