Volltext Seite (XML)
887. :er Elise )resden er- G s Kollegeii ittag 4 Uhr, Mitglieder e hierdurch meister. Rathschluß sere einzige, Gelder, el für sei« Tochter <n, Hahn sm Fleischer icn Gesänge, umenschmuik i Grabe ei en nochmals u. Frau. .April 1887. frieden, ch'! hieben, h zu. ,8. anft und ger unser rvater »erhelm fbetrauert ebenen. il 1887. s« urzen Leidm r, Schwester, Frau GutS- b. Bartzsch, ir hierdurch rlasseue». ich, /rcideri. .eitag Nach- iter, ««Ler. ,ril 1867 r cker,-M nt" u. s. w. izvoller, mg. der deutschen der Bühne. er >iger, 356N. Littman«, rr. zen statt md t für Freitag, den 1. Mai, n. litloil. 28. April: !1. 143. 144. Jnjcrale «erden bi» Bormittag 11 Mr angmora- men und beträgt der Preis für die gespaltene Zelle j! IXX^ oder deren Raum 1S Pf. w » > 40. Jahrgang. Freitag, Sen 2S April. und Tageblatt. Amtsblatt für die kömglichen und städttschen Behörden zn Fttiberg und Brand. Benmtwsrtticher Redostem: Julin» Braun m Freiberg Erjlyeim jeden Wocyeumg Nach«^. v,üll-r für »er. Uv N andern Tag. Preis vierteljährlich L Mart 2d Pf., k>«<» » zweimonatlich 1 M. SV Pf. und rinmvnattich 7b Pf. Nach-estellunge« !«f die Momate Mai und Juni »erde« zum Preise von 1 Mk 5« Pf. von alle« kiserlichen Postanstalte» sowie von den be- wmte« Ausgabestellen «nd der unterzeichneten Expedition angenommen. Expedition des Freiberger Anzeiger. Tagesschau. Freiberg, den 28. April. Der deutsche Kaiser hatte Dienstag Nachmittag nach der Rückkehr von einer Spazierfahrt, von 4 Uhr ab, eine etwa einstündige Konferenz mit dem deutschen ReichStanzler. — Am gestrigen Vormittag empfing der Kaiser den Herzog von Ujest und arbeitete Mittags längere Zeit mit dem Wirk!. Geh. Rath v. WilmowSki. Nachmittags unternahm der greis« Monarch abermals eine Spazierfahrt. Heute Abend findü i« runden Saal deS königlichen Palais wieder eine größere musi kalische Abendgesellschaft statt, zu welcher etwa 230 Einladungen ergangen find. — Der deutsche Kronprinz setzt in Ems seine Kur mit dem besten Erfolge fort. Wiederholt unternahm die krouprinzlichr Familie bei schönstem Wetter Ausflüge m die Umgegend, doch legt der deutsche Kronprinz nach wie vor sich große Schonung auf und nimmt weder Borträge entgegen noch ertheilt er Audienzen. — Da der deutsche Reichstag sich in Folge des mangelnden Berathungsmaterials bi» zum 5. Mai vertagen mußte, werden die KommissionSarbeiteu von nun au erst recht beschleunigt werden, um dem vorhandenen Stoff- mangcl abzuhelfen. Die Kommission für daS Kunstbuttergesch beschloß, jede Vermischung von Butter und Margarm zum Zweck des Verkaufs, das Feilhaltcn dieser Mischung, den Zu satz von Fettstoffen zu Margarin zu verbieten und dm Berkaus von Margarin nur in besonders gefärbten Gesäßen, Umhüllungen oder in würfelförmigen Stücken zu gestatten. Die Jnnungskommission des Reichstages hat im Verlauf ihrer Berathungen über den Befähigungsnachweis der Hand werker und Gewerbtreibcnden auch alle weiteren Bestimmungen der konservativ-klerikalen Anträge Ackermann-Biehl, unter Be seitigung der milderen (freikonservativen) Anträge zu demselben Gegenstand ausnahmslos angenommen. Sollte auch daS Plenum des Reichstages den Kommisfionsbeschlüffen beitreten, Io würde doch voraussichtlich der Bundesrath seine Zustim mung versagen und diese Bestrebungen vereiteln. — Im preußischen Abgeordnetenhause wurdm gestern nach kurzer Einzelberathung die einzelnen Artikel der kirchenpoli tischen Vorlage in dritter Lesung angenommen. Sodann fand die ganze Vorlage unter namentlicher Abstimmung mit 243 gegen 100 Stimmen Annahme; 42 Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung. Die SynodalordnungS-Novelle und der Entwurf über die Radfelgenbreite wurden ohne jede Debatte in dritter Lesung genehmigt. — Das preußische Herren haus nahm gestern die Kreisordnung für die Rheinprovinz m der Fassung des preußischen Abgeordnetenhauses an, wofür Minister von Puttkamer eintcat. Der Kommissionsantrag, den Aenderungen des Abgeordnetenhauses die Genehmigung zu ver sagen, wurde mit 51 gegen 29 Stimmen abgelehnt. DaS Haus erledigte darauf die Denkschrift über Ausführung deS Gesetzes, betreffend die durch die Weichselhochfluth herbeige führten Verheerungen, sowie einige Petitionen. — Die bai rische Presse beschäftigt sich lebhaft mit dem zum bairischen Justizminister ernannten Freiherrn von Leonrad, von dem allgemein angenommen wird, daß sein Eintritt in das Mini sterium Lutz dessen Charakter nicht ändere. Ein „weißes Blatt Papier" nennt ihn die „Nbendztg." „Große Erwartungen an den theilweisen Kabinetswechsel knüpfen zu wollen, wäre mindestens voreilig," sagt das klerikale Kluborgan. „Seine Ernennung", schreibt die „Donauztg.", „ist ein deutlicher Fingerzeig, daß die Regierungspolitik den Kurs, welchen ihr daS Handschreiben des Prinz-Regenten vom 6. Juli gezogen hat, unverändert fortsetzt." Sämmtliche österreichischen Blätter erblicken in der Verleihung des Goldenen Vließes an den Minister deS Aus wärtigen, Grafen Kalnoky den Ausdruck der Uebereinstimmung des Kaisers Franz Joseph mit der von Kalnoky befolgten Friedenspolitik, hinsichtlich deren alle Völker der österreichisch, ungarischen Monarchie mit ihm eines Sinnes seien. Dieselbe in der französischen Armee etwa 4000 Offiziere elsaß- lothringischen Ursprungs, die nicht nur selbst ihre Heimath mit Frankreich wieder vereinigt sehen möchten, sondern deren in der Heimath gebliebene Freunde und Verwandte diesen Wunsch naturgemäß theilen. Um so dringender ist die Pflicht der deutschen Verwaltung, daS neugewonnene Land vor allen solchen Hoffnungen und politischen An steckungen zu bewahren, die vrrrätherischen Elsaß-Lothringer unnachsichtlich zu züchtigen, den französischen Eindring lingen und Kundschaftern daS Handwerk gründlich zu legen und Frankreich bündig zu erklären, daß jeder Fußbreit reichsländischer Erde jederzeit von dem deutschen Volk mit Gut und Blut vertheidigt werden wird. Französische Kundschafter. Jetzt, wo die Verhaftung eines französischen Polizei- I kmmissais auf deutschem Boden das Kapitel des Spionen- I wesens auf die Tagesordnung gebracht hat, ist es völlig I Memäß daran zu erinnern, daß seit siebzehn Jahren zwar I m Frankreich unausgesetzt von deutschen Spionen die Rede I ist, aber noch kein einziger der Spionage überführt werden I konnte. Diejenigen Deutschen, welche im Laufe dieser Zeit als geheime Kundschafter festgcnommen wurden, entpuppten sich stets als vollständig harmlose Personen und mußten nach kurzer Haft wieder freigelassen werden. Daß es in diesen 17 Jahren aber nicht an Spionage - Versuchen von französischer Seite gefehlt hat, beweisen die deutschen Gerichts-Annalen hinreichend und ist so »ffendmdjg, daß eS unbegreiflich scheint, wie sich trotzdem noch die deutsch- feindliche Presse erkühnen kann, iiber das deutsche Spionen- vesen Klage zu führen, wenn dm französischen Offizieren dar Hallen deutscher Dienstboten verboten wird, wenn in Frankreich Spionage-Gesetze erlassen werden, welche die Armlosesten Reisenden mit Gefahren bedrohen. Wäre ein solches Gesetz ein wirksamer Schutz gegen ein feindliches Aundschafterthum, dann wäre das deutsche Reich zu einer ähnlichen gesetzlichen Abwehr weit berechtigter als unsere westlichen Nachbarn. Tatsächlich bedeckt ein ausgebreitetes Spionagelystem Elsaß-Lothringen in allen Theilen und der jetzt verhaftete Polizeikommissar Schnäbele ist unzweifelhaft die Seele dieser planmäßigen französischen Spionage in den deutschen Reichslanden gewesen. Wie die „Straßburger Post" erfahren hat, wurden an Frankreich nicht allein Einzelpläne über Einrichtung in den reichsländischen Forts, sondern auch Neuerungen an Geschützen, Schanzkörben, Amirungspläne >, Kaliberstärken und Munitionsvorräthe fortgesetzt verrathen. Der solcher Verrätherei dringend verdächtige Architeft Klein in Straßburg ist vor Kurzem verhaftet worden, als er eben die Stadt verlassen wollte. Eine gleichzeitig vorgenommene Haussuchung lieferte nicht nur Beweise für den verräthenschen Verkehr Kleins mit französischen Militärs und Beamten, sondern auch hin- reichendes Material für eine Hochverraths - Anklage gegen den Schwager Kleins, den Fabrikant Grebert aus Hagenau, der bei den Fortsbauten Subunternehmer gewesen und viele Pläne in Händen gehabt batte. Ein gewisser Ehrhardt, der Besitzer des Straßburger Cafö-Causes, in dem Klein und Grebert mit französischen Beamten und Offizieren wiederholt zusammen gekommen sind, wurde ebenfalls zur Haft gebracht. Der Untersuchungsrichter des Reichsgerichts, Leoni, gewann aus dem Verhör der drei Gefangenen sehr bald die Ueberzeugung, daß der Grenzpolizei kommissar Schnäbele aus Pagny, der Straßburg und Metz häufig besuchte, der eigentliche Anstifter des Ver raths gewesen und daß es nöthig sei, desselben schleunigst habhaft zu werden. Ueber die Stellung dieses jetzt so oft genannten fran- Mschen Grenzbeamten ist zu bemerken, daß die französische Regierung Spezial-Polizeikommissare an vielen größeren Bahnhöfen hält und daß solche Beamte insbesondere in Pagny, Verdun und Tom angeftellt sind. Erst vor Kurzem wurde in der französischen Deputirtenkammer die Aufhebung dieser Einrichtung, jedoch ohne Erfolg, an- geregt. Schnäbele, ein ungewöhnlich kräftiger Mann von 60 Jahren, vor dem Kriege Grenzkommissar in Kehl und seitdem in Pagny, gilt für einen der geschicktesten Polizisten und hat bei Ermittelung gefährlicher Verbrecher wiederholt sehr ersprießliche Dienste geleistet, die auch von deutscher Seite anerkannt wurdm. Daß er nebm der kriminalistischen auch eine umfängliche politische Thätigkeit entwickelte, dar über ist man erst vor einigen Monaten klar geworden. Wie die „Neue Preuß. Ztg." mittheilt, wurde darauf hin der Kommissar Gautsch von Berlin nach dem Elsaß gesandt und den dortigen Behörden mit dem bestimmten Auftrage zur Verfügung gestellt, im gegebenen Falle Schnäbele als eines der gefährlichsten Subjekte der landesverräthcrischen Gemeinschaft unschädlich zu machen. Gautsch brachte in Erfahrung, daß zu einer bestimmten Stunde wiederum eine Versammlung der Landesverräther abgehalten werden sollte, zu der auch Schnäbele sein Erscheinen zugesagt hatte. Der Letztere überschritt die Grenze, um sich zu der erwähnten Versammlung zu begeben; es waren jedoch Maßregeln ge troffen, ihm den Weg zu seinem Ziele abzuschneiden. Ob und wie er davon Kcnntniß erhalten, steht noch nicht fest; jedenfalls ergriff er plötzlich die Flucht, wurde jedoch ver- folgt und noch auf deutschem Boden in Haft genommen. Seine Gefährlichkeit wird von der französischen Presse ebensowenig bestritten, wie sein trauriges Handwerk. Die Hauptbeschwerde richtet sich dagegen, daß die deutsche Re gierung Schnäbele selbst polizeilich aufgreifen ließ, statt die Angelegenheit auf diplomatischem Wege zu regeln. Das Letztere war aber geradezu unthunlich, nachdem man in Erfahrung gebracht, in wessen Austrag der Kundschafter gehandelt hatte. Während die monarchistischen und opportunistischen Blätter Frankreichs sich möglichst mäßigen, um gefährliche Folge« des Zwischenfalls zu verhüten, zetert die für Bou langer begeisterte radikale Presse in Paris in wahrhaft un erhörter Weise. Rochefort verhöhnt den friedlich gesinnten Minister des Auswärtigen, Flourens, und sagt dann: „Der Fall, ist nicht nur schamlos und fkch, er ist zugleich lächer lich und ungeschickt . . . Jede/Agreift^ jetzt, daß, wenn wir zum Kampfe mit einem solcher Bosheiten fähigen Feinde gezwungen werden, dieser Krieg ein Kampf der Verzweiflung werden wird, der vier Millionen Franzosen auf die Beine bringt, und wir sind überzeugt, daß viele Millionen Deutsche erforderlich sein werden, um sie zu schlagen." Weit vor- sichtiger, wenn auch keineswegs wohlmeinender, schreibt der Parifer „Figaro": „An dem Tage, an dem Frankreich sich stark genug fühlen wird, um von Neuem sein Glück zu ver suchen, wird aller Zorn logisch sein; jetzt aber, wo wir uns ohne andere Stütze sehen als eine Allianz, die noch unsicher ist, muß man die Dinge mit kaltem Blute prüfen, denken was man will, aber nur das Unvermeidliche sagen, vor Allem aber nicht jene wilden Ströme der öffentlichen Meinung Hervorrufen, welche, wie 1870, die Regierungen mit fortreißen." Daß solche Klugheit nicht allen Franzosen gegeben ist, zeigt die folgende, von dem Blatte „Voltaire" wiedergegebene Aeußerung Paul Dvroulvdes. Derselbe sagt: „Während wir unsere Kaltblütigkeit bewundem, giebt cs jenseits der Grenze ein französisches Land, welches über unsere Staatskunst staunt und trauert. An der Stelle unserer Regierungsmänner würde ich jedes Mal, wenn Deutschland uns rücksichtslos begegnet, Erklärungen in Berlin fordern, und wenn diese für die Ehre Frankreichs nicht befriedigend wären, vorwärts, marsch! Jedes Mal, wenn Deutschland 60000 Mann an die Grenze schickt, würde ich ebenso viele französische Soldaten hinschicken. Und wenn man mir einwendet, Frankreich würde sich da durch einer Kriegserklärung aussctzen, so entgegne ich, von Tag zu Tag ist Frankreich wie Deutschland des Krieges gewärtig und je rascher er eintritt, desto besser wird cs für die beiden Völker sein. Was ist der heutige Friede? Ein Alp. Man baut auf einen Grund, der zittert, und Niemand hegt Vertrauen in die Zukunft. Glauben Sie mir, der Friede wird erst nachher wirksam und dauerhaft sein." Wenn auch in den letzten Worten etwas Wahres liegt, braucht deshalb der Frieden zwischen Frankeich und Deutschland noch lange nicht gestört zu werden, wenn nur den Elsässern wie den Franzosen sehr rasch die Ueberzeu gung beigebracht wird, daß Deutschland fest entschlossen ist, seine durch den Frankfurter Frieden erworbenen Rechte rücksichtslos gegen Alle und Jeden zu vertheidigen. Die Revanche-Idee blieb nur in Frankreich so lange lebendig, weil Elsaß-Lothringen noch nicht die Ueberzeugung hatte, für ewige Zeiten bei Deutschland bleiben zu müssen. Das sollen die Bewohner der Reichslande durch die strengste Handhabung der deutschen Verwaltung jetzt erfahren und gleichzeitig dürfte man in Paris aus der Behandlung des Schnäbele-Falls lernen, daß die deutsche Geduld mit dem französischen Kundschafterwesen erschöpft ist. Schon jetzt werden aus den Reichslanden zahlreiche Optanten ausge wiesen, das sind solche geborne Elsässer, die sich für die französische Nationalität entschieden haben. Ferner werden alle Franzosen, die das Land besuchen, was ihnen nur auf kurze Zeit gestattet ist, strengstens überwacht. Leider dienen