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Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 05.09.1899
- Erscheinungsdatum
- 1899-09-05
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1878454692-189909054
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1878454692-18990905
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1878454692-18990905
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- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Bemerkung
- Seite 10 in der Vorlage nicht vorhanden.
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Freiberger Anzeiger und Tageblatt
-
Jahr
1899
-
Monat
1899-09
- Tag 1899-09-05
-
Monat
1899-09
-
Jahr
1899
- Titel
- Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 05.09.1899
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..... - " . '' - - ' ' - - ' - V'".'' '''. '.-2 - Meüage zum Ireiöerger Anzeiger und HageMatt. M 208. Dieustag. de» 5 September.1888. Fiebes-Kebeüev. Roman von Roy Teilet. <8. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Verschiedenes. * Den Meottngehalt von 44 Sorten Cigarren und Rauchtabaken hat H. Sinnhold in Leipzig bestimmt. Bei den Cigarren (31 Sorten) betrug der Nicotingehalt 0,97 bis 2,95 Prozent. Das Minimum von 0,97 Prozent erhielt Sinnhold bei einer als besonders „schwer" bezeichneten Sorte, einer importirten Upmann, das Maximum von 2,95 Proz. bei einer österreichischen Regie-Virginia. Nur bei dieser und bei einer ähnlichen Schweizer Sorte stimmt der Ruf, sehr schwer zu sein, mit einem hohen Nicotingehalt überein, mährend z. B. bei den als „stark" gelten den importirten Havannacigarren der Gehalt an Nicotin 0,97 bis 2,24 Proz., also geringer als bei den in Europa sabrizirteu war. Mit Rücksicht auf die unerheblichen Verschiedenheiten des Nicotin gehaltes liegt die Vermuthung nahe, daß die „Schwere" der Tabake mehr von den Gähruugsprodukten als vom Nicotin ab hängt. Die Cigaretten (sechs Sorten) enthielten 0,80 bis 2,88 Prozent, die Pfeifentabake (sieben Sorten) 0,51 bis 0,85 Proz., also erheblich weniger Nicotin. * Von ver Auffindung der am Dent Blanche Ab gestürzten giebt der Chef der Bergungstruppe, Kautousrath Uebersax, folgende Schilderung: Gegen 9 Uhr langten wir über den zackigen, zerrissenen Deut Blanche-Gletscher, den wir über stiegen, am Fuße des Dent Blanche an. Vor uns war schon eine Truppe Führer in Evolena angelangt. Die Verunglückten lagen aber noch etliche hundert Meter höher oben am Felsen. Ich wählte acht der beherztesten Männer aus, welche uun den Felsen hinankletterten. Zuerst traf man auf die Führer Zur briggen und Furrer, zwei halbnackte, unkenntliche Massen, denen der Kopf fehlte. Die Körper waren schon gefroren. Weiter oben hing an einer spitzigen Zacke der Körper von Jones. Außer dem Kopse fehlte ihm auch der rechte Fuß. Es hatte in der Nacht etwas geschneit, und so lag frischer Schnee darüber. Etwa 70 Meter weiter lag Viney.. Die Körper wurden, so gut es anging, hinunter auf den Gletscher befördert. Hier wurden die einzelnen Leichen zum Transport eingewickelt. Es waren nur zermalmte Massen ohne Eingeweide, mit gänzlich zerstückelten Knochen, welche überall hervortraten. Noch war der Transport nicht so leicht, dreimal noch mußte man die Leichen überGletscher- abhänge hinunterfallen lassen. Es war eine traurige, gefährliche Arbeit. Endlich nach 35stündigem Marsche langten wir in Hauderes an, wo wir über Nacht verblieben und uns wieder stärken konnten. Am folgenden Morgen brachten wir die Reste der Verunglückten endlich nach Evolena. Von hier wurden die beiden Saaser Führer nach ihrer Heimath transportirt, die übrigen wurden sogleich begraben. * Der ungezogene Fufiy. Die berühmte englische Schau spielerin Miß Ellen Terry besaß, wie Londoner Blätter erzählen, einen kleinen Fox-Terrier Namens Fussy, den sie zärtlich liebte. Sie hatte ihm eine sehr sorgfältige Erziehung gegeben, hatte ihm Ordnung und peinliche Sauberkeit beigebracht. Beim Essen z. B. sagte sie: „Teppich, Fussy, dein Teppich!" Wie ein Pfeil flog Fussy davon und kam nach einigen Augenblicken mit einem Teppich zwischen den Zähnen zurück. Er breitete das Stück Stoff fein säuberlich aus. Ein Diener brachte dann das Essen sür den „Herrn Hund" und Fussy dejeunirte. Vor einiger Zeit schenkte Miß Ellen Terry den Fox-Terrier ihrem Freunde Henry Irving. Fussy gewöhnte sich sehr schnell an seinen neuen Herrn: aber er bewahrte auch seiner ersten Herrin em freundliches Andenken. Er gehorchte ihr, als wenn er nie ausgehört hätte, ihr zu ge- VII. Als Carolath die Thür von seinem Schlafzimmer geöffnet HM, um zum Frühstück hinunterzugehen, stieß er im Korridor auf Dr. Vipau, der sich überzeugen wollte, ob Carolath auch glaubwürdig hinkte. „Guten Morgen", redete er den jungen Mann an und fügte dann flüsternd hinzu: „Sie haben doch die Schnur ange- wendet?",. „Freilich", entgegnete Carolath; „hinke ich nicht ganz na türlich?" „Oh ja, Sie machen Ihre Sache recht aut. Aber es wäre das Beste, Sie nähmen jetzt noch meinen Arm den Weg hin unter; das würde den Effekt erhöhen. Wie haben Sie übrigens geschlafen?" „Sehr gut, danke." Was Carolath soeben bestätigen konnte, erschien ihm selbst HW verwunderlich. Und dann fiel ihm ein, daß er schon oft gehört hatte, wie Verbrecher vor ihrer Hinrichtung gewöhnlich ruhig zu schlafen und mit gutem Appetit zu essen pflegen. War das auch bei ihm der Fall? Nein, ihm war vielmehr zu Muthe, wie einem, der einen bedrückenden Traum gehabt und nun im Hellen Tageslicht schnell seine gute Laune wiederfindet. Wie et was Traumhaftes, Unwahrscheinliches erschien ihm die jüngste Vergangenheit. Es war ja nicht denkbar, daß er so schwere Verbrechen begangen haben und sich trotzdem so wohl fühlen tonnte. Nicht zum erstenmale sah er sich jenem wunderlichen Zwiespalt in seiner eigenen Natur gegenüber. Während er die teppichbelegten Stufen des behaglich ausge statteten Hauses hinunterschritt, konnte er sich wohl einbilden, bei einem Freunde zu Gast zu sein. Die Thür des Speise zimmers stand offen, und Dr. Vipan führte ihn sorgsam hinein. In der Nähe eines der Fenster faß Miß Vipan, zu der der Dok tor jetzt seinen jungen Gast geleitete. „Sarah", begann er „hier bringe ich Dir Mr. Edwardes, der einige Zeit lang unser lieber Hausgenosse sein wird. Du mußt Dich seiner nach Kräften annehmen, denn vorläufig ist er ein vollständiger Invalide, der fick' kaum vorwärts bewegen kann." „Oh, das bedauere ich unendlich", sagte Miß Vipan in einem Ton, als erführe sie eben etwas ganz Unerwartetes. „Aber ich hoffe, Sie werden hier recht bald genesen, Mr. Edwardes. Die Lust in Hampstead ist außerordentlich gesund. Sie haben hoffentlich gut geruht und sich in Ihrem Zimmer behaglich be- spnden?" „Jawohl, ich danke sehr", entgegnete Carolath. „Wir haben schongefrühstückt", bemerkte Miß Vipan; „wir dachten, es wäre freundlicher, Sie nicht wecken zu lassen. Aber jetzt wolleuSie gewiß etwas nehmen?" „Ich fürchte, ich komme ungebührlich spät", sagte Carolath entschuldigend. „Aber das ist ja auch garnicht anders möglich", meinte der Doktor gutmüthia. „Wir haben gestern Abend bis spät in die Nacht hinein beisammen gesessen. In Ihrem Alter verlangt die Natur ihre Rechte. Em Licht kann nicht an beiden Enden brennen". „Sie meinen, es brennt an dem einen Ende schnell genug herunter", sagte Carolath lachend. Miß Vipan hatte inzwischen geläutet, undjetzt brachte ein junger Mensch mit einem unnatürlich großen Kopf und ver schwommenen Gesicht ein Tablett herein, auf welchem Thee, Kaffee, kaltes Fleisch und eine warme Schüssel standen. Von Dr. Vipan gestützt ließ Carolath sich am Tische nieder, während Miß Vipan ihm Kaffee einschenkte. Mit gutem Appetit be gann Carolath fein Frühstück; er fühlte sich ungemein wohl hier im Bewußtsein der Sicherheit seiner Umgebung. Auch dem Doktor und seiner Schwester schien die Situation ganz behaglich. Sie plauderten mit Carolath, als sei er ihnen ein alter Bekannter. „Sie werden es hier recht trllbselich finden in Ihrer unfrei willigen Gefangenschaft, fürchte ich, Mr. Edwardes", meinte Dr. Vipan. „Aber wir haben hier wenigstens einen hübschen Garten, in dem Sie sich aufhalten und frische Luft schöpfen lönnen. Er ist so groß, daß man kaum das Bedürfniß em pfinden kann, seine Spaziergänge über ihn hinaus auszu dehnen." V In diesem Augenblick trat ein junges Mädchen so leise ins Zimmer, daß Carolath ihr Erscheinen kaum bemerkt haben würde, hiitte.er nicht der Thür gegenüber gesessen. Wohl oder übel mußte er sie anschauen, und der Blick, den er ihr schenkte, war nicht frei von Neugier. Konnte er doch keinen Augenblick darüber im Zweifel sein, wer dieses Mädchen wäre. Sie war diejenige, die man ihm zur Gattin bestimmt hatte. Seine Gat tin! ja, aber doch nur dem Namen nach. Und so war es schließ lich gleich, wie sie aussah. Wie sie auch immer sein mochte, er war entschlossen, sie zu hassen als die Vertreterin ihres verab- scheuenswerthsn Geschlechts. Sie war jedenfalls jung. Man hatte ihm ja auch ihr Alter gesagt; in drei Monaten würde sie einundzwanzig Jahre. Aber m ihrer Erscheinung lag ein seltsamer Widerspruch, durch den sie theils älter, theils junger aussah, als sie den Jahren nach war. Ein halb trauriger, halb finsterer Gesichtsausdruck er zählte davon, daß sie das Leben nicht mit jugendfrohen Augen ansah; man vermißte an ihr jene strahlende Glückseligkeit, welche sich im Antlitz fröhlicher, junger Menschen wiederzuspiegeln Und anderseits wieder lag etwas in ihrer scheuen, ein wenig unbeholfenen Art, daß man sie kaum zu den Erwachsenen , Zahlen konnte. Hübsch war sie sicherlich nicht — sie erschien dem prüfenden Auge Carolaths sogar entschieden häßlich. Von seiner Mutter hatte er ein ausgeprägt künstlerisches Empfinden geerbt; Farben und Formensinn war lebhaft in chm entwickelt, und für seinen Müschen Blick besaß dieses Mädchen etwas Abstoßendes. Sie mochte wohl schlank und gut gewachsen sein, aber sie hielt sich, als sie das Zimmer betrat, so schlecht, daß diese Vorzüge, wenn ße sie überhaupt besaß, gar nicht zur Geltung kamen. Und nun Das dunkle, auffallend starke, lockige Haar dre Stirn und verlieh dadurch dem Gesicht Ausdruck. Als sie jetzt, nur einen Moment lang, t a>ÄZ? /hr Mick etwas Scheues, Miß- v»Ä k' doch lag auch zugleich etwas Rührendes darin, er verneth eme Natur, der es nicht vergönnt war, sich frei zu ent- rolath, als nähme sie auch nicht den geringsten Antheil an dem was um sie her vorging. Und doch hätte, so meinte er bei sich, die Anwesenheit eines unerwarteten Gastes ihre Neugier erregen sollen. Ihr Schweigen schien den Doktor zu ärgern. Etwas wie Bosheit blitzte in seinen Augen auf, als er sich jetzt zu dem jungen Mädchen wandte, und dieser eine Blick genügte, um Carolath zu überzeugen, daß Dr. Vipan seine Nichte aus irgend einem Grunde haßte. „Du bist heut schlechter Stimmung, liebes Kind", begann er. „Findest Du?" fragte das Mädchen zurück. „Was wünschst Du, daß ich reden soll?" „Wie kannst Du nur so thöricht fragen?" rief der Doktor. „Sag', was Du willst, nur sitze nicht da wie ein Marmorbild!" Er sprach heftig, das Mädchen schien jedoch an solche An griffe gewöhnt und blieb vollkommen ruhig. „Es ist draußen heute recht schön", sagte sie dann. „Bravo!" rief der Doktor spöttisch; „so, nun hast Du auch Dein Theil zur Unterhaltung beigetragen." Miß Vipan schüttelte mit einer Miene den Kopf, als wollte sie damit ausdrücken, daß des Mädchens Stumpfsinn und Ver stocktheit unverbesserlich wären. (Fortsetzung folgt.) falten, die immer unterdrückt wurde, wenn sie sich offen geben wollte, und sich nur frei fühlen konnte, wenn sie sich in sich selbst zurückzog; die, im Schatten groß geworden, sich jetzt doppelt nach dem Sonnenschein sehnte. Das alles freilich bemerkte Carolath nicht sogleich. Er sagte nur bei sich: „Wie finster das Mädchen aussieht!" Und dann streifte er mit flüchtigem Blick ihre Gesichtszüge. Sie waren Wohl etwas unregelmäßig, aber nicht gewöhnlich; die Haut war mit Sommersprossen über sät, der Mund, wenn auch nicht klein, so doch wohlgeformt; aber die Lippen so fest aufeinander gepreßt, daß sie der Anmuth ver lustig giygen. Caroiath freute sich fast, daß ihm das Mädchen so wenig befiel. Er war von vorn herein entschlossen, sie zu hassen, und jetzt wußte er, daß es ihm nicht schwer fallen würde, seinen Ent schluß durchzuführen. Wäre sie sehr hübsch und gewinnend gewesen, hätte er vielleicht anders gedacht. Aber sie war häß lich und abstoßend, wie er es gehofft. Dennoch war sie, unbewußt empfand er es, eine Dame, wenn auch keine, wie er sie in Gesellschaften zu Dutzenden getroffen. Sie hatte die Art eines Menschen, der nicht daran gewöhnt ist, viel beachtet zu werden; wenn sie so unbeholfen ms Zimmer trat, geschah es, weil es ihr gleichailtig war, welchen Eindruck sie machte. Als Carolath sich erhob und sich verneigte, erwiderte sie den Gruß nicht ohne Anmuth. „Das ist unsere Nichte, Mr. Edwardes", stellte Miß Vipan möglichst kurz und ohne viel Umstände vor. Carolath merkte bald, daß es ihr Prinzip schien, der Nichte so wenig Aufmerk samkeit wie möglich zu schenken. Dr. Vipan vervollständigte die Vorstellung, indem er hinzufügte, daß die junge Dame Errima Ravenshaw hieße. Als die Vorstellung erledigt war, setzte Errima sich an eines der Fenster und schaute in den Garten hinab. Es schien Ca- hören. Letzthin sprach man bei einem Diner, daS Sir Henry Irving gab und welchem auch Miß Ellen Terry anwohnte, vor Fussy, der ruhig auf einem Kissen in einem Winkel deS Speise saales schlief. Miß Terry erzählte, daß sie daS interessante Thier- chen gewöhnt hätte, zur Essenszeit selbst seinen Teppich zu holen. Und stolz auf ihren Zögling, rief sie: „Teppich, Fussy, dein Teppich!" Als Fussy die wohlbekannte Stimme vernahm, fuhr er im Schlafe auf und sprang kläffend durch die ganze Wohnung. Im Vestibül war aber kein Teppich zu finden, und das kluge Thier eilte daher in das Schlaszimmer Sir Henrys, fest entschlossen, nicht wieder vor Miß Terry ohne einen Teppich zu erscheinen, denn seine ganze Hundeehre stand auf dem Spiele. Aber auch im Schlaszimmer war kein Teppich vorhanden. In seiner Noth sprang Fussy auf das Bett, nahm das Nachthemd seines Herrn zwischen die Zähne und kam mit diesem intimen Kleidungsstück das eine echte Engländerin nicht erwähnen darf, ohne tief zu er- - röthen, triumphirend in den Speisesaal. Die Damen riefen wie aus einem Munde: „Shocking!" und Miß Ellen Terry, die in den Verdacht gcrieth, ihrem ehemaligen Hunde schlimme Sitten bcigebracht zu haben, vergoß bittere Thränen. * Ein merkwürdiges Bad. Einem genesenden Bauern verordnete der Arzt ein kaltes Bad. Auf die erfolgte Nachfrage anderen Tages wurde ihm die Auskunft, daß sich der Patient be deutend schlechter befinde. Als der Arzt hierüber seine Verwun derung der Bäuerin gegenüber aussprach, sagte diese, sie vermuthe die Ursache der Verschlechterung darin, daß beim Baden der Strick abgerissen sei. — „Was," sagte der Arzt, „der Strick ist abge rissen? Was hat denn ein Strick mit den, Bade zu tbun?" — „Jo, wissen S'," sagt die Bäuerin, „Herr Docta, weil ma koa' Bodwonna g'habt Ham, so Ham ma' 'n halt mit an Strick in Ziagbrunna obitoss'n und da ls uns da Strick o'g'cissen!" * Ein scheuhliches Verbrechen ist auf dem belgischen Dampfer „Albertstadt", der den Dienst zwischen Antwerpen und dem Kongo versieht, verübt worden. Das Schiff hatte zwei an an st eckender Krankheit schwer erkrankte Farbige an Bord; sie wurden in eine mit Segeltuch bedeckte Schaluppe gelegt, die der Dampfer bugsirte. Uni der lästigen Quarantäne in Accra zu entgehen, wurden um die Mittagszeit, als Alles bei Tische und die Brücke verlassen war, die Farbigen auf Befehl der Offiziere in das Meer geworfen. Die Farbigen suchten sich an den Luftlöchern des Dampfers anzu klammern, um dem Tode zu entgehen, aber sie wurden mit Ge walt gezwungen, loszulasfen, und als sie sich an einem Seile anklammerten, wurde es abgeschnitten. Fahrgäste und Leute der Besatzung haben diese Vorgänge bemerkt. Der Kapitän deS Dampfers ist, nachdem die Sache ruchbar geworden, ver schwunden. Zwei frühere Offiziere dieses Dampfers werden gerichtlich belangt. Das Schiffsbuch enthält nichts über alle diese Vorgänge, die in Antwerpen und Belgien das peinlichste Auf sehen Hervorrufen und jetzt das gerichtliche Nachspiel finden. * Eine mysteriöse Heiraths- unv EhcschcivungS- geschichte macht in Hagen viel von sich reden. Der Arbeiter G. Naujokat aus einem Dorfe Ostpreußens heirathete im Herbst 1882 zu Elberfeld ein Mädchen auS seiner Heimath. Bald nach der Verheirathung empfand die Fran Sehnsucht nach Ostpreußen, die sich derart steigerte, daß der Mann 1884 einwilligte, daß die Frau mit dem Kinoe in die Heimath zurückkehrte. Er selbst blieb des bessere» Verdienstes wegen in Elberfeld. Da Beide des Schreibens unkundig waren, war der Briefwechsel nur sehr pärlich, da er von dritten besorgt werden mußte. N. stellte chließlich auch seine Geldsendungen ein, da seine Frau sich weigerte, zurückzukehren. N. war nun abwechselnd in Rheinland und in Westfalen thätig; jetzt lebt er in Hagen. Als er nun erfuhr, daß seine Fran in der Heimath mit einem Andern ange bandelt hatte, strengte er die Ehescheidungsklage vor Kurzem au. Zu seinem größten Erstaunen meldete nun der Ortsvorstand seiner Heimath dem Hagener Rechtsanwalt, der die Sache in Händen hat, daß N.'s Frau bereits seit einem Jahr mit einein Andern verheirathet sei, nachdem er, N., nach voranfgegangenem Aufgebot am 12. Februar 1896 sür todt erklärt wordeu sei. Ilm uun die Ehescheidungsklage erheben zn können, wird N. zunächst den Antrag stellen müssen, das; er wieder sür lebendig erklärt wird, dann muß er den Antrag auf Nichtigkeitserklärung der von seiner Frau eingegaugenen zweiten Che erheben. Ist dies nach vielen Schwierigkeiten gelungen, so kann seinem Anträge auf Ehescheidung Folge gegeben werden. Ist auch diesem stattgegeben, so könne» Beide nach Herzenswunsch eine neue Ehe eingehen. Da aus der zweiten Ehe der Frau bereits Kinder vorhanden sind, so sind auch sür diese noch viele Formalitäten zu erfüllen. * In der neuesten Nummer der „Berl. Klinischen Wochen schrift lesen wir: „Im Rordseebade Amrum ist eine Typhusepidemie ausgebrochen, die ihre Opfer, wie es scheint, hauptsächlich unter den Kindern sncht. Eine Reihe von Kindern sind, theils am Orte selbst, theils auf der Rückreise an einem „siebcrhasten Magendarmkatarrh" erkrankt, der euphemistisch als „Nordscefieber" bezeichnet wnrde. Von ärztlicher Seite wurde der typhöse Charakter dieser Fälle festgestellt mkd der Ortsbehörde Anzeige erstattet. Ob diese Veranlassung gefunden hat, darauf hi» irgend welche sanitären Maßregeln und hygienische Ano^siiK nungen zu treffen, wissen wir nicht. Thatsache ist, daß Mz genaue in Berlin allein unseres Wissens fünf Kranke a^ gesprochen, sprochenem, zum Theil sehr schwerem Typhus liegen, oamards laute krank von Amrum abgereist sind. Durch eine bei.äschung habe er der Schulferien auf Amrum gewesenen Eltern ^en Gerichts einen frage sind im Ganzen 17 derartige Fälle ezn ihm ausdrücklich naturgemäß nur ein kleiner Theil der in Fragend legt. Labori: gäste um Auskunft gebeten werden konnte. A Geheimpapie- wärtigen Fälle sollen recht schwer gewesen seine Verlesung zu ge- von uns beobachteten stand einige Tage ffne nachtheiligen Folgen den tödtlichen Ausgang befürchten mußte, bekannt ist". Mit Cya- ver vierten Woche. Ob noch neue Erkr' Gerichtsschreiber sind, und welche? die Ursache dieser Effe sagt, Painltzve habe ihm unserer Kenntmß. Es liegt ja am näh (textuelleiütznt) gesagt hältnisse zu denke», wobei es aber «r gewissen Thatsachen Kennt- Epidemle nur Kinder betroffen hat. AjZ Unschuld zweifeln lassen. "uf ein dorpM ^okel zurückzrstammelt: „Man legt diesem Mhl.ch Senkgrnve und Brunn es es verdient! Es war nur unmittelbar neben einander l, ich tz« Painleve einzog. Es versuche sind sehr zu tadeln. M^ng. Ich hatte den Auftrag, Klin. Wochenschr." eine strenge Un Mx DreyfuS einzuziehen!" dringt zugleich darauf, daß für d^ ^S Generals Gonfe fst un- bcner gesorgt werde S.e schließ befragte mich; ich sagte ihm die >ol, g^aue Gegentheil als meine an- Acht und Bann thun, m denen^„ung nieder." Gonse: „Ich Anforderungen entsprechende hr^ habe „etxtuel." Raialeveü
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