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Jahrgang antretendes Organ: „Freiberger Anzeiger und Tageblatt" pro zweites Quartal 1887 höflichst einzuladen uns erlauben, bitten wir, besonders die auswärtigen Abonnenten, die Bestellungen auf das Blatt rechtzeitig machen zu wollen, damit eine Unterbrechung resp. verspätete Lieferung vermieden wird. — Nach wie vor werden wir bemüht sein, den Inhalt unserer Zeitung möglichst mannigfaltig, gediegen und interessant zu gestalten. Außer der Besprechung wichtiger Fragen in Leitartikeln finden die politischen Ereignisse des In- und Auslandes in gedrängter Kürze und Uebersichtlichkeit die ihnen gebührende Erwähnung; ebenso die Reichstags- und Landtagsverhandlungen. Bei wichtigeren Vorkommnissen geben wir sofort Kunde durch telegraphische Depeschen. Bei dm Nachrichten aus dem Königreich Sachsen sollen hauptsächlich die Ortschaften des Landgerichts- und awtshauptmannschastlichen Bezirks Freiberg, sowie insbesondere die des Erzgebirges Berücksichtigung finden. Regelmäßig erscheinen auch die Schwurgerichts- und sonstigen Ver handlungen -beim Landgericht Freiberg. Dm unterhaltenden Theil unseres Blattes möglichst interessant und mannigfach zu gestalten, bringt das tägliche Feuilleton nur gediegene Novitäten anerkannt tüchtiger Schriftsteller. Um in der mehr Raum für Unterhaltungsstoff zu gewinnen, werden die Mit ¬ teilungen über Obst- und Gartenbau von jetzt an regelmäßig im Hauptblatt erscheinen. Der vierteljährliche Abonnementsprers beträgt 2 Mark 25 Pfg. Inserate, pro gespaltene Zeile 15 Pfennige, finden bei der großen Auflage des Blattes die weiteste und zweckentsprechendste Verbreitung. Bestellungen nehmen sämmtliche kaiserlichen Postanstalten, sowie die bekannten Ausgabestellen entgegen. Die Redaktion und Expedition des „Freiberger Anzeiger und Tageblatt". Harrenden belohnt, es vom nahen Dome sieben Uhr schlug, wurden die Fackeln Wache auf. Als sie angezündet und wie em breiter Lavastrom drängten sich die Rücksicht auf die nothwendigc Schonung des kaiserlichen Greises versagt wurde. Jubelnd zogen darum die Studenten nach dem gemeinsamen Ziele, dem Kupfergraben, jener Ufer straße, welche sich links des Spreeflusses von der Schloßbrücke bis an die Friedrichstraße hinzieht. Dank dem freundlichen Entgegenkommen der Polizei und der festlichen Die Borfeier zum 9b. Geburtstage unseres Kaisers. Musensöhne mit ihren Fackeln hinter dem Berliner Zeug hause hervor und ergossen sich über den breiten Fahrdamm, der sich von der Schiffsbrücke zum Palais hinzieht. Die einzelnen Hochschulen und dann wieder die Korporationen waren durch Musikchöre getrennt, die fröhliche, festliche Märsche spielten. Auf dem Balkon des kaiserlichen Palais standen zahlreiche fürstliche Herren, welche den Fackelzug er warteten. Neben dem deutschen Kronprinzen sah man dort die Könige von Sachsen und Rumänien, die Großfürsten von Rußland, den Prinzen von Wales u. s. w. Je weiter der Strahl der Fackeln sich vorwärts schob, umsomehr trat das Kaiserpalais, dessen Horst die Adler bewachen, aus dem Dunkel der Nacht heraus. Jetzt erreicht die Spitze des Zuges das Palais und ein Hurrah erschallt, so deutsch, so urkräftig, wie es nur unserem Kaiser ertönen kann. Er neute jubelnde Hurrahs ertönen; die Studenten drängen vorwärts. Jeder will den Kaiser sehen. Dort am Parterre fenster steht der Kaiser, der neunzigjährige Held, dem an diesem Abend unzählige junge Herzen mit doppelter Be- Fenster rief, wo er wieder sich mehrmals verneigte und mit der Hand grüßte. Langsam nur ging die Menge aus einander; ein kleiner Stamm blieb wie festgemauert stehen, und immer Neue kamen zu. Gestern Nachmittag 1*/. Uhr empfing Kaiser Wilhelm den Abgesandten des Papstes Monsignore Galimberti, sowie um 1Vr Uhr im Beisein des Staatssekretärs Grafen aeisterung entaegenschlagen! Neben dem Kaiser sitzt die Kaiserin Augusta und an allen Fenstern des Palais schaut man hochfürstliche Gestalten, die auf die zahllose vom Fackel licht bestrahlte Menschenmenge freundlich niederblicken. Um jede Rangstreitigkeiten zu vermeiden, marschirten, die Universitäten nach dem Alphabet und in ihnen wieder die einzelnen Korporationen nach dem Loose. Berlin bildete den Anfang; darnach kamen Bonn, Breslau, Erlangen, Freiburg, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle, Heidel berg, Jena, Kiel und Königsberg, Leipzig, Marburg, München, Munster, Rostock, Straßburg, Tübingen, Würzburg. Hier auf folgten die Techniker aus Berlin, Braunschweig, Darm stadt, Dresden, Hannover, Karlsruhe und Stuttgart, dann die Bergakademiker, die landwirthschaftlichen Hochschulen und zuletzt die Eleven der Kunstakademie und der Hoch schule der Musik. Den Beschluß des Ganzen bildeten die Wagen der offiziellen Vertreter der Hochschulen; es waren mehr als dreißig vier- und sechsspännige Wagm, die vor dem Palais vorfuhren. Der Vorsitzende des Ausschusses der Studentenschaft, Münch, ritt vor das Fenster des Kaisers, welcher sich erhob, und die Großherzogin von Baden zwischen sich und der Kaiserin an's Fenster zog, während der Großherzog von Baden am Nebenfenster er schien. Münch brachte hierauf ein enthusiastisch aufge nommenes Hoch auf Se. Majestät den Kaiser, den sieg reichen Herrscher in glorreichen Schlachten, den geliebten Landesvater, den Einiger der deutschen Stämme, den Ver- theidiger der Landesgrenze und Hort des Weltfriedens aus. Der Kaiser verneigte sich mehrfach nach allen Seiten. Hierauf wurde die Volkshymne gesungen, während welcher der Kaiser am Fenster stehend verblieb. Bei dem Vorbei märsche des Zuges, welcher sich in fünf Doppelreihen schleifen förmig von der Schloßbrücke bis zum Denkmal Friedrichs des Großen aufgestellt hatte, dankte der Kaiser ununterbrochen. Die Fackelträger führten einen Reigen auf, während dessen die Musikchöre die Nationalhymne spielten, welche das gesammte Publikum mitsang. Die Begeisterung der Studenten kannte fast keine Grenze. (Siehe Depeschen.) Immer von Neuem ertönten jubelnde Zurufe und Fan faren der Musikchöre; endlich zog der Zug einer feurigen Schlange vergleichbar weiter, die Linden herunter nach der Wilhelmsstraße, in welcher vor dem Palais des Fürsten Bismarck dem deutschen Kanzler eine begeisterte Huldigung dargcbracht wurde. Fürst Bismarck, Graf Herbert Bismarck und der «Schwiegersohn des Kanzlers, Graf Rantzau erwarteten den Zug am Fenster. Es erschollen donnernde Hochs Der Reichskanzler öffnete das Fenster und grüßte unablässig. Eine ähnliche Ovation fand vor dem Generalstabsgebäude für den Feldmarschall Grafen Moltke statt. Auf dem Königsplatze wurden die Fackeln unter Absingung des Gaudeamus verbrannt. Die Haltung des nach Hunderttausenden zählenden Publikums war eine vortreffliche; nirgends ist die leiseste Unordnung vorgekommen. Möge der heutige Hauptfesttaain der deutschen Reichshauptstadt einen ähnlichen schönen Verlauf nehmen! Schon seit einigen Tagen befindet sich die deutsche Reichshauptstadt in lebhafter Feststimmung und verdrängt der Gedanke an den seltenen Ehrentag des Kaisers dort jedes andere Interesse. Jeder neue Zug brachte fürstliche Gäste von nah und fern, Abgesandte selbst überseeischer Reiche. Des Empfangens auf den Bahnhöfen war kein Ende. Nicht allein in den Hauptstraßen, sondern überall in der ganzen Stadt regten sich tausend fleißige Hände, den Schmuck der Häuser und die Vorbereitungen für die Illu mination in die Hände zu nehmen. Tausende von Per sonen standen gestern schon in aller Frühe vor dem Kaiser palais unter den Linden und auffallend viele Fremde sah man unter ihnen; Engländer und Franzosen mit dem Bödecker unter dem Arm, Türken mit dem fezbedeckten Haupte, daneben Landleute m ihrer schlichten Tracht — ne Alle harrten des Augenblicks, wo der Kaiser sich am Fenster zeigen würde. Dazwischen bot das beständige Vor beifahren der Hoswagen mancherlei Abwechslung; alle die fürstlichen Gäste, die hier dem Publikum sichtbar wurden, empfingen, gleichviel ob sie erkannt wurden oder nicht, die lebhaften Grüße und Hochrufe aus der Menge. Auch vor den großen Gasthöfen, in welchen einige Fürstlichkeiten ab- aestiegen waren, und wo die aufgestellten Doppelposten schon äußerlich den hohen Besuch ankündigten, stand die Menge dichtgedrängt. Ebenso war das kronprinzliche Palais am Sonntag von einer dichten Menschenmenge um lagert. Auch hier fand große Auffahrt statt, und als nach derselben gegen Mittag der Kronprinz zu seinem kaiser lichen Vater fuhr, begleiteten ihn tausendstimmige hoch- und Hurrahrufe auf dem kurzen Wege dahin. , , - - . . - » ... Zwischen 12 und 1 Uhr war die Menge vor dem Stimmung, welche die jungen Fackelträger beseelte, ging die Kaiserpalais auf viele Tausende angewachsen. Pünkt- Aufstellung rasch und m größter Ordnung vor sich^ Als lich um 12^ Uhr wurden die Von der Friedrichsstraße her zog die ! am Palais vorüberschritt, brach der Jubel los. Aller Blicke waren auf das historische Eckfenster gerichtet und schon war man enttäuscht, da dort keine Bewegung zu be merken war, als der Kaiser plötzlich am Eckfenster des ersten Stockwerks erschien. Man sah den greisen Monarchen in voller Generals-Uniform, den Helm in der Linken hal tend. Selbst die weißen Handschuhe fehlten nicht. Die begeisterten Hochrufe erwiderte der Kaiser mit freund lichem Verneigen nach allen Seiten, dann grüßte er lebhaft mit der rechten Hand und trat zurück. Aber die Menge war noch nicht befriedigt. In vollen Tönen erklang jetzt die Nationalhymne, die den Kaiser noch einmal an das Herbert Bismarck die zur Geburtstagsfeier in Berlin ein getroffenen besonderen Abgesandten fremder Souveräne und zwar den chinesischen Gesandten Hsü Chingchvng, den spani schen Abgesandten General Cordoba, den griechischen Ge sandten Ranaabo, den niederländischen Abgesandten General- Adjutanten G N. Verspyck, den portugiesischen General de SL Carneiro, den serbischen Minister a. D. General Hor- vatooitsch, den türkischen Marschall Ali Mizami Pascha nebst Gefolge und den Minister-Resident der südafrikanischen Republik Beelaerts van Blookland — Gestern wurden in der Reichshauptstadt fast in jeder höheren Lehranstalt Fest akte in der reichgeschmückten Aula abgehalten und von den unzähligen Sälen Berlins war jeder einzelne der Schau platz festlicher Vereinigungen. In allen Straßen, auf allen Plätzen wurde selbst gestern Nachmittag noch an dem Schmuck der Häuser rastlos gearbeitet. Nachmittag 5 Uhr fand im kaiserlichen Palais Familientafel statt. Den Glanzpunkt der gestrigen Vorfeier bildete der Fackel zug der deutschen Studirenden, an welchem sich fast 4000 Fackelträger, Vertreter aller deutschen Universitäten und Hochschulen betheiligten. Schon um 5 Uhr Nachmittag strömten die Musensöhne mit Fahnen und Musik zusammen, um sich zu verschiedenen Gruppen zu vereinigen. Alle er füllte der freudige Gedanke, daß die deutschen Studenten die einzigen seien, deren Jubelgruß der Kaiser entgegennimmt, daß er der deutschen akademischen Jugend gewährte, was selbst den Ministern, Generälen und Volksvertretern mit