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Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 19.07.1896
- Erscheinungsdatum
- 1896-07-19
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1878454692-189607198
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1878454692-18960719
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- oai:de:slub-dresden:db:id-1878454692-18960719
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- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Freiberger Anzeiger und Tageblatt
-
Jahr
1896
-
Monat
1896-07
- Tag 1896-07-19
-
Monat
1896-07
-
Jahr
1896
- Titel
- Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 19.07.1896
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länger und Kraftfutter seinem Chef gern des Wortes unabhängig von mir. Er konnte daher durch miö nicht in die schiefe Lage gebracht werden, die angeblich von idliö Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch erfährt die Ehe schließung eine Äenderung, die bisher wohl kaum beachtet worden ist, und die vielleicht mehr Beachtung verdient, als etwa die Ueberschriftänderung „Bürgerliche Ehe" statt „Ehe". Die Erklärung des Standesbeamten hat eine andere Form erhalten Universität erwiesen, »um Doktor der Medizin ehrenhalber er nannt." Fürst Bismarck gehört nunmehr sämmtlichen Fakultäten an: die Ehren-Ernennungen haben folgende Daten : 1. vr. pdüvsvpbiae zu Halle 21. Juni 1867, 2. vr. Mis zu Göttingen 18. März 1885, 3. vr. Ml» zu Erlangen 1. April 1885, 4. vr. soieut. pol. zu Tübingen 1. April 1885, 5. vr. tbeol. zu Gießen 10. November 1888, 6. vr. meckieinne zu Jena 16. Juli 1896. Graf Fred Frankenberg auf Tillowitz, der bekannte Politiker und Parlamentarier, hat durch die Veröffentlichung seiner soeben im Verlag der Deutschen Berlagsanstalt in Stuttgart erschienenen Kriegstagebücher eine ziemlich lebhafte politische Bewegung entfesselt. Sicherlich hat er kein großes politisches Werk schreiben wollen; was er veröffentlicht, sind lediglich Momentaufnahmen der Stimmungen und Empfindungen, mit welchen in jenen Tagen die besten Kreise unseres Volkes dem dröhnenden Schritt der Weltgeschichte folgten. AuS dem reichen Inhalt des Buches, dessen Werth durch einzelne zweifelhafte, zum Theil schon bei ehr billig und die Ernte im Allgemeinen gut. So können wir Landwirthe nach meiner Ansicht mit dem verflossenen Jahre zu- neden sein mck weshalb soll man dieses nicht anerkennen, obgleich vir ungünstige Jahre gehabt haben und sicher auch noch haben werden? Durch den außerordentlichen Fortschritt in der Technik unseres Gewerbes sind wir in der Lage, schlechte Zeiten bester überwinden zu können als unsere Vorfahren, so meine ich; und ich gehöre nicht zu den Agrariern, die Gewaltmaßregeln vom Staate fordern, um die Preise unserer Produkte zu heben, wenn ich mir auch bewußt bin, daß unsere Gesetzgebung in den letzten Jahrzehnten leider nicht zum Segen der Landwirthschaft ge arbeitet hat." Der preußische Oberkirchenrath soll vor Kurzem ein vertrau liches Rundschreiben an die Superintendenten gerichtet haben, worin auf die überhandnehmende Propaganda der römisch- katholischen Kirche aufmerksam gemacht wird. Der Erzbischof von Posen Stablewski beabsichtigt ein katho lisches Knabenseminar zu errichten. Man kann wohl gespannt sein, wie diese Absicht verwirklicht werden soll. Wie in Erinnerung gebracht wird, sind nämlich nach Art. 3 der kirchenpolitischen Novelle vom 21. Mai 1886 allerdings die kirchlichen Oberen befugt, Konvikte für Zöglinge, welche Gymnasien u. s. w. besuchen, zu errichten und zu unterhalten, ohne daß es dazu einer besonderen staatlichen Genehmigung bedarf. Die kirchlichen Oberen find aber gehalten, dem Minister der geistlichen Angelegenheiten die für diese Konvikte geltenden Statuten und die auf die Hausordnung bezüglichen Vorschriften einzureichen, sowie die Namen der Leiter und Erzieher, welche Deutsche sein mästen, mitzutheilen. Oesterreich. Die mit dem Herzog Philipp von Orleans, dem gegenwärtigen Prätendenten, verlobte Erzherzogin Maria Dorothea ist die älteste Tochter des Erzherzogs Joseph, Oberst- kommandirenden der ungarischen Landwehr, Enkelin des ehe maligen Palatins von Ungarn. Sie hat bisher in großer Zurück gezogenheit gelebt und sogar die Absicht gehegt, den Schleier zu nehmen. Es ist der erste Fall, daß das Haus Habsburg mit dem Haus Orleans ein Ehebündniß eingeht. Die Söhne des Bürger königs haben mit ihren Werbungen am Wiener Hofe kein Glück gehabt. Die Erinnerungen an Philipp Egalitä und an die Art, wie Louis Philipp auf den Thron gelangt war, standen im Wege. Jetzt freilich vertritt Philipp von Orleans die Legitimität in Frankreich. Politische Bedeutung hat die Verlobung so wenig, wie sie die Vermählung der Schwester des Herzogs Philipp, der Prinzessin Helena, mit dem Neffen des Königs von Italien ge habt hat. Die Ehestifterin im vorliegenden Falle ist. wie der „M. Allg.Ztg." aus Wien gemeldet wird, die Herzogin Klementine von Koburg-Gotha, Tochter Louis Philipps, Großmutter der Braut und Großtante deS Bräutigams. Die Nachricht der Wiener „Neuen Freien Presse", daß der Besuch des russischen Kaiserpaares in Wien offiziell für den 27. August angekündigt sei, bedarf gutem Vernehmen nach vor läufig noch der Bestätigung. Die Ermordung des ungarischen Abgeordneten Grafen Stefan Sztaray erregt iu Budapest die größte Sensation und lebhafte Thellnahme. Nach übereinstiinmenden Nachrichten wurde der Schuß durch das Fenster der im Parterre gelegenen Wohnung gegen den Grafen abgefeuert. Der Tod trat sofort ein. Tags Äußerungen zu dementiren. jt, Stockprugel an die Herren der Gesandt^ al, noch mir dieses Recht jemals angemaßt, bekannt sein, das chinesische Beamte mit einer früheren fragmentarischen Veröffentlichung bestrittene und berichtigte Darstellungen nicht wesentlich beeinträchtigt wird, seien zunächst nur die folgenden Einzelheiten hervorgehoben: Graf Frankenberg gehörte bekanntlich zur Suite des Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Er meldete sich in Speyer bei dem hohen Herrn, den er im Gespräch mit seinem Generalstabschef, dem Generallieutenant von Blumenthal, antraf: „Bald trat der Kron prinz auf mich zu, schüttelte mir die Hand und sprach in seiner vertraulichen Weise: „Nun, mein alter Freund, sind Sie nun zufrieden?" — „Glückselig, Königliche Hoheit!" rief ich aus vollem Herzen. — „Nun, so richten Sie sich ein, Sie werden bald zu thun bekommen." — Besonders interessant sind die Mit heilungen aus der Geschichte der Beschießung von Paris. Be- kanutlich wurde, obwohl das ganze Volk sich lebhaft mit dem Ge danken einer Beschießung von Paris beschäftigte und sie herbei sehnte, vor Paris selbst immer gezögert und nur wenig Anstalten dazu gemacht. Der Kronprinz war, wie Frankenberg aus seinem Munde hörte, ein entschiedener Gegner dieses Gewaltmittels, weil er die Verluste an Menschenleben unsererseits sehr hoch anschlug. Er nahm eine vollständig durchgeführte Belagerung mit Sturm auf die Forts, die Wälle und die innere Stadt als unumgänglich nothwendig an und sagte zu Frankenberg mit ungewöhnlicher Er regung: „Wenn Tausende von Leichen die Laufgräben und die Bresche füllen werden, dann würden die Leute zu Hause wieder ganz anders reden." Der Prinz wußte genau, daß man den Jn- triguen Englands und dem Einflüsse seiner Gemahlin die Un- thätigkeit vor Paris zuschrieb. „Ich könnte mit einer ganzen Reihe von Briefen meiner Frau beweisen, wie ganz falsch sie wiederum beurtheilt wird." „Um so schlimmer" — antwortete Frankenberg — „ist es dann, daß Lord Loftus in Berlin Jeder mann sagt, der es hören will, England verbiete die Beschießung von Paris." Als Frankenberg Bismarck diese Aeußerungen des Lords hinterbrachte, verklärte sich dessen Gesicht und er rief über Tisch: „Keudell, entsenden Sie ein chiffrirtes Telegramm an... Sie muß Zeugen stellen für das Loftus'sche Geschwätz. Das giebt eine herrliche Note an Granville, und wir werden Loftus in Berlin los. Schief steht er bereits und das giebt ihm den Rest." Auch General Blumenthal gerieth eines Tages in Hellen Zoru, als er vernahm, daß Presse und Publikum in Berlin auf das Bombardement von Paris drängten. „Die guten Leute" — rief er aus — „sollen nur mit dem Cirkel die Entfernungen messen. Wir können von da, wo wir jetzt unsere Geschütze auf stellen müssen, die innere Stadt nirgends erreichen. 7000 bis 7500 Schritt ist es meistens bis zn den Wällen, und schießen wir auch eine Vorstadt in Brand, so thut das den Parisern nicht weh. Wenn die Spießbürger zu Hause drängen, dann geschieht es erst recht nicht, daß wir die Belagerung beginnen. Wenn sie jabe ich nicht das Recht, chaft ertheilen zu lasten, — Es dürste Ihnen kn offiziellem Range oder Literaten, die sich durch ihre Lamina einen solchen Rang erworben haben, erst durch einen gerichtlichen Prozeß dieses Ranges verlustig erklärt werden müssen, ehe bei ihnen die Prügelstrafe in Anwendung kommen darf. Was in den benachbarten Häusern vor etwa 2 Jahren zu meinem Bedauern allerdings geirrt worden ist, war der Lärm eines Streites über eine ganz private Angelegenheit zwischen zwei inzwischen ab berufenen Gesandtschaftsmitgliedern, der sich in Berlin abspielte, als ich auf meinem Posten in Petersburg weilte." In dem frag lichen Artikel wird erzählt, Li-Hung-Tschang habe Hsü-Ching- Tscheng einem Mitarbeiter der „Post" gegenüber als einen un geeigneten diplomatischen Vertreter bezeichnet, der es nicht ver standen habe, die Interessen Chinas rechtzeitig energisch wahr zunehmen. Darauf habe Hsü-Ching-Tscheng den großen Li-Hung- Tschang in der in Berlin erscheinenden „Ostastatischen Correspondenz" abkanzeln lasten und zwar in der Form, daß es als selbstverständ lich hingestellt ward, daß ein so weißer und kluger Mann wie Li-Hung- Tschang solche ungeheuerlichen Worte nicht gesprochen haben könne. Lofungloh, Attache der Berliner Gesandtschaft, vermittelt als Dolmetscher die Unterredung zwischen Li-Hung-Tschang ur dem Redakteur der „Post" und wer die Personen kennt, bemerk dazu die „Berl. Börs.-Ztg.", wird nicht daran zweifeln, daß die Worte Li-Hung-Tschang thatsächlich so gefallen sind, wie de deutsche Journaust siej wiedergegeben hat. Aber ebenso sicher i es auch, daß Lofungloh gegenüber seinem Vorgesetzten dem Ge sandten Hsü-Ching-Tscheng, die Unterredung dementiren mußte. Im Streite zwischen Li-Hung-Tschang und Hsü-Ching-Tscheng befand sich Lofungloh in um so schlimmerer Lage, als er sich ge wiß des Umstandes erinnerte, daß vor einigen Jahren der ge strenge Hsü-Ching-Tscheng einigen Herren von seinem Personal, die durch ungebührliches Betragen an einem öffentlichen Orte in höchst peinlicher Weise von sich reden gemacht hatten, so fürchter liche Stockprügel ertheilen ließ, daß daS Wehgeschrei der Söhne des himmlischen Reiches der Mitte in der Gesandtschaft benach barten Häusern eine halbe Stunde lang gehört wurde. In der „Ostasiat. Correspondenz" ließ Hsü-Ching-Tscheng ferner sehr deutlich zum Ausdruck bringen, daß Li-Hung-Tschang keine be stimmten Aufträge zu Geschäftsabschlüssen habe — was der » letztere übrigens selbst mehrfach offen betont hat — und daß alle > bisherigen Bestellungen von Kriegsschiffen rc. durch die hiesige . chinesische Gesandtschaft erfolgt seien. Hierdurch sollten die deutschen Industriellen gewarnt werden, sich nicht allzu tief mit Li-Hung-Tschang einzulaffen. Der „Hann. C." bleibt bei seine Auffassung und weist darauf hin, daß. Li-Hung-Tschang selb noch nachträglich die Korrektheit der Berichte der „Post" an erkannt habe. und lautet künftig dahin, daß die Verlobten kraft deS BüMr- ichen Gesetzbuches nunmehr — nach der Eheerklärung der Ver übten — rechtmäßig verbundene Eheleute seien. Die Äenderung t vom Centrum durchgesetzt worden und wird von besten Presse B. der „Germania") dahin gedeutet, daß im Einklänge mit >em katholischen Dogma fortan die Ehe als durch die Erklärung der Verlobten geschlossen vom Staate anerkannt werde!" „Die Wirkung des EheabschluffeS", sagt die „Germania", „ist nicht mehr an die Erklärung des Standesbeamten gebunden, sie tritt vielmehr in Uebereinstimmung mit der Glaubenslehre der katholischen Kirche durch Vie Erklärung der Verlobten ein." Die E klärung des Standesbeamten habe nur die Bedeutung festzu stellen, daß kein staatliches Hinderniß der sofortigen Wirksamkeit der Eheerklärung entgegenstehe. Zum besseren Verstäudniß ist daran zu erinnern, daß nach katholischer Austastung nicht der Priester, sondern die Eheleute selbst die Spender des Ehesakra ments sind, und daß das Erforderniß der Eheerklärung vor dem Geistlichen nicht ein Glaubenssatz, sondern nur eine kirchliche . Disziplinarvorschrift ist, die das Tridentiner Concil lediglich aus praktisch-sittlichen Gründen aufstellte, um nämlich einem zuweilen vorgekommenen Unfug mit nicht öffentlicher Eheerklärung zu steuern. Die vom Centrum beantragte uno vom Reichstag be- chlostene Fassung hat nach der Darstellung der Centrumspreffe >en Zweck gehabt und erreichte ihn auch, oaß sich daS deutsche Bürgerliche Gesetz die katholische Auffassung angeeignet. Praktisch wird durch die neue Fassung nichts geändert; es gehört schon einiger Scharfsinn dazu, um den Sinn-Unterschied herauszufinden. Und selbst darüber läßt sich streiten, ob die neue Formel theorefisch dasjenige enthält, was die CentrumSpreste aus ihr herausliest. Sie urgirt die gebrauchte Perfektform: „verbunden sind", und legt sie dahin aus, daß der Standesbeamte, also der Staat, die Ehe als vor der Erklärung des Standesbeamten — also durch die Eheerklärung der Verlobten — vollzogen anerkenne. Damit hätte der Staat die Nichtkatholiken wider ihren Willen dem katholischen Dogma unterworfen. Aber die fistelnde Auslegung der Centrumspreffe ist sehr anfechtbar. DaS Perfektum kann auch sehr wohl den Sinn haben: Die Ehe ist geschloffen, nach dem ich (der Standesbeamte) die Verlobten für ehelich verbundene erklärt habe. Die Perfektform wird erst berechtigt, nachdem die Erklärung deS Standesbeamten, in der sie vorkommt, beendigt ist. Aehnlich sagt der Präsident im Reichstage: „Widerspruch erhebt sich nicht; der Vorschlag ist angenommen." Er ist keineswegs angenommen, ehe der Präsident dies erklärt hat, er ist eS erst, nachdem der Präsident den angeführten Satz ausgesprochen hat. Der dogmatische Erfolg, den das Centrum errungen zu haben glaubt, beruht auf bloßer Kasuistik. Ein Herr von Nathusius - HundiSburg veröffentlicht in der agrarischen „Halleschen Zeitung" folgende Zuschrift: „Ende April annoncirte ich in Ihrer Zeitung meinen Bockverkauf und gebrauchte die Wendung : „Trotz Besserung der landwirthschaft- lichen Verhältnisse sind die Preise die gleichen der letzten Jahre!" ' Diese Annonce ist auch von meinem Schäferei-Direktor A. Heyne ! unterzeichnet. Da nun genannter Herr hierdurch Angriffen aus gesetzt ist, so erkläre ich, daß ich den Wortlaut der Annonce ver- i faßt habe. Nicht er, sondern ich allein muß den Zorn der Herren tragen, die ihre Unzufriedenheit geäußert haben, und ich thue : dieses leichten Herzens aus folgenden Gründen: Die von mir lebrauchte Redewendung sollte eine scherzhafte Form der Reklame ein, was aber durchaus nicht ausschließt, daß ich für das ver- loffene Wirthschaftsjahr die Besserung der landwirthschaftlichen Verhältnisse allen Ernstes als bestehend annehme. Meine Wirth- schast hat in diesem Jahre die Tonne Getreides durchschnittlich " höher verwerthet als das Jahr zuvor, die Besserung „Die medizinische Fakultät der hiesigen Universität hat Se. Durch laucht den Fürsten Bismarck, Wilhelms I., des Wiederherstellers des deutschen Reiches, ersten und einzigen Kanzler, Doktor der Theologie, der Jurisprudenz, der Philosophie und der Staats wissenschaften, wegen seiner unsterblichen Thaten, die er in seinem langen mühe- und erfolgreichen Leben im Dienste deS Gesammt- wohleS des Vaterlandes vollbracht hat, und wegen der Gesetze und Einrichtungen, durch die er das Medizinalwcsen deS Gesammt- vaterlandes nach einheitlichem Plane umgestaltet hat, zum An denken an den Tag, an dem vor 20 Jahren das Kaiserliche Gesundheitsamt eröffnet wurde, zugleich in Erinnerung der Ehre, die er vor vier Jahren im Monat Juli dieser Stadt und der prüft werden müßte, ob der Gläubiger aus berechtigtem Interest? oder aus Chikane die Annahme ver theilweisen Leistung ver- -weigert habe. Bei der Neigung mancher Menschen, kleine Abzüge Hu machen, ist das Recht, eine Theilleistung zurückzuweisen, aller- vingS ost daS einzige Mittel für den Gläubiger, um den fehlen den Betrag ohne unverhältnißmäßige Weiterungen mit zu erhallen. Der Schuldner, dessen unvollständige Leistung zurückgewiesen ist, wird auf die ganze Leistung verklagt werden und infolgedessen weit höhere Prozeßkosten zu tragen haben, als wenn er nur eine Klage auf den kleinen Fehlbetrag zu gewärtigen hätte. Für die in den einzelnen deutschen Staaten verschieden be messenen Verjährungsfristen der Klagen führt daS Gesetzbuch einheitlich eine regelmäßige Frist von dreißig Jahren ein. Die Forderungen der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker, Kunst- gewerbtreibenden für gelieferte Waaren und Arbeiten, der Land- wirthe für gelieferte Erzeugnisse, der Gastwirthe, Lotteriekollekteure, der Privatbeamten, der Arbeiter wegen des Lohnes, der Arbeit geber wegen Vorschüssen, der Lehrer, der Aerzte, Rechtsanwälte und Gerichtsvollzieher, der Unterrichts-, Erziehungs-, Verpflegungs oder Heilanstalten rc. verjähren mit dem Ablauf von zwei Jahren; mit Ablauf von vier Jahren verjähren Zinsen, Pacht- undMieths- gelder, Renten und dergleichen Bezüge. Betreffs der Verjährung der Forderungen der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker, Kunst- gewerbtreibenden und Lotterie-Einnehmer oder Lotterie-Haupt- kollekteure ist eine schon jetzt in den meisten Staaten bestehende Ausnahme gemacht, wenn die Waaren oder Arbeiten dem Schuldner für seinen gewerblichen Betrieb oder die Loose zum Weiterbetrieb geliefert find. In diesen Fällen verjähren die Forderungen, also r. B. die Ansprüche des Lederhändlers gegen den Schuhmacher. oeS Papierfabrikanten gegen den Papierhändler auf das Kaufgelo für geliefertes Leder bezw. Papier, in vier Jahren. Politisch^Ümschau. Freiberg, den 18. Juli. Der deutsche Kaiser ist Freitag Mittag mit der Dacht „Hohen- zvllern", gefolgt vom Kreuzer „Gefion" nordwärts abgereist. Vormittags begab sich Se. Majestät an Land und besichtigte die Stadt. Voraussichtlich wird auf der Rückkehr am 25. Juli Aale- fund nochmals angelaufen. Das Wetter ist bewölkt. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern an Bord der Dacht „Esperance" von Kopenhagen abgereift. Den Fürsten Bismarck hat bekanntlich die medizinische Fakultät der Universität Jena zum Ehrendoktor ernannt. Das aufs Prächtigste auSgestattete Diplom hat folgenden Wortlaut: uns lieber einen Zug mit Munition schickten, statt dreie ichwarzen Fracks" — nämlich der ReichStcigsdeputafion. Indessen, waS den Führern iWht möglich schien, das thaten die einzelnen Batterien auf eigene Faust. So z.B. war ein bayerischer Hauptmann, der in BanvrrS eine Batterie zum Schweigen zu bringen hatte, am Mittag damit fertig geworden. „Nun Kinder, thun wir etwas für unser Plaisir", sagte er zu seinen Kanonieren. „Nehmt 'mal höchste Elevation mit Euren 24-Pfündern. Schaun mer, ob mer 'nein kommen in daS Paris!" Die Batterie hatte einmal durch- chargirt, und sofort ging Feuer auf! General Blumenthal war überrascht durch diese Meldung von dem Brande. Major Schu mann sagte ihm mit unschuldigster Miene: „Es geschah ganz von ungefähr; eigentlich sollte nur erprobt werden, wie unsere Laffetten die hohe Elevation aushielten!" DaS ganze Hauptquartier brach bei dieser Begründung in lautes Gelächter aus, und der General darin einstimmend, rief: „Die Mordbrenner, also haben sie wirk lich nach Paris hineingeschoffen! Nun, da es einmal geschehen ist, dann nur 2000 bis 3000 Granaten hinterher." Einige Tage später kamen durch Pariser Zeitungen Nachrichten aus der Stadt, welche die Erfolge der Granaten meldeten. Sie flogen bis nahe ans Seine-Ufer, die südliche Hälfte der Stadt war somit im Bereiche des FeuerS. Die Artilleristen selber staunten über die Tragweite ihrer 24-Pfünder. Sie gaben immer hartnäckig 7000 bis 7500 als höchste Schußweite an. Jetzt schossen sie 10 000, vielleicht 11000 Schritte! Drei Granaten schlugen vor der Kirche von St. Sauveur ein, als die Menge gerade herauS- strömte, und 80 Menschen wurden zerrissen. Auch Prinz Kraft zu Hohenlohe schlug dem strengen Verbot deS Oberkommandos der 3. Armee, auf Paris zu schießen, ein Schnippchen. Er tele- graphirte an eine Batterie bei Clamart gegen Abend: Richtung auf Fort -Vanvres, höchste Elevation, sechs Pfund Pulver! Die Artilleristen empfingen jubelnd den Befehl, und in himmelhohem Bogen saust»» aus oen überladenen Geschützen die Granaten über Vanvres hinweg bis nach Paris hinein. Besonderes Interesse darf noch ein Vorgang beanspruchen, der auf die Vorgeschichte deS Krieges ein bemerkenswertheS Licht wirst. Am 12. Februar 1871 hatte Paris 100 Millionen, die Hälfte der ihm auferlegten Kriegs-Kontribution, ge»ahlt. Bleichröder, den BiSmarck auS Berlin berufen hatte, indem er sagte: „Zu den Geldgeschäften brauche ich unbedingt einen Juden!", übernahm mit General von Stosch die hübsche Summe. Zum größten Theil bestand sie in 1000 Francsscheinen, zum Theil in Wechseln, zum geringsten Theil in Geld. Bleichröder sagte nach beendetem Geschäft: „Ich weiß es jetzt ganz bestimmt, daß die französische Regierung den krieg schon im Herbst 1869 beschlossen hatte. Die große Summe der Banknoten stammt ungefähr aus dem November 1869. Keine Regierung aber läßt so nefige Werthe bereit halten, wenn nicht Krieg vor der Thür steht. Zwischen Li-Hung-Tschang und dem chinesischen Gesandten Hsü-Ching-Tscheng in Berlin scheinen allerlei Eifersüchteleien zu peinlichen Trillionen geführt zu haben, die in einer Polemik der von dem Sekretär der Berliner chinesischen Gesandtschaft vr. Kreyer beeinflußten „Ostas. Corr." Men angebliche abfällige Urtheile Li-Hung-TschangS über Hsü-Ching-Tscheng ihren Ausdruck ge funden haben. Um den dadurch hervorgerusenen unangenehmen Eindruck abzuschwächen, hat sich der chinesische Gesandte, Hsü-Ching- Tscheng in Berlin veranlaßt gesehen, dem „Hann. Cour.", der sich in einem Artikel über die „Chinesischen Friktionen" ausge lassen hatte, folgende Erklärungen zugehen zu lassen: 1. Es ist nicht wahr, daß ein „latenter Krieg" (auch kein offener) zwischen mir und dem außerordentlichen Botschafter Li-Hung-Tschang be steht. 2. Herr Lofungloh ist nicht Attachä meiner Mission, sondern Sekretär der außerordentlichen Botschaft. Sein Vorgesetzter um 21 Mark höher verwerthet als das Jabr zuvor, ist Seine Exzellenz Li-Hung-Tschang, und er ist im vollsten Sinn sder Zuckerpreise war sehr bedeutend, Kunstdünger u behaup BiScon malS i zu ben einem zu ver vativv beide Frank gegan Vilaj Perso BiM 180 I fände zu er Stinm Lage i «holst sie der 50 000 N Statis tödted haben gefori wund Friede Tages Urthei »u den die ein nämlic Jntere Beispi« und R noch g man k konnte, Durch richtun dacht d Graf Onkel- Dit vollstäi von Bi LnSwä Ml wi hat niö Haupts am D /findend BiScon Sitzur Unrul „CoSr Der L auf di I' des 8 werk» S des Gerü T war, wie t Nach Bern samn ableh wem der zuvor In de: wird « Graf < Bauen folgen vor, w bahnzu redung Porten Mc wollen, die Nel Auffast sogenai geboter fache 2 Freiberger Anzeiger und Tageblatt. Seite 2. — 18W
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