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AL, fertigt« üikum nihen, Maße tung inde- unst. t897 ichm. )32.) lge, es. Lager. gend irma: treten : hin- das- dte -Ur UM lt,, »tm vor in n»! cd« idm und sea: rige km, re.: reu, «klm den« Inserate werden bis Vormittag 11 Uhr /» < angenommen. Preis für die Spaltzeile 13 Pfg. H Außerhalb deS LandgerichtSbezirks 15 Pfg ff L W und Tageblatt Amtsblatt für die königlichen und städtischen Behörden zu Freiberg und Brand. Verantwortliche Leitung: Georg Burkhardt. 49. Jahrgang. —- Donnerstag, Sen IS. Oktober. 'M /» Erscheint jeden Wochentag Abends >/,7 Uhr für den /»O ÄrlI anderen Tag. Preis vierteljährlich2Mk. 2b Pfg. «/ r- » zweimonatlich 1 Mk. SO Pfg. u. einmonatlich 7b Pfg. Die konservative Partei und der Sund der Landwirthe. Von konservativer Seite wird geschrieben: Wenn die Presse der Centrumspartei und des Freisinns ans der Kontroverse, die sich in Sachen des Antrags Kanitz zwischen der Preßvcrtrctung der konservativen Partei nnd derjenigen des Bundes der Laud- wirthe entspannen hat, den Schluß zieht, es sei zwischen den Kon servativen und den „Agrariern" eine Spannung cingetretcn; wenn die „Kölnische Volkszeitung" sogar schreibt: „Trotz ihrer tapferen Redewendungen haben die Konservativen zweifellos Angst vor dem Bunde, sonst hatten sie Herrn von Plötz schon bei Seite ge schoben", so sind das Trugschlüsse. In der konservativen Partei denkt Niemand daran, dem Bunde der Landwirthe nahe treten zu wollen. Wie die Konservativen seit Jahr nnd Tag die Land wirthe sowohl wie anch die Handwerker und Kleinhändler auf- gesordert haben, sich berufsmäßig zu organisiren, uni der parla mentarischen Verfechtung ihrer Interessen auch im Lande den ge hörigen Rückhalt zu gewähren, so sind sie anch heute noch von der Nothwendigkeit kräftiger Berufsorganisationen fest überzeugt. Raturgemäß können sich diese Berufsorganisationen, sofern sie ihrer" Aufgabe gerecht sein, also den ganzen Berufsstand um fassen wollen, nicht eine bestimmte Parteischablone anfprägen lassen; andererseits dürfen sie auch nicht versuchen, über eine oder die andere derjenigen politischen Parteien, die ihren Bestre bungen in den Parlamenten Ausdruck verleihen, eine Art Dikta tur auszuüben. Keine selbständige Partei wird ein derartiges Beginnen sich gefallen lassen können. Ist es nun unserer Meinung nach auch vollständig ausge schlossen, daß der Bund der Landwirthe die Absicht habe, die konservative Partei (wie die gegnerische Presse sich ausdrückt) „unter sein Joch zu beugen", so haben einzelne Aeußernngen in den Bundcsblättern thatsächlich einen solchen Anschein erwecken können, und es war durchaus gerechtfertigt, daß die konservative Parteipresse dagegen ohne Zögern Front gemacht hat. Wo sollte wohl das Vertrauen zur konservativen Partei bleiben, wenn anch nur mit scheinbarer Berechtigung ausgesprochen werden dürfte, wie das die „Frankfurter Zeitung" in ihrer SonntagSnnmmer wieder thut, daß die Konservativen „jetzt mir noch nach dein Re zept und dem Auftrage des Bundes der Landwirthe, als Theil von diesem wirken?" Nein! Thatsächlich wirken die Konserva tiven heute so wie seit dem Bestehen der Partei für die Interessen der Landwirthschast und der übrigen Produktivgcwerbc, und die Gründung des Bundes wäre nicht nothwcndig gewesen, um die Konservativen in diesen! Wirken zu kräftigen oder gar zu beauf sichtigen. Es galt vielmehr, weitere Kreise für diese Interessen hcranzuziehcu und anch den übrigen Parteien die Nvthwendigkeit eines intensiveren Schutzes der Landwirthschast klar zum Bewußt sein zu bringen. Im Bunde der Landwirthe giebt es ebenso wie in jeder anderen Vereinigung eine Anzahl Stürmer und Dränger, die, obwohl sehr in der Minderzahl, selbstverständlich ans redlichster Absicht, rücksichtslos vorwärts wollen, gleichviel ob dadnrch etwas Positives erreicht werde oder nicht. So werthvvll solche Elemente den Lauen nnd Unentschiedenen gegenüber zu wirken vermögen, so kann eine besonnene Leitung doch niemals zugeben, daß diese sich an die Spitze stellen; denn sie würden in kurzer Zeit die ganze Bewegung gefährden. Solange Herr von Plötz Bundes- Gerichte u. s. f. der '^wdmrnch^ün^ «ismarck mit gewisser Genugthuung mit den gewirkt haben. Wer Nachmittags das kaiserliche und das groß herzogliche Paar in dem nahe gelegenen Kranichstcin die Frü bte eines Apfelbaumes pflücken nnd Schwämme suchen sah, der ko..Re beim Anblick dieser Waldidylle sich nur darüber freuen, daß auch nach Chalons das Friedensbedürfniß sich doch wieder rasch geltend macht. Der Aufenthalt der russischen Herrschaften ist aus drei Wochen berechnet. In drei Wochen wird der Reichstag seine nur unterbrochene Session wieder aufnehmen. Bisher sind zwar trotz des nahen Beginnes der Reichstagsarbeiten dem Bnndesrathe noch keine Etats zugcgangen; doch hält man an der Hoffnung fest, daß der gesammte Reichshaushalt, wie sonst üblich, am Tage der Eröffnung vorgelegt werden kann. Die meisten Schwierigkeiten macht die Aufstellung der Etats für die Schutzgebiete, da man auf die bezüglichen Entwürfe der Verwaltungschcfs angewiesen ist, und z. B. der Etat für Südwestafrika noch nicht hier eingetrosfeu ist; er dürste jedoch in den nächsten Tagen aus Südafrika anlangen. An sonstigen Entwürfen für den Reichstag sind bestimmt und bald zu erwarten: die Novellen zum Gerichtsverfassungs- gcsetz und zur Strafprozessordnung betreffend Einführung der Berufung, Entschädigung unschuldig Verurtheilter, Ver- Jn einem bemerkenswerthen, „der Friede in zweierlei Gestalt" überschriebenen Artikel fordert die „Köln. Ztg." die Zarin auf, ein weltgeschichtliches Werk zu thuu, indem sie ihrem ,Gemahl darlege, Ivie bitter ernst es Deutfchkaud mit dem Politische Umschau. Freiberg, den 14. Oktober. leiter ist, ist eine solche Gefahr nicht zu befürchten, darum sst es Thorheit, wenn behauptet wird, die Konservativen wollten Herrn von Plötz, der selbst konservativ ist, beiseite schieben. Ganz andere Faktoren als die Konservativen sind es vielmehr, denen mau eine derartige Absicht zuschreibeu könnte. Die Bestrebungen nämlich, aus dem Bunde der Landwirthe eine politische Agrar partei zu bilden, an die sich die vielgewandten Antisemiten — genannt deutschsoziale Rcformpartei — angliedern würden, sind durchaus noch nicht überwunden. Im vergangenen Winter hatte dieser Plan schon eine so bestimmte Gestalt gewonnen, daß man bereits die Namen derjenigen Agrarier nannte, die gegebenenfalls aus der konservativen Partei „secessiouiren" wollten. Man rechnete, die neue Agrarpartei werde einschließlich dieser Seccssio- nisten und einiger Wilden nebst der Fraktion der Reformpartei etwa dreißig Mann stark auftrcten können. Der Plan ist aber, dank der Wachsamkeit des konservativen Parteivorstandes, vor läufig zu Wasser geworden. Was wäre die Folge eines derartigen Unternehmens? Eine weitere Zersplitterung der Parteien, an welcher nur die Demo kratie eine Freude haben könnte. Daß damit in irgendwelcher Weise der Landwirthschast gedient würde, wird Niemand behaupten können; es träte gerade da? Gegentheil von dem ein, was durch die Gründung des Bundes der Landwirthe bewirkt werden sollte. Die Landwirthe würden, statt zu einem imposanten Ganzen zu sammengefaßt zu werden, gespalten und darum ohnmächtig sein. Wenn darum die konservative Presse solchen Plänen von vorn herein mit Entschiedenheit cntgegentritt, so thut sie dies nicht sowohl aus egoistischen Gründen, sondern vielmehr im Interesse der Landwirthe. Wenn der Agrarbund wirklich den Ehrgeiz be säße, als politischer Machtfaktor selbstständig aufzntreten, so würden mit einem Schlage alle übrigen Parteien sich gegen ihn zu wenden gezwungen sein. Nicht also die Trennung von den sie stützenden Parteien, sondern die enge Anlehnung an dieselben ist für eine zielbewusste Berufsorganisation vonnöthen. Die konser vative Partei aber wird niemals die „Nuance" einer Berufs organisation darstellen, sondern, den Blick ans das Allgemeinwohl gerichtet, fortfahren, ihrer Tradition getreu den Schutz der pro duktiven Gewerbe zu pflegen; sie wird dadurch auch die Interessen der deutschen Landwirthschast erfolgreicher wahruchmen, als dies durch das einseitige Wirken einer nur materiellen Interessen dienenden Agrarpartei möglich sein würde. Daß von einer „Angst" der Konservativen vor dem Bunde der Landwirthe gar nicht die Rede sein kann, crgicbt sich aus vorstehenden Ausführungen von selbst; diese „Angst" ist so wenig vorhanden, daß die konservative Partei dem Landwirthschaftsbunde den aufrichtigen Rath giebt, nigu das Sammeln der Vernfsgenossen unter seine Fahne durch fach- änderungen 'm der Zuständigkeit' der G—... ,. luhe Aufklärungen nnd genossenschaftliches Znsnmmeufassen, un- Ferner sind bestimmt angekündigt.: das Gesetz über das Ans- beschwcrt durch politische Erwägungen, fortzusetzen, und daß sie wandernngswescn und der Entwurf betreffend den Militärstraf- ihm zu diesem uothwendigen Werke uach wie vor den besten " " " ' — - — Erfolg wünscht. Prozeß. Beim Bnndesrathe befinden sich außerdem noch Vorlagen über Abänderung der Gewerbeordnung (Handwerkervorlage) wie der Arbeiterversicherungsgcfctzc. Bon allen anderen Entwürfen, die bereits als in Vorbereitung begriffen genannt Md, sit, wie der „Hamb. Korr." bemerkt, nicht sicher anzugeben ob ihr Er scheinen bestimmt zu erwarten ist- An ,uh bilden die oben ge nannten schon ein ausreichendes Arbeitspen,um für eine Session, wenn sie alle erledigt werden sollen. Die „Hamb. Nachrichten" schreiben: Einige fortschrittliche und ultramontaue Blätter beschäftigen sich im Hinblick auf den Deutschland gegen die Belebung französischer Revanchepläne, wie sie die Politik der russischen Regierung veranlaßt habe, aufbe gehren müsse. Es sei dankbar anzuerkennen, daß der Zar überall in Frankreich mit der Wärme, die er dem französischen Verbün deten schulde, die Rücksicht gegen Deutschland taktvoll zu ver einigen wußte. Lasse aber die russische Diplomatie auch ferner en geschehen, daß, genährt von der Zweideutigkeit der russisch- 'ranzösischen Bundespolitik, die Rcvanchcsucht jenseits der Berge üppiger ins Kraut schieße, so werde in Zukunft keine Ueber- rednngskunst stark genug sein, die Massen des deutschen Volkes von der bereits jetzt platzgreifenden Ansicht zu bekehren, daß das thatsüchliche Ergebniß des Zarenbesuchs in Frankreich statt der ersehnten verheißenen Beruhigung das Gegentheil gebracht habe. lieber den Empfang des russischen Kaiserpaares in Darmstadt berichtet die „Münch. Allg. Zeit.": Es war hier in erster Linie die Freude am Wiedersehen einer innig verehrten Tochter unseres Fürstenhauses uach nahezu zweijähriger Abwesen heit, die zum Ausdruck gelangte. Und die Thränen, die der Kaiserin bei der Ansprache des Oberbürgermeisters in den Augen glänzten, begegneten überall verständnißvoller Theilnahme. Der Kaiser trug in seinem Antlitz die Zeichen der Anstrengungen der letzten Tage. Es wird ihm hier die Gelegenheit zur Erholung gegeben sein, und die von den Männergesangvereinen dargebrachte Serenade muß Ivie ein lindernder Balsam auf seine erregte Seele Kohverßeigerung 2a. 13./96 Nr. 12. In der Ulbricht'fchen Restauration zu Niederlangenan sollen Sonnabend, Le» 24. Oktober 1896 von Vormittag l/zio Uhr an nachstehende Nutz- und Brennhölzer, als: 1 h. u. 821 w. Stämme, 168 w. Klötzer, 1569 w. Stangenklötzer, 1260 w. Derbstangen, 1785 w. Reisstangen, 27 rw w. Nutzknüppel, 0,4 rm h. u. 23,8 rin w. Brennscheite, 5,6 rill h. u. 164,4 rm w. Brennknüppel, 2 inu h. n. 159 rm w. Aeste versteigert werden. Näheres enthalten die bei den Ortsbehörden und in den Schankstätten der umliegenden Orte aushäugenden Plakate. König!. ForstrevierverwaHnng Loßnitz und König!. Forstrentamt Tharandt, am 10. Oktober 1896. Königliches Amtsgericht, Abth. I. Id»'. ILnamnr. Nicolai. Auktion i» MiiSisSorf. Freitag, den 16. Oktober 1896, Vormittags 1« Uhr kommen in Müdisdorf folgende Gegenstände, als: ca. 25 Ztr. Heu und Grnmmet, ea. 5 Schock Sommer- kom, ea. 5 Schock Hafer, 11 Stück Bretter, 69 Zeilen anstehende Kartoffeln und verschiedenes Ackergeräthe gegen sofortige Baarzahlung öffentlich zur Versteigerung. Versammlungsort: Ertels Restauration. Brand, am 13. Oktober 1896. Der Gerichtsvollzieher beim König!. Amtsgericht daselbst. Wachtmeister, der 13. November 1896, Vormittags 11 Uhr, als Termin zn Verkündung des VertheilnngsplanS anbcraumk worden. Bekanntmachung, die Einkommensdeklaratio« betreffend. Aus Anlaß der im Laufe des nächsten Jahres stattfiudenden allgemeinen Einschätzung zur Einkommensteuer werden zur Zeit Aufforderungen zur Deklaration des steuerpflichtigen Ein kommens ausgesendet. Denjenigen, welchen eine derartige Aufforderung nicht zugcsendct werden wird, steht es frei, eine Deklaration über ihr Einkommen bis zum 27. October 1896 bei dem unterzeichneten Gemeindevorstande cinzureichen. Zu diesem Zwecke werden bei Letzterem Deklarationsformulare unentgeltlich verabfolgt. Gleichzeitig werden alle Vormünder, ingleichen alle Vertreter von Stiftungen, Anstalten, Personenvereinen, liegenden Erbschaften und anderen mit dem Rechte des Vermögenserwerbs ausgestattetcn Vermögensmassen ausgefordert, für die von ihnen bevormundeten Personen be ziehentlich für die von ihnen vertretenen Stiftungen, Anstalten u. f. w., soweit dieselben ein steuerpflichtiges Einkommen haben, Deklarationen bei dem unterzeichneten Gemeindevorstande auch dann einzureichen, wenn ihnen deshalb besondere Aufforderungen nicht zugehen sollten. Hilbersdorf, am 14. Oktober 1896. Heini«. Hsei»er, Gemeindevorstanl Bekanntmachung für BranS. Alle diejenigen Steuerzahler, welche sich noch mit Grundsteuer- sowie Brandkassenbeiträgen pro 2. Termiu 1896 im Rückstand befinden, werden hiermit aufgefordert, längstens bis mit 29. l. M. bei Vermeidung der Zwangsvollstreckung an unsere Stadtsteucreinnahme zu zahlen. Braud, am 13. Oktober 1896. Der Stadtrath. Vr Bgrmstr. ' Eine Uebersicht der auf dem Grundstücke lastenden Ansprüche nnd ihres Rangverhältnisses kann in der Gerichtsschreiberei des unterzeichneten Amtsgerichts eingeschen werden. Freiberg, am 8. September 1896. Zwangsversteigerung. Das im Grundbuche auf den Namen des Feilenfabrikanten Carl Max Hugo Berger in Hermsdorf bei Dresden eingetragene Hausgrundstück unter No. 711 des Brandversicheruugskatasters, Abth. und Folium 532 des Grundbuchs für Freiberg, vormaligen Stadtgerichtsantheils, bestehend . i S . auS der Parzelle No. 457 des Flurbuchs und geschätzt auf 2850 Mk. — Pfg. soll im hiesigen gT König!. Amtsgerichte zwangsweise versteigert werden nnd eS ist V V »F » der 3. November 1896, Vormittags 16 Uhr, als Bersteigernngstermin,