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mtttche, t« Fohr,«,,. NDitnSttg, reu 4. Februar. F2K, i««., jme«. 7 «h, «rscheüu jed« Wochentag Abend»'/,? Uhr für de» «deren Laa. Prei» vierteljährlich S Mk. Sü Pfg. zvetmonatlich 1Mk. bOPfg.«. «tumonatltch 75! Inserat« »erd«» btt Mor» angenamm«. P«tt für di« SP« Außerhalb d«4 SaudAertchttbezti UN- Tageblatt o Amtsblatt sür die lüxigltchei und stitdttschei BehSrde» M Freiterg srd Braid, «„«ttwsttktche Ltttt,««: Ges,, v«rktz«,dt. »letzt. rk«. vr««d, den 28. Januar 1896. »»«iattch«» «mtsG-richt. »r «I»m„ Ref. Rehwag«». «M. man«. Freiberg, am 1. Februar 1896. s »««bott. pmmlltch in Freiberg, eingetragen worden. Krl»«r«, am 31. Januar 1896 kzeige zu machen. i. 1/S6 Nr. 2. DieLitserung von ungefähr 70 obm weichem Gchettholz, 2700 i»I MUt<lVra««kohl<«, Kg Petroleu», 170 m Doch1»a«v, 120 Ke Keruseif«, 220 Kx Goda, sowie die lnfuhn von ca. 280000 kg- Gtttnkshle«, 2700 kl Braunkohle« ist auf die Zeit vom April 1896 bis mit Ende März 1897 zu vergeben. grz. Idr VI». «rl»»»^i Professor. AWärke des LenchtgaseS der städtischen Gasanstalt w Monat Januar c. gemessen an einem Normalargandbrenner bei einem Gasverbrauch von 150 Liier pro Stunde und einem Drucke von 2,8 mm Wassersäule 17,« Normalkerze« Mittel au» tt Messungen. IS. Uedruar I«»« königliche- Amtsgericht zu Freiberg. Bekannt gemacht durch den GerichtSschrrider Sekretär Rl«»I«I. Aus Fol 590 de» Handelsregister» sür die Stadt Freiberg find heute die am 1. Juli 1895 ruichtett offene Handelsgesellschaft in Firma Gtoll, Emmrich n. Neubert mit dem Sitz? in Freiberg und al» ihre Thetlhaber die Herren Bildhauer Gustav Hermau» Gtoll, «ruft VS Wald Emmrich, Earl H«i»rich Neubert ch-uigliche- «mt-aertcht. Brätel»»«!««». Schubert. Angebote find, nach Einsichtnahme und unterschriftlicher Vollziehung der in der Jägerkaserne hier, Stube 87 auSlirgrnden Vertragsbedingungen bi» zum 8. Februar er. vormittag» 10 Uhr daselbst etnzurrichen. * Freiberg, am 20 Januar 1896. Garuisou-Berwattuug. KohverMgerung auf Reichenbacher Staatsforstrevier. Im Hautzuer'schen Gasthofe zu vbergruua sollen Sonnabend, den 15. Februar 18S6 von vormtttag- ^,t«Uhr a», nachstehende Nutz' nnd VreuuhSlge», al»: 20 ficht. Stangen, klötzer, 380 ficht. Dtrbftcnzen, 15090 ficht. Rettstangru, 14,6 rw. w. vrennscheite, 6,4 rm. w. Brennknüppel, 51,4 Wllhst. w. Bnnnrrifig, 404 rm. w. Stöcke und 12,5 rm w. Stockspähne ver- steigert wrrden. Mhere» enthalten die bet den OrtSbehörden und in den Schankstätten der umliegenden Orte auShängenden Plakaee. »Suigl Forftrevierverwaltuug Netcheubach u. KSntgl. Forstreutamt Lharaudt am »I. Januar 1»»». Sus Antrag der Erben de» Handettmanoe» und HauSdefibei» Heturich Hermauu Polster in Döruthal soll da» zu d.ffen Nachlaß gehörige, im Gcundduche als Steinhaus be zeichnete HauSgruodstück Folium 120 d«S Grund« und HypothekenducheS, Nr. 109 d«S Brand- kataster» uns Nr. 498 a, 498 d drS Flurbuch» sür Dörnt^ri, nach Letzterem 32 Ar groß und mit 73,92 Steuereinheiten belegt, bestehend auS Wohnhaus, Holzschuppen, Scheune, Stall- und Futter boden und mit 6100 Mark versichert, an Oct und Stellt zu Dörnthal in dem zum Nachlaß ge« hörigen Wohngebäude dr» 1t. Februar 189«, Nachm 2 Uhr von dem unterzeichneten Königlichen AmtSgerich e öffentlich ve,steigert wrrden. Die BrrsteigerungSbedingungen sind aus den an der GerichtStasel, im Linert'schrn Restaurant und im Gasthose zum Anker in Dörnthal auShLngendru Anschlägen zu ersehen. Im Anschlusse an diese Berst«igerung soll an den darauf folgenden Tagen d r Mobiliar- Nachlaß, darunter Vieh, ElntevorrLthr und die Bestände de» Materialwaarengeschäft» durch die OrtSgrrichte meisttiktend öffentlich versteigert werden. Die Zeit dieser versteig«rang wird in ortsüblicher Weise noch bekannt gemacht werd«». Gahva, den 21 Januar 1896. «-»Igltth«- «Mtsgrricht. Konkursverfahren. lieber daS vermögen de» Schuhmacher» und Schuhwaarengeschäft»inhab«r» Earl August MbSrmS in Freiberg, Fischerstraße No. 4 wird heute, am 22. Januar 1»»«, vormtttag» v Uhr, .da? Konkursverfahren eröffnet. Der Rechtsanwalt Bernhard Blüher in Freiberg wird zum Konkursverwalter ernannt. SonkurSiorderungen find btt »UM I». Mär» 189« i ui dem Gerichte anzumelden. ES wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines anderen Verwalter», sowie über die Be- Mung eine« Gläubigerausschusses und eintrrtrnden Falles über die in Z 120 der KonkurSordnunz oezeichnetcn Gegenstände auf de« I«. Februar 189«, vormittag» 10 Uhr, ^nv zur Prüfung der angrmeldeten Forderungen auf de« 27. ML,» 189«, vormtttag» 1« Uhr, I m dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer No. 33, Termin anberaumt. Men Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur ^Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nicht» an den K-meinschuldner zu derab tilgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von der Forderungen, für welche sie au» der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen Item Konkursverwalter bis zum Grundstäcksversteigerung. Auf Antrag der Eiben der BeramannSwittwr Auguste Wilhelmine Gesche» geb. Krauß in ErbiSdorf soll die zu« Nachlaß derselbe« gehörig« Gartennahruna Folium 76 de» Grund- und Hypolhekenbuch» sür ErbiSdorf, Nr. 76 d«» vrandkataster», Nr 189», 139d und 170 de» Flurbuch» für ErbiSdorf, eine Fläche von 15,2 Ar — 82 o Ruthen enthaltend, mit 24,35 Steuer einheiten beligt und ortkgerichllich auf 2500 Mk. geschätzt, Go»«abe«d, de« 8. Februar 189«, 1« Uhr vormtttag», a« Ort ««d Gttste öffentlich mrtstbtktend versteigert werden. Die BersteigerungSbedtngungen sind au» den an hitfigrr Grricht»tafel und im Gasthof« zu ErbiSdorf auShängend«« Anschlag«« «,sichtlich. «Im. MH »»Misch« Umschau Freiberg, den 3. Februar. Während noch kürzlich dir übrr die FrühjahrSretsrn der Krischt« Kaiser» umlaufenden LeSart«» demrntirt wurden, trinzen griechische Blätter eine Meldung, die daS Ziel der nächsten msersahrt bezeichnet. Dieser Nachricht zufolge ist da» ComitS «r olympischen Spiele davon verständigt worden, daß der ksiser den intrrnattonal«« Wettkämpfen bet- pohiitn wird. Die Reise nach Athen wird allerdings nur Form eine- Abstecher» haben, den der Kaiser von der Insel forsn auk zu machen gedenkt. ! Der Reichstag genehmigte am Sonnabend zunächst i« fd" und zweiter Berathung die zwischen dem deutschen Reich Ind den übrigen BertragSstaateu am 80. Srpiember 1893 ver. stborie ZusatzerklSruvg zu dem internationalen lltbrreiukommen prr den Eisenbahn-Frachtverkehr vom 14 Oktober 1890 und Kanu sodann die Berathung de» Re ich Sj u st i ze ta tS. Abg fassrrmann (nl.) kam hierbei auf dir bevorstehende Revision d«k MdelSgesetzbucheS za sprechen. Eine besondere Aufmerksamkeit kanten die Verhältnisse derHaudlungSge Hilfe», Msondtte die Frage der Kündigungsfristen und der Konkurrenz- husel. ES müßte die Gleichheit der Kündigungsfristen für beide Iwrahirende Theile im vertrage und eine minimale KüudigungS- kn von etwa vier Wochen gesrtzlich festgelegt werden. Diese »stlmmung sei unerläßlich, wenn nicht da» jetzt schon vorhandene ^Muniche Proletariat tnS Ungemeffe«« vermehrt und die Ehre k KausmauustandeS immer weiter heradgedrückt werden solle Wrxso nothwendig sei da» Verbot der Konkurrenzklausel bei Mmu Behältern, von der ein exzessiver Gebrauch gemacht werde. , Unfug, daß man sogar Lehrlingen bei einer Konv«n> Malftrafe von 1000 Mk. vertragsmäßig verbiet« in Konkurrenz» Maste rinzutreteii. Einem Handlungsgehilfen habe man sogar A^"^ Gehalt von 360 Mark jährlich eine Konventionalstrafe M 10000 Mark augedroht. Da» Reichsgericht habe die Gehilfen k,"o°w"t geschützt, als er ihre wtrthschaftltchr Existenz und . im Ganz«« oder in einzelnen Richtungen W Htet wissen wolle. Dieser Schatz reiche aber nicht auS, dem eingeräumt werden, die Verträge nach »'Neu Richtungen rinzuschränkenx so daß dte BrrtragSfrethetl M zwingenden Rechte weicht. Da» fordern die sozial« Kerrch- ^aatSraisoa. Staatssekretär Riederdtug erkannte I ^H^it dieser Frage au. Die Bestimmungen de» Haudels grsktzbucheS reichten für die Gegenwart nicht mehr auS. Arbeit, geber und Arbeitnehmer müßten nach dem Grundsätze auS- gleichender Gerechtigkeit behandelt werden. Bezüglich der Kün. digungSfristen Haden die Verbündeten Regierungen eine Enquete unter Zuziehung der Handelsgchilfen veranstaltet, die noch nicht abgeschlossen sei. Abg. Singer (Soz) stimmt dem Abg. Baffer- mann bezüglich der von ihm angeregten Frage durchaus zu und betont gleichzeitig die Nothwrndtgkeit der möglichst schnellen Regelung dieser Frage. Er hält auch da» vollständige verbot der Konkurrenzklausel für durchaus möglich und auch geboten Zum Worte habe er sich gemeldet, um dte unheilvolle Thätigkeit deS unlängst verstorbenen LandgerichtSdirektorSBrause- weiter zur Sprache zu bringen. Er halte fick dabei weniger an die Person, al» an die lebenden Vertreter der Justiz Er wolle dabei vorsätzlich nicht im Rahmen der sozialdemokratischen Partei bleiben, sondern über die Sache auS ganz allgemeinen Gesichtspunkten verhandeln. Redner kommt alsdann ausführlich auf die Prozesse, die unter dem Vorsitz deS LandgerichtSdirektorS Brausewetter geführt wurden, zurück. Präsident Freihrrr v. Buol macht den Redner darauf ausmeiksam, daß Beschwerden über Personen, wie Richter rc. an den preußischen Justizminister zu lichten sind. Abg. Singer (Soz.) fährt fort, er habe die» «m auführen müssen, um eine Frage an den Staatssekretär zu richten. Er frage: »Kann ein Zustand fortdaurrn, der «S zuläßt, daß solche Mängel in der Gesetzgebnng bestehenDann frage er den Herrn Staatssekretär, ob er geneigt sei, bet de» verbüudrten Regierungen «in Gesetz, eine ,1«r Brausewetter* zu veranlassen, auf Grund deren «ine Revision sämmtltcher Prozesse vorgenommen wrrden könnte, bet denen Herr Brausewetter mttgewirkt habe, seitdem sein Zustand bekannt gewortun sei. Staatssekretär Dr Nieberding erklärt, er hätte, auch ohne daß der Vorredner einen arrstorbeneu unglücklichen Mann hier tu dte Debatte gezogen hätte, die von ihm angeregte Frage behandelt. Soweit dir That fache» bekannt seien, müsse er aber bestreiten, doß di« Annahme berechtigt sei, daß Brausewetter an der UrtheilSfällung in geistiger Umnachtung Theil genommen habe. Der Herr Vertret«» der preußischen Justizminister habe die» auch in der Justiz- kommisfiou dargelegt. Er bestreite auch, daß die Beisitzer tn der Lage gewesen wären, den Zustand Brausewetter» zu er kennen, und daß sie dadurch ihre Pflicht verletzt hätten, indem sie diese Erkeuntntß unterdrückt hätte«. Ebenso habe der Vorredner nicht da» Recht, der preußische« Justizverwal tung den Bo,Wurf der Pflichtverletzung zu macherz, da sirj nämlich zugelassen habe, daß «m geisteskranker Richter amtirte. Hätte dte preußische Justizverwaltung den Zustand de» verstorbenen erkannt, so hätte rS ja nicht an Mitteln gefehlt, s«n Mann von seinem Posten zu entferoen. Sollten Rechtssprüche gefällt worden sein, an denen ein geisteSkrauker Richler theil- genommen habe, so biete das Gesetz zur Remedur die Handhabe und ließe den Rechtsweg offen. Sollte dir Justizverwaltung dte aebrrzeugung bekommen, daß ein Richter nicht iu der Lage sei, seine» Amte» zu walte», weil er seine» Geiste» nicht mächtig s«i, so könne auch dem abgeholfen werden, indem er von seinem Amte suSpendtrt werde. .Im übrigen bitte ich,' schließt d«r StaatSsektttär, ,nachdem sich da» Grab «her dem Unglückliche« geschloffen hat, lasten Sie ihn im Grobe ruhen. Die Besorgnisse find jedenfalls nicht begründet; wir leben in vollkommen recht»« sicheren Zuständen.* (Beifall recht») Abg. Schröder (srris. Bga.) erklärt: .Die Ausführungen de» Abgeordneten Singer beweisen wieder, mit welcher llebertrribunz dte bedauerlichen Vorgänge politisch auSgebeutet werden. (Lebhafte Zustimmung) Der Abg. Singer muß doch selbst zugebrn, daß ein gesetzlicher Grund sür eine Revision der betreffenden llrtheile gar nicht vorhanden ist.' ES sei unerhört, Angriffe auf dte Kollegen de» verstorb«n«u zu mach««, daß diesen besten KranktzettSzustand bekannt gewesen wäre, und daß dieselben doch mit ihm weiter gearbeitet hätten. (Lebhafte Zustimmung.) Gegen eine solche Brrunglimpsuvg ehrenwerrh«, und hochangesehener Männer müsse er entschieden Verwahrung einlegen. Abg. Schmidt-Warburg (Centr.) führt au», er habe iu früheren Sitzungen unter dem Borfitz Brausewetter» betgeseffeu. Er Hobe nicht» gemerkt. Hätte er «ine Anzeige machen wollen, so wäre e» eine wissentlich falsche gewesen. Abg. Singer (Soz) führt ouS, der Herr Staatssekretär habe, indem er eine Revision sür möglich halten sich in Widerspruch gesetzt zu den AuSführuugeu der Abg. Schröder und Schmidt. Staatssekretär vr. Nieberding: .Wenn Sie behaupte», Brausewetter sei schon zur Zeit der Fällung seiner llrtheile krank gewesen, so beweisen Sie die», sonst erschüttern Sie daS vertrauen zur Just'z Im übrigen weise ich die Anschuldigungen de» Vorredners gegen die übrigen Mitglieder drr Kammer de» verstorben«« energisch zurück * Abgeordneter Levzmann tsr. Bp) führ« auS: .Dte Angriffr de» Abgeordneten Singer gegen die Beisitzer seien nicht gerechtfertigt, aber nur deshalb, weil da» Verhalten Brausewetter« tn den Sitzungen typisch für da» Brrvalteu vieler Vorsitzenden sei. Eine Revision gegen dte llrthetle Brausewetter» sei jetzt nicht mehr Möglich, da st« Fristen fti allen llrtheile« abgelaufeu seiea. Ader auch der rr m«IA« 8- ihr a« z« nlM >abe.