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Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 30.11.1899
- Erscheinungsdatum
- 1899-11-30
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1878454692-189911308
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1878454692-18991130
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1878454692-18991130
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Freiberger Anzeiger und Tageblatt
-
Jahr
1899
-
Monat
1899-11
- Tag 1899-11-30
-
Monat
1899-11
-
Jahr
1899
- Titel
- Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 30.11.1899
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rsss. ^S7» ldet die versuchte ndem er, stlich ge- esr» de» Uvelderger Unzeiger ««d D»gebl«tt. Gelte S. — Sv. November. General ruhig in daS seiner Taktik gemäß schnell und kampflo» geräumte Lager einrücken, um ihn dann gleich darauf von 3 Seiten anzugreifen. Die Engländer konnten nicht einmal ihre Geschütze in Position bringen und mußten schließlich einen fluchtartigen Rückzug nach Eastcourt antreten, ohne den Feind selbst auch nur gesehen zu haben. Heute wurden am Mooiflusse von den dort eingeschlossenen Leuten BartonS die abgeschnittenen Tele- graphendrähte wieder reparirt, und die- und die Meldung eines Negers, der junge Joubert (Sohn deSGenerals) seimitseinem Kommando aus der Straß« nach Greytown abgezogen, wurde dahin aufgebauscht, die Belagerung EastcourtS sei aufgehoben. Di« Kriegslage wird in London iu sehr trübem Licht gesehen. Der „große Sieg" Lord Methuen» am KaffirS Kop, so schreibt man der „D. TageSztg." von dort, hat nur einen schwachen Aus bruch von Schein-EnthusiaSmuS in den untere» Volksschichten hervorgerufen. Man glaubt selbst in London an diese SiegeS- vulletin» nicht mehr, die stets wie eine Fata Morgana in Luft zerrinnen. Gerade in den letzten drei Tagen hatte man in Afrika zu viel gesiegt: selbst die „Daily Mail" ries vor einigen Tagen mit einem tiefen Seufzer auS: „ES ist zu schön, um daran glauben zu können!" Da» ging auf die große Schlacht von Ladysmith, in der General White vergangenen Sonntag Jouberts Heer vernichtet, die Blüthe der Buren-Kommando» gefangen ge nommen, ihr sämmtlicheS schwere» Geschütz erbeutet haben und auf dem Wege nach Eastcourt sein sollte, um die vor ihm fliehenden Buren General Elery in die Arme zu treiben, der seinerseits soeben daS Mooi-Fluß-Lager und Eastcourt entsetzt hatte. Bierundzwanzig Stunden später, am Sonnabend, demen- tirte White selbst diese froh« Botschaft. Zum Trost kam aber gleichzeitig die Siegespost, General Methuen habe Kimberley und Mafeking entsetzt. Da» mußte wahr sein, denn es stand in der offiziellen „Time» os Natal", die ihrerseits di« Nachricht aus „autoritativster Quelle" haben wollte. Leider hatte sich das Durbaner Blatt etwas zu sehr beeilt, denn es ließ die englischen Garden genau um dieselbe Zett Kimberley und Mafeking, als seien e» Nachbarstädte, entsetzen, in der diese Garden sich am KaffirS Kop blutige Köpfe holten. So verpuffte auch dieser Sieg, und «S war kaum ein Trost, daß um dieselbe Stunde an der Börse die HiobSpost eintraf, Mafeking habe am 22. November kapitulirt. Offenbar, um diesem deprimirenben Zustande etwa- aufzuhelfen, mußte Reuter „offiziell" auS Durban melden, «S ständen keine Buren mehr südlich vom Mooi-Flusse, aber auch daS dementirte fast gleich zeitig Reuters eigener Korrespondent m Durban. Das „siegreiche" Gefecht bei Willow Grange, wo die angeblich 5000 Mann deS Mooi-Fluß-LagerS den 2500 Mann in Eastcourt die Hand reichen und die zwischen beiden Plätzen stehenden Buren zermalmen sollten, endete mit dem offiziellen Eingeständniß, die englischen Generale hätten vor der Ueberlegenhett der Buren- Artillerie bei Tagesanbruch ihre Positionen räumen und in ihre alten eingeschloffenen Stellungen znrückgehen müssen. — Um alle dem dieKrone auszusetzen, kam aus Queenstown die Schreckens nachricht — allerdings auch so verhüllt, daß dem Nichteinge weihten ihre Tragweite gar nicht klar wurde —, ein starkes Buren-Kommando habe die große Eisenbahnbrücke zwischen Middleburg und Rosmead Junction in die Luft gesprengt und sich gleichzeitig der Bahnlinie Middleburg »Stormberg bemächtigt. WaS daS be deutet ? Daß die von Port Elisabeth heranrücken den Entsatztruppen von der Vereinigung so wohl mit General Methuen, wie mit General Gatacre abgeschnitten sind und das angeblich längst wiederbesetzte, wichtige Nauwpoort, der Kreuzungspunkt der Bahn von Middleburg nach Colesberg einerseits und De Aar anderer seits, entweder von den Freistaattruppen wiedergenommen oder die dort stehenden englischen Kolonnen, nominell 3000 Mann mit dem ganzen Proviant- und Munitions-Depot für General Methuen, eingeschlossen oder abgcschnitten oder gar gefangen sind. Um das Maß voll zu machen, bestätigt es sich, daß Kommandant Grobler Hanover und Richmond südlich von De Aar hält und die Afrikander der Distrikt« Cradock und Graaf Remrt sich be waffnet erhoben haben. Weiter sei noch eine neue Leistung der Londoner Blätter abgethan, welche im Westen den General Methuen bereit» am Montag wieder siegen und 2 Mill. Gewehrpatronen erbeuten haben lasten. Die Patronen müssen rasend schnell gezählt worden sein, daß die Zahl am nämlichen Tage noch nach London ge meldet werden konnte. Der Ort des angeblichen Sieges, Honningnestkloof, liegt 45 Kilometer nördlich von Graßpan, wo Lord Methuen sich einen Tag lang von seinem „Sieg" an diesem Punkt erholte, um dann am Montag sofort neue Lorbeeren zu pflücken. Diese Geschwindigkeit ist höchst unwahrscheinlich, und die Nachricht ist auch von keiner irgendwie autorisirten Seite bestätigt worden, man darf sie bis auf Weiteres ruhig als „Schlaspulver" für das Londoner Publikum betrachten. Der „Magdeb. Ztg." wird aus Amsterdam vom 26. gemeldet: „Der Führer der Afrikander Hofnieyer hatte in Pretoria eine Unterredung mit dem Präsidenten Krüger, worin er einen Waffen st ill st and behufs Einleitung von Friedensverhaud- lungen anregte. Krüger lehnte den Waffenstillstand mit der Begründung ab, daß die Engländer durch einen solchen nur Zeit gewinnen würden, ihre Rüstungen zu vollenden. — Sehr ver nünftig! Als Kommandant der Buren im Gefecht bei Bel mont ist Major Albrecht genannt worden. Richard Albrecht ist ein gebar. Berliner. Ertrat vor etwa 30 Jahren als Freiwilliger bei der preußischen Garde-Feldartillerie ein, machte den Feldzug gegen Frankreich mit und wurde später zum Vize wachtmeister befördert. Im Jahre 1880 nahm er den vom Oranjefrcistaat ergangenen Auftrag an, die Artillerie der Republik zu reorganisiren, und er führte ihn so zur Zusrieden- heit seiner burischen Brotgeber aus, daß er seitdem an der Spitze der Artillerie und Gendarmerie beibehalten wurde. Vor einigen Jahren kam Albrecht nach Deutschland und soll hier mit Krupp große Lieferungen neuesten Artilleriematerials abgeschlossen haben. Daß seine Bemühungen im Dienste des Oranjesreistaates nicht vergeblich waren, haben die Gefechte bei Belmont und Graspan bewiesen. Die australischen Lanzenreiter sind fahnenflüchtig ge worden. Bei Beginn des Krieges thaten sich die Engländer viel zn Gute auf die Hilfscorps aus ihren Kolonien. Aber die Neu südwales-Lancers, denen man so große Ovationen bereitet hatte, alS sie mit den britischen Truppen auS London nach dem Kap abgingen, haben sich unterwegs die Sache anders überlegt und sind, da der Krieg entgegen ihrer Annahme doch kein bloßer militärischer Spaziergang ist, auf der „Nineveh" nach Melbourne zurückgekehrt, wo, wie die englischen Blätter drohen, eine erste Abrechnung mit ihnen gehalten werden soll. Nun die wenigen Einzelmeldungrn: Pretoria, 28. November. Auf dringenden Rath von besreun- d«ter Sette wies«» Krüger und Steijn iu Uebereinstimmung mit den Executive» beider Republiken Joubert und Kronje tele- BewciS erbracht hatte, daß wir auf dem ganzen Wege gen Kim berley auf den heftigsten und ernstesten Widerstand ches Feindes zu rechnen hätten, so hatte der kommandirende General srmen ursprünglichen Plan, ohne Gepäck und Train in wenigen Par- forcemärschen unter möglichster Benutzung der Eisenbahn Kim berley zu erreichen, aufgegebcn unddiesmalzogen wir mit voller Bagage und Proviantzügen aus, sodaß wir eventuell wochenlang, gleichviel wo, kampiren und, eingeschloffen, uns vertheidigen und aushalten können. Die Taktik geht dahin, Nachtszumarschiren,diefeind- lichenZwischen st ellungenzuumgehen, ohne zukämpfen, da aber, wo das nicht möglich ist, den Gegner unter dem Schutze der Dunkelheit zu überrumpeln und vor allem Truppen und Offiziere nicht einem mörderischen Feuer auSzu- setzen. Aneinenschnellen Entsetzungsmarsch nachKimberleydenktheute Niemand mehr. Wir wissen, daß uns im besten Falle diesseits des Modderflus ses die schwere Aufgabe erwartet, erst die dort liegenden stark befestigten Höhenzüge zu nehmen, dann den Uebergang über den Fluß zu erzwingen und schließlich uns zu Herren der zwischen dem Rietflusse und Kimberley liegenden, mit schwerer Artillerie besetzten Positionen des Feindes zu machen, ehe wir daran den ken können, den dort Belagerten Hilfe zu bringen. Wir zogen um drei Uhr in der Nacht zum Sonnabend mit der 9. Brigade (diese besteht aus den I. Northumberland-Füsilieren, 1. Roval North Lancashire, 2. Berkshire und I. Royal Munster Füsi lieren), der Schiffsbrigade, den Marinesoldaten, 2 Batterien Artillerie und den 9. Lanzenreitern aus, während die Garden den Train und die Munitionskolonnen führten und die Nachhut deckten. Im Lager am Oranjefluß blieb nur ein kleines Be- wachungsdetachement zurück. So zogen wir in voller Gefechts formation, 7 5 0 0 Mann starr, auf der Landstraße, von WitteputS über Schalk Farm links abschwenkend und den Kaf- firs Kop und Belmont glücklich umgehend, ohne angegriffen zu werden, und waren Halbwegs zwischen ledterem und der Eisen bahnstation Graspan anaelangt, als unsere Nachhut plötz lich von den 500 am Kaffirs Kop lagernden Buren, die uns offenbar doch bemerkt hatten, angegriffenundgrstellt wurde. Fast ^-ichzeitig eröffnete ein auf 1500 Mann geschätz tes Burenkommando vor uns von einer leichten Bodenwelle her, welche sich hier etwa 60 Fuß hoch über die Straße hinzieht, ein mörderisches Feuer auf unsere Infanterie von der 9. Brigade, die nach kurzem Widerstande zurück fiel. Lord Methuen hatte indes inzwischen die beiden Batterien ins Zentrum gebracht und warf unter ihrem Schutze und während sie die Burenstellung mit einem vernichtenden Feuer abfegte, den, Feind« Marinesoldaten entgegen; gleichzeitig griff die Echiff »brigade mit ihren Geschützen die rechte Flanke der Buren an, während die Kavallerie oeren Stellung umging und weit hinter derselben Posto faßte. Unsere Infanterie wurde auf beiden Flügeln zu einer Umgehungsbewegung verwandt, und 2 Stunden später, eS war acht Uhr geworden, huttenwird en Feind dank unserer etwa fünffachen Ueber- macht in einen großen Halbkreis genommen und beschossen denselben in Front, Flanken und Rücken. Trotzdem leisteten die Buren verzweifelten Widerstand. Sie hatten sechs Siebenpfünder in ihrem Zen trum, ein Maximgesckw'- auf der Linken und eine Nordenfeld kanone auf ihrem rechten Flügel und schossen vorzüglich. Als ihre Stellung so nicht zu nehmen war, befahl Lord Methuen diese im Sturm zu nehmen. Die Buren ließen unsere Leute bis auf 30 Meter herankommen und gingen erst zurück, als die Füsiliere auf beiden Flanken ihre Reihen durchbrachen und sie in Gefahr kamen, von ihren Pferden abgeschnitten zu werden. Sie ließen einige 20 Leichen zwischen den Steinblöcken zurück, welche ihnen Schutz geboten hatten, und galoppirten einige 6 0 0 Meter zurück, um dort auf einer stärkern Hügelreihe sich wieder nieder zu werfen, während ein großer Theil nach links schwenkte und dort auf einer andern kleinen Anhöhe fest setzte. UnsereUmgehungwardamitwirkungs- loS gemacht und unsere linke Flanke selbst, sowie unsere ganze Stellung in ein Kreuzfeuer genommen, und überdies un - seregesammte Kavallerie abgeschnitten. Zur Stunde haben wir von dieser noch lei ne Nach - richtundwiss«nnicht,obsiegesangengenom- menistodermitdemFeindelämpft. Dieser nabm sein Feuer sofort wieder auf, und um 10 Uhr brachGeneral Methuen dasGefechtab,dadieMarinesolda- ten und unsere Artillerie zu schwer gelitten hatten (beider beste Offiziere waren todt oder verwundet) und auf die Infanterie zu einem weiteren Sturme mit dem Bajonet kaum zu zahlen war. Sogingenwirjenseits der Straßezurllck und begannen unsere Verwundeten zu sam meln. Ob General Metbuen den Kampf nach einer Ruhevause wieder aufzunehmen gedenkt, wissen wir natürlich nicht, es ist aber wenig wahrscheinlich, zumal unsere Kundschafter melden, daß 20 Kilometer nordwärts weitere 3000 Buren stehen und ein starkes Korps überdies die Kolberghiigellette bei Honevnest- kloof hält. — Jedenfalls werden wir uns aufschwereblu tige, fast tägli«sse Kämpfe jetzt gefaßt machen - müssen, wenn wir überhaupt über den Riet- und Modder fluß hinüberkommen. Nach den Erfahrungen der letzten Tage ist mit den uns zur Verfügung stehenden Streitkräften dazu wenig Aussicht, denn wie sollen wir die von mindestens 6000 Buren vertheidigten, stark befestigten und schon von Natur fast uneinnehmbaren Höhen wegnehmen, wenn wir tagelang von 1500 bis 2000 Buren hier auf dem fast flachen Felde aufgehal ten, unsere besten Offiziere weageschosfen und unsere Mann schaften dezimirt werden. Thatsächlich hat denn .auch Lord Methuen während des heutigen Kampfes in Kapstadt Verstärk ungen, besonoers an Kavallerie und Artillerie verlangt. Die aber können erst tn Wochen eintreffen, da beide entweder nicht vorhanden, oder nicht feldtiichtig sind. Unsere Verluste in dem heutigen Gefecht sind noch nicht bekannt, es heißt nur, daß einige zwanzig Offiziere todt oder schwer verwundet sind, darunter der Kommandant des Kriegsschiffes „Monarch", zwei Schiffskapitäne, der Kommandant des Panzerschiffes „Powerfull", der erste Kapitän des „Monarch" u. s. w. Der angebliche Rückzug Jouberts nach Ladysmith scheint auch nichts weiter als eine der in England mit Recht so beliebten Kaffernmeldungen zu sein. Die Londoner „Kabel korrespondenz" berichtet darüber: Durban, 26. November. General Buller ist in Pietermaretzburg eingetroffen, und wir werden nun wohl etwa» von einer thatkräftigen Aktion hören. Alles, waS heute über den Rückzug der Buren unter Joubert und die Vereinigung der Truppen General Hildyards und General BartonS verlautet, ist lediglich Sensationsmeldung der hiesigen Blätter ohne jeden thatsächlichen Rückhalt. General Hildyard versuchte zum letzten Male am Mittwoch Abend die engere Einschließung EastcourtS mit seinen 5000 Mann durch einen Ausfall inmitten eine» schweren Sturmes zu verhindern und den Feind nächtlich zu überfallen. Dieser indeß bat offen bar einen kräftigen Kundschafterdienst, denn er ließ den englischen graphisch an, nicht in endlosen Einzel-Belagerungen ihre Kräfte zu verzetteln, sondern energische Schläge zu führen. Joubert konzentrirte daraufhin seine Kommando» in drei Corps; da» erste zur sofortigen Forcirung der Uebergabe von Ladysmith, da» zweite zur Vertheidigung der Tugelalinie biS zum Falle von Ladysmith, und das dritte westlich von Maritzburg und Estcourt, um die Rückzugslinie der Engländer abzuschneiden. Kronje operirt nach dem gleichen Plane bei Kimberley, am Modderfiuß und im Rücken Lord Methuens. London, 28. November. Eine Depesche deS Generals Buller auS Pietermaritzburg vom heutigen Tage besagt: Rachricht«» au» Ladysmith vom 24. d. MtS. zufolge befindet sich dort Alle» wohl. Die von Buller gemeldete Verlustliste von der Schlacht bet Graspan, welche amtlich die Schlacht bei Enslin genannt wird, beziffert die Verluste, einschließlich der bereits gemeldeten der Marine-Brigade, auf insgesammt 198 Manu. Die Liste ent hält auch die Verluste der 9. Lancers, wodurch anscheinend die Besorgnisse, daß die Kavallerie umzingelt und in Gefangenschaft gerathen sein könnte, beseitigt wird. London, 28. November. Einer weiteren amtlichen Verlust liste zufolge sind zwei bei Enslin (Graspan) als verwundet ge meldete Marineoffiziere gestorben, ferner wurden drei Offiziere deS Aorkshire-Regiments verwundet; bei einer RekognoSzirung am Sonntag wurde ein Leutnant der 9. Lancer» verwundet. OerNiches und Sächsische». Freiberg, den 29. November — König Albert jagte gestern mit dem PriuM Albert und mehreren Kavalieren aus Ullersdorfer Revier. — Prinz Georg begab sich gestern früh, einer Einladung de» Prinzen Biron von Curland zur Jagd Folge leistend, nach Groß- Wartenberg in Schlesien und gedenkt morgen früh »ach Dresden zurückzukehren. — Vom Landtage. In der gestrigen Sitzung der Ersten Kammer bildete den einzigen Gegenstand der Tagesordnung die Petition des GemeinderatheS zu Gruna bei Nossen, den Neubau der Schule für Gruna und Rhäsa betreffend. Den bezüglichen Bericht der vierten Deputation erstattete Graf v. Rex-Zehista. In Anbetracht der Selbstverwaltung der Gemeinden in Schul sachen und mit Rücksicht darauf, daß dem Bauplatze in sanitärer und baupolizeilicher Hinsicht nichts entgegenstehe, beantragt die Deputation, die Petition aus sich beruhen zu lassen. — Nächste Sitzung Freitag mittags 12 Uhr; Tagesordnung: Dekret 14^ Pensionsberechtigung der berufsmäßigen Gemeindebeamteu be treffend. — Der Kaiser hat genehmigt, daß die zum einjährig- freiwilligen Dienst berechtigten Apotheker, Apotheker- Gehilfen, Lehrlinge und Anwärter ihrer aktiven Dienstpflicht ein halbes Jahr mit der Waffe nnd nach bestandener Prüfung als Apotheker ein halbes Jahr jin einer Lazareth-Apotheke — eia- jähng-sreiwilliger Militär-Apotheker — ableisten dürfen. — Unter Tit. 10 des außerordentlichen Etats hat die kgl. Staatsregierung die Summe von 1102 000 Mk. zum Bau eines gemeinsamen Dienstgebäudes für eine neuzuerrichtende AvetS- hauptmannschnft unv Vesgl. Amtshauptmannschnft Chemnitz eingestellt und zwar sollen dieser KreiShauptmann- schäft ausschließlich Amtshauptmannschasten zugetheilt werde», die jetzt zur Kreishauptmannschast Zwickau gehören. Der Regierung steht nun unbestreitbar das Recht zu, die Orgauifation der Ver waltungsbehörden aus eigener Machtvollkommenheit so einzurichten, wie sie selbe für zweckmäßig erachtet, nur insoweit Geldmittel hierzu erforderlich find, ist sie dabei an die ständische Genehmig ung gebunden, diese wird aber nicht versagt werden können, wenn wie im vorliegenden Falle das Interesse der Bevölkerung eine auderweite Organisation dringend erheischt. Es unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß der Geschäftsumfang de» Reg.- Bezirks Zwickau bereits jetzt eine Ausdehnung gewonnen hat, daß er von einer Stelle aus fast nicht mehr übersehen und ge lecket werden kann und daß nach Annahme des Gesetzes über die Verwaltungs-Rechtspflege eine Erweiterung des Geschästskreises in Aussicht steht, welchem eine einzige Kreishauptmannschast nicht mehr voll gewachsen sein würde. Darüber, daß nur eine Theilung der Kreishauptmannschast Zwickau gründliche Abhilfe chasfen kann, sind die Abgeordneten in ihrer überwiegenden Mehrheit einig, weniger aber über den Sitz der neuen Kreis hauptmannschast. Die Majorität stimmt entschieden für Chemnitz, eine Minderheit, die sich vornehmlich aus den Vertretern des Vogtlandes zusammensetzt, möchte die 5. Kreishauptmannschast nach Plauen verlegen oder wenn daS nicht angeht, die 5. nach Cbemnitz und eine 6. nach Plauen. Dieser letztere, das that- sächlicheBedürfniß, wie die Forderung der Regierung übersteigende Wunsch dürfte kaum eine Aussicht auf Berücksichtigung, selbst in solchen Kreisen finden, welche ursprünglich für Plauen, alS dem früheren Sitz einer Kreisregierung, aus historischen Gründen zu- kommen wollte. Erst wenn die Zunahme der Bevölkerung de» Vogtlandes und des Erzgebirges eine weitere Kreishauptmannschast nöthig erscheinen läßt, wird hieraus einzugehen sein. Vorläufig kehlt diese Grundbedingung und deshalb wird es bei der Halb- irung der Kreishauptmannschast Zwickau und der Errichtung einer neuen in Chemnitz bleiben und diese, da die Regierung aus eine rasche Erledigung der Angelegenheit dringt, vo» den Stände» in kurzer Zeck beschlossen werden. — Die bevorstehende Einführung deS neuen deutsche» Bürgerlichen Gesetzbuches stellt die Volksvertretungen der Einzel staaten vor die Entscheidung der Frage, ob den Pfanvbriefen ver Hypothekenbanken und ähnlicher Kreditinstitute auch weiterhin das Privileg mündelmäßiger Kapitalanlagen im Sinne des Gesetzes zngestanden werden soll. In der Sitzung der 2. sächsischen Kammer vom letzten Freitag nahm die Majorität insofern eine ablehnende Stellung dieser Frage gegenüber ein, als sowohl der Redner der nationalliberalen wie der der konservativen Landtagssraktion, die Landtagsabgeordneten vr. Schill und vr. Spieß, einmüthig den Standpunkt vertraten, die von diesen Kreditinstituten ausgegebenen Werthpapiere seien zwar als zweifellos gute Kapitalanlagen zu bezeichnen, daß diese Hypothekenbanken jedoch als Erwerbsgesellschaften dahin zu streben hätten, das in ihnen investirte Aktienkapital möglichst hoch zu verzinsen. Sie sind deshalb gezwungen, ihre Geschäftsver bindungen auch außerhalb des engeren Vaterlandes anzuknüpsen, insbesondere auch städtische und industrielle Grundstücke zu be leihen, deren Werthe weit größeren Schwankungen unterworfen seien, wie der ländliche Grundbesitz. Die vorgesehene Müglichkeit eintretenden Falles den mit der Mündelmäßigkett auSgestatteten Baiiken dieses Privileg wieder zu entziehen, hat seine großen Bedenken. Es würde damit diesen Banken gewissermaßen eine Mündelmäßigkett zweiter Klasse zugesprochen und für den Fall einer Anwendung des EntziehungsrechteS dieS einem Todesurtheil für die betroffenen Institute gleichkommen. Auch liegt that sächlich Grund vor, die Reihe der mündelmäßigen Anlagen zu vergrößern, indem die Renten- und Staatspapiere, die Anlage- werthe der Kommunen und die Pfandbriefe der Kreditvereine ISS. iS sieben- lern auch > Erllär- hatte, rnszei- Preiz scheu un- mont be- tlich etwa n 100 bis hschnitten ragt etwa mein. — ß die Bu- gelagerten mit zro- ebermacht Position l aber be such, die n AMe- Kavallcrie ersteigen, xm Broi ler ausge- bei Witte- lachtwinde erschienen die ganze ntermith- -iter, zwei vier Wo vor einem >och rückte Rvendale, der rechten irzen Rast — eS war Hirte etwa ann Halt, mser rech- -bewegung m Garde- i die erste Schuß ab- die ersten end. Die i, ehe jene rin begann , aber die rrrah und nauf, von 0 M a n n trum öfs- M Mete: rtwährend rn Garden eschühe in , während oie ScotS- m. 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