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Armeekorps abgeben werden, Graf Blumenthal wegen seines Alters und der Prinz, um eine Armee-Inspektion zu übernehmen. — Der deutsch «BundeSrath stimmte in seiner geskige» Plenarsitzung dem Anträge betreffend die Aufhebung deS Ver bots der Ausfuhr von Pferden zu und ertheilte dem Gesetz entwurf betreffend den Verkehr mit ^mstbutter mit dm vom deutschen Reichstage beschlossen« Abänderungen gleichfalls seine Zustimmung. Neber diese letztere Angelegenheit schreibt di« .National-Ztg.': .ES hat Wohl schwerlich irgend Jemand er wartet, daß Herr von Bötticher in Folge deS Beschlusses d«S preußischen Ministeriums, im BuudeSrath für die agrarische Entstellung deS KunstbuttergesetzeS zu stimm«, seine Entlassung nehm« würde. Man Hot in dem beschleunigt« Antritt seines Sommer-Urlaubs lediglich ein« natürlich« Beweis von Selbst achtung erblickt; eS schien nur selbstverständlich, daß ein Minister, welcher ein« Beschluß derart bekämpft hat, wie Herr von Bötticher dm 8 2 de- KunstbuttergesetzeS, nicht bei der Sauktionirung desselben persönlich Mitwirken will. Wenn jetzt offiziös augedeutet wird, Herr von Bötticher selbst hohe sich nachttäglich für die Annahme deS ReichStagS-BeschlusseS ervärt, so sollte man das eigentlich für ein« Beleidigung d«S Herrn Staatssekretärs halten, wmn auch für eine unbeab sichtigte, auS allzugroßrm Diensteifer entsprungene. UnS iuteresfirt au dem ganzen Vorgang lediglich die dadurch er wiesene Unbegrenztheit deS agrarischen Einflusses." DaS libe rale Blatt zitirt dann nochmals die Red« deS Herrn von Bötticher auS der dritten Lesung, worin er besonder- die Un durchführbarkeit deS MischungSverbotS darlegte. — Am Schluß eine- neu« länger« Artikel- über die «Russische» Werth«" äußert sich die «Neue Preuß. Ztg.": «Wir hör«, daß einige Tag« vor dem Schluß deS deutschen Reichstage- mehrere Ab geordnete unter sich über die Nothwmdtgkeit gesetzgeberischer Maßregeln gegen die Ueberfluthung de- deutsch« Markte- mit fremdländisch« Papier« überetngekommen sind und be schlossen haben, beim Wiederzusammmtritt des Parlament- mit geeignet« Anträgen behufs Einführung einer sehr Hohm EmisfionSabgabe und einer stark« Besteuerung der bereit- im Umlauf befindlichen ausländisch« Effekt« vorzugeh«. Möge dies mit Erfolg geschehen!' Der Kaiser von Oesterreich reiste Mittwoch Abend von Pola nach Ischl ab, nachdem er dm Behördm von Pola sein« Dank für den herzlichen Empfang und die patriotischen Kund gebung« ausgedrückt hatte. Die österreichische Presse begrüßte daS Ereigniß des Stapellaufs des „Kronprinz Rudolph' mit stolzer Freude. So schreibt da- Wiener „Fremdmblatt': „DaS Schwesterschiff der „Stefanie', der gewaltige Panzer „Rudolph', gleich jener ein Thurmschiff von mächtig« Dimen sion«, in Bau und Ausrüstung auf der Höhe unserer Zett stehend, feierte zu Pola das Fest seiner Vermählung mit dem Meere. Damit sind unserer Wehrmacht zur See zwei Fahr zeuge gegeben, auf welche sie selbst und die ganze Monarchie mit Vertrauen und stolzen Hoffnungen blicken kann, Fahrzmge» welche die Stärke unserer Seemacht, die Zahl unserer Schlacht schiffe wesentlich und in sehr erwünschter Weise erhöhen. Man kennt die keineswegs bmeidenSwerthe Lage der österreichisch« Kriegsmarine, welche gehobm durch glorreiche Thatm und Erfolge, von den Verhältnissen in ihrer Entfaltung vielfach gehemmt und behindert erscheint. Dm höchsten Zielen zu- strebend, vermag sie doch die Grenzen nicht zu überschreiten, welche ihr die bescheidene Küstenentwickelung und die finan ziellen Mittel des Reiches ziehen — was aber innerhalb dieser Grenzen in dm letzten Jahren in der „Aera Sterneck' er reicht und geleistet worden ist, hat die Flotte gerade in diesen Tagm vor dm Augen des obersten Kriegsherrn erwiesen." - In der Ausführung der Beschlüsse der letzten österreichisch- ungarischen Ministerkonferenz fand gestern in Wien unter Vor sitz deS SektionSchrfS Szoegymyi eine Konfermz statt, um die Einzelheiten der Restriktionen zu berathm, unter welchen die Aufhebung deS PferdeauSfuhr-Verbots erfolgm könnte. — Wie man aus Pest mittheilt, wurden gestern in JaSzbereny die Opfer der dortigen Katastrophe mit großem militärischen Pomp« begraben. Der ungarische Honvedminister Baron Fejervary, der LandeSkommandirmde Graf Pejacsevics, der AdlatuS deS Honved - Oberkommandant« General der Kavallerie Gräf, ferner die Generäle Ghyczy und Henneberg begaben sich auS diesem Anlässe von Pest nach JaSzbereny. 8 Leichen waren im großen Saale de- ElisabethspitalS aufgebahrt, über und über mit Kränzen der Kameraden und Angehörigen bedeckt. ist ein Uebelstand, dem entschied« abaeholfen werden muß In der erwähnten Schrift empfiehlt vr. Berthold deshalb einen Theil solcher Stammgäste, welche sich mit genauer Kenntniß der Kolonieverhältnisse frühzeitig im Winter ein finden und Anderen die Plätze wcgnehmen, einfach von der Aufnahme auszuschließen. Angesichts der sich häufenden Klagen über die Abweisung von um Aufnahme Bittenden sei dies das einzige Mittel, zu verhüt«, daß solch« Hilfe suchenden die Aufnahme versagt werden muß, die etwa- später, aber zum erst« Male bei einer Kolonie vorsprechen. Um ein Lares Bild über die Entwickelung der Arbeiter- kolonien zu gewinn«, setzte sich vr. Berthold mit den sämmtlichen Vorständen derselben in Verbindung, und er langte dadurch eine statistische Uebersicht, die sich haupt sächlich auf folgende Punkte richtete: „Tabelle 1 giebt den Bestand der Kolonisten am 1. April 1885, sowie dm Zu gang nach Monaten, in denen die Aufnahme erfolgte, in Kombinatton mit dem Alter der Aufgmommenen an. Ta- belle 2 behandelt das Ausscheid« der Kolonist«, d. h. die Entlassungen vom Bestand und Zugang bis 1. April 1886 unter Angabe des Entlafsungsmouats und des Alters. Tabelle 3 bringt die AufmthaÜSßaner der entlassenen Ko lonisten in Zettabschnitten von 7^ 14, 21 rc. Tag« zur Darstellung, in Kombination nm dem Aufnahmealter. Tabelle 4 zeigt die Vertheilung der Kolonisten nach Berufs- klassen. Tabelle 5 behandelt dm Grund der EaUasstwg in Verbindung mit der Aufenthaltsdauer, und zwar sind die in den Zählkarten angegeben« Ursachen der Entlassung in 12 Kategorien gebracht, unter denen sich Arbeitsunfähig keit, Trunk, schlechtes Bettagen, Platzmangel, in Stellung gebracht u. a. befinden." Damit ist für die Verwaltung der wohlthätigen Einrichtung ein schätzbares Material ge wonnen, daS hoffentlich nicht unbenutzt bleib« wird. Be sonders dürfte man über die ernste Gefahr, welche in den hohen Prozenten der wiederholt aufgenommenen Kolonisten für das ganze Institut liegt, nun nicht mehr im Unklaren sein und gegen diesen Mißbrauch durchgreifende Maßregeln treffen. Wahrscheinlich wird man den Rath vr. Bertholds befolgen, eine zweimalige Aufnahme in der Regel als das Höchstzu lässige hinstellen, eine strenge Prüfung bei jeder Aufnahme und ganz besonders einen schleunigen Austausch der Auf nahmekart« stattfinden lassen. Die Unterbringung der Kolonist« in Arbeit müßte noch in höherem Maße als bisher angestrebt, außerdem aber stets ermtttelt werden, wie lange die Betreffenden in der ihnen immer nicht ohne Mühe verschafften Arbeit aushalt«. Sehr wünschenswerth ist es auch, daß -die bisher von den Arbeiterkolonien be nutzten Zählkarten fortgeführt und sorgsam ausgearbeitet werden, damit der klare Beweis dafür geliefert werden kann, daß die Einzelverwaltungen sich auf dem richtigen Wege befinden und mit Erfolg arbeiten. Auf diese Weise wird es nicht nur möglich fern, Diejenigen zu widerlegen, die jetzt noch an dem Nutz« der Arbeiterkolonien zweifeln, sondern auch den Letzteren mehr und mehr die Theilnahme zu erringen, deren sie bedürfen um ihren menschenfreund lichen Zweck vollständig zu erfüllen. Ermittelung der deutschen Arbeiter- Kolonien. Der Wunsch des deutschen Vereins für Armenpflege, seine Mitglieder über das Wes« der Arbeiter-Kolonien dauernd zu unterrichten, veranlaßte verschiedene Berichte des vr. G. Ber thold über die Statistik der Lrbeiterkolonien, in welchen die Ent wickelung und der Einfluß dieser neu« Einrichtung eingehend erörtert wurden. Eine solche Statistik, welche die Zeit vom 1. Arni 1884 bis 1. April 1885 behandelte, wurde bereit- dem Bremer Kongreß vorgelegt und dürste viel zur Er mittelung derjenigen Punkte beigetraa« hab«, welche bis dahin den Nutz« der wohlthätigen Institution beeinträch tigten. Die jetzt bestehend« fünfzehn deutsch« Arbeiter- kolooien hab« in neuerer Zeit einen Umfang und eine Be deutung erlangt, über welche die als 3. Heft der Schrift« des deutsch« Vereins für Armenpflege und Wohlthätigkeit im Berlage von Duncker und Humblot zu Leipzig heraus- gegebene neueste Arbeit des vr. Berthold „Ermittelung der deutsch« Arbeiterkolonien" interessante Aufschlüsse giebt. Damach könnt« die Kolonien am Schluß des vorig« JahreS gleichzeitig 2300 arbeitslosen Bedürftig« Aufnahme Md Beschäftigung gewähr«. In der kälter« Jahreszeit war« aber die Gesuche um Aufnahme so zahlreich, daß die vorhanden« Emrichtungen noch nicht genügten und daß z. B. im November 1886 in Mükling 205, in Dome- Hof 66, in Friedrichswille 51, in Lülerheim 58 Aufnahme- suchende zurückgewiesen werden mußt«. Man ist zwar überall bemüht, die Einrichtung« zu erweitern und durch Benutzung von Nebengebäuden und sonstigen Räumlichkeiten die Möglichkeit der Aufnahme einer größer« Anzahl von Kolonisten zu erlangen, indessen stellt sich doch mehr und mehr die Unerläßlrchkeit einer Vermehrung der Kolonien heraus, um die letzter« der schmerzlichen Nothwendigkeit zu überheben, weg« Platzmangels Bedürftige abzuweisen, welche Arbeit und Unterkommen suchen. Jetzt können noch immer zahlreiche Wanderbettler den Behörden gegenüber dm Mangel an Arbeitsnachweisungen auf den Verpflegungs stationen zum Vorwand für das arbeitslose Umherziehrn gebrauchen, während es nur eines eifrig« Fortstrrbens auf dem bisher beschritten« Pfade bedarf, um diesen Uebel- stand fast vollständig zu beseitigen. Der westfälische Pro« vinzial Landtag bewulrgte am 4. d. M. der Arbeiterkolonie Wilhelmsdorf bei Bielefeld für das nächste Jahr wie bis her ein« Zuschuß von 6000 M.; zugleich wurde auf An trag des Freiherm von Wendt (Gevelinghausen), welchen Oberpräsident v. Hagemeister befürwortete, der Provinzial- ausschuß bevollmächtigt, zur Gründung einer zweiten katho lisch« Arbeiterkolonie in Westfalen Geldmittel darzuleihen. Der Oberpräsident bemerkte, daß von den Pfleglingen der Wilhelmsdorfer Anstalt zur Zett zwei Fünftel katholisch seien, und daß der Uebertragung der Leitung der zu grün denden Anstalt an eine religiöse Genossenschaft nichts mehr im Wege stehe; man werde die Kolonie am zweckmäßigsten im nördlichen Münsterlande anlegen, wo sie der Urbar machung von Heide- und Moorländereien dienen könne. Die Arbeiterkolonien verdanken ihre Entstehung und wachsende Ausbreitung der menschenfreundlichen Anschauung, daß man nicht nur in dem Arbeitslosen, sondern auch in dem Heimath- und Obdachlosen d« mitleidsbedürftigen Menschen seh« muß, dem möglichst nachhaltig zu helfen Pflicht ist. Bei dem dieser wohlthätigen Einrichtung mehr Md mehr entgegengebrachten Wohlwollen läßt sich hoffen, daß mit der Zeit daS Ziel erreichbar werden wird, all« arbeitslosen Wandere« die Aufnahme in eine Kolonie zu gewährleist« und es ihnen dort möglich zu macken, durch eigene Thätigkeit wieder zu einem geordneten Leven zu ge langen. Diese Möglichkeit läßt sich aber erst dann in dem erwünscht« Maße bieten, wenn jeder Mißbrauch der wohl- thätigen Anstalt verhindert und demgemäß gegen die so genannten Koloniebummler entschieden vorgeaang« werden wird. Bereits auf der dritten Jahresversammlung des Zentralvorstandes deutscher Arbeiter-Kolonien wurde be schlossen, Maßregeln gegen die wiederholte Aufnahme der selben Personen zu ergreifen und solche Wiederholung nur unter ganz besonder« Umständen zuzulaffm. Diese Maß regeln müssen aber nicht sehr strmge gehandhabt worden sem, denn aus dm in der Berthold'schen Schrift ent haltenen Tabellen ist deutlich zu erseh«, daß seit dem Juli 1884 einzelne Individuen fünf- und sechsmal in dieselbe Kolonie ausgenommen wurd« und, dort fünf-, sechs-, ja achthundert Tage verbleibend, Ander« dm Platz Weg nahmen. Das vielfach unberechtigte Ausnutzen der Kolonien Tagesschau Freiberg, den 8. Juli. Der deutsche Kaiser erschien Mittwoch früh in Ems am Brunnen, um seinen Becher einzunehmen, doch glaubt man, daß der Monarch nur wenige Tage noch tn Ems verweilen werde, dck die Aerzte einen Aufenthalt in kräftigerer Wald- lüft für wünschenswmh halten. Indessen können hinsichtlich dieser Frage noch keinerlei bestimmte Entschlüsse gefaßt werden, denn jeder Tag kann eine Aenderung i» den getroffenen Dis positionen nothwendig mach«. Vor Allem werd« die Tem- peraturverhältniffe der nächst« Tage von Einfluß auf die Festsetzung des Aufenthaltes in Ems sein; denn im Falle die jetzt eingettetene Temperaturerniedrigung anhält, werd« die behandelnden Aerzte viel eher tn der Lage sein, dem Lieblings- wunsche deS Kaisers, möglichst lange in EmS bleib« zu dürfm, zu willfahren, als dies bei etwa wieder hereinbrechender Julihitze der Fall sein würde. Gestern Vormittag 10 Uhr machte der Kaiser mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen im offenen Wagen eine Spazierfahrt die Lahn abwärts. An dem Diner bet Sr. Majestüt nahmen gestern Prinz Wilhelm von Preußen und Prinz Nikolaus von Nassau theil. — Geste« Nachmittag reiste Prinz Wilhelm nach Potsdam, wo der Geburtstag seines zweitälteften Sohnes in der mgeren Familie festlich begangen wurde. Zur Feier de- Tages hatten die königlichen und die prinzlichrn PalaiS in Berlin und ^44 und TlMMtt. Amtsblatt für die königlichen und städtischen Behörden zn Freiberg Md Brand. Verantwortlicher Nedakte«: Freiberg. Erscheint jeden Wochentag NachmM. '/.«Uhr für den !! II 7° j Sonnabend, Neu 9. Juli.