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U, md Tageblatt , voll F 26V. I I Sonntag, de« 8. November Altenburg. Trotzdem der französische Minister deS Auswärtigen, düng der Mehrheit aus gemäßigten Liberalen und gemäßigten ing unter v». rg t. «. rgasse, ßM. Tagesschau. Freiberg, den 7. November. Die Rückwirkung auf die innere Politik der deutsche« Reichsregierung, welche von der voraussichtlichen Parteiver schiebung im preußischen Abgeordnetenhause allgemein erwartet wird, hätte eigentlich eine lebhafte Wahlbetheiligung Hervorrufen müffen. Thatsächlich haben aber die preußischen Landtagswahlen — von einzelnen lokalen Ausnahmen abgesehen — unter der weitgehendsten Theilnahmlosigkeit stattgesunden. Unter solchen Umständen war ein geringes Anwachsen der in der Macht befindlichen Partei bei öffentlicher Abstimmung, und bei dem Krieg der Liberalen unter einander ein begreifliche» Resultat. Vom Zentrum war in dieser Wahlbewegung wenig die Rede; die drei Stimmen, welches sein polnisches HW- korps verloren hat, wird es entbehren können. Für die Bil- r guter, sein Jahr eisen dal tnlager ftla. Amtsblatt für die königlichen Md städtischen Behörden zn Freiberg vnd Brand Lerantwortlicher Redakteur: Julius Braun i» Freiberg. e, obere sowie jede usgesührt D. 0. W n Fanons, rrenhüte )N 50 Ps. r Herre» )0N 1 M Die Woche. Immer näher rückt der Termin der Eröffnung des deutschen Reichstages, welche am 19. ds. Mts. erfolgt, während der preußische Landtag erst im Laufe des Januars 1886 ein- bäufen werden soll. Zu den wichtigsten Vorlagen, welche dm deutschen Reichstage zugedacht sind, gehört der Gesetz- «Wurf über den Nord-Ostsee-Kanal, der am Donnerstag mBundesrathe vorgelegt und an einen Ausschuß verwiesen wurde. Von prinzipieller Bedeutung sind auch die Mebr- sorderungen für die deutsche Marine, da der letzteren so wohl bei der weiteren Entfaltung der Kolonialpolittk wie bei dm sich immer mehr zuspitzenden Konflikt mit Spanien die wichtigsten Aufgaben zufallen. Die verschiedenen deutschen Panzerschiffen anstatt der Außerdienststellung zugegangenen «um Ordres machen allgemein den Eindruck, als bereite die dmtsche Admiralität Alles darauf vor, um deutsche Geschwader schleunigst an die spanischen Küsten und nach den spanischen Mnialgcbieten senden zu können,fallsderKarolinen-Konflrktzu mm Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Berlin «Madrid führen sollte. Es steht fest, daßdieletzte deutsche Note iu bestimmter und strenger Weise den Standpunkt Deutschlands betonte und zu erkennen gab, daß das Verhalten der Spanier bä deutsche Langmuth endlich erschöpfte. Die Karolinen- fage ist neuerdings dadurch noch mehr verwickelt worden, baß derselbe amerikanische Händler, welcher auf den Inseln die Petition um das spanische Protektorat betrieb, zwei Biigrborne der Karolinen grausam tödtete und dafür er schlagen wurde. In ganz Deutschland sieht mqn dem Aus gang der ganzen Angelegenheit mit ziemlichem Gleichmuth entgegen und vertraut der bewährten Klugheit des deutschen Reichskanzlers, der diese Sache mit oder ohne päpstliche Vermittelung sicher zu einem für Deutschland ehrenvollen und nützlichen Ausgang führen wird. Ueber die Tresflichkeit seiner Leitung der auswärtigen Angelegenheiten herrscht ja bei fast allen Parteien nur eine Stimme, während über die innere Politik die Meinungen noch immer weit aus einander gehen. Zwischen der inneren und äußeren deutschen Politik giebt vorher dem abtrctenden Regentschaftsrath für die umsichtige Regierungsführung' und glückliche Lösung der Regenten wahl gedankt worden war. Was die klerikale Presse, welche fortfährt, als Anwalt des Herzogs von Cumberland zu fungiren, geradezu empört, ist, daß der neue Prinz-Regent von Braunschweig in seinen Kundgebungen bei der Ueber- nahme der Regentschaft den provisorischen Charakter der letzteren nicht betonte und überhaupt wie ein vollberechtigter Souverän auftrat. Der ultramontane „Westfäl. Merkur" weist darauf hin, daß Prinz Albrecht von Preußen in der von ihm erlassenen Kundgebung „von Gottes Gnaden" „die Regierung deS Herzogthums Braunschweia kraft eines Patentes" antrat, sich die Anordnung der „Ableistung der allgemeinen Huldigung" vorbehielt und die Aufrechthal tung der Verfassung bei „seinem fürstlichen Worte" gelobte, ohne irgendwie darauf hinzuweisen, daß die staatsrechtliche Ordnung im Herzogthum Braunschweia in einem legitimen Thronerben gipfelt, dessen Recht, nach Ansicht des kleri kalen Blattes, zwar vorläufig „behindert", aber keineswegs kassirt ist, so daß es zu jeder Zeit aufleben kann, und späte stens nach dem Tode oder der Resignation des jetzigen Trägers wieder aufleben wird. Auf der Tagesordnung deS BudgetausschnsseS der österreichischen Delegation stand am Dienstag und Mittwoch das Ordinarium des HeereserfordernisfeS. Bei den betreffenden Verhandlungen gab der Kriegsminister Graf Bylandt einige recht interessante Erläuterungen über die Zustände in dem österreichischen Heere. Der Minister betonte, daß gerade durch seine Wirksamkeit Vieles für die Besserung der Sanitäts-Verhältnisse der Armee geschehen sei, aber noch Wesentliches, was von der Einwirkung der Kriegsverwaltung unabhängig sei, zu leisten übrig bleibe. Am Mittwoch sprach der Kriegsminister sein Bedauern darüber aus, daß bei den sich gegenwärtig in vielen Kron ländern kundgebenden Bemühungen betreffs der Errichtung von Schulen nach nationalen Prinzipien die Kenntniß der deutschen Dienstsprache bei den Unteroffizieren sich bedenklich verringere. Die österreichischen Regierungsblätter suchten darauf seltsamer Weise die Schuld des bedauerlichen Um standes der Unversöhnlichkeit der Deutschliberalen zuzu wälzen. Dies veranlaßt die Wiener „Neue Freie Presse" zu erwiedern: „Die allgemeine Kenntniß der deutschen Sprache ist nicht blos eine Forderung der Deutschen, son dern eine Exigenz des österreichischen Staates; die Forde rung nach Pflege der nationalen Sprachen dagegen ent springt lediglich de» nationalen Bedürfnissen und vielfach der nationalen Eitelkeit. Man gebe das Verlangen nach Reziprozität der Landessprachen auf, welches die heutige Verbitterung hervorgerufen hat; man behandle die deutsche Sprache als das, was sie auch nach den Erklärungen des Grafen Bylandt ist, als die Staatssprache, und ein guter Theil der schweren inneren Kämpfe, in welche Oesterreich hineingeführt worden, ist beseitigt." — Die ungarische Landesausstellung in Pest ist am Mittwoch durch den Protektor derselben, den Kronprinzen Rudolf, im Beisein aller Minister und hohen Würdenträger Ungams mit einer Ansprache voll Anerkennung des Gebotenen geschlossen worden, welche Rede große Begeisterung erregte. In Spanien hat sich die Erregung gegen Deutschland seit dem Eintreffen der Spezialberichte über die Vorgänge auf den Karolinen wesentlich verschärft und sind kriegerische Demonstrationen jetzt an der Tagesordnung. Die Krank heit des Königs AlfonS verschlimmert die Situation de- Ministeriums Canovas wesentlich, doch hat das Letztere jetzt mehr von den Republikanern als von der franzosenfreund lichen Kriegspartei im Heere zu fürchten, da daS Haupt der Letzteren, der Marschall Serrano m den letzten Zügen liegt und die Generäle Dominguez Lopez und Salamanca keine ähnliche Autorität besitzen. Da die englischen Parlament-Wahlen nahe bevorstehen erfolgen jetzt in England fast täglich bedeutsame Wahlreden und Wahladressen. Unter den ersten fiel besonder- die am Mittwoch im Südbezirke Londons gehaltene Rede de» Premierministers Salisbury deshalb auf, wett sie sich gegen den Vorwurf der Schutzzöllnerei verwahrte, aber für einen hohen Zoll auf spanische Weine aussprach Mit großer Spannung erwarten die Engländer Nachrichten aus Rangun, indem sie eine Eroberung des letzten Restes des ehemals großen Birmanischen Reiches erhoffen, dessen unschätzbarer Reich thum an dem werthvollen Teakholz längst die englische Habgier reizte. Durch einen höchst auffallenden Tagesbefehl des rus sischen Kaisers ist der Fürst Alexander von Bulgarien, welcher als Generallieulenant L la suits der russischen Armee in dm Listen dieser Armee geführt wurde, in den Listm ge strichen und gleichzeitig der Jnhaberschast deS 13. russischen Schützenbataiüons enthoben worden. Da die russische Re gierung gleichzeitig bei der Pforte gegen den Gnmarsch türkischer Tmppen in Ostrumelien protestirt, ist es unzweifel haft, daß man in Petersburg wohl die bulgarische Union billigt, dieselbe aber nur unter russischer Vormundschaft zu lassen will. Endlich hat auf den dringenden Wunsch der türkische» Regierung die Botschafter-Konferenz in Konstantinopel ihren Anfang aenommen und hat dies wenigstens so viel bewirkt, daß die serbische Regierung ihre militärische Aktion zu nächst vertagte. Dagegen mehrt sich nun wieder die Unruhe in Bulgarien und Ostrumelien und wird Fürst Alexander von Deputationen bestürmt, welche versichern, daß die Nation nur mit der vollständigen Bereinigung zufrieden sein und hierfür Vermögen und Leben opfern werde. ik ikttii. MtN k an, e« eganteste«, allschnhe oßcr Aus- raße 18. Vktlpk veröle empfiehlt «lor. Inserate v-rden bt« Vormittag 11 Uhr angenom- A FHUHIL men und beträgt der Preis für die gespaltene Zeile 1 FHO v oder deren Raum 15 Ps. es aber noch eine Art Zwischenpolitik in jenen Grenzgebieten, velche von fremden Nationalitäten durchsetzt sind. Im Elsaß und in Nordschleswig sind glücklicherweise die Deutschen aller Parteien geschlossen einig gegen die Fremdlinge und dürste besonders in den Reichslanden, nachdem der einge troffene neue Statthalter Fürst Chlodwig Hohenlohe am Donnerstag in Straßburg jubelnd begrüßt wurde, die deutsch nationale Strömung noch weit mächtiger hervortreten als unter dem Manteuffel'schen vermittelnden Regiment. Anders »arhält es sich in Posen, wo viele Deutsche lieber für rinen Polen stimmen als für einen Deutschen, der einer anderen Partei angehört als sie selbst. Etwas günstiger litgen die Dinge in Oberschlesien, wo sich die Deutschen in dm Grenzgebieten noch vor den jüngsten preußischen La n d t a g s w a h l e n darüber schlüssig machten, das nationale Ätnesse über das Fraktionswesen zu stellen, um dadurch «sonders der von den Ultramontanen eifrig betriebenen Polonisirung der Schulen einen Riegel vorzuschieben. Die prinzipielle Opposition, welche sich bisher gegen Reichsan- Mgenheiten ablehnend verhielt und dabei mit Protestlern, Men md Dänen zusammenging, verliert, wenn man nach «ui Ausfall der preußischen Landtagswahlen urtheilt, immer , „,,., , „ ,, u>ehr den Boden im deutschen Volke. Der Ausfall dieser Freycinet, durch seine Fürsprache für den Korsen Mariotti, am Donnerstag vollzogenen Wahlen ist noch nicht genau der auf ihn geschossen, sich viele Sympathien erwarb, sind orlannt. In Berlin haben die Deutschfreisinnigen glänzend die Tage des jetzigen Kabinets gezählt. Da der Präsident ... — —. — „— Mgt, doch dürfte im ganzen Lande das Zentrum drei bis Grävy aber darauf besteht, Henri Brisson abermals mit Konservativen, wodurch die Regierungspolitck unabhängig vo« Sitze und die deutschfreisinnige Partei mehr als zwölf; der Bildung eines Ministeriums zu betrauen, macht der Zentrum werden soll, ist das genügende Material vorhanden; W verlieren, wogegen die Nationaüiberalen etwa zehn,; Letztere jetzt den schwierigen Versuch, ein Kabinet zusammen in den 270 Stimmen der Nationalliberalen und Konservativen ^Konservativen nur sünf Mandate gewinnen werden. Demnach zu bringen, das dem Wahlerfolge der Radikalen Rechnung steht es, auch unter der Voraussetzung des Ausscheidens eine» "Nd es im nächsten preußischen Abgeordneten Hause genau sowie trägt. Das Haupthinderniß ist dabei, daß die Radikalen nicht ganz unerheblichen extremen Flügels der Rechten, der ui dem vorigen keine konservative Mehrheit geben, sondern i Zugeständnisse weitgehendster Art verlangen, deren Gewäh- Regierung zur Verfügung. Nach den bisherigen Wahlnach- W bald ein Zusammengehen der Konservativen mit dem' rung wiederum die zahlreiche Bevölkerung Frankreich's, richten würden die beiden konservativen Parteien 200 Stimme« Auüum, bald eine konservativ-nationalliberale Majorität! welche kürzlich monarchistisch wählte, aus's Tiefste erregen zählen, nationalliberale Partei 70, das Zentrum und sei« uWg machen. j würde. Es wird auch behauptet, daß der Konseilpräsident Anhang l21 und die deutfchfreisinnige Partei 43 Stimmen, Während das Bielefelder Kompromiß, durch welches; Brisson Clemenceau aufgefordert habe, in das neue Kabinet! An dem Festzuge, welcher am Donnerstag in Straßburg Herrn Stöcker sein Mandat entzogen wurde, die einzutreten, oder doch wenigstens bei der Bildung desselben zu Ehren des neuen Statthalters der Reichslande stattfand, Aust zwischen den preußischen Hochkonservattven und National-! mitzuwirken. Clemenceau lehnte Beides ab, da seit den betheiligten sich gegen dreißig Vereine, darunter auch einige Oralen noch mehr erweiterte, kann von den Mitgliedern' letzten Wahlen der noch entschiedenere Lockroy das anerkannte aus den Nachbarorten Schiltigheim, Bischheim und Höhnheim. sAoeMrums keine aufrichtige Freundschaft für die preußi-, Haupt der radikalen Partei ist. — Der deutsche Botschafter Herolde zu Pferd eröffneten den Zug, in welchem sich 7 Musik- Mn Gouvernementaten mehr erwartet werden, nachdem Graf Münster überreichte am Mittwoch dem Präsidenten korps und 3 Wagen befanden. Der eine vom Männergesang« t braunschweigische Thronfolge einen so entschieden natio- Grovy fein Beglaubigungsschreiben im Beisein des Ministers verein gestellte Wagen brachte in emer allegorischen Gruppe men Ausgang genommen hat. Prinz Albrecht von Preußen Frcycmet Daß die dabei ausgetauschten Reden sehr freund- das deutsche Lied zur Darstellung, die anderen beiden Wagen ' Montag bei seinem Einzug in Braunschweig ,Iich lauteten, war bei den jetzigen guten Beziehungen der beiden waren vom Ruderklub und vom Schützenverein gestellt. Als Mvswsnsch empfangen worden und am Mittwoch Hot sich Regierungen selbstverständlich. ?der etwa 2000 Theilnehmer zählende Zug vor dem Palai» braunschweigische Landesversammlung vertagt, nachdem I > des Statthalters angekommen war, wurden sämmtlichen von Auswahl eigter Be- bermstr. Brauhos. des gut» ct. D.v. urt, sowie Auswahl temsktt. ent, nt, «c, d wasch- . Etage.