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Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 19.01.1896
- Erscheinungsdatum
- 1896-01-19
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id1878454692-189601194
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id1878454692-18960119
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-1878454692-18960119
- Sammlungen
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
- Bemerkung
- Fehlende Seiten in der Vorlage.
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Freiberger Anzeiger und Tageblatt
-
Jahr
1896
-
Monat
1896-01
- Tag 1896-01-19
-
Monat
1896-01
-
Jahr
1896
- Titel
- Freiberger Anzeiger und Tageblatt : 19.01.1896
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Ur»wer-er «»Zeiger r«-e»Igtt. Sette 4. u. Ler 6oä« otvtl «thalte hiertu ein« so schwer owSfübrbare V«. sti«»r»»g, daß sie »ur auf de» Papier stehe. E» sei rathsam, daß dir vauhaudwerter nicht immer unr ans Aenderung der Ge setz, hinvirlen; Borficht tu alle» Dingen sei auf diesem Gebiete doppelt »Sthia. Hieraus meldete sich Abg. vr. Mehnert Zum Wort und führte au», wie ihm durch die «eußerung de» Abg. Fräßdorf die erwiinscht« Gelegenheit endlich gekommen sei, vor der Kammer »ad vor dem ganzen Laude aus dir Echmähunge» zu antworte», die schon seit Zahlen in der sozialdemokratische» Presse gegen ihn erhob«» würde». Er habe übrige»» vor wenige« Tagen die Mitthetluuge« erhalten, daß die Sozialdemokraten be absichtigen, de» Herr» Minister von Metzsch uud ihn in der Kammer persönlich auzugrrifeu. Den Herr» Minister v. Metzsch um de»w«gen, vetl er angeblich ungehörige Borkommuisse bet der vri»kra»ke»kafft nicht gerügt hab«. Abg. Fräßdorf ri«fda»wisch«a, «r hätte zu keinem Menschen vorher von seiner Absicht gesprochen, worauf der Abg. vr. Mehnert seststellte, daß vor vier Tagen ein Herr bet ihm gewesen sei, der die bezügliche» Mittheilungen au» dem Munde Fräßdorfs ihm überbrachte. Abg. vr. Mehnert fuhr fort, daß er schon seit Jahren d«r Zielpunkt der gehässigsten An griffe von Seilen der Sozialdemokraten und wohl im Augenblick int besondere in Rücksicht auf die Wahlreformfrage in Sachsen der am «eiste» g«haßte Feind der Sozialdemokratie sei. Da», wa» «an in den Leitungen zu seiner und seine» Vater» Verdächtigung verbreitet, sei entstellt und entbehre in vielen Stücken der Wahr heit. Der Hauptverbreiter jener au» dem Jahre 1879 datirenden Prrßangriffc sei wegen versuchter Erpressung zu 2 Monaten Ge- fängniß verurtheilt worden. Die Arbeiterzeitung habe seine» Later al» Güterschlächter hingestellt. Er fordere den anwesenden Verleger dieser Zertung, den Abg. Kade» auf, ihm zu sagen, wann mid wo sein Vater ein Gut auSgeschlachtrt, d. h. zum Zweckt der wucherische» DtSmembrattou erkaust »nd diSmembrirt habe. Auf die Angriffe jener Zeitungen zu antworten, halte er unter seiner Würde. Er werd« von d«m Schmutz, den mau ihm nachzuwersrn b«strrbt s«i, uicht b«rührt. Und w«nn sich die Sozialdemokraten die Muhe geben wollten, mn da» Andrnkeo seine» Vater» sich ju kümmern, so möchten sie bet den erzgebirgtschen Laudwirthen, für die derselbe ein halbe» Jahrhundert tn uneigennützigster Weise ge wirkt habe, Nachfrage hallen und man werd« finden, daß in gerade zu rührender W«tse di« Dankbarkrit und die Hochachtung für den Berstorbeneu dort sortlebe. Wenn man aber etwa dir Absicht hab«, durch derartige schändliche Angriffe ihn abzubrtngen von d«« Streb««, für d«» Vaterland«» Wohl nach seinem Gewissen und seiner Ueberzrugmig weiter ehrlich und rücksichtslos einz ^treten »ad zu kämpfen, so sei man auf dem Holzwege. Im Gegenthetl, derartige Angriffe trügen nur dazu bei, ihn in der Anschauung zu bestärken, daß er den richtigen Weg betreten und daß er den- selben sortschreiten werd« bis anS Eod«. Wurden die Ausführung«» de» Redner» schon wiederholt durch Zustimmung der nichisozial- deruokratischen Mitglieder der Kammer unterbrochen, so folgte ein vitlsrttige» «nd laut«» Bravo den Schlußworten und der Abg. vr. Mehnert wurde von viele» Setten herzlich beglückwünscht. Abg. Behren» ergriff hierauf dar Wort, um zu sagen, wie wenig ehrenhaft ein Verhallen sei, wir e» dem Abg. Fiäßdorf beliebt hab«. Gerade die Dresdner hielte» e» für ihre Pflicht, derartige Angriffe, die ein Grntltmann niemals risktren werde, auf da» Allerschärfste zurückzuwetien. Der Abg. Heymann erklärte hieraus, welcher Verehrung uud Achtung der verstorbene Vater de» Abg vr. Mehnert im Erzgebirge sich heute noch erfreue, wie da» Bild de» Heimgegaugenrn bei vielen Laudwirthen groß uud klein in der Stube hänge uud daß «an nur mit innigster Dankbarkeit ge» derrke a» den Mann, den man hier von sozialdemokratischer Sette z» veruugltmpfru bestrebt sei. So führt« der Angriff de» Sozial, drmokratru Fräßdorf zu dem geraden Gegeatheil, al» was derselbe beabsichtigte. Selbst der Abg. Geyer al» Vorsitzender der sozial demokratischen Fraktion sah die» auch «tu und erklärte, daß selbst die sozialdemokratische Fraktion derartige persönliche Angriffe nicht billigen könne, während der Abg. Kade» seinerseits sagte, er könne für Da-, wo» in der Arbeiterzeitung stehe, al» Verleger keine Verantwortung übernehmen. Abg. Fritzsche erklärt, daß kein Geringerer al» veb«l selbst e» uicht unter seiner Würde gehalten habe, ih» persönlich gehässig avzugreisen. Nach wetteren persön. liche» Bemerkungen der Abgg. vr. Mehnert, Geyer und Fräßdorf wurde zur Abstimmung verschrilten. Der Antrag Wetzltch wurde mit 48 gegen 7 Stimmen abgelrhnt, daraus gegen 10 Stimmen vo» sozialdemokratischer Seite beschlossen, dte Petitionen, insoweit sie aus Einführung de» Befähigungsnachweises tm vauhandwerke abzirlen, der Regierung zur Kenutnißnahme überwiesen und ein stimmig tm Urbrtgrn auf sich beruhen gelassen. — Gt»dt»eror»»»te»sttz««, am 17. Januar Abends 6 Uhr. Bor Eintritt in dte Tagesordnung verliest der Herr Borfitzende ein Dankschreiben von Herrn Professor Krause, sowie et» Einladungsschreiben vom Ausschuß der Studirenden zur Teilnahme am Kommer- anläßlich der Feier zur Meder-Errichtung deS deutschen Reich», eine Einladung vom Prlriktrchrnoorstand zur Teilnahme an der Einweihung der Kirche, sowie eine Einladung vom Lehrerkollegium te» Realgymnasiums zur Theilnahmr am FestaktuS Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Bericht der vorschlagSdepatation über Besetzung der GeschäftSdrputationen, giebt der Herr Vorsitzende die Zusammensetzung bekannt. ES stimmt daS Kollegium ein stimmig den gemachten Vorschlägen zu. Der hieraus erstattete Bericht für die Ernennung der Bezirks Vorsteher und deren Stell vertreter findet ebenfalls Annahme. AIS weiterer Punkt wird ei» Nachtrag zum Hebammenstatut zum Bortrag gebracht. DaS Kollegium erklärt sich mit den Bestimmungen, eine llmgehungS- gebühr von 5 Mark festzufetzen, einverstanden. Der Nachver- wllltgung von 783 Mark 50 Pfg. zu Pos. 38 ld deS vorjährigen HauShaltptanS, Kreuzgaffe betr., sowie 250 Mark für eine Badr- eturichtung im Krankenhause betr, stimmt man zu. ES wird hierbet jedoch bemerkt und zu Protokoll genommen, daß derartige Postulale dem beim erster» Punkt mit in Frage kommenden Sch ul- auSschuß, sowie überhaupt dem Stadtverordnttenkollegium in Zukunft erst vorgelegt werden möchten. Beim nächsten Punkt, Rachverwilligung von 850 Mark für Verblendständer an die Heiz körper der Mädchenbürgerschule, entspiuut sich eine lebhafte Debatte. Schließlich findet die Rachverwilligung Annahme. Dte Verwilligung von 800 Mark ü Conto der Münzbachregulir«ng zur Ausführung einer Verfüllung deS BachbetteS betr, die Rachverwilligung von 1500 Mark zu Nr. 5 und 900 Mark zu Rr 6 der Ausgaben d«S HauShaltplanS der Arbeitkaustalt auf 1895 betr., sowie die uneutgeltltche Ueberlaffung deS KaushauSsaaleS an den Petrikirchen. Vorstand zur Sammlung deS FestzugeS und für ein Festmahl findet debattelose Annahme. Der letzt« Punkt, Rückänßtrung deS StadtratheS aus den Beschluß, die Anstellung eines HallenmrtsterS im Schlachthof und Beschluß diese Anstellung betr., wird auf Antrag d«S Herrn Vorsitzenden von der Tagesordnung abgrsetzt. Hierauf findet eine geheime Sitzung statt. — AuS Anlaß deS heutigen Festtages fand heute Mittag auf de« Obrrmarkt rin« vom Jägermufikchor auSgeführte Platz- «wstt statt. — MwdEifch« Uesttfeier. Fünfundzwanzig Jahr« find «» »u«, daß fich da» d«utsch« Volk d«» neugegrüudet«« brutsch«« Reich«» «rfrrut. Wrn« je «tu« 8«i«r daukbarer Eri««rrung gerechtfertigt war, so ist r» ditsr, die all«» wa» d««tsch«« N men trägt, ring» auf dem Erdenrund zu eine« gemeinsame« bohen Gefühle vereinigt. Daukbar ward gestern, wird heute uud morgen tm ganzen Vaterland die Erinuerung»feier a« jene großen Tage begangen, die da» geeinte Reich «n» erstehe« ließen. Auch die alte vergstadt Freiberg steht nicht zurück, den Tag der Kaiser- Proklamation festlich zu begehen. Gleichsam al» eine Vorfeier, tn ihrem Verlauf de» großen Jubeltage- würdig, veranstaltete gestern Abend der verband der Studirenden an der Kgl. Berg akademie zu Freiberg einen Kommer» im GewerbehauS. Der Saal, der fich für die zahlreichen Theiluehmer fast al» zu klein erwie», war festlich geschmückt. AuS einem Hai» von Lorbeer und frischen Fichte» leuchteten auf farbeugeschmückteu Piedestale» dte Büsten Kaiser Wilhelm- I-, König Albert- und de» Fürsten BiSmarck hervor. Auch die Wände prangten in frischem Tannen grün. Reiche Draperten tn den deutschen, sächsischen und Frei- berger Stadtfardr», eine mächtige KöuigSkroue, Wappen, Schilder und Embleme belebte« daS Bild auf daS Vortheilhafteste. Im Saale entwickelte fich bereit» kurz nach 8 Uhr rin äußerst lebhaftes Treiben. Die lange» Tafeln waren rasch besetzt und immer noch traft« neue SommerStheilnehmer ei». Sämmtltch« königliche und städtische Behörden waren überaus zahlreich vertreten. AuS allen Berufszweigen hatten fich Gäste eiogesuudeu. Der Leiter deS Kommerses, Vertreter deS CorpS Franconia, Herr Studiosus Laßmann eröffnete die Festlichkeit durch eine markige Ansprache, dte io ein Hoch auf Kaiser Wilhelm II. und unseren König Albert, den Schutz- und Schirmherrn deS sächsischen Berg« und Hütten wesen- auSklang. Redner ging davon au-, daß die heutige akademische Jugend obschon sie die Schaffung deS deutschen Reich» nur au» den Tagen der Kindheit kenne, voch ein sehr klare» Bild vor Augen hab« von dem, was in de» schweren Tagen vor 25 Jahren, al» da» französische Kaiserreich in Trümmer sank, geschafft« wordin ist. ES gezieme fich vor Allem, dem Gründer und Schöpfer a?» großen Werke», dem alten Kaiser Wilhelm I, dem Fürsten B Smarck dankbar zu gedenken. Daneben aber dürft« auch jene «ich! vergessen sein, die an dem Ausbau d«S Reiche» thatkräftig mi^gewirkt haben und weiter wirken, unser Kaiser Wilhelm «nd König Albert. An da» Hoch auf Kaiser und König schloß fich der Gesang Ler Nationalhymne. Die Festrede hielt Herr Geh. Bergrath Prof. vr. Winkler. Mit zündender Bered- samkeit führte er etwa folgende Gedanken au»: Im Herbste deS Jahre» 1883 zeigte fich der Himmel wir in Gluth getaucht; in Purpurltcht ging die Sonne nieder, um am Purpurhimmel wieder emporzusteigen. DaS Schauspiel, so wie wir eS sah««, zeigte fich auf dem ganzen Erdenrund. Wer jene wunderbaren DämmerrrngSerschrinungen im Jahre 1883 gesehen und beobachtet, dem werden sie noch deutlich in Erinnerung sein. Dieselben waren dte Nachwirkungen eine» Naturereignisses, wie eS fich seit Menschrngedeoken noch nicht gezeigt hatte. Fern von un», in einem anderen Welttheil war eS lebendig ge worden in der Ramr. Ein Fcuerkrater hatte fich geöffnet und seine verderbenbringenden Mafien über die Erbe auSge- schüttet. Ein Lavastrom von furchtbarer Mächtigkeit ergoß sich inS Meer, daß die Wogen hoch ausdampften ein gewaltiger Ascheregen senkte fich herab, 7000 Menschen unter fich begrabend. So tobte der Feuerberg 4 Monate. WaS er auSgeschleudert hatte, das nahmen die Winde aus ihre Fittiche und führten eS über dir Meere, über den ganzen Erdball. Uud die Sonne durchleuchtete e» mit ihrem Schein. Wie in solcher Weise die Erde ihre Kruste sprengt und die Elemente gewaltige Eruptionen hrrbeiführen, so vermag auch eine Idee i« Bölkerdasein Umwälzungen hervor zuruft», die von einer anfangs ungeahnten Nachwirkung werden könne«. Eine solche Eruptiv« der Ideen, gewaltig uud groß artig, war der Krieg 1870/71. Wie ein Lavastrom wälzte er fich hinein in daS Land Derer, die ihn freventlich herausbeschworen, Alle- erfassend und vernichtend, wachsend inS Unbezwingliche, als er selbst erkannt, welch starke und tüchtige Hand ihn leitete, als er jene Lichtgestalte» winken sah, die unsere Väter erträumt, jene Lichtgestalten: ein geeintes deutsches Reich und eine Kaiserkrone. 25 Jahre find vergangen seit Wilhrlm I. die deutsche Kaiserkrone wieder ausoahm. Nun zieht eS wie rin Roftnschein herauf tm Bewußtsein, daß wir heute Söhne eines Volkes, daß dte deutschen Länder alle einem großen trutzfähigrn Reich« angehören, daß wir Alle «n» beugen unter einem allgemein geliebten Herrscher. Dankerfüllt gü>enkrn wir heute den Einigern diese» Reiche», wir gedenken auch Derer, die mit Gut und Blut zur Ber- wirklichung de» große« GedankruS brigetragen haben. Wir ge denken heute der Helden im Purpurmantel, wir danken Dene», die auf blutiger Wahlstatt gefallt», wir danken den Kämpfern, die noch leben. Ich bitte Str, mit mir einzustimmr» in da» Hoch auf da» greinigtr deutsche Reich. — Begeisterungsvoll, immer mächtiger anschwellend, brauste das Hoch durch den Saal Dir Musik spielte »Deutschland, Deutschland über alle-" und olle Au- wesenden, der erfahrene Mann im grauen Haar und Bart, der Jüngling, dem erst da» Leben fich erschließen soll, in diesem Augenblick, al» sie alle da» hehre deutsche Lied »Deutschland, Deutschland- anstimwten, waren sie alle nur von einem Gefühl geleitet, dem Gefühl edelster Begeisterung, In welchem Maaße der Redner e» verstanden, die Herzen zu entzünden, bewies auch nach Berklingen deS LiedeS der langandauernde lebhafte Beifall Der zweite Vorsitzende, Herr Studiosus Gauliug, Vertreter de» CorpS »Teutonia-, bot den Gästen den Willkommengruß nach studentischem Brauch, indem er sein« Lommilitouen aussorderte, auf daS Wohl der Gäste einen Salamander zu reiben. Herr Oberdirektor Fischer dankte im Namen der Gäste. Er feierte dir akademische Jugend «nd knüpfte daran Worte ernster Mahnungen. Er sorverte sie auf, den Gedanken der nationalen Zusammen gehörigkeit jederzeit festzuhalten und der frohen Studentenjahre stit» eingedenk zu sein — Herr Staatsanwalt vr. Maier, der hieraus da» Wort ergriff, knüpfte an die Ausführungen deS Vor redners an. I» einer zündenden, oft von Beifall unterbrochenen Ansprache feierte er den Altreichikauzler. An daS jubelnd auf- genommene Hoch aus den Fürsten BiSmarck schloß fich der Ge sang von »Deutschland, Deutschland über alleS". Als letzter Redner deS offiziellen Kommerse» sprach Herr Prof. vr. Papperitz. In überaus humorvoller Weise brachte er >» gebundener Red« «ine Art Zwiegespräch zwischen der Alm« mut» uud dem Bruder Studi» nach dem Muster deS Liede» von der Glocke zum Tor« trop, da» wiederholt HeiterkeitSau-brüche und lebhaft« BeifallS- äußerurgen hervorrirs. Redner widmet« srtu Gla» d«r deutsche« Studentenschaft. — Schließlich gelangten zwei HuldtgungS- telegramme an den Kaiser, an König Albert «nd an den Fürsten BiSmarck durch den Vorsitzenden zur Verlesung. Mit dem Ge sang de» Liede» ,O alte Burschenhrrrlichkeit" sedloß der osfiziell« Kommer». Der Fidelita» präfidirte Herr Professor Treptow. — Im hiesigen »«ak-tzMuast»« wurde die fünfundzwanzig, jährig« Festfeier der Wiedererstehuvg d«» deutschen Kaiserreiche» darch d«n Gesang Schulanhang 41 «tngeletiet. Htrra« reihte« sich Deklamatio««» d«S Quinta»«»» Fischer I, dr« Quarta «er» Werner, de» Sextaner» kraus«, de- Luterprima««»» Hellinger ««d dir drutsch« Rete de» Unterprimaner- Mehner über dt« deutsche Lüsn. krönun, im Schloff« zu Versailles. DerChorg«sana: »Heil Kaiser dir- von R. Müller bildet« de« Urbrrgang zur Festrede de-Hem, Oberlehrer vr. Mehner, in der er da» Streben deS deutsche» Volke» im 19. Jahrhunderte zur Wtrder«rrichtu«g de» deutsche, KaisrrretcheS schilderte. Der allgemeine Gesa»,: ,O Deutsch, land hoch in Ehren' uud ein dreifache» Hoch, da» Herr Rektor Professor Pachaly aus Kaiser «nd Reich au-brachte, schloffen die würdige Feier. — Heute früh bereit» bei Tage-anbruch gewahrte «an do» Haupt de» «tAwddUde» «Ws-«» dem Postplatze durch einen mit blau-weißem Bande versehe«, Lorbeerkranz geschmückt. Me wir hören, rührt dieser Schm»- von vier Schülern deS hiesigen Gymnasium» Albertinum her. - Die drei hiesige» «»»igl. «Lchs. MilUärveret« kiern die 25jährtge Wiederkehr der Errichtung d«» deutsch« Reich», sowie in Verbindung damit d«n Geburtstag Sr. Majestät! deS Kaiser», gemeinschaftlich am 28. Januar im Saale z,« I Bairische» Garten Die Feier besteht in partriotischi,! Instrumental- und vokal-Konzert. Die Gesänge hat der Männer. I gesangveretn .Liedertafel" übernommen. Lin Theil d«S Li». I trittSgrldeS ist zum Besten des Kvffhäusrr-DeukmalS bestimm, I welches im Sommer dieses JahreS eingrwtiht wird. — DienStag den 21. Januar beginnt der Gewerbeverei» I die Reihe der wöchentlichen Vortragsabende und zwar wird o» I diesem Abend« Herr Akademieprofrfior Uhlich einen allgeaui, ! verständlichen Bortrag über dir Materie halte«. Außerdem werde, ! einige Neuheiten a»S verschiedenen Gebieten der Technik ait. I gestellt sei«. — vttri«b»ftS«U»ge«. Die Nacht vom 16. zum 17. J««r I und der letztere Tag bereiteten unseren Bahnen arge Schwierig. I leite«. Der wüthende Schnresturm verw hte die Strecken a»s I eine Weise, daß alle Anstrengungen, de» Verkehr offen zu halt«, > erfolglos blieben. Auf Strecke Klingenberg-Freiberg entgleis! wie schon gemeldet, bei dem energisch«» Brrfuche, die etwa 4 Met« I hohen Schneewände zu durchbrechen, der große Schneepflug gegen 9 Uhr I SbrndS derartig, daß beide Gleise gesperrt wurde». Eist nach LK. I treffen d«S Rettungswagen- aus Dresden koonte da» linke Tleii stih I 4 Uhr für den Betrieb frrigeleqt werden, während die Freilegmy > deS rechten Gleise» erst am 17 Jmuar Nachmittags gelang, s» I daß Schnellzug 236, in Freiberg 6 20 N. etntreffend, erstMIz I dieses Giei» befahren konnte. Mit vielen Mühen und rastlos« I Arbeit gelang eS während deS eingleisigen Betriebe» den reg« I ZugSrerkehr Vieser Hauptstrecke glücklich, wen» auch mit groß» I Verspätungen, aufrecht zu erhalte«. Mußte doch d«r am 16.1«. I 9 45 Abends nach Dresden fällige Personenzug bi» gegen '/.5 Ufr I früh hier warten ehe derselbe die Writerfahrt antreten konnte, l wühlend einige Güterzüge Verzögerungen von über 12 Stunde» I erlitten. Weiter blieb der in Freiberg 6 Uhr früh planmäßig I Abfahrt habende Personenzug nach Dresden bei Niederbobritzsch, > oberhalb der Viertelbrücke, im Schnee fitze«, konnte aber Sach I Eintreffen einer HilfSmaschin« in kurzer Zeit wieder flott gebracht I w:rden. Die Großhartmannsdorfer Linie vermochte maa «>t I Hilfe deS zweiten tn Freiberg statiouirteu großen SchoeepfirH I offen zu halten, die Halsbrücker Linie aber mußte den Beiried I mit dem am 16. Januar Abends 8 44 abgegangenen und noch I glücklich bis Halsbrücke gebrachten ZugeS etnstelle«. Alle heute I wiederholt vorgenommenen Durchbruch-Versuche scheiterten au der I Mächtigkeit der Schneemasirn und ist auf eine Wirderausnahme I de» Verkehrs auf dieser Linie vor Sonnabend Nachmittag nicht I zu rechnen. Von sächsischen Linien find ferner unfahrbar Stniki I Marienberg. Reitzenhain, Zittau. Oybiu-JonSdorf. — Zu der tödtlichen Verunglückung de» LoppelhitM» I H««g»r auf dem David-Richtschacht wird ««» von zuständiger I Seite mitgetheilt, daß »ach dem bisherig«» Ergebniff« der vor- I läufig angestellten b«rgpoliztiltchrn Erörterung«» der verunglückte I an seinem Unfall unschuldig erscheint und insbesondere von seine» i Kameraden vor den ihn tödtenden Schöffen nicht gewarnt I worden ist. — Die Wahlrechtlttg«. Das konservative »Vaterland- I schreibt: Die Franzosen haben ihre »Patriotenliga' glorreiche» l Andenkens, und wir in Sachsen haben seit einigen Tagen eise I ebenso glorreiche »WahlrechlSliga-. DaS Kind hat in dem durch I seine Irrenanstalt bekannten Stötteritz daS Licht der Welt erblickt, I und der alte Liebknecht hat dabei Hebammendienste geleistet. Dai I Kind verführt schon jetzt einen fürchterlichen Lärm. Die Liga I hat einen Aufruf an »Arbeiter, Bürger, Parteigenossen' erlassen, I in welchem in der schwülstigen Sprache Viktor Hugo» wd I DeroulödeS die unglaublichsten Ding« behauptet werden. Lar I Allem aber wird darin zum Kampf« aufgerusen grgen die »volli- ! feindlichen Umtriebe der Staatsstreich!«.' Diesen gegenüber vtl I man »die verbrieften Volkirechte" schützen «nd dem »Klüngel der I Geldsackparteiev, di«un- daS «ler de Dreiklaffenwahlrecht oktroyier» I wollen', die Siir«« birten. D«r Aufruf behauptrt weiter, .alle I AuSzebeuteten, die Mafien der Arbeiter und kletren Leute, sei« > tn ihrem höchsten Juterefie durch die schmähliche Wahlentrechtusg I bedroht." St« müßten daher in Mafien in die WahlrechtSlig» I eintrrten, die den Kampf für die Erhaltung «nd Erweiterung det I bestehenden Wahlrechts in Sachsen mit aller Energie planmäßig I führen werden. So der Aufruf der Wahlrechtsliga. Wer tb« I liest, dem muß himmelangst werden. Vo» .Staatsstreichlerei'ist I die Rede und von einer »Wahlentrechtung". Also steht nach I Ansicht der Sozialdemokraten «in Slaat-firrich in Aussicht, und I dem Volk soll daS Wahlrrcht entzogen werden. DaS find aber in I Wahrheit alles nur plumpe Lügen, leere Redereien, an denen lebt I wahres Wort ist. Erstens soll ein Staatsstreich beabsichtigt sei«, I weil die Landtag-mehrheit eine Aenderung deS bestehrnden Wahl* I rechtS auf durchaus verfassungsmäßigem Wege beantragt hat. Ja, dasselbe haben die Sozialdemokraten aber doch auch und zwar viel früher gethan. Sie verlange» schon seit Jahre» eine Aenderusg deS jetzt geltenden Wahlrechts and Einführung de» allgemein«» gleichen und direkten Wahlrechts mit dem Recht der Abstimmung für alle Personen, einschließlich der Frauen und Mädchen, und zwar schon vom 21. Jahre ab. Da» soll aber kein StaatSstre ch sein; nur wenn andere Leute alS dte Sozialdemokraten eine Aenderung deS Bestehenden beantragen, reden dte Sozialdemokraten von eine» .Staatsstreich" und einem .Umsturz von oben", sonst > aber nicht. Zweitens spricht d«r Ausruf von einer .Wahlentrechtung'. DaS ist wieder eine ungeheuerliche llebrrtreibung. Darnach müßte man aunehme», daß dem Volk oder wenigsten» einem Theil desselben ein Wahlrecht, da- sie gehabt haben^rntzozen werde» solle; daS ist aber nicht der Fall. Ls ist vielmehr von der Kammern«hrhett, al- sie den Antrag aus Abänderung deS Wahl« recht» von 1868 riubrachte, ausdrücklich erklärt worden, daß der bisherige LeusuS von 3 Mark testehen bleiben und Niemandem» der daS Wahlrecht bisher hatte, dasselbe entzogen werden solle. Auch die Regierung har fich damit «tnverstande« erklärt. ES ist. also Alle» eitles Geschwätz, WaS die «ahlligistru i« ihrem Aussatz vor bringe». Die WahlrechlSliga ist et», große Wahlrecht-lü-k- Lügt» «I Sache wr sächsische» der Sozia zustimm« find meist da» auf e selber zug lofigkett d Uga abhel vemokratie heit geratl Außerdem mit 5, 10 bietet di« Blatt auf läßt fich großen M und billig Niemande aber doch daß sie di neter in Denn sons Sozialdem von orduu wird, ein l kommen t .Unverstai spiel sei». — Ai arbeite» I zu Sontzsä von der z StaatSgew -k- « heftiger S verkehr th wurden h Im Bezir 2 kalte Bll Stadt Sal Rinder vo Mit i I. März l raths Pro Technische Oberst Ri deS Schlau Präsident Loschwitza wurde dl barbarisch« haftet. K der Knabe Stuhl fest am Gesäß, beklogevSw Der Rabei Pfeffer (,) zweiten M mit 3 Kint Se. M in Bronze getroffen u der Mitgli, laffenen R Leipzig an weithin Au baden gesch StaatSaowc vr. Eduard Hochschule - wesen. Er vermögende! durch diese in Ordnung befreundet i Angeleg-mh« avwaltschaft die Vergeh« Berliner F Folgendes ! S. tn Mai» die er in Pi barsten Mot reich. Nam von Bambei haltenden E eine große S Oelgemälde»! von hohem ! Bilder in d selbe Zeit früher Arzt Häuser. Di Freund v. t hatte. AlS keilen. Als Vertrag abg« von 290000 seine ganze leiten erregte all eines To l chcn Kunsts ichaffen ließ. deS Prof. v. Haftung deS zugegangenev daß er von i spielt und w ihm schon sei den Verkauf dringen und Hypothek aus soll Sch. all« Sch. behaup lhum ton v. Ma« schr sich trotz der haften Besuch
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