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Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 24.12.1896
- Erscheinungsdatum
- 1896-12-24
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1878454692-189612245
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1878454692-18961224
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1878454692-18961224
- Sammlungen
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Freiberger Anzeiger und Tageblatt
-
Jahr
1896
-
Monat
1896-12
- Tag 1896-12-24
-
Monat
1896-12
-
Jahr
1896
- Titel
- Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 24.12.1896
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Mretberger ««^i-er imd LcktzMatt. Gett« S. -* Ht 1SSS. -V «SS — Schwindler verhaftet. -Lin >reUe»loser Kaufmann aus Nerchau verübte in der letzten Zeit hier dadurch Betrügereien, daß er sich in SchneidergeschLften Ueberzieher anmessen ließ und unter falscher Angabe bis zur Fertigstellung des bestellten Kleid ungsstückes einen fertigen Ueberzieher entlieh. Er versilberte dann das geliehene Gut und ließ sich nicht wieder sehen. Auch seinem Logiswirth ließ er das Nachsehen, indem er die dort eben falls unter falschen Angaben kontrahirten Schulden zu bezahlen versäumte. Der Polizei gelang eS, den sauberen Patron un schädlich zu machen. — Gestohlen wurde kürzlich einem Gutsbesitzer in Nieder bobritzsch ein Paar neue Stiefeletten. Als dieses Diebstahls verdächtig wurde in Freiberg ein beim Betteln abgefaßter Kellner aus Langenberg verhaftet. — Eine arme Hundeseele wird seit heute Borinittag in Freiberg weniger gezählt. Ein Rangirzug war so rücksichts- und herzlos, einen kleinen Hund am Nebergange der Branderstraße zu überfahren und vollständig zu zermalmen. Die Hinter lassenschaft des Getödteten bestand in einer 1896er Stencrmarke der Köngl. AmtShauptmaunschaft Dresden»N. Nr. 3968. — Warnung. Wer verschlossene Wärmflaschen-auf den geheizten Ofen setzt, schafft sich einen Dampfkessel ohne Ven til. In Buchholz explodirte eine so thöricht behandelte Wärm flasche und verbrühte eine Frau so, daß sie voraussichtlich sterben wird. Die Wärmflasche muß offen sein, wenn sie auf den Ofen gesetzt wird. — Die Zahl der Schulen in den 28 Schulinspektions bezirken Sachsens belief sich auf 1976 einfache, 187 mittlere und 37 höhere Volksschulen; außerdem bestanden 13 Stiftung-- nnd 58 Vereinsschuleu. Die Schülerzahl betrug nach dein Handbnche der Schulstatistik im Jahre 1894: 584 750 evangelische, 12 939 römisch-katholische und 1931 anderer Konfessionen, inSgesammt 599 620 Kinder in den Volksschulen; die Zahl der Schüler in Privatschulen belief sich auf 4488 evangelische, 140 römisch- katholische und 852 anderer Konfessionen, in Snmma 4980 Kinder. Die Zahl der Lehrkräfte an den öffentlichen Schulen betrug bei den Evangelischen: 301 Direktoren, 6648 ständige Lehrer, 188 ständige Lehrerinnen, 1434 Hilfslehrer; bei den z. D. v. Spitz, Vorsitzender deS Deutschen Kriegerbunde-, hat einen Aufruf erlassen, in dem eS heißt: „Patriotismus und Dank barkeit rufen unsere Vereine am 22. März 1897 zusammen. Wie bei der Denkmalsfeier auf dem Kyffhäuser müssen die Krieger- Vereine imposant und geschlossen auftreten, um bei den Freunden Liebe und Vertrauen zu stärken, den Fernstehenden und Gegnern Achtung einzuflößen. Wir fordern daher unsere Bundesvereine auf, du Hundertjahrfeier deS Geburtstages weiland Kaiser Wilhelms I. würdig zu begehen. Kein Verein ohne Gedenkfeier!" — Zu Ehre« unsere- neuen Bürgermeister» Herrn Vr Schröder fand am Sonnabend in Crimmitschau ein Ab- schiedSmal statt. An demselben nahmen etwa 100 Herren Theil, darunter einige auS Werdau. Oberlehrer Leibling eröffnete die Reihe der Toaste, der insbesondere der Verdienste deS Scheiden den gedachte, welche sich dieser um da- hiesige politische Leben und als Vorsteher deS Reichsvereins erworben habe; Bürger meister Beckmann banste vr. Schröder für seine Thätigkeit als Stadtverordneter, Oberamtsrichter Kramer, Spinnereibesitzer Fudler, Pfarrer Schink feierten ebenfalls den Scheidenden bez. dessen Gattin. NamenS der Parteifreunde in Werdau widmete Herr Landtagsabgeordneter Stadtrath Teichmann-Werdau dem Scheidenden hochehrende Worte. Herr vr. Schröder schloß seine bewegte dankende Ansprache mit einem Hoch aus die Stadt Trim mitschau. — Mit dem 1. Januar 1897 wird die neueste Novelle zur Gewerbeordnung in Kraft treten. In erster Reihe werden dann die neuen Bestimmungen über den Gewerbebetrieb im Um- herziehcn zu beachten sein, nach denen u. A., abgesehen von den jüngst vom BundeSrathe beschlossenen Ausnahmen für den Wein-, den Leinen-, Wäsche- und den Nähmaschinenhandel, daS Aufsuchen von Bestellungen bei anderen Personen als bei Kaufleuten oder bei solchen Personen, in deren Geschäftsbetriebe Waaren der an gebotenen Art Verwendung finden, ohne vorgängige ausdrückliche Aufforderung nicht stattfinden darf. Es kommt aber noch eine ganze Anzahl anderer Vorschriften in Betracht. Die Konzeffionirnng von Privat-Kranken-, Privat-EntbindungS- nnd Priyat-Jrrenansta ten ist erschwert. Schauspieluntcrnehmern wird die Erlaubniß zum Betriebe ihres Gewerbes untersagt werden, wenn sie nicht den Besitz der zum Unternehmen nöthigen Mittel nachzuweisen vermögen. Die ihnen zum Betrieb« ihres Gewerbes bisher ertheilte Erlaubniß gilt nur für daS am 1. Januar 1897 betriebene Unternehmen. Auf Konsumvereine werden die Bestimmungen der Gewerbeordnung über den Betrieb der Gast- und Schankwirthschaft auch dann Anwendung finden, wenn ihr Betrieb auf den Kreis der Mitglieder beschränkt ist. Der Handel mit Loosen von Lotterien und Ausspielungen oder mit Bezugs- und Antheilscheinen auf solche Loose wird versagt werden, wenn Thatsachen vorliegen, welche die Unzuverlässigkeit deS Gewerbetreibenden in Bezug auf dessen Gewerbebetrieb var- thun. Der Handel mit Droguen und chemischen, zu Heilzwecken dienenden Präparaten wird untersagt werden, wenn die Hand habung des Gewerbebetriebes Leben und Gesundheit von Menschen gefährdet. Der Kleinhandel mit Bier desgleichen, wenn der Ge werbetreibende wiederholt wegen Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen über den Betrieb von Gast- und Schankwirth- fchaften bestraft ist. Auf Konsum- und andere Vereine werden die Bestimmungen über die Sonntagsruhe dieselbe Anwendung finden, wie auf einzelne Gewerbetreibende. Auch können diese Vereine ihre Angestellten zum Arbeiten an Sonn- und Festtagen nicht verpflichten. -- Die schon des öfteren in der Tagespresse erörterte Ent sendung einer Kommission von industrielle« und kaufmännische« Sachverständigen nach Ostasien (China und Japan) ist in einer kürzlich in Berlin abgehaltenen Ver sammlung von Interessenten endgiltig beschlossen und ihre Ab reise auf den Beginn des kommenden Jahres festgesetzt worden. Die Kosten sind gedeckt, und die Wahl der Mehrzahl der Sach verständigen ist bereits erfolgt. Auf Veranlassung der Handels und Gewerbekammer in Dresden, welche selbst einen erheblichen Beitrag für das Unternehmen bewilligt hat, wird der als Ver treter der sächsischen Industrie erwählte Sachverständige, Herr Moritz Schanz in Chemnitz, nach Dresden koinmen, um Interessenten für das Unternehmen in einer mündlichen Be sprechung Gelegenheit zur Aeußerung von Wünschen zu geben. Diese Besprechung, zu welcher die Handels- nnd Gewerbekammer Dresden alle am Geschäfte mit Ostasien Betheiligten ihres Bezirks einladet, wird am Montag, den 28. Dezember ds. IS., Nach mittags 4 Uhr, im Saale der Kaufmannschaft in Dresden, Ostra- Allee 9, stattfinden. — Die neu« lauvwirthschaftlichen Schulen Sachsens werden in diesem Winter von insgesammt 437 Schülern besucht. Davon entfallen auf Annaberg 30, Auerbach 35, Bautzen 80, Chemnitz 58, Freiberg 46, Meißen 74, Pegau 29, Rochlitz 28 und Wurzen 57. Von den insgesammt 437 Schülern sind 418 Sachsen, die übrigen 19 dagegen theils Reußen, theils Alten burger, Preußen und Oesterreicher. In Folge der für die Land- wirthschnft anhaltend schlechten Zeiten ist leider an allen Schulen der Schulbesuch etwas zurückgegangen, denn die Schülerzahl an den gesummten 9 landwirthschastlichen Schulen betrug im Winter 1895/96 449, im Winter 1894/95 506 und im Winter 1893/94, also in dem Jahre, in welchem die Getreidepreise gut waren, 549. — Wie schon früher in diesem Blatte erwähnt, gedenkt der Verein Feierabend im Anfang des Januar das reizende Weihnachtsmärchen „Aschenbrödel" des Herrn Pastor vr. Leh mann aufzuühren. Dasselbe ist umrahmt von Kinderchören und Zwiegesprächen der Kinder mit dem Knecht Ruprecht und behan delt in vier Akten das bekannte Märchen in origineller und reiz voller Weise, Humor- und gemüthvoll, so daß gewiß Niemand ohne Befriedigung es anhören wird. Da der etwaige Reingewinn lediglich den guten Zwecken des Feierabend zufließen soll, so ist ein recht zahlreicher Besuch erwünscht, und bittet der Verein die geehrte Einwohnerschaft unserer Stadt, der Sache ein freundliches Interesse zuwenden zu wollen. — Das Panorama auf der Fischerstraße bringt dem Be sucher in der Weihnachtswoche eine interessante Serie, indem eS ihn im Geiste hinführt an den Strand der Nordsee, ihn mit An sichten von Helgoland, Norderney bekannt macht und ihn elbauf wärts nach Deutschlands wichtigster Seehandelsstadt, nach Ham burg, führt. Die von der Alster durchflossene nnd von dieser in zwei Theile geschiedene Stadt wird von zahlreichen Kanälen durchkreuzt, in welchen allerhand Fahrzeuge den Verkehr fördern. Mächtig pulsirt hier daS Leben und Treiben an dem von un zähligen Fahrzeugen aller Art angefüllten Hafen. In dieser Serie kann die Jugend sich einmal satt sehen an Schiffen und Kähnen aller Art und an dem vielgestaltigen Leben an diesem Welthafenplatzc. An den Ufern des Flusses und der Kanäle er geben sich gewaltige, äußerst stattliche Speicher für die unge heuren Waarenvorräthe. Hamburgs schöne Bauten, zu denen vor allem die prachtvollen Brücken gehören, werden uns in zahl reichen Bildern veranschaulicht. Ehe wir den Inseln einen Be such abstatten, versäumen wir nicht unserem allgeliebten Altreichs ¬ kanzler in seinem, im einfachen Etil gebaute« FriedrichSruh unser« Aufwartung zu machen. Und nun fährt un» der Dampfer elbabwärtS nach Helgoland, dieser seit dem Jahre 1890 zum deutschen Reiche gehörigen, befestigten Insel. Sie ist lediglich auS dem Umstande erworben worden, weil von ihr auS die Mündungen der Elbe, Weser und Eider beherrscht werden. Sie ist reich mit Klippen und Riffen umgeben, und wir sehen an den wohlaelungenen Aufnahmen, daß ihr von dem Meere ein Stück nach dem andern abgerungen wird. Beträgt doch ihr Umfang gegenwärtig nicht mehr als 0,8 Quadratkilometer. Sie wird in ein Oberland und Unterland eingetheilt. DaS erstere liegt 58 Meter über dem Meeresspiegel. Auf ihm gestattet der geringe Humusboden den Anbau von GraS, Klee und Kartoffeln. Der Fremdenverkehr hat sich seit der Besitzergreifung bedeutend ge hoben und ist in den letzten Jahren bi- auf 11600 Personen gestiegen. Mit Wohlgefallen ruht daS Auge aus den klaren Bildern diese- Eilande- und auch die Ansichten von dem vielbe suchten Seebade Norderney fesseln den Besucher. ES steht zu er warten, daß gerade diese Serie, die doch viel Eigenartige- bietet, sich eine» sehr zahlreichen Zuspruch- erfreuen wird. — Die Roßweiner h«mor. Sänger (Direktion OSkar Junghähnel) werden an beiden Weihnacht-feiertagen in der „Union" konzertiren. Die Säle diese- Etablissements sind um vollständig neue Beleuchtungsanlagen bereichert worden. Die Roßweiner Sänger ihrerseits sind hier bekannte und liebe Gäste, welch« ihr«n Konzerten einen weihnachtlichen Charakter geben werden. . - — Da- nächste Veutsche Turnfest in Hamburg wird eine gegen seine Vorgänger etwas veränderte Gestaltung erhalten. Der Ausschuß der deutschen Turnerfchaft hat nämlich oeschlossen: 1. Statt de- veralteten und einförmigen RiegenturnenS daS Massenwettturnen einzuführen, dergestalt, daß bei Gauturnfesten Verein gegen Verein, bet Kreisturnfesten Gau gegen Gau und bei den deutschen Turnfesten Kreis gegen Kreis in den friedlichen Wettkampf tritt; 2. die sogenannten volkSthümlichen Hebungen sind erweitert und vermehrt worden, indem zu den bisher ge pflogenen noch hmzukommen: Hürdenrennen über gleiche nnd verschiedene Hindernisse, Schnellgehrn, Schnelllaufen (über 100, 200, 300 und 400 Meter Entfernung), Wcitwerfen und Ziel wersen mit dem Ball, Schleuderwurs und Gerwurf nach der Scheibe in die Weit«; 3. wird ein gesonderte» Wettturnen (Fünf kampf) in den VolkSthümlichen Hebungen veranstaltet, bei welchem auch lolche Turner Preise erringen können, welche zum PreiS- turnen an den Geräthen nicht die nöthige Zeit und das „nüthige Zeug" haben. — Melanchthon-Fei«. Bekanntlich vollendet sich am 16. Februar 1897 ein Zeitraum von 400 Jahren, seitdem Philipp Melanchthon geboren worden ist. Wie daS evangelisch-lutherische Landeskonsistorium in der soeben zur Ausgabe gelangten Nummer 15 seines Verordnungsblattes bekannt macht, hat e» im Einver- ständniß mit den in LvaugvUots beauftragten Herren StaatS- ministern beschlossen, auch in unserer Landeskirche, und zwar am Sonntage SvMagssimav, den 14. Februar 1897, eine kirchliche Feier dieses wichtigen Gedenktages ver anstalten zu lassen, in der Weise, daß in dem Haupt- bezw. Rebengottesdienst von den Geistlichen auf Melanchthons Bedeutung hingewiesen, die Gemeinde über sein« Person und s«in Werk belehrt und zur Nachfolge über seinen Glauben und Wandel sowie zu dankbarer Treue Men die hohen Güter der Reformation erweckt werde. Bestimmte Texte für dies« F«irr sind zwar nicht vorgeschrieben, da- Lande-konsistprium hat aber aus einige beson ders geeignete Schriftstellen hingewiesen. Sodann hat die ge nannte Behörde mit Rücksicht auf die von einem unter Leitung des Prof. vr. NicolanS Müller in Berlin zusammengetretenen Vereine ausgegangenen Aufrufe zur Sammlung von Beiträgen behufs Errichtung eine- MelanchthonhauseS mit Gedächt- nißhalle und Museum in Bretten, der Gebnrtsstadt Melanchthons, dazu Genehmigung ertheilt, daß bei den am 14. Februar künftigen Jahres stattfindenden FestgotteSdiensten in den Gemeinden, wo solches gewünscht wird, mit Genehmigung de- Kirchenvorstandes für da- MelanchthonhauS eine Kollekte gesammelt werde. — Rachsenvung vo« Telegrammen. Wenn der Em pfänger eines Telegrammes nach dem Aufgabeorte desselben ab gereist war, so wurde ihm das Telegramm bisher dahin nicht nachgesandt, sondern nach dem Aufgabeorte als unbestellbar ge meldet, d. h. der Absender, sofern er au- der aufgeliefertcn Tele grammniederschrift zu ersehen, wurde von der Abreise des Em pfängers telegraphisch in Kenntniß gesetzt. Diese Bestimmung ist aufgehoben worden. Fortan sollen auch derartige Telegramme dem Empfänger nach dem Ursprnngsorte nachgesandt werden. Derselbe hat dann natürlich auch tue entsprechenden Nachtelc- graphirungskosten zu entrichten. Bei dem Preisausschreiben zur Erlangung endgiltiger Pläne und Modelle für ein Völkerschlachts-Nationaldenkmal bei Leipzig erhielten von 72 eingereichten Plänen den ersten Preis (6000 Mk., Architekt Wilhelm CreiS in Charlottenburg, den zweiten (4000 Mk.) Architekt Otto Rieth in Berlin, den dritten (2500 Mk.) die Architekten Paul Späth nnd Oskar Nsbeck in Berlin, den vierten (1500 Mk.) der Architekt Bruno Schmitz in Charlottenburg, den fünften (1000 Mk.) der Architekt Arnold Hartmann in Berlin. — Vermißt wird seit Juli der 1853 in Leipzig geborene nnd zu letzt dort wohnhaft gewesene Buchbinder Alrxander Pfau. Seit dem er zu jener Zeit auS dem dortigen Krankenhaus entlassen worden, hat er kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben. — Ferner wird vermißt seit dem 13. Dezemver d. IS. der 1868 zu Bolkmarsdorf geborene, in Leipzig-Sellerhausen wohnhafte Hand arbeiter Carl Brachwitz. — In Sachen S. Werners, de» früheren Römisch-Katholischen: 6 Direktoren, 98 ständige Lehrer, 18 ständig» Lehrerinnen und SO Hilfslehrer. — Folgen-« «alen-er-Eigetttstümlichkeite« dürsten pur Wenigen bekannt sein. Der Oktober beginnt zum Beispiel stet» an demselben Wochentag« mit dem Januar, der April mit dem Juli» der Dezember mit dem September. Februar, März und November sangen stet» an demselben Wochentag« an, Mai, Juni und August aber unter sich je an einem anderen Wochentage. Jndrß gelten diese beiden Regeln nicht für Schaltjahre. Ein Jahrhundert kann niemals mit einem Mittwoch, einem Freitag oder einem Sonnabend anfangen. Da» gewöhnlich« Jahr «ndet stet» an demselben Wochentag, mit welchem e» begann. Die Jahre wiederholen sich insofern, al» jede-Mal nach 28 Jahren derselbe Kalender wiederkehrt. — Täusch««« ««- ««ttäuschung. WaS heißt „hff" ? Hochfein natürlich I So glaubten auch zwei Damen, die Zn der „Holl. Ztg." folgende Anzeige lasen: „Für 5 M. versende drei Stück hff. Enten." Folgt genaue Adresse. „WaS meinst Du", sagt die Mutter zur Tochter, „so billig erhalten wir keinen Enten braten." Und so ging eine Postanweisung, über 5 M. lautsyd, mit der Bestellung auf die hff. Enten ab. Nach wenigen Tagen erschienen die Bögel, für Kiste, Porto und Verpackung waren noch 1 M. 25 Pja. nachzuzahlen, jetzt kosteten die hff. Enten inkl. Porto schon 6 M. 50 Pf., und da» Ende vom Lied« - Es waren thranige, unschmackhafte Enten, hart Vie Leder. Ans ein Klage schreiben an den Verkäufer kam die Antwort: hff. heiße bei ihm nicht hochfein oder fett, sondern Haff. T» seien Haffenten, denen der thranige Geschmack anhaste. Also Vorsicht i — Erledigt r Di« 8. ständige Üehrerstelle an der Schule zu Schöneck. Kollator: Der Stadtgemeinderath daselbst. Einkommen: 1050 Mark Gehalt, 120 Mark (bei Berheirathung 180 Mark) WohnnngSentschädigung. Gesuch« mit allen erforderlichen Bei lagen sind bi- zum 4. Januar 1897 beim Stadtgemeinderath« zu Schöneck i. B. abzageben: — zu besetzen: Die ne« errichtete 5. ständige Lehrerstelle zu Ellefeld. Kollator: Die oberste Schul behörde. Einkommen: 1000 Mark Gehalt und freie Wohnung im Schulhanse für einen nnverheiratheten oder 180 Mark jähr lich Wohnunasgeldzuschuß für einen verheiratheten Lehrer. Be werbungen find bi» zum 20. Januar r. bei dem Kgl. Bezirks schulinspektor Schulrath vr. Bräutigam in Auerbach einzurerchen. -- Brand, 28. Dezember. Morgen, al» am heiligen Weih nachtsabend, wird, wie auch in den letzten Jahren, Abend» 5 Uhr in der Kirche zu ErbiSdorf eine Christmette abgehalten. Dieser Gottesdienst, gehalten vom Herrn Pastor Görner, wird gewiß gern besucht, da mit demselben die Weihnachtsfeier stimmung». voll eingeleitet wird. St. Michaeli-, 28. Dezember. Am ersten Weihnachts feiertag Abend» >/,8 Uhr wird der hiesige Turnverein eine Abendunterhaltuna veranstalten, bei der turnerische Hebungen und theatralische Aufführungen geboten werden. Die von echt turnerischem Geiste beseelten Mitglieder werden alle- aufbitten, um den Besuchern einen genußreichen Abend zu schaffen. Nicht nur Mitglieder, sondern auch Freunde und Gönner de» Vereins werden hierzu (f. Jns.-Theil) geladen. Eppendorf, 22. Dezember. Die GemeinderathSwahl findet im hiesigen Orte am 7. Januar statt. ES scheiden süns Vertreter aus und zwar di« Herren Gutsbesitzer Traugott Enger, Friedrich Hofmann, Oswald Kaufmann, Karl Otto, Wilhelm Schneider. — Wie nn» nachträglich noch mitgetheilt wird, hat der Dienstbotenbelohnung-Verein in der Amtshauptmannschaft Flöha auch da» Dienstmädchen Amalie Ernestine Lippmann, ivclches längere Zeit bei dem hiesigen Gutsbesitzer Herrn Heinrich Wolf in Diensten steht, öffentlich belobigt. — Bei der Unter suchung eines vom hiesigen Fleifchermeister Herrn Bruno Ulbricht geschlachteten Schweines ergab sich, daß dasselbe durch und durch trichinös war; da» Schwein war versichert, sodaß der Besitzer desselben kemen Schaden erleidet. — Ein Eichstamm von seltener Stärke wurde jetzt in der nahen Spinnerei GerSberg zu ein«r Wasserradwelle zugerichtet. Er hatte nämlich am unteren Ende einen Durchmesser von 1,6 und am oberen einen solchen von 1,4 Meter; nach den Jahresringen hatte die Eiche ein Alter von ungefähr 150 Jahren; diese» schnelle Wach-thum hängt Wohl mit dem günstigen Standorte (eine Wies«) zusammen. o Noffe«, 22. Dezember. Heut« Abend 6 Uhr fand die übliche Christbescheernng armer Kinder in hiesiger Schnlturnhalle statt. Die Sammlung war auch diese» Jahr vom Vorstand des Bürgervereins veranstaltet worden und hatte die stattliche Summe von 270,50 Mark außer einer großen Anzahl anderer Geschenke ergeben. 70 Kinder erhielten je einen kleinen Stollen nnd ver schiedene nützliche Gegenstände, und außerdem wurden 10 armen, alten Personen je 4 Mark inS Hau» geschickt. Die Feier begann mit dem Gesang des LiedeS: „Es ist ein RoS entsprungen" und init dem Allgemeingesang einiger Strophen von: „Gelobt seist Du, Jesus Christ." Herr Pastor Ille. tk«ol. Röntsch hielt eine herzliche Ansprache an die Kinder. In Dresden traf gestern Mittag der Reichskanzler Fürst Hohenlohe nebst Gemahlin und Tochter auf dem Böhmischen Bahnhofe ein, woselbst ein von d«m Hoflieferanten John servirtes Frühstück eingenommen wurde; hierauf erfolgte die Weiterreise nach dem Schlöffe Podiebrad in Böhmen, welche- der älteste Sohn bewohnt, um die Festtage daselbst zu verbringen. — Seiten- der Königl. Staatsanwaltschaft zu Dresden ist gestern der sozialdemo kratische Agitator Arno Reichardt in Hast genommen worden, uachdein zuvor «ine Durchsuchung seiner Wohnung stattgeftinden hatte. Wie eS heißt, handelt «S sich nm seine in letzterer Zeit betriebene Agitation zur Jnszenirnna eine- Streike- in den Artilleriewerlstätten und dem Arsenale. Bekanntlich fanden in letzter Zeit immer zu gleichen Tagen auf verschiedenen Sälen Versammlnngen der dort beschäftigten Arbeiter statt, welche abar nnr schwach besucht waren und deshalb oft nicht abgehalten werden konnten. — Ein au» Schlesien zngeführteS und am 21. Dezember d. I. im Dresdner Schlachtviehhofe geschlachtetes Land- chwein wurde bei der amtlichen Beschau Mit Trichinen durchsetzt befunden nnd daher in behördlichen Beschlag genommen. Im lanfenden Jahre sind nunmehr 21 vergleichen Fälle vor gekommen.
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