Volltext Seite (XML)
«nd Tageblatt MUMM M die wiliMm md MWcn Behörden zu Freiterg «nd Bmnd. Veranttvortttche Leitung: Georg Burkhardt. -- 49. Jahrgang. Donnerstag, Sen ZI. Mai. Die Gemeinde- «nd Mrchtnanlage« für 1. Termin 18W find ohne Verzug zur Vermeidung der zw g Hebung an die Stadtsteuereinnahme hier zu entrichten. «iLdtrotK. Freiberg, am 20. Mai 1896. »«-L. Bgm. "S S? 1»96 Außerhalb ded Landgerichtsbeztrk« 15 Belanntmachnng Ein Portemonnaie mit Zny.lt uny einem golyenen ui ns °ls gefunden h h abgegeben worden. Der BerlusttrSger wolle sich hier melden. «^»»».^itiatbefi-rde. Freiberg, am 19. Mai 1896. Die EtHAoMetveyoroe. In dem Konkursverfahren^über das Vermal ^es CigamnfabriLntm ^»rk V«»«0 Knauth in Freiberg ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, z . Einwendungen gegen das Schlußverzeichniß der oei der ^rtheilung z ^kschiig Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwerthbaren Bermogensstucke der Schlußtermin auf^^ 2. Ju«i18S6, Vormittags 10 «hr, vor dem Königlichen Amtsgerichte hierselbst, Zimmer Nr. 33, bestimmt. Freiberg, den 8. Mai 1896. Sekr Floolul, . Gerichtsschreiber beim Königliche« Amtsgerichte vaselbfi, Abth. I- Bekanntmachung. Nachdem die Königliche Kreishauptmanuschast Dresden der die ländlichen Ortschaften ^^lSgerichtsbe^E Freiberg mit umfassenden Tischlerinnung zu Freiberg die Borrvhte °us §100« Ziffer 3 der ReichSaxwerbeordnung zu verleihen beschlossen hat, wird 7^^ zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß diejenigen im Bezirke der Tischlerinnung zu Frei- oerg wohnhaften Gewerbtreibenden, welche, obwohl sie selbst zur Aufnahme in die letztere fähig sind, rhr dennoch nicht angehörcn, vom o „ 1. Juli 1«W ab Lehrlinge nicht mehr annehme« -ürsen. , Wer vorstehendem Verbot zuwider nach dem 1. Juli dsS. Js. Lehrlinge annimmt, wird auh Grund von L 148 Ziffer 10 der Gewerbeordnung mit Geldstrafe bis zu einhundert und fünfzig Ma« und rm UnvermögenSfälle mst Hast bis zu vier Wochen bestraft. Freiberg, am 20. April 1896. Königliche Amtshauptmannschaft. Vr StvInviTt. Bekanntmachung. » . Nachdem die städtischen Collegien hierselbst beschlossen haben, eventuell für die Stadtgemeinde Freiberg die sogenannten Bürgerselder, dafern dieselben zu angemessenen Preisen verkäuflich , anzukaufen, sehen wir der Abgabe von Kaufsangeboten mit genauer Angabe der Nummer und Troße der Parzellen sowie des geforderten Preises entgegen. Freiberg, am 16. Mai 1896. ... Ker Ktadtrath. »r SeeLc. Mllr. «rtchrint jeden Wochentag Abends >/,7llhr fürdeu ./Vs Uv. Tag. Preis vierteljährlich s M. Sb Pfg. zweimonatlich IMk. 50 Pfg. u. -inmönatlichTSPfg. Die Lage der deutschen Arbeit. — Mitte Mai. — Zweige dieses großen Arbeitsgebietes haben nie eine derartig umfangreiche Beschäftigung gehabt. Diese Thatsache verdient umsomehr hervorgehoben zu werden, da die Lage der Maschinen industrie in den Bereinigten Staaten, wie in England keines wegs so günstig als in Deutschland ist. Es zeigt sich auch auf diesem Gebiet nationaler Arbeit, daß die deutsche Kraft und Tüchtigkeit daran ist, besonders den Engländern den können die vorhandenen Aufträge kaum bewältigen; sowohl in ihnen wie in den Stahlwerken ist auf Monate hinaus die reich lichste Beschäftigung vorhanden. Vielfach sind Preissteigerungen eingetreten; häufig muß die Arbeitszeit verlängert werden. In einzelnen Zweigen dieser Großgewcrbe fehlen die Arbeiter außer ordentlich, der Verdienst ist ein guter, oft selbst ein so hoher, wie er nie von deutschen Industriearbeitern erreicht wurde. Es ist daher natürlich, daß sich die Lebenshaltung in diesen Kreisen seit einiger Zeit erheblich gesteigert hat. Bei manchen dieser Arbeiter kann man leider auch gegenwärtig wieder die Beobachtung machen, daß der schnell, wenn auch mit sauerem Schweiß erlangte Ver dienst eben so schnell wieder bei Trunk und Tanz zerstäubt; viele jedoch, und das ist ein günstiges Zeichen für die Fortschritte deutscher Volkserziehung, denken an die Zeit der Noth und handeln dementsprechend. Mit der günstigen Lage der größeren Industriezweige hängt es zusammen, daß auch im Kohlenbergbau trotz der eingetretenen wärmeren Jahreszeit eine sehr rege Beschäftigung herrscht. Der Kohlenversandt ist durchgängig ein sehr starker, ein Umstand, der auch der Flußschifffahrt zu gute kommt. Im Baugewerbe wird in diesem Frühjahr mehr als 1895 gearbeitet. Auch hier spürt man den günstigen Einfluß der übrigen wirthschaftlichen Ver hältnisse. Es werden namentlich zahlreiche Industrieanlagen aus geführt, auch die Errichtung von Wohnhäusern wird von der Im deutschen „Reichs-Anz." wird folgender Dankerlaß des Kaisers veröffentlicht: Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages, an welchem vor fünfundzwanzig Jahren der ruhmreiche Frank furter Friede geschlossen, sind Mir aus dem deutschen Vaterlande von Veteranen, Kriegervereinen und festlichen Vereinigungen patriotischer Reichsbürger zahlreiche Telegramme zugegangen, in welchen der Treue gegen Kaiser und Reich, der Freude über die großen Errungenschaften des bedeutungsvollen Zeitabschnitts und der Hoffnung auf eine weitere friedliche Ausgestaltung deutscher Macht und Stärke begeisterter Ausdruck gegeben worden ist. Vielfach war damit die Meldung verbunden, daß die Feier zu gleich benutzt worden, um die Erinnerung an jene große Zeit durch die Errichtung weiterer Denkmäler und Denkzeichen für den in Gott ruhenden Heldenkaiser Wilhelm den Großen und die auf dem Felde der Ehre gefallenen treuen Söhne des Vaterlandes ür alle Zeiten festzuhalten. Ich bin durch diese Kundgebungen herzlich erfreut worden und spreche allen Betheiligten auf diesem Wege Meinen kaiserlichen Dank aus. Ich ersuche Sie, diesen Erlaß alsbald zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Prökelwitz, Mch 1896. Wilhelm. I. R. An den Reichskanzler. Die vierten Bataillone. Der Reichstags hat die erste Lesung der Vorlage wegen der Umformung der vierten Bataillone beendet. In den Debatten stellten sich ihr die meisten Redner nicht unsympathisch gegenüber. Nichtsdestoweniger zeigt, uch m der Haltung einzelner Parteien das schon seit einem Menschenalter wahrgenommene Streben wieder, unabweisbare Forderungen der Regierung, namentlich auf militärischem Gebiete, zum Austrag Parlamentarischer Machtfragen zu benutzen. Wie einst in der preußischen Konfliktspcriode der Meinungsstreit über die Heeres-Reorganisation nur die Coulisse bildete, hinter der man die Lösung der Frage: machtvolles Köuigsthum oder bedingungs lose Parlamentsherrschaft? zu Guusten des Parlamentarismus betrieb, — so hat man auch jetzt wieder die Gelegenheit benutzt rückgegangen. Trotzdem kann inr Allgemeinen die Lage der deutschen Textilgewerbe eine günstige genannt werden. Nur in einzelnen Zweigen der Spinnerei macht sich seit kurzer Zeit eine Zurückhaltung der Käufer bemerkbar, ein Umstand, der auf den Rohstoffmarkt und darauf zurückzuführen ist, daß für manche Tettilgewerbe die stille Zeit beginnt. Die deutsche Juteindustrie leidet seit Auflösung der früheren „Vereinigung deutscher Jute- industrieller" an sehr erheblichen BetriebSerweiternngen. Zu den bisher in Deutschland arbeitenden 90 000 Jutespindeln werden vorläufig noch etwa 20000 hinzukommen. Die Wirkung dieser sehr erheblichen Steigerung wird nicht ausbleiben, sobald diese Spindeln stimmtlich im Betriebe sind. Das geschah bisher lediglich aus dem Grunde noch nicht, weil die Maschinenbau anstalten so zahlreiche Aufträge haben, daß sie verhindert waren, die Neueinrichtungen für jene Jutefabriken vollständig zu liefern. Die Webereien sind meistens gut beschäftigt. Einzelne Zweige derselben klagen jedoch, daß die Waarenpreise nicht mit der Steigerung der Rohstoffpreise Schritt halten. Vielfach werden Webereiarbeiter gesucht; auch die Löhne find in einzelnen Be zirken und für manche Waarengattungen aufgebeffert. Die Be schäftigung der Hausweber ist noch immer eine bessere als in den letzten Jahren. In der Wirkerei ist der Betrieb gegenwärtig, ruhiger geworden, da die „Saison" vorüber ist. Doch ist namentlich in der Handschuherzeugung noch immer flott zu thun und auch die Lage der Strumpfwirkerei ist unter Berücksichtigung der eingetretenen stillen Monate eine zufriedenstellende. Ausgezeichnete Verhältnisse herrschen so ziemlich auf dem ge- sammten Gebiete des deutschen Maschinenbaues. Es haben nicht nur alle rennenswerthen Fabriken eine ganz vorzügliche Beschäftigung, andern viele Maschinenbauanstalten sind bereits derartig mit Aufträgen überhäuft, daß bis weit in das nächste Jahr hinein- reichenoe Lieferfristen verlangt und bewilligt werden. Einzelne , 8. 6. Es ist vielleicht zll bedauern, daß unser deutsches Er werbsleben von dem Markt der Bereinigten Staaten in erheb licher Weise abhängig ist und aus mehr als einem Gruiide mögen Bestrebungen Unterstützung verdienen, die darauf gerichtet sind, diesen Zustand zu ändern, ^ber gegenwärtig hat man noch mit den Thatsachen zu rechnen, wie sie sind, und es ist daher leicht zu verstehen, daß die Mittheilung, bei der nächsten Präsidentschaftswahl in der großen überseeischen Union werde! Mc. Kinley als Kandidat aufgestellt und auch jedenfalls gewählt, i in manchen deutschen Großgewerben, die nach dort ausführen, eine gewisse Beunruhigung chervorrief. Denn in Mc. Kinley er blickt man mit Recht die Verkörperung des nordamerikanischen Protektionismus und die rücksichtsloseste Ausprägung des Schutz zollsystems. Es ist noch in frischer Erinnerung, daß die nach lenem Manne benannte' Bill dem deutschen Nationalwohlstande tiefe Wunden schlug, und man fürchtet, daß unter einem der artigen Oberhaupt das große Absatzgebiet der Vereinigten Staaten abermals durch fast unübersteigbare Zollschranken und Schwierig keiten umschlossen werden könnte. Diese Befürchtungen sind nicht ganz unberechtigt. Es ist bekannt, daß dort das Schlagwort der Monroedoktrin: „Amerika für die Amerikaner" noch immer kräftig genug ist, um wenigstens eine Zeit lang zu wirthschafts- politischen Unklugheiten zu verleiten. Aber es muß berücksichtigt werden, daß die von dem Geiste Mc. Kinleys beeinflußte Handels politik für die Fabrikanten in den Vereinigten Staaten sehr bittere Lehren zurückließ. Der Begeisterung für eine möglichst „smarte" das heißt rücksichtslose Schutzzollpolitik, ist in weiten Kreisen die Ernüchterung gefolgt. Man hat eingeseheu, daß der Zeitpunkt denn doch noch ziemlich fern ist, an dem die Vereinigten Staaten sich auch wirthschaftlich lediglich auf sich selbst stellen können. Zugleich gewann man auch nach anderer Richtung an wirthschaftlicher Einsicht und erkannte, daß eine Schutzzollpolitik nach Mc. Kinleys Vorbilde die Gefahr ungesundester Produktions steigerungen nm sich bringt, die wiederum zu schweren geschäft lichen Krisen führen. Diese Anschauung wird durch die Verhältnisse bestätigt, welche gegenwärtig im nordamerikanischen Textilgroßgewerbe herrschen. Während m Deutschland die Lage dieses Arbeitsfeldes eine im Allgemeinen gesunde ist, müssen in den Vereinigten Staaten zahlreiche Spinnereien, Webereien und Wirkfabriken geschlossen werden, da sie keine Beschäftigung haben. Dieser bei der heutigen Lage des Weltmarktes auffallende Vorgang ist lediglich die böse Folge hochschutzzöllnerischer Handelspolitik. Unter dem Schutze einer vom Geiste Mc. Kinleys getragenen Gesetzgebung sind nach den Ausweisen der dortigen Wirthschaftsstatistik in den Vereinigten Staaten so zahlreiche Textilfabriken gebaut, daß trotz des ge steigerten Bedarfs heute für viele derselben keine Aufträge vor handen sind. Für die Ursachen derartiger Zustände ist auch der Geschäfts mann der Vereinigten Staaten nicht blind. Er selbst findet bei einer ausgeprägten Schutzpolitik auf die Dauer seine Rechnung nicht und das ist ein gewichtiger Grund mit zu der Annahme, daß eine etwaige Wahl Mc. Kinleys künftig nicht ohne Weiteres gleichbedeutend ist mit einer abermaligen gesetzlichen Einführung des nach ihm benannten Protektionssystems. Immerhin zeugt es von der Vorsicht der deutschen Ausfuhrkaufleutc, wenn sic Schwierigkeiten, die auf einem ihrer wichtigsten Märkte entstehen können, frühzeitig ins Auge fassen. Sie handeln durchaus geschäftsklug, wenn sie im Hinblick auf künftige stille Zeiten die > gegenwärtige Gunst des Weltmarktes so kräftig wie möglich aus zunutzen suchen. Die deutsche Ausfuhr hat sich nach fast allen größeren Absatz- , gebieten in der letzten Zeit gesteigert, nur unsere Textilgeweroe ' haben nach den Bereinigten Staaten erheblich weniger als im 1 vorigen Jahre ausgeführt. Sowohl in Webereien, wie in Wirk- I waaren und Posamenten ist der Export nach dort erheblich zu- , Spekulation wieder eifriger als seit Jahren betrieben. Dieselbe rechnet mit dem guten Verdienst der Arbeiter, der diese dazu b^ wegt, sich größere und gesundere Wohnungen zu unethen oder auch wohl leichter als in stiller Zeit eiuen Hausftcmd neu zu gründen. Es ist allgemein bekannt, daß m günstiger Geschäftszeit die Heirathsziffer steigt. Dieser Einwirkung der Konjunktur aus - die persönlichen Verhältnisse deS Arbeiters verdmkt g«wwärt»g auch die deutsche Möbelfabrikation ihre ausgezeichnet« MMftrg- ung. Besonders die großen und leistungsfähigen Fabriken baden bereits seit einiger Zeit derart umfangreiche Aufträge, daß sie dieselben nur mit großer Mühe bewältigen können. Arbeiter werden auch in diesem Erwerbszweige gesucht, die Löhne sind vielfach erhöht und die Fabrikanten haben wenigstens in Sachsen und für gewisse Waarengattungen auch den Verkaufspreis ge steigert. Eigenartig ist die Lage der bekanntlich hochentwickelten deutschen Glasindustrie. In fast allen Zweigen derselben herrscht eine so rege Beschäftigung, daß hier gleichfalls vielfach über eruea Mangel an Arbeitern geklagt wird; aber trotzdem ist es nur äußerst schwer oder überhaupt nicht möglich, die Waarenpreise heraufzubringen. Es wird das auf den Mitbewerb kleiner Fabriken zurückgeführt, die in Folge ihrer günstigeren Arbeiter verhältnisfe billig liefern können und damit den Preis niedrig halten. Doch kann im Allgemeinen auch die Lage dieser Industrie keineswegs eine schlechte genannt werden. Der Gewinn der Unternehmer ist ein billigen Ansprüchen durchaus entsprechender und auch die Löhne der Arbeiter sind meistens gute, ost sogar sehr hohe. Wirklich schlecht scheinen jedoch gegenwärtig die Ver hältnisse der schlesischen Mühlenindustrie zu liegen, weil in Folge der Aufhebung der Staffeltarife das Absatzgebiet zurückgegangen sein soll. Die größeren Mühlen haben Arveiterentlassungen Vor rehmen müssen, eine Thatsache, oie glücklicherweise gegenwärtig aus keinem anderen Gebiet der deutschen Arbeit zu berichten ist. Politische Umschau. Freiberg, den 20. Mai. Rang abzulaufen. Zahlreiche Maschinenaufträge aus dem Auslande, die früher englischen Fabrikanten ertheilt wurden, md im letzten Jahre nach Deutschland gegangen. Ueberhaupt st die Lage der gesammten deutschen Eisenindustrie eine günstige. Die Nachfrage auf dem Eisenmarkt ist noch immer eine sehr rege und die Preise bleiben fest. Manche Werke der Eisenindustrie