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sch Nach«. elaffeim». üschlitfaach ute Mutter Beweise der zsten Dank. Quaal m len Trostes er Rother cer theurm, c, Tochtn, r asten» änge; Da»! itzten Nahe- imenschmck ehrten. :richer Bn- I 1887. bte Familie nftenr. 1887, le: iger. Wittman». 1V b,o»8 Dank aller Feinde Deutschlands gesichert ist. Ein solches Beispiel schreckt wahrlich nicht ab; es ermuntert voraus sichtlich zur Nachahmung, die von den nach Frankreich ge wanderten Landsleuten Schnäbele- um so eher zu erwarten ist, als die deutsche Regierung weder im Stande ist noch die Neigung empfindet, die widerwilligen Elsaß-Lothringer auch künftig nach Manteuffel'scher Art mit Glacbhand- chuhen anzufassen. Die von Frankreich unterstützten und >urch den Schnäbele-Fall klargelegten staatsgefährlichen < Umtriebe der Französlinge in Metz und Straßburg lassen sie baldige Verhängung des Belagerungszustandes in den Reichslanden als unerläßlich erscheinen. Die Noth gebeut ! es, trotzdem ein solches Verfahren die Erbitterung sicher noch erhöht. Von einem dauernden Friedey zwischen Frankreich und Deutschland und von einer milden Behandlung der viel »u pät wiedereroberten Reichslande könnte erst dann die Rede ein, wenn es ein leitender französischer Staatsmann wagen , sürfte, öffentlich zu erklären, Frankreich verzichte endgiltig auf den Besitz von Elsaß Lothringen und wenn dieser Ver zicht von der Volksvertretung, der Presse und der öffent- ichen Meinung Frankreichs ruhig hingenommen würde. Daran ist heute ebensowenig zu denken als an die Mög lichkeit, daß Deutschland um des lieben Friedens willen das mit blutigen Opfern zurückerkaufte Land wieder an Frank reich abtreten sollte. Die Beziehungen zwischen beiden Landern ind durch den jetzt glücklich beseitigten ärgerlichen Zwischen- all weder besser noch schlechter geworden; derselbe hat nur lar gezeigt, wie zerbrechlich diese Beziehungm sind und daß neseloen durch die jetzt nothwendige Strenge in Elsaß- Lothringen noch weit mehr gefährdet werden können. Der Pariser Korrespondent des Londoner „Standard* schreibt wörtlich: „Die Politik des Fürsten Hohenlohe, deren Ziel es ist, den Franzosenfreunden in den Reichslanden klar zu machen, daß sie von Frankreich nichts zu hoffen haben, er regt großes Aergerniß, und in der Anmaßlichkeit der deut- chen Regierung, französische Beamte in deren Abwesenheit wegen Verraths an Deutschland zu verurtheilen, erkennt man nur ein Mittel, die herrschende Spannung zu erhöhen. Der Fall Schnäbele entsprang diesem neuen, vom Statt halter aufgenommenen System, und wer weiß, wie rasch ein zweiter solcher Fall sich erhebt.* Wenn die Franzosen so senken, muß man aus jede Hoffnung verzichten, etwas Anderes zu erreichen als einen Aufschub des welterschütternden Zu- ammenstoßes. Zunächst wird der Frieden Europas nur dadurch ge sichert, daß keiner der beiden Staaten die ungeheure Ver antwortung für eine Kriegserklärung auf sich nehmen möchte. Von deutscher Seite tritt noch als weitere Friedensbürg schaft hinzu, daß kein Interesse vorhanden ist, Frankreich durch Waffengewalt etwas abzugewinnen. Nach einem abermaligen Kriege würden wir nur eine sehr hohe Kriegs entschädigung, aber keine Gebietsabtretungen verlangen können, um nicht durch den Zutritt kernfranzösischer Ort schaften den nationalen Charakter des deutschen Reiches zu beeinträchtigen. Für Frankreich liegt die Sache anders; es kann den Verlust Elsaß-Lothringens ebenso wenig ver schmerzen als den des kriegerischen Ansehens in Europa. Die Hoffnung, daß die krankhafte Sehnsucht nach dem Un wiederbringlichen aushören könne, ein Element der populären, wie der offiziellen Politik Frankreichs zu sein, ist eine un gegründete. Selbst von dem ehemalige, Minister Ferry, dessen Politik als eine ehrliche, deutschfreundliche galt, sind neuerdings Aeußerungen bekannt geworden, wonach man annehmen muß, daß seine friedliche Haltung Deutschland gegenüber nur eine erheuchelte war, oder daß er dieselbe letzt dafür ausgeben zu müssen glaubt, um in Frankreich wieder Einfluß zu gewinnen. Wir können nur auf eine Erhaltung des Friedens rechnen, so lange Frankreich ohne starken Bundesgenossen bleibt und fürchten muß, auf eine Kriegserklärung unmittelbar eine furchtbare deutsche Invasion folgen zu sehen. Dieser Gedanke war wohl auch in der Buogetkommission des deutschen Reichstages maßgebend als diese den kostspieligen Nachtragskredit und das Anleihe gesetz genehmigte. Die Freilassung Schnäbeles mögen die Franzosen nehmen, wie sie. wollen; geben sie Deutschland einen Anlaß, wo das Recht ganz unzweifelhaft auf unserer Seite steht, dann werden sie sicher erfahren, daß die Geduld der Deutschen groß, daß dieselbe aber nicht unerschöpflich ist. Deutsche Geduld. Wenn schon der Ausgang des Karolinen-Konflikts der Friedensliebe der deutschen Reichsregierung ein unwider legliches Zeugniß ausstcllte, so hat doch die jetzige Frei lassung des in den Reichslanden Verräther anwerbenden Polizeibeamten Schnäbele einen noch auffallenderen Beweis für die deutsche Langmuth und den Widerwillen gegen neues Blutvergießen gegeben. So dankbar die Welt dafür ist, daß auf diese Weise ein schwerer Kampf vermieden md, der vielleicht ganz Europa erschüttert hätte, kann man sich doch der Besorgniß nicht entschlagen, daß die Friedensliebe Deutschlands, die schon in dem ersterwähnten Falle von den Spaniem keineswegs in verdienter Weise voll gewürdigt wurde, von den Franzosen jetzt erst reckt mißverstanden und mit Undank belohnt werden wird. Wenn der so großmüthig freiaelassene französische Beamte auf seiner Fahrt nach Paris bereits Gegenstand unsinniger Huldigungen war, wenn die „France* eine Sammlung zu einem glänzenden Ehrengeschenk für diesen dunklen Ehrenmann veranstalten wollte, wenn die radikalen Pariser Blätter seine Befreiung als einen Sieg Frankreichs über die Politik des Fürsten Bismarck dar stellen, so ist das noch lange nicht so gefährlich wie die an der Seine verbreitete Ueberzeugung, daß Deutschlands nachgiebige Geduld nur eine Folge der Furcht vor Ruß land sei, das auch hierbei wieder seine Sympathien für Frankreich bekundet habe. Für den unbefangenen Beur- lhciler freilich ist cs klar, daß die deutsche Regierung aus keinem anderen Grunde den entschieden strafbaren und auf deutschem Boden verhafteten Schnäbele wieder freigab, als weil derselbe sich arglos, einer Einladung des Polizei- lommissars Gautsch folgend, über die Grenze begeben hatte, also auf freies Geleit rechnen durste. Wenn die Festnahme Schnäbele's auch sich kaum vergleichen läßt mit dem Ver fahren Napoleons I., der den Herzog von Enghien auf tückische Weise in seine Gewalt zu bekommen wußte und denselben erschießen ließ, so würde es doch kaum des deutschen Namens würdig gewesen sein, wenn sich aus der immer leicht zu mißdeutenden Verhaftung des vertrauensvoll nach Deutschland gegangenen Kommissars von Pagny ein schwerer Krieg entwickelt hätte. So faßt man die Sache aber in Paris nicht auf und selbst in denjenigen dortigen Kreisen, die sich herzlich freuen, die ernste Kriegsgefahr zu nächst wieder verschwinden zu sehen, ist dazu die Eitelkeit viel zu rege, welcher der Gedanke unendlich schmeichelt, Deutschland vor dem erstarkten Frankreich einmal zurück- weichen zu sehen. Darin liegt aber wieder eine neue Gefahr, denn statt aus dem Zwischenfall die frohe Ueberzeugung zu schöpfen, daß die Behauptung, Deutschland suche nur nach einem Borwand zu einem neuen Kriege mit Frankreich, eine schändliche Verleumdung war, kommen nun viele Franzosen auf den Gedanken, Deutschlands sprichwörtliche Geduld werde noch weiter gehen und es bedürfe nur eines energi schen Auftretens der französischen Regierung, um sogar die Zurückgabe von Elsaß-Lothringen zu erlangen. Wenn der Starke muthig einen Schritt zurückweicht, wird der Zag hafte dies niemals als Großmuth anerkennen, sondern da durch nur so kühn gemacht werden, selbst einen Schritt weiter vorwärts zu thun. Die auch in Deutschland vorhandene Freude über die Freilassung Schnäbeles ist deshalb eine verfrühte, weil jede Bürgschaft dafür fehlt, daß, nachdem dieser verhängnißvolle Zwischenfall abgethan ist, sich nicht morgen ein noch weit bedenklicherer an den Grenzen des Reichslandes ereignet. Es ist ja denkbar, daß das fried fertige Kabinet Goblet sich zu dem Entschluß ermannt, die ungezogenen Ovationen für den freigelassenen Spion Schnä bele zu verbieten und den letzteren in den wohlverdienten Ruhestand zu versetzen; das erwartet aber wohl Niemand, daß nun auch die übrigen an den Grenzen Elsaß-Lo- thrmgens thätigen Kundschafter Frankreichs entlassen werden, daß die orgamsirte Spionage des Pariser „Bureau des Renseignements* aufgehoben wird, daß die Umtriebe der Patrioten-Liga nun ein Ende nehmen müssen. Den Schnä bele und den Döroulöde sind wir los; der nach den Vogesen Melende französische Kriegsminister Boulanger und seine zahllosen Helfershelfer sind geblieben. Der Affaire Schnä bele kann um so rascher eine andere nicht so glatt ver lausende Angelegenheit folgen, als dem strafbaren Werkzeuc ber Revanchelustigen in Frankreich kein Haar gekrümmt borden und wenn auch nicht der laute, so doch der stille den. von Ziller. »1 1887. 40. 77. 78. Tagesschau. Freiberg, den 3. Mai. Der deutsche Kaiser wird sich, sofern das Wetter warm und sonst einigermaßen günstig ist, heute nach Potsdam be geben, um daselbst der Besichtigung beim L. Garderegiment ,. F. beizuwohnen. — Der kaiserlich deutsche Botschafter bei ser französischen Republik, Graf Münster, welcher mit Urlaub einige Zeit in Berlin verweilte und während dieser Zeit wiederholt von dem Kaiser und auch vom Fürsten Reichs« anzler empfangen wurde, hat am Sonntag Berlin wieder verlassen, um auf seinen Posten nach Paris zurückzukrhren. — Da der Fall Schnäbele gütlich beigelegt ist, beschäftigen ich die ministeriellen Berliner Blätter wieder sehr eifrig mit unseren östlichen Nachbarn. Die „Nordd. Allg. Ztg.* wider« legt die gehässigen Ausführungen, welche die „Moskauer Zeitung* an ihre historische Belehrung über die Vorgeschichte des letzten Türkenkrieges geknüpft hatte und bezeichnet di« Insinuation, daß die Beunruhigung der österreichischen Grenze durch aufständische BoSniaken, Serben und Boccharen von Oesterreich selbst angestiftet worden, als eine ungewöhnlich uu« geschickte. Die Partei Katkows sei eS gewesen, welche die bos nischen und serbischen Insurgenten so lange unterstützte, bis eS ihr gelungen war, die friedliebende Regierung Alexander'- H. in die Bewegung hineinzuziehen und dazu zu bringe«, daß sie den Weg direkter Verhandlungen mit Oesterreich betrat. Die damaligm Verhandlungen hätten bestimmt ergeben, daß Rußland damals über da» Verhüten Oesterreichs nicht nur keine Klage hatte, sondern von der freundlichen Haltung deS Wiener Kabioets sogar hochbefriedigt gewesen sei. Rußland habe damals eben verschiedene Wünsche gehabt, deren Erfüllung seitens Oesterreichs für die eigenen Zwecke Rußlands im Orient als Bedürsniß angesehen wurde. Den Preis für die Erfüllung dieser Wünsche bildete die vertragsmäßige Zusage der Besetzung Bosniens durch Oesterreich. Diese ver tragsmäßige Zusage sei älter, als der Berliner Vertrag. — Bekanntlich sind die anfangs so überraschenden Forderungen des Nachtragsetats von der Budgetkommission deS deutschen Reichstages nach den von der Militärverwaltung gegebenen vertraulichen Mittheilungen einstimmig, also auch unter Mitwirkung der deutsch-freisinnigen Kommissions-Mit glieder, bewilligt worden. Die heftigen Aeußerungen der deutsch freisinnigen Presse beim Bekanntwerden des Nachtragsetats ließen ein solches Ergebniß kaum vermuthen. — Nach uner heblicher Debatte überwies gestern das preußische Ab geordnetenhaus den Nachtragsetat für Preußm der Budgetkommission, nachdem sich der Finanzminister von Scholz damit einverstanden erklärt hatte. Dann nahm das Haus in erster und zweiter Lesung den Gesetzentwurf über daS Berg werkseigenthum in dm ehemals grobherzoglich und landgräflich hessischen GebietStheilen Hessen-Nassau an, lehnte aber den An trag Lasten, betreffend den Ersatz der 18K4 im Kreise Sonder burg entstandenen Kriegsschäden, ab. Schließlich wurde eine Reihe Petitionen im Wesentlichen nach den Kommissions-An trägen erledigt. — In seiner letzten Plenarsitzung genehmigte der deutsche Bundesrath den Gesetzentwurf über die Besteuerung des Branntweins mit den von den Ausschüssen für Zoll- und Steuerwesen, für Handel und Verkehr, für Justizwesen und für Rechnungswesen vorgeschlagenm Abände rungen. Der Gesetzentwurf wegen Feststellung eines Nachtrags zum ReichshauShaltS-Etat für das Etatsjahr 1887/88 wurde« dem Ausschuß für Rechnungswesen zur Vorberathung über wiesen. Mit der bereits erfolgten Ueberweisung des Antrags Badens, betreffend die Aenderung der Statuten der badischen Bank, erklärte sich die Versammlung einverstanden. Den Vorsitz führte in der Sitzung zunächst der Staatsminister, Staatssekretär deS Innern v. Bötticher, nach eingetretener Behinderung desselben der königl. baierische Bevollmächtigte, StaatsministcrOr. v. Riedel. — Dem deutschen Reichstag wird noch in dieser Session eine Vorlage über die Umwandlung der subventionirten Dampfer linie Triest-Alexandrien in die Linie Triest-Port Said zugehen. Der dem Reichstag vorliegende Gesetzentwurf über die Rechts verhältnisse der kaiserlichen Beamten in den Schutzgebieten be stimmt, daß die in den Schutzgebieten zugebrachte Dienstzeit den Beamten bei mehr denn einjähriger Verwendung daselbst im Falle der Penfionirung doppelt angerrchnet werde und daß die Gouverneure, Kanzler und Kommissare jederzeit mit dem gesetzlichen Wartegelde in den einstweiligen Ruhestand versetz bar find. — Nach einer Mittheilung aus Straßburg ver öffentlichte die „Landeszeitung sür Elsaß-Lothringen* eine kaiserliche Verordnung, welche die vierte Abtheilung des Mi nisteriums (Verwaltung der Landwirthschaft) aufhebt und mit der dritten Abtheilung (Finanzen und Domänen) verbindet. nahm Cott rzem, ab« nd Frau. tor. «kor. ritten Vor- ' bei Weitem ch eine A«f' H M sichtiger a Heim- sohneS, ) Groß- M, ihltesten iassenen. ik. unserer ge reichen Be sonne ftz wir AK» ft Osbert. 4«. Jahrgang Mittwoch, den 4. Mai. Erscheint jeden Wochentag Nachmiü. Uhr für den andern Tag. Preis vieneljäürlich 2 Mark 2b Pf., zweimonatlich 1 M. bO Pf. und einmonatlich 7b Pf. JnsWaw««denbi»BormÜtagl1llLrmrgmöm^^HHFK^ men und beträgt der Preis für di« gespaltene Zelle ü ^OO « oder deren Raum 1b Pf. md Tageblatt. " Amtsblatt für die königlichen nnd städtischen Behörden zn Freiberg und Brand. Berarttwortlich« Redakteur: Iuliu» Braun iu Freiberg.