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4 F 55 Brand, am 29. Februar 1896. Lommatzsch, am 5. März 1896. wird Sie erwürgen!" Staatsminister v. Metzsch weist den Vorwnrf des Abgeordneten Goldstein zurück, daß die Regierung der Deputation nicht genügendes nud erschöpfendes statistisches Material znr Ver fügung gestellt habe. Die Regierung habe nach dieser Richtung hin gegeben, was habe gegeben werden können. Auch sei dieselbe bereit, bei den ferneren Bewachungen über die einzelnen Para graphen Auskünfte uach den verschiedensten Richtungen hin zu geben. Die von dem Abgeordneten Goldstein augezogencn Fälle seien willkürlich ans dem statistischen Material heransgegriffen und gehörten gar nicht zur Berathung des Z 5, sondern zu 8 7. Ebenso weist er dem Abgeordneten Geyer verschiedene Unrichtig keiten in seinen Ausführungen uach. Abg. Opitz (kons.): Die leeren Bänke des Hauses während Mark Sparkasseu-Gelder sind im Ganzen oder getheilt gegen vierprozentige Verzinsung hypothekarisch a«-zuleiheu* Die Beleihung der Grundstücke erfolgt in der Regel bis zu btz der Brandkasse, außerdem werden für jede culturfähige Grundsteuereinheit bis zu 30 Mark gewährt. Gesuche sind unter Beifügung von Brandkassenschein, Besitzstandsverzeichniß und Folienabschrift anher einzureichen. Sogenannte ortsgerichtliche Taxen werden hier nicht berücksichtigt. Der Stadtrath. Dr. Keil. Königliche- Amtsgericht, vr Ola««». F Gnmdstiicksverstcigenmg Erbtheilungshalber soll das zum Nachlasse der Christiane Coukordte VerW. Uhlig geb. Arnold in Großhartmannsdorf gehörige Hausgrundstück, Fol. 226 des Gruud- und Hypothekenbuchs für diesen Ort, Nr. 198 des Brandkatasters und Parzelle Nr. 724» des Flurbuchs, mit 33 Steuereinheiten belegt- und ortsgerichtlich auf 1800 M. geschätzt, Freitag, den 13. März 1896, Bormittags 10 Uhr, an hiesiger Amtsgerichtsstellc öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Versteigernngsbedingungen sind aus den an hiesiger Gerichtstafel und im Helbig'schen Gasthofe zu Großhartmannsdorf aushängenden Anschlägen ersichtlich. 48. Jahrgang. — Sonnabend, Sen 7. März Dinctor und Vorstanddmttglied"lst"^"k in Hrciberg Freiberg, am 5. März 1896. Leg V. 58 /96. Königliches Amtsgericht. ^rvt8vIu»»tCvi7. Schubert. Auf dem die Aktienaesellickall >>. —- t« verstorben ist, sondern an ftL Swll" Freiberg, Director und Vorstandsmllglwd"rsll""" Osvnick ri»«8t in Freiberg Freiberg, den 5. März 1896. Leg. V. 52./96. Königliches Amtsgericht. Auf deni die Aktienoeielllckait in w.v Schubert. Folium 476 des Handelsregisters^für die Stadt" AeÄrfi'i^ Freiberg betreffenden «ehr Arberg rst heute eingetragen worden, daß nicht sondern an seiner Statt ^^^av Julius Delank in Freiberg, Schaar aus dem Kreise der Ordnungsparteien, die als Volksrechts- Wacht sich heute gegen diesen Entwurf wende, sei gleichzeitig auch die Wacht für die Ehre und das Gedeihen des Vaterlandes. Abg. Rostosky (kons.) spricht über das belgische Pluralsystem. Schon jetzt theile man die Menschen nach ihrem Bildungsgänge in vier Klassen ein, und denen, die in ihrem Fache tüchtig sind, müsse man eine bessere Stellung im Staate zuweisen. Man werde mit dem Gesetze eine Brücke herüber »u der Sache der Ordnung für Diejenigen bauen, die ihr mir Gewalt -»»ffrrmvrr worden sind. - ' - Abg. vr. Kühlmorgen-Scheibenberg weist zunächst den Vorwnrf Geyers, den dieser gegen die Deputation erhoben, energisch zurück. Derselbe habe behauptet, daß in der Deputation eine allgemeine Debatte nicht eingeleitet worden sei. Die Un wahrheit dieses Vorwurfes weise er damit zurück, daß Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion zugegen gewesen seien und diese doch entschieden bestätigen müßten, wie die verschiedenen Wahl systeme besprochen worden seien. Sei der Abgeordnete Geyer von den Berathungen enttäuscht gewesen, dann habe er falsche Anschauungen mitgebracht. Wenn den Mitgliedern der Depu tation zum Vorwurf gemacht werde, daß sie mit gebundener Marschroute in der Deputation erschienen seien, so sei dies zwar wahr, aber man habe doch auch die Stimmung der Kammermehr heit gekannt. Weiter habe der Redner behauptet, daß die Mit glieder ihre Pflichten nicht erkannt nnd auf die öffentliche Stimmung keine Rücksicht genommen hätten. Dem halte er ent gegen, daß die Aufgabe der Deputation darin bestand, die Vor lage zu prüfen und Abänderungsvorschläge eventuell zu machen. Auch den Vorwnrf der Uebcrhastung nnd Eile weise er als un gerechtfertigt zurück. Wenn ferner behauptet werde, daß die edelsten Elemente der Nation gegen die Vorlage seien, so müsse er die Behauptung dem Urtheil der Oeffentlichkeit überlassen. Ferner sei gesagt worden, mit der Annahme der Gesetzesvorlage begebe man sich in den Schutz Preußens und das Königthum sei in Gefahr, so nehme sich dieser Vorwurf in dem Munde eines Sozialdemokraten mehr als komisch ans. Was den in die De batte mehrfach hereingezogenen Professor Sohm anlange, so sei sich dieser in seinen Anschauungen durchaus nicht immer treu geblieben. Trotzdem man auf seine christlich-monarchische Ge sinnung so großen Werth lege, knnstatire er, daß Professor Sohm am Schluffe einer vor zwei Jahren in Königsberg gehaltenen Rede wörtlich gesagt habe: „Nieder mit dem christlichen Staate!" Vielleicht komme derselbe ebenso leicht noch zn der Anschauung, daß er eines Tages ausrufen werde: „Weg mit dem allgemeinen gleichen Wahlrechte." Abg. Herrfurth-Leipzig verwahrt sich gegen den Vor wurf, daß die Deputationsmitglieder mit gebundener Marschroute in die Sitzung gekommen seien. Abg. Goldstein (Soz.) spricht in ungemein langausge dehnter Rede über die Arbeiten der Deputation und bemängelt und kritisirt, während das Haus sich auffallend leert, dieselben. Am Schluffe seiner Rede erklärt er, daß von der Vorlage mir die Nationalliberalcn Vortheil ziehen würden und ruft dann zu den Konservativen gewendet, auS: „Der Nationalliberalismus Me UchmÜW j« der Imiteu KW«-. Mit 56 gegen 23 Stimmen hat gestern die Zweite Kammer den § 1 des neuen Wahlgesetzes nach slebenstundraer Debatte angenommen Wiederum waren die Tribünen zum Brechen voll Ein" AbtheE lung Gendarmerie war für den Hall vtz Amnung der Tribünen in einem Nebenzimmer unter- Vereidigung des neugewählten sozialdemo kratischen Abg. Grunberg, welchen der Präsident mit eindrino- luhen Worten auf die Heiligkeit des Ädes aufmerksam gemacht hat, wird § Ides Gesetzentwurfes L berathen. Trotzdem die Sitzung von Vormittags 10 bis Abends 5 Uhr dauerte, kam man über diesen 8 1 nicht hinaus. Eine lebhafte Debatte entspann sich schon über die vom Abg. Geyer angeregte Frage, ob man eine allgemeine Diskussion über den Gesetzentwurf vornehmen solle. Präsident Ackermann erklärt hierzu, daß dies der Geschäfts ordnung widerspreche, daß er aber der Aussprache bei den ein zelnen Paragraphen reichen Spielraum geben werde. Abg. Opitz verweist auf die ausführliche Debatte bei der allgemeinen Vor- berathuna. Abg. Schubert verwendet sich auch für eine General debatte, da sich gegen die Vorlage viele Stimmen erklärt hätten, die man nicht nur zählen, sondern auch wägen müsse. Abg. Opitz widerspricht wiederholt, das Parlament müsse sich doch von einer Volksversammlung unterscheiden. Abg. Stolle-Gesau erwartet von einer Generaldebatte eine Beschleunigung der Berathung und erwidert dem Vorredner, er könnte in den Versammlungen der Arbeiter parlamentarischen Takt lernen, was dem Redner einen Ordnungsruf einbringt. Abg. vr. Mehnert widerspricht einer Generaldebatte. Seine Partei urtheile nicht nach der Stimmung im Lande, sondern nach Pflicht und Gewissen. Abg. Fritzsche giebt bekannt, daß die Kreise, wo er Verkehre (Zuruf: Die Leipziger Buchbinder-Innung!), froh feien, wenn das Gesetz angenommen werde. Schließlich wurde der Geyersche Antrag mit bedeutender Mehrheit abgelehnt und in die Spezialdebatte eingetreten. Die Debatte eröffnet Abg. Geyer (soz.). Eine schwere Enttäuschung liege darin, daß die Deputation an dem Wahlsystem nichts geändert habe. Die Berathung in der Deputation sei sehr charakteristisch gewesen. Eine allgemeine Berathung über die Grundlagen des Gesetzes sei ganz seicht und bedeutungslos ge wesen, mit keinem Worte habe man der Interessen des Königthums und der Stimmung des Volkes gedacht. Drei Herren hätten ge äußert, die Deputation habe eine gebundene Marschroute. Man hätte die Vorlage so schnell wie möglich durchgepeitscht, damit die Unruhe im Lande, die besonders in den bürgerlichen Kreisen ent standen sei, nicht noch wachse. Auch die nothleidende Landwirth- schast, nicht die großen, sondern die kleinen Bauern, würden durch das Ge etz entrechtet. Die Sozialdemokratie kämpfe gegen jede Entrechtung. Die Ordnungsparteien hätten jetzt die Hetzer m ihren eigenen Reihen, denn die edelsten Elemente kämpften gegen den Entwurf. Wenn seine Gegner das Volk entmündigen wollten, so wären sie unvernünftige Parlamentarier. (Ordnungsruf.) Durch Annahme des Gesetzes würden die Kartellparteien völlig zerschlagen, der Mandatenhunger der Nationalliberalen befriedig und tue Sozialdemokratie gekräftigt. Seine Parteigenoffen schieden mll Vergnügen aus dem sächsischen Landtage, denn man werde im Reichstage umso stärker vertreten sein. Sachsen wolle sein Wahl recht nach preußischem Muster einrichten das Ware ja die reine Liliputanerpolitik (Ordnungsruf) °der kleinliche Politik Abg. Preibisch rechtfertigt den abweichenden Standpunk, den er m de LeputZon eingenommen hat. Er sei der Meinung, daß di Sozialdemokratie dadurch erst recht wachsen werde. D,e Zu- '""^SchLNd^ sich E st---°L i-nmM, d-s Wg. Opitz "d-r er sei kein praktischer Mann. .Ebenso wäre sehr dw Jrage^oo Opitz ein Abgeordneter des praktischen gebens sei. < herrsche gebe es keine Sozialdemokraten, weil dort ^desre-hc und keine überwachenden Organe dahmter seien. Er h einige Abgeordnete noch in letzter bmide ä —. kommen, daß die Vorlage auf unrechte Wege führe. Die kleine Sozialdemokraten seien außerhalb deS Saales gewesen. Die Rede des Abgeordneten Schubert habe persönliche Angriffe gegen ihn gebracht. Wolle er das auch thun, so müsse er eben auch auf die persönlichen Eigenschaften desselben zu sprechen kommen und den Wechsel in den Parteistellungen des Genannten hervor heben. Erst sei er nationülliberal gewesen, dann habe er sich der Für den Tagearbeiter und Zimmermann ist Herr Heinrich Hermann CbttiÄ'Ä' F^" aus Naundort 30-/96- ' ' Königliches Amtsgericht. Stötzner Ref. konservativen Partei angelehnt und gegenwärtig sei er Mitglied der Reformpartei. Was den Herrn Professor Sohm anlange, fv « zu erNLvn, dieser «« geborener Mecklenburger sei. Wunderbar sei «S »doch-, Haß d«rk-lb«> Wo kl- und die Gesetze seines eigenen Vaterlandes zum Gegenstände von Angriffen gemacht habe, obwohl'dies vielfach von anderer Seite geschehen sei, und hier in Sachsen spreche er von einer Knechtung und Entrechtung des sächsischen Volkes. Gegen Geyers Angriffe nimmt er sodann die Gesetzgebungsdeputation kräftig in Schutz und stellt ihr das Zeugniß aus, daß sie nach allen Richtungen bin ihre Pflicht gethan habe. Seien akademische Erörterungen dabei nicht gemacht worden, so habe keine Veranlassung dazu Vor gelegen. — Ob die Neuregelung des Wahlrechts in Sachsen eine Rückwirkung auf die Reichstagswahl haben werde, könne er nicht behaupten; möglich sei es. (Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Von Seiten der Sozialdemokratie sei alles gethan worden, um die Volksmassen zu erregen. Zu ihren Protestverckammlungen hätten sie ihre Parteigrößen herangezogen und durch ihre Presse nach allen Richtungen hin einzuwirken gesucht. Unterstützt seien sie in dieser Richtung worden durch die Reformpartei und einige Gelehrte, aber trotzdem sei von einer Erregung im Lande nichts zu menen. Noch eins: Würde die Vorlage auf die Entwicklung unserer sozialen Verhältnisse ungünstig einwirken, so würde auch ich schwere Bedenken gegen dieselbe haben. Gewiß, die Besorgniß liege nahe, aber nur aus dem Grunde, weil fortwährend die soziale Frage in Zusammenhang mit der sozialdemokratischen Partei gebracht werde. In Wirklichkeit bestehe jedoch ein solcher Zusammenhang gar nicht. Er (Redner) habe stets darauf hingewiesen, daß man im Gegen theil zwischen sozialer Frage und sozialdemokratischer Partei streng scheiden müsse. Den besten Beweis hierfür liefern die englischen Verhältnisse. Dort sei es der Sozialdemokratie, obwohl ihre Führer Marx, Liebknecht und andere Jahrzehnte lang dort gelebt haben, nicht gelungen, Einfluß auf die Arbeiter zu gewinnen. Trotzdem sei die englische Arbeiterbewegung eine große, aber sie habe sich nur praktische Ziele gesteckt. Noch nie habe es ein un natürlicheres Bündniß gegeben, als wir es hier in Deutschland zwischen sozialer Frage und Sozialdemokratie zu betrachten gewöhnt sind. Die soziale Frage sei eine eminent praktische, die Sozial demokratie verfolge dagegen utopistische Ziele und sei zerstörender Tendenz. Alles, was sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen thuc, leide an innerem Widerspruch. So leisteten die sozial demokratischen Abgeordneten den Eid auf die Verfassung, während ihr Programm sie anweise, das Königthum zu stürzen. (Ruf: Au!) Gerade das sei bezeichnend, daß dem immer uno immer Wider sprochen werde. Wollte doch Gott, daß endlich den Arbeitern die Augen über die wahren Bestrebungen der Sozialdemokratie aufgingen. Noch sei ja darauf nicht zu rechnen, aber die Hoffnung sei vorhanden, daß die Arbeiter sich doch von der Sozialdemokratie lossagten. Die Ursache der Gefolgschaft sei ja darin zu suchen, daß die Sozialdemokratie zu einer Zeit in den Vordergrund trat, als auch auf dem Gebiete der Technik die größten Erfindungen gemacht wurden. Bei dem im deutschen Gefühle liegenden Idealismus wurde der Arbeiterstand verleitet zu glauben, daß auch auf dem sozialen Gebiete ein wunderbarer Umschwung sehr wohl möglich sei nnd die Verheißungen der sozialdemokratischen Bolksredncr in Erfüllung gehen könnten. Vielleicht batten die letzteren selbst diesen Wahn. Mit dem Zeitpunkte jedoch, daß ihnen die Erkenntniß kommt, ein solcher Umschwung ist nicht möglich, sondern nur durch gewaltsamen Umsturz zu erreichen, müsse es als ein Frevel bezeichnet werden, wenn sie, wie es noch geschehe, dem Arbeiter solche Zukunftsbilder vorgaukeln. Das gegenwärtige Wahlgesetz gewähre den sozialdemokratischen Führern der Zell, in der die letzten sozialdemokratischen Redner gesprochen, nun die Täuschung der Massen dadurch, daß sie, unter Hinweis bewiesen zur Genüge, daß man au dieser Art Ausführungen kein auf das fortwährende Anschwellen der sozialdemokratischen Interesse habe. Selbst ein Theil der Fraktionsgenossen der Stimmen, den Beweis zu erbringen suchen, der Zukunstsstaat MiöelgerAnzeilwr UN- Tageblatt E die königlichen und Müschen Behörden zu Freiberg und Braud. Verantwortliche Leitung: Georg Burkhardt Pfg- u. einmonatlich 75 Pf»