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Mittwoch ^rau. Jeanette Herm rziant. Iss ed nach r lieber ias wir Verluste nahmen, Oank. eier. iluftntcn «vr ezembrr: l69. KM, lttrnsen, UNg -ogramm er 1885. eoen. - 3 llkr. ist inij r xuter I Direktor, lotz. lä. reheijt. )ezember, ltig aus- igen. Seking, argesteilt »flich ber. rieflichen en, theile lur noch «stag, lich zwei unlichkeit d zwar ten drei F 27S Jnserme werden bi« Bormittag ii Uhr angenom- F» FH men und bettet der Preis^snr Ke gespaltene Zeile loOO MiöcrgerM^i^ und Tageblatt, o Amtsblatt siir die königlichen nnd städtischen Behörden zn Freiberg nnd Braud. Berantwortlicher Redakteur: Iuliu» Brann in Freiberg. Erscheint jeden Wochentag Nachmitt. 5 Uhr für den !!' 2"brg»»a- > lLLSL kÄÄNLLLLK - Mittwoch, den 2. Trzemver. Zur gefälligen AeaHtung. Infolge Aufstellung einer zweiten erscheint der „Freiberger Anzeiger" von heute an mItt«K8 S und ist um diese Zeit in allen Ausgabestellen in Empfang zn nehmen. IVt« Die Waffenruhe in Serbien. Seit Sonnabend sind zwischen den Bulgaren und den I Leiben die Feindseligkeiten eingestellt und haben die Friedens- I ^Handlungen ihren Anfang genommen. Es hat dem von Ida österreichischen Regierung an den Fürsten Alexander »gesandten Grafen Khevenmüller nicht geringe Mühe ge- I bstet, den Bulgaren fürsten zur Erfüllung der Forderung Ida Mächte und zur Einstellung der militärischen Aktion zu I kmgcn. Da der telegraphische Verkehr mit dem Haupt- I Mittel des Fürsten durch die kriegerischen Verhältnisse I tttlfach gehemmt war, bedurfte cs dieses besonderen Send- I dotm, um dem Fürsten den dringenden Wunsch des Kaisers I m Oesterreich zu übermitteln, auf den schon vor mehreren I Ägm von den Serben angeborenen Waffenstillstand endlich I MMhen. Trotzdem aber der österreichische Diplomat im I Nmn der drei Kaiser sprechen durfte, gab Fürst Alexander I demselben erst Gehör, nachdem er selbst in der serbischen I Grenzstadt Pirot als Sieger eingezogen war. Am Donners- I lag Morgen hatte das Zentrum des bulgarischen Heeres I unter hurrahrufen die serbische Grenze überschritten. IkOM Bulgaren rückten am Freitag in die Ebene von I Pirot vor. Die bulgarische Infanterie trieb vier serbische I Bataillone nach Pirot zurück, von wo aus sich nach der I Mittagszeit ein starker Artilleriekampf entwickelte. Um I -l llhr waren dreizehn serbische Batterien in Aktion, denen I zunächst erst fünf bulgarische Batterien antworteten. Eine I halbe Stunde später entbrannte auf der ganzen Linie ein I heftiges Kleingewehrfeuer. Immer neue bulgarische Truppcn- I nassen drängten nach und soll, wie man sagt, bei dem I erbitterten Kampf der die Truppen persönlich vorwärts I führende Fürst Alexander wiederholt in ernster Lebensgefahr I geschwebt haben. Um Mitternacht war Pirot genommen I Md zogen sich die Serben nach Akpalanka zurück. Da in Iler Stadt fortwährend Minen explodirten, verschob der I Kürst von Bulgarien seinen Einzug bis zum andern Tage. I Nun erst ließ er sich bereit finden, die Einstellung der I Feindseligkeiten anzuordnen, wie er ausdrücklich erklärte, l imhl aus Rücksicht auf die ihm von dem Grafen Kheven- l Eer überbrachte Kollektivnote der Großmächte als auf I die durch seinen siegreichen Einzug in Pirot gewahrte I Vafsenehre. Die in Folge des Waffenstillstands gezogene I Demarkationslinie läuft zwischen Pirot und Akpalanka. I Der rechte Flügel der serbischen Armee steht oberhalb des I Dochs Blata, der linke Flügel bei Belava. Der Widdiner I Kreis ist, wie man aus Belgrad meldet, zum größten Theile luoch von den Serben besetzt. Es wird vielfach angenommen, daß der siegreiche Bul- I Nrmsürst durch eine schlaue Nichtbenutzung des elektrischen I^Iegraphen absichtlich geraume Zeit alle unbequemen I Mffenstillstands-Bermittetungen der Mächte fernzuhalten l buch, um erst in der angegebenen Weise in den Besitz des I Landstrichs von Pirot zu gelangen. Nun bietet ihm das I «artige sogenannte Neu-Serbien, nämlich das ehemals bul- I wische Gebiet, welches erst durch den Berliner Vertrag I den Serben zugesprochen wurde, bei den beginnenden Friedens- I ^Handlungen ein wertbvolles Faustpfand. Die Bulgaren i Men auch noch außerdem bis dahin Grund die Waffen- kuhe abzulehnen, weil die von Leschjanin befehligten Truppen «gesetzt Widdin beschossen und trotzdem König Milan düngend um Waffenruhe gebeten hatte, Alles daran setzten, noch vorher diesen Platz zu Fall zu bringen, was ihnen bekanntlich nicht gelungen ist. Dem erfolgreichen Batten- dergischen Prinzen sind, wie das stets dem Sieger ergeht, Ee Sympathien zugeslogen, selbst von Rußland aus, von bo man ihn noch vor Kurzem so tief kränkte. Nun das Wr des Fürsten Alexander auf serbischem Boden steht, hormag derselbe den Serben einen Frieden zu diktiren, der Mn das Wiederanfangen unmöglich macht. Dagegen borden die Mächte um so weniger einwenden können, als die «ben, wenn sie in Sofia als Sieger eingerückt wären, dsn Bulgaren auch nichts geschenkt hätten. Der serbische Misterrath beschloß nach den ersten Siegen, wie man der wiener „Neuen Freien Presse" aus Belgrad schreibt, die Abtretung dreier bulgarischer Grenzbistrikte, die Verlegung der bulgarischen Hauptstadt nach Tirnowa und eine Kriegs entschädigung von 40 Millionen Franks zu fordern. Wollte sich Fürst Alexander nach diesem Muster richten, so könnte er die Forderungen ziemlich hoch spannen; freilich würde er dann sehr leicht mit Oesterreich-Ungarn in Konflikt ge- rathen, zu dessen Interessensphäre Serbien unverkennbar gehört. Die nicht unverdiente Lektion, welche König Milan bei Slivnitza und Pirot erhielt, ist von Wien und Pest aus mit sehr gemischten Gefühlen beobachtet worden. Einerseits gönnte man den Serben, die wie man jetzt von Belgrad aus selbst zugesteht, ohne jede genügende Vorbereitung für ernste Ereignisse den Kampf mit den Bulgaren leichtfertig herauf- beschworen haben, eine Niedetlage, zumal fortgesetzte Siege des Königs Milan auf die serbische Bevölkerung des öster reichischen Banats und Bosniens sehr aufregend hätten wirken können. Andererseits abeck fürchtet man in Oester- reich-Ungarn, daß bei allzusehr demülhigenden Fricdms- bedingungen die Serben sich gegen den Oesterreich aus richtig ergebenen König Milan empören und den allerdings sehr unkriegerischen Monarchen, der in fast unbegreiflicher Weise den Schlachtfeldern fern blieb, zur Flucht treiben könnten. In solchem Falle wäre sein Nachfolger der Prätendent Karageorgiewich, der Schwiegersohn des Fürsten Nikolaus von Montenegro und wie dieser das Schooßkind der russischen Panslavisten. Bisher war eS aber gerade die Hauptsorge aller friedensfreundlichen Staatsmänner, den russischm Einfluß von der Interessen - Sphäre Oesterreich- Ungarns fernzuhalten. Soll die Stellung dieser letzteren Monarchie zu Rußland in Bezug auf die Oricntpolitik nicht bedenklich verschoben werden, darf Serbien trotz seiner militärischen Niederlagen für seinen Friedensbruch nur eine leichte Strafe erhalten. Bis jetzt ist es noch unbekannt, welche Ansprüche Fürst Alexander auf Grund seiner Waffenerfolge erhebt. In Wien meint man nun, es müsse den Bulgaren weit mehr an einer Anerkennung ihrer Verbindung mit den Ost- rumeliern liegen, wie an einem Fetzen serbischen Gebietes. Man ist dort sehr geneigt, im Rathc der Mächte die bulgarische Union zu vertreten, für den Fall Serbien nicht weiter dafür gestraft wird, daß cs zur Aufrecht erhaltung des Berliner Vertrages das Schwert zog. Die Pforte soll also die Zeche bezahlen und mit dem Verzicht auf Ostrumelien die Waffenruhe auf der Balkanhalbinsel erkaufen. Wie wenig die Pforte dazu geneigt ist, geht daraus hervor, daß aus Konstantinopel berichtet wird, die zu Gehilfen des künftigen ostrumelischen Kommissars ernannten türkischen Beamten Lehbi-Effendi und Gadban- Effendi seien Sonntag Nacht nach Philippopel abgereist. Bekanntlich hatte Fürst Alexander bald nach seiner frei willigen Unterwerfung den Sultan ersucht, von der Absendung türkischer Kommissare nach Ostrumelien für die nächste Zeit noch Abstand zu nehmen, da er sonst nicht für die Aufrecht erhaltung der Ordnung dort stehen könne. Trotzdem die Pforte in Ostrumelien vor der Union doch nur eine Schcin- herrschaft ausübtc und keine Hand rührte, um sich den Er eignissen in Philippopel zu widersetzen, will dieselbe dort jetzt wieder die Herrschaft an sich nehmen. Es ist das um so gefährlicher, als thatsächlich 30000 Mann ostrume- lischer Truppen an den bulgarischen Siegen in hervorragender Weise theilnohmen und mit besonderem Vergnügen jetzt gegen die Türken kämpfen würden. In diesem Falle schlügen auch die längst kampfbereiten und von den Mächten mühsam zu rückgehaltenen Griechen sofort los und auf die Waffenruhe ander serbisch-bulgarischen Grenze würde ein noch erbitterterer Kampf im Südwesten und Osten der Balkanhalbinsel folgen. Gegen diese unliebsame Eventualität giebt es nur ein Mittel, die Preisgebung des Berliner Vertrages durch die Großmächte. Dieser Vertrag hat trotz aller friedlichen Ver sicherungen der Großmächte den kurzen aber blutigen serbisch- bulgarischen Krieg nicht verhindert, sondern vielmehr Ver hältnisse geschaffen, die ganz unhaltbar sind. Entweder wird das diplomatische Werk des Jahres 1878 geopfert und die * .r mit Strömen von Blut besiegelte bulgarische Union anerkannt oder es werden zu Gunsten der Unverletzlichkeit der abend ländischen Türkei neue unabsehbare Verwickelungen erzeugt. Soll der zwischen den Serben und Bulgaren mühsam her gestellten Waffenruhe ein dauernder Frieden auf der Balkan halbinsel folgen, so müssen sich die Machte entschließen, gegen das Versprechen, Serbien milde Friedensbedingungen zu ge währen, den Fürsten Alexander als Regenten von Bulgarien und Ostrumelien anzuerkennen. Tagesschau. Freiberg, den 1. Dezember. Dem deutschen Bundcsrathe ist ein das Reichs gericht betreffender Gesetzentwurf zugegangen, der eine Ab änderung des Z 137 deS Gerichtsverfassungsgesetzes anstrebt. In dem Entwurf heißt es: »Will in einer Rechtsfrage ein Zivilsenat von der Entscheidung eines anderen Zivilsenates oder der vereinigten Zivilsenate, oder ein Strafsenat von der Entscheidung eines anderen Strafsenats oder der vereinigten Strafsenate abweichen, so ist über die streitige Rechtsfrage im ersteren Fall »ine Entscheidung dar vereinigten Zivilsenate, im letzteren Fall eine solche der verewigten Strafsenate ein zuholen. — Einer Entscheidung der Rechtsfrage durch das Plenum bedarf es, wenn ein Zivilsenat von der Entscheidung eines Strafsenats oder der vereinigten Strafsenate, oder ein Strafsenat von der Entscheidung eines Zivilsenats oder der vereinigten Zivilsenate, oder ein Senat von der früher ein- gcholtm Entscheidung des Plenums abwcichen will. — Die Entscheidung der Rechtsfrage durch die vereinigten Senate oder das Plenum ist in der zur entscheidenden Sache bindend. Sie erfckgt in allen Fällen ohne vorgängige mündliche Ver handlung. — Soweit die Entscheidung der Sache eine vor gängige nündliche Verhandlung erfordert, erfolgt dieselbe durch dm erkennenden Smat auf Grund einer erneuten mündlichen Verhandluig, zu welcher die Prozeßbetheiligten von Amts wegen unter Mittheilung der ergangenen Entscheidung der Rechtsfrage zu laden sind." Dem Entwürfe ist eine ein gehende Begründung beigegeben zum Nachweis der Bedürsnißfrage und unter Betonung der praktischen Gesichtspunkte, von denen die Regierung bei Slusstellung des Entwurfs ausgegangen ist. — In der gestrigen Sitzung der Budget-Kommission des deutschen Reichstages, machte der preußische Kriegsminister eine eingehmde Mittheilung über die früher schon erwähnte, gegen verschiedene Zahlmeister schwebende Untersuchung. Darnach ist gelegentlich einer gegen einen Zahlmeister schwebenden Untersuchung der Brief eines Menagelieferanten (Wollen!) an einm Zahlmeister in die Hände des AuditeurS gekommen, in welchem der Lieferant Fixspesm an bietet, wenn der Zählmuster ihm die Lieferungen zuwende. Es seien in Folge dessen die Geschäftsbücher des Lieferanten eingesehen worden und hab- sich dabei herausgestellt, daß eine große Anzahl von Zahlmeisern bei Geschäften dieser Art be- theiligt'sei. Der Kriegsminster erwähnte, daß der in Rede stehende Lieferant während des Krieges von 1870 als Inten dantur-Beamter im Proviantcmt beschäftigt gewesen nnd mit erheblichem Vermögen aus den Felde zurückgekehrt sei. Man habe zwar keine formelle Untersuchung gegen ihn einleiten können, aber denselben aus tcm Amte entlassen. Er habe demnächst unter anderer Firma sein Geschäft begonnen. Der Kriegsminister erklärte, die Unersuchung werde mit großer Schärfe geführt, und sei er entschioffen, die Ergebnisie derselben in die Ocffentlichkeit zn bringen, um zu verhindern, daß sich ähnliche Uebclstände wie in anderen Armeen auch in die deutsche Verwaltung einschleichen. Er werde dabei nach dem Sprichwort handeln: „Greif niemals in ein Wespennest, doch wenn Du greifst, so greife fest." Zur Feier des 25jährigen Regiernngsjubiläums des deutschen Kaisers als König von Preußen wird am 3. Januar k. I. in allen Garnisonen Gottesdienst und dem nächst Parole-Ausgabe stattfinden. Ferner werden Se. Majestät am genannten Tage die Gratulation durch die in Berlin anwesende Generalität entgegennehmen, wogegen eine solche am 1. Januar k. I. ausfallen wird. — Der am 27 v. M. auf dem Schlöffe Louisenlund bei Schleswig aus dem Leben geschiedene