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Ik kannte« he beim glichen Guts- Wege- o plötz- ße ihre nd ihn n Dank imdeten Mchul- ebenden len, die enen so !r liebe bitteren nen für siedenm sein. sene«. Erscheint jeden Wochentag Abends >/,7 Uhr für den andern Tag. Preis vierteljährlich 2 Mark 25 Pf., zweimonatlich I M. 50 Pf. und einmonatlich 7b Pf. und Tageblatt. Amtsblatt für die königlichen nnd städtischen Behörden zn Freiherg und Brand. Verantwortlicher Redakteur: Julius Braun in Freiberg. — 37. Aabraaua. ''" ' ' "'F, . « . 8 Inserate werden bis Vormittag 11 Uhr angenom- I ookk Mittwoch, de« 4. Marz. Lotto kurzem, Vater Berg- , wohn- q, den Trauer- >tt. nen. flig. : heute theuere Mutter zanna nberg Jahren unsern >t. nendar.. m ef nach vieger-, leiters- n geb. i hier- «en. ,4 Uhr s statt. er. e Auf» t auf» Nachbestellungen auf Ven Monat Mär; werden zum Preise von 75 Pfennigen von alle« kaiserlichen Postanstalten sowie von den be kannten Ausgabestellen und der unterzeichneten Expedition angenommen. Expedition des Freiberger Anzeiger. Nach dem letzten Parlamentsfieg. Noch einmal hat Gladstone eine Schlacht im englischen Unterhause gewonnen, aber der Sieg, den der greise Staats mann bei der Abstimmung über das Northcotesche Tadcls- votum am Freitag errang, ist wahrlich nicht derart, daß sich der Sieger damit brüsten könnte. Die Zahl seiner An hänger erwies sich dabei als eine so sehr zufammenge- schmolzene, daß der thatsächliche Erfolg eher einer morali schen Niederlage ähnlich sah. Wenn der Antrag seines Gegners Northcote, welcher dem Ministerium vorschrieb, in Egypten und im Sudan eine regelmäßige Verwaltung cinzurichten, mit 302 gegen 288 Stimmen abgelehnt wurde, so kann der leitende Staatsmann Englands in diesem Resultate wahrlich weder ein Vertrauensvotum noch eine Bürgschaft für die Zukunft erblicken. Mit einer Mehrheit von nur 16 Stimmen, welche sich bei anderen Präsenz- Verhältnissen morgen in die Minderheit verwandeln kann, läßt sich die Regierung Englands nicht mit Sicherheit weiterführen. Der Versuch möchte vielleicht noch denkbar sein, wenn das Oberhaus sich wenigstens mit der Politik Gladstvne's eüiverstanden erklärt hätte; die Lords haben jedoch einen direkten Tadel gegen den leitenden Minister mit großer Mehrheit, nämlich mit 189 gegen 68 Stimmen, ausgesprochen. Für den Vorschlag des radikalen Deputirten Morley, die englischen Truppen aus dem Sudan heraus- zuzichcn und die vom Mahdi geleitete Bewegung sich selbf zu überlassen, erklärten sich am Freitag im englischen Unter hause nur 112 von 567 Abstimmenden. Bei der Abstimmunc über das Mißtrauensvotum Hamilton's, welches die Polin Gladstvne's in Egypten und im Sudan ohne Umschwei tadelt, hat sich nur eine Mehrheit von 22 Stimmen, 29l gegen 277 Stimmen, für das Ministerium erklärt. Das sind Ergebnisse, welche jeden anderen Minister als Glad stone zum Rücktritt veranlassen würden, aber dieser dauer hafte Mann klammert sich mit größter Hartnäckigkeit an sein Portefeuille unter Hinweis auf die englische Praxis, daß nur die Mehrheit des Unterhauses der Politik der englischen Regierung die Richtung zu geben berechtigt sei. Mag nun aber Gladstone gehen oder bleiben, so scheint doch die weitere Abbröckelung der jetzigen Unterhausmehrhett unvermeidlich, seitdem um Freitag die von dem leitenden englischen Staatsmann so lang verwöhnten irischen Anhänger des Abgeordneten Parnell Äann für Mann für die Oppo sition gestimmt haben, und der ganze sogenannte imperiali stische Flügel der liberalen Partei, mit Goschen und Forster an der Spitze, in das feindliche Lager übergegangen sind. Ohne die wahrhaft rührende, an Selbstverleugnung strei fende Disziplin der Mehrheit der liberalen Partei wäre das Resultat für Gladstone noch ungünstiger gewesen und wie sich die „Times" ausdrückt, der Zusammen bruch des Kabinets in offener Sitzung erfolgt. That- sachc ist, daß unter den 302 Parlamentsmitgliedern, welche diese Niederlage verhüten halsen, Viele waren, die Gladstones auswärtige Politik entschieden mißbilligen und seine Kraft gern nur der innern Politik erhalten möchten. Ein konservatives Kabinet Salisburys-Northcote könnte in der That die Fortführung der begonnenen Verwaltungs- resormen in Frage stellen und das ist offenbar der Grund, welcher die Mehrheit der Liberalen verhindert, dem Beispiele Goschens uno Forsters zu folgen. Die cgyptische Politik Gladstones wird schon deshalb fast einstimmig veruriheilr, als selbst in England Niemand aus derselben klug geworden zu sein scheint. Planlos wie das Bombardement von Alexandrien war jeder weitere Schritt des alten Staats mannes, der von Egypten die Preisgebung des Sudans forderte, dennoch aber Gordon mit dem Austrage betraute, Khartum gegen den Mahdi zn vertheidigen, der den Mächten versprach, Egypten von den englischen Truppen räumen zu lassen, bald darauf aber die Wolseley'sche Expeditton aus- rüstcn ließ, der Gordon zu retten zusagte und den Aufbruch des Hilfskorps fortwährend verschob, bis es zu spät war. Nicht minder widerspruchsvoll erwies sich die Kolonialpolitik Englands, seitdem Lord Derby dieses Ressort übernommen Mt, so daß die englischen Patttoten nicht ohne Grund der Unentschiedenheit dieses Ministers die Schuld beimessen, daß die neuen überseeischen Erwerbungen Deutschlands einen so großen Umfang genommen haben. Nicht minder hat der englische Minister des Auswärtigen, Lord Granville, bei der letzten Londoner egyptischcn Kon ferenz Deutschland ohne Grund und Nutzen verletzt und Rußland gegenüber jene diplomatische Vorsicht verabsäumt, die allein das Vordringen der Russen von Merw nach Herat wirksam verhindern konnte. Dennoch war es gerade Lord Granville, der die Glad- stonesche Politik in diesen Tagen wirksamer vertheidigt hat als der leitende Staatsmann Englands dies selbst zu thun vermochte und als alle die anderen Mitglieder des Ka- binets, welche sich einander bei ihren Erklärungen im Ober hause und im Unterhause fortwährend widersprachen. Granvilles Enthüllungen, welche derselbe am Sonnabend den Lords machte, waren sogar sehr geeignet, den konser vativen Gegnern alle Lust zu benehmen, die Erbschaft des liberalen Kabinets anzutreten. Der Minister schob die eine Hälfte der Schuld Gladstones dem Vorgänger des Premierministers zu, die andere aber dem Genre des deutschen ReiäManzlers, welche? letztere von jeher ein Gegner der englischen Politik in Egypten gewesen sei. Nicht ohne Grund habe der Vorgänger Gladstones, der konservative Premierminister Lord Beaconsfield, den Rath des Fürsten Bismarck verschmäht, Egypten zu annekttren. Wenn aber der gefeiertste Staatsmann der englischen Tories, obwohl er von dem mächtigen deutschen Kanzler dazu er muntert wurde, vor einem Gewaltstreich in Egypten zu rückschreckte, so kann man es auch Gladstone nicht als Schuld anrechnen, daß er unter weit ungünstigeren Ver hältnissen, nur zaghaft voiwärts ging und dabei Miß erfolge hatte Nach einer fast fünfstündigen Kabinetsrathssitzung sind die jetzigen englischen Minister am Sonnabend zu dem Be schluß gelangt, auf ihren Posten auszuharren. Dieser Ent schluß ist um so überraschender, als cs allen Traditionen der englischen parlamentarischen Regierung widerspricht, mit einer Mehrheit von nur vierzehn Stimmen die Staats- aeschäfte weiterzuführen, und als Gladstones längst schwankende Gesundheit dringend der Schonung bedarf. Es ist sittlich bekannt, daß der zähe greife Staatsmann gern noch vor seinem Rücktritt die Reformbill-Angclegenheit zu Ende führen möchte, aber sehr zweifclhast, ob seine Kraft den Anstrengungen gewachsen ist, die jetzt nöthig sein werden. Von liberaler Seite wünscht man allerdings, den in der innern Politik Englands bewährten Rath Gladstones dem Lande und der Partei so lange als möglich zu erhalten. Dazu wäre vor Allem nöthig, daß sich derselbe entschlösse, mehrere Mitglieder seines Kabinets der unmuthig geworde nen öffentlichen Meinung zu opfern und einige Mitglieder der jetzigen Opposition dafür in das Ministerium zu nehmen. Derartige Koattttonsministetten haben in England zwar nie mals einen langen Bestand gehabt, aber in der Zeit des Ueberganges stets gute Dienste geleistet. An einem plötz lichen gänzlichen Systemwechsel kann jetzt selbst der Oppo sition wenig liegen, weil dadurch die Schwierigkeiten der egyptischcn und sudanesischen Frage in keiner Weise ver mindert werden. Der Knoten m Egypten ist so geschürzt, daß entweder ein hoher Grad von Scharssinn dazu gehört, um ihn zu lösen, oder die Kraft eines Alexanders, ihn zu zerhauen. Wir haben bereits in einem früheren Artikel: „Von Merw nach Herat" nachzuweisen versucht, unter welchen ungünstigen Verhältnissen Gladstone die afghanische Frage von seinem konservativen Vorgänger überkam. Durch die Granville'schen Enthüllungen hat cs sich gezeigt, daß auch die eqyptische Angelegenheit schon von Beaconsfield her gründlich verfahren war. Marquis Salisbury hat sich zwar bereit erklärt, die Leitung der Geschäfte für den Fall des Rücktritts des jetzigen Kabnets zu übernehmen, trotz dem läßt sich annehmen, daß er unter den jetzigen Um ständen damit sich einer sehr undankbaren Aufgabe unter zöge und kaum im Stande sein würde, Englands Politik urplötzlich in ein ganz anderes Fahrwasser zu leiten. Die Aeußerung des „Daily Telegraph", daß vor Allem bessere Beziehungen zu Deutschland argestrebt werden müssen, dürfte die jetzige Meinung der Mehrheit des englischen Volkes Ausdrücken, welche ganz gern den Ausbau ihrer freiheitlichen Einrichtungen einem liberalen Ministerium weiter überlassen, aber England auch dem Auslande gegenüber die Stellung wiedergewinnen sehen möchte, die dieser Staat vordem ein nahm. Jedenfalls bleibt die Lage des jetzigen Ministeriums auch nach dem Erfolge am Freitag eine sehr gefahrvolle und es bedarf nur eines ganz geringen Zwischenfalls, um dieselbe völlig unhaltbar zu machen. Tagesschau. Freiberg, den 3. März. Der deutsche Reichstag trat gestern in die zweite Be- rathung des Nachtragsetats ein, bei welchem die Reichsregie rung 96000 M. an Besoldungen für die kaiserlichen Beamten in Kamerun, Togo und Angra-Pequena forderte und 152000 M. zur Errichtung von Dienstgebäuden sür dieselben. NamenS der Kommission beantragte dagegen Abg. v. Köller die Be willigung einer Pauschalsumme von 248000 Mark, sowie die Annahme folgender Resolution: „Die Verbündeten Regierungen zu ersuchen: 1) dem Reichstage bei Vorlegung des nächsten Reichshaushalts-Etats eine spezifizirte Mittheilung über die in den Schutzbezirken von Kamerun, Togo und Angra-Pequena mit den bei Kapitel 2 Titel 4 der einmaligen Ausgaben des Etats des auswärtigen Amts für 1885/86 bewilligten Mitteln getroffenen Einrichtungen zu machen; 2) dem Reichstage vor Herbeiführung fester Organisationen in den westafrikanischen Schutzbezirlcn von Kamerun, Togo und Angra-Pequena eine Vorlage zu machen behufs Heranziehung der Schutzbezirke zur Deckung der dem Reiche aus denselben erwachsenden Kosten." Hierauf bemerkte der Regierungskommifsar v. Kus serow, es sei stets Absicht der Regierung gewesen, private koloniale Unternehmungen zu schützen und sich selbst von jeder diesbezüglichen Initiative zu enthalten. Schon früher habe es sich in der Südsee gezeigt, daß gerade dort, wo die betref fenden Gebiete unabhängig waren, der deutsche Handel die erste Stelle einnahm, und deshalb war die Regierung weiter be- trcbt, die Unabhängigkeit dieser Gebiete zu erhalten und vor )er fremden Annexion zu schützen. Erst durch die Erörte rungen, welche sich an die Ablehnung der Samoavorlage knüpften, sei der Wunsch nach Kolonien reger geworden. Es wurden damals mehrere Anträge, welche aus den Kreisen der Hansestädte an die Regierung gelangten, geprüft und habe dieselbe darauf den Unternehmern Schutz zugesagt. Auf das Drängen der Interessenten seien endlich die betreffen den Gebiete förmlich unter deutschen Schutz gestellt worden. Die Regierung stelle jetzt auch keine größere Forde rung an den Reichsfiskus und verlange nur das Nöthigste, um die Souveränetät des Kaisers in neuen deutschen Gebieten aufrecht zu erhalten. Hierauf ergriff der Reichskanzler Fürst Bismarck das Wort und sagte: „Hätte ich gewußt, daß die Herren mir ein Pauschquantum bewilligen wollen, so hätte die Regierung ein solches gefordert; ich fürchtete aber, Sie würden dann wieder fragen, wo bleiben die Details? Ich habe bereits früher gesagt, daß eine Kolvnialpolitik nur mög lich ist, wenn sie von dem Volke getragen wird; sie ist un möglich, wenn die Regierung jede Forderung mühsam einer Majorität des Reichstages abringen muß. Die Bcrathung in der Kommission hat uns nicht zeigen können, daß eine große Begeisterung sür die Kolonialpolitik im Reichstage herrscht. Ist die Stimmung so lau, so sind die Verbündeten Regierungen nicht in der Lage, ihre Pläne durchzuführen, die Regierungen mußten sich cvent. Klarheit schaffen, wie das Volk über die Kolonialpolitik denkt, event. durch Neuwahlen. Die gegen wärtige Haltung des Reichstages kann nur den Widerstand des Auslandes gegen die deutsche Kolonialpolitik verstärken. Sicher ist es, daß die englische Korrespondenz mit uns in dieser Frage nach Verlauf der Reichstagsverhandlungen schärfer geworden ist; es sind sogar vertrauliche Aeußerungen von mir gegen den englischen Vertreter in englischen monatlichen Schrift stücken abgedruckl worden. Das ist ein Zeichen der lebhaften Verstimmung Englands gegen uns. Es wird hinzugefügt, daß ich eine ungünstige Meinung über die englische Politik in Egypten geäußert habe, weil man unsern Rath nicht befolgte. Ich habe mich aber weder ungünstig über diese Politik aus gesprochen, noch habe ich überhaupt einen Rath crtheilt. Ich weiß nicht, woher solche Jrrthümer stammen und bin über rascht, welche Aktenstücke in England veröffentlicht worden sind. Man hat von England aus von mir einen Rath bezüglich der in Egypten einzuschlagenden Politik erbeten, worauf ich ablehnend antwortete. Darauf hat man mich gefragt, ob ich nicht wenigstens meine Meinung äußern könnte. Ich habe geantwortet, daß, wenn ich englischer Minister wäre, ich die Vermittelung des Sultans suchen würde, um in Egypten Emfluß zu gewinnen, aber dieses Land nicht annekttren würde, um nicht die Rivalität Frankreichs herauszusordern. Wenn jedoch die Engländer Egypten durchaus annektiren wollten, so