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lnd noch Ätz, haben bei achsenhof. Zutritt. lschaft Mgtgk« >-<». g im Gasthaut -n Tountsg, »unkt l/»3Uhr, liermit höflichst üchtigsprechuug ndirte Vereuir- 1885. uffichtsrsttz. klemm, Bors. chciden unserer 'rivatier statt gebrachten viel- heilnahmt M n ausrichtigsta l885. rterlasime«. ige. lief nach kurz«, geliebter Gatte, und Schwager, im32.Lebenr- ;eigt dies hier. urg, Freiderz Nord-Amnik. Sittwe I^ebwuio. 2V« Uhr, ent. 8ckudsi1, rar, lkreuzes. ierdurch au Rai 1885. rterlaffem». Himmelsahrtt- t. jg6. Bekannten dit heute Morgen Schwester und «euckt»«, t verschieden ist. >. Zrager l'tcrlassenen in eln. ügs. hlief sanft wd c und Schwaz«, öötze, eigen hierdurch, fgebeugt au ar 1885 rt-rlafleM. Himmelfahrtt- t. jes. lagt« reiöeMIyeiaer und Tageblatt. Amtsblatt für die königlichen und städtischen Behörden zu Freiberg und Brand. Verantwortlicher Redakteur: Iuliu» Brauu in Freiberg. 1* st Erscheint jedm Wochentag Abends'/,7 Uhr sür den st 38. Jahrgang ! Inserate werden bis Vormittag 11 Uhrangenom- st UH NUS? ^110. Donnerstag, den 14. Rai. 1»"'^ Kimmelfahrl. Von G. M. Arndt. Wie prangt i« IrShlingskleidt Die grüne vnute Mett And -«t i« Mat» und Kaide Musik und Lust bestellt! Mie ktiugt ««» fpiett »er Scherz I« ASschea riugs und ALume» Ao« Kdens Atumenträume« Je« Ktaug iu jedes Kerz! Kinaus de««, »eise Seete, Ja »oller L«k hinaus! Aerküude, ruf', erzähle Au» Lliug' u»d sing' es aus! Z>« bist von Lerchenart, Aach oben will dein Lebe«: Loß stiege«, kki«ge«, schwele« Sie süße Ki«»etsahrt! Ans! tüfte deiae Schwi«ge» Ja» frohe« Keimathort l Jet« Frachten, Sehne«, Ainge«, Jeia Meg, dein La«f ist dort. H stieg' aas diesem Olovz Ser b««te« Krdentenze Ia's Land der «w'gen Kränze! Iort ist dein Jiet, dein Ara«z! Die Sonntagsruhe der Arbeiter. Wenn sich die Ankündigung des nahe bevorstehenden Rcichstagsschlusses bestätigen sollte, würde die große Mühe, welche zahlreiche Abgeordnete darauf verwendeten, ein gc- jchliches Verbot der Sonntagsarbeit zu erwirken, vollständig verloren fein. Es kann dann nicht ausbleiben, daß man das Scheitern der desfallsigen Bemühungen dem deutschen Reichskanzler zuschreiben wird, welcher am letzten Sonn abend nicht weniger als fünf Mal in die Debatte eingriff, um die Volksvertretung davon zu überzeugen, wie wenig spruchreif diese wichtige Angelegenheit sei. Da am Schluß der merkwürdigen Sitzung auch nicht die Mittel zur An stellung einer Enquete über die Sonntagsarbeit und die darüber in den Kreisen der Arbeiter herrschenden Ansichten bewilligt wurden, bleibt die ganze Angelegenheit in der Schwebe und alles für dieselbe in der Arbeiterschutz lommission Geleistete kann nur als schätzbares Material Men. Das schneidige Auftreten des Reichskanzlers, der m völlig unerwarteter Weise nicht nur die Ausführungen dec Sozialdemokraten und Ultramontanen, sondern auch seinen Gesinnungsgenossen und Jugendfreund, den konser vativen Abgeordneten von Kleist-Retzow, auf's Schärfste bekämpfte, erweckte schon am Sonnabend allgemeine Ver wunderung. Seitdem haben sich zahlreiche deutsche Blätter mit den an diesem Tage von dem Fürsten Bismarck ge- baltenen fünf Reden beschäftigt und zu denselben die ver schiedensten Kommentare geliefert. Rian wird wohl nicht irren, wenn man annimmt, daß es dem Reichskanzler vor Allem darum zu thun war, in einer wichtigen Frage vor aller Welt seine vollständige Unabhängigkeit von jeder Partei zu dokumentiren. Das ist dem großen deutschen Staatsmann vollständig gelungen und wird jedenfalls den Ultramontanen, welche immer wieder mit dem äußersten Flügel der konservativen Partei Fühlung suchten, auf lange hinaus zu denken geben. Bei solchen Fragen erweist sich Fürst Bismarck stets als der vorurtheilslose Realpolitiker, der das subjektive Empfinden völlig abstreift und die Dinge, wie sie nun einmal liegen, praktisch beurtheilt. In überzeugender Weise nwiederte er dem Abg. Lieber, welcher der fraglichen An regung die Bedeutung eines positiven Gesetzvorschlages bei legte, er sehe darin nur den Rahmen zu einem Gesetz, dessen Ausfüllung gänzlich dem Bundesrath überlassen bleiben würde, da über die Ausführung des Verbots der Sonntags- arbeit den Ortspolizeibehörden noch jeder Anhalt fehle. Die Frage, ob die Arbeiter durch ein solches Verbot einen nicht unwesentlichen Theil ihrer Arbeitslöhne einbüßen wellen, sei noch völlig unerörtert, außerdem könne in zahl reichen Betrieben, z. B. in Brennereien und Brauereien, die Arbeit nicht an einem einzigen Tage unterbrochen werden. Wenn am Sonntag nicht gemaischt werden dürfe, habe das Bich am Mittwoch nichts zu fressen; wenn am Sonntag nicht gebrannt werde, könne am Donnerstag nicht gemaischt werden und dann am Sonntag das Vieh auch nicht fressen. Der Reichskanzler wies noch auf andere Verarbeitungs- Prozesse hin, bei denen das Erkalten der Feuer oder das Austrocknen der Unterlagen des Betriebes nothwcndia ein tritt, welche sich nicht am Sonnabend abschlicßen und am Montag wieder neu beginnen lassen. Im Berichte der Kommission hieß es: „Auch können materielle Verluste nicht in Frage kommen, wenn es sich um die höchsten Güt;r eines Volkes, seine geistige und körperliche Gesundheit, handelt." Der Kanzler aber meinte, für auf solche Weise verursachte wesentliche Lohnverluste die Verantwortlichkeit nicht übernehmen zu können und stellte von diesem Stand punkte aus die Schwierigkeiten der Sonntagsarbeitsverbots- Frage denen des Normalarbeitstages völlig gleich. Den Vergleich mit der englischen Sonntagsfeier ließ Fürst Bismarck gar nicht gelten und schilderte derselbe seine eigenen Erlebnisse in Hull an einem Sonntag und den strengen Zwang des englischen Sonntags in höchst humo ristischer Weise. Dem sozialdemokratischen Verfechter der Vorlage gegen über äußerte sich der Reichskanzler in folgender Weise: „Ich finde es ganz natürlich, daß er mich, wie er kann, herunter reißt und sagt, man hat uns das versprochen; jetzt war der Moment gekommen, wo der Reichskanzler alle seine Ver sprechungen erfüllen könnte, aber nun hat er recht gezeigt, daß er doch eigentlich bei den Manchesterleuten und mehr auf Seiten der Arbeitgeber als der Arbeiter steht, und daß Alles, was e^ früher für den Arbeiter gesagt hat, eine Heuchelei gewesen ist, die ihren politischen Zweck wohl haben kann. Nun, ich verlange gar nicht, daß der Herr Vorredner ge recht gegen mich ist, ich will nur Anderen sagen, daß er mir damit bitteres Unrecht thut. Ich stehe weder aus Seiten der Arbeitgeber noch der Arbeiter, sondern auf Seiten der Nation und ihres wirthschaftlichm Gedeihens und thue, was ich nach bestem Ermessen ohne Popularitäts sucht nach der einen oder anderen Seite hin glaube ver antworten und mit der Unterschrift meines Namens decken zu können." Als Fürst Bismarck zum fünften Mal, und zwar zur Widerlegung eines klerikalen Abgeordneten, in der Sonn abendsitzung das Wort ergriff, sagte er u. A.: „Ich be darf der Erklärung der Arbeiter, ob sie den Ausfall bei einem Verbot der Sonntagsarbeit tragen wollen. Ich kann den Arbeiter damit nachher nicht zufrieden stellen und wenn er hungert, ihn damit nicht satt machen, daß ich ihm die Reden vorlese, die hier zu seinem Gunsten gehalten worden sind, wie sehr er sich freuen und wie leicht er diese Kleinig keit von seinem Lohn, 14 Prozent, entbehren würde. Da für wird er mir wenig Dank wissen; das macht ihn nicht falt. Ich habe mehr zu thun, als ohne Anregung über alle Fragen in der Welt Enqueten anstellen zu lassen. Wenn Sie aber diese Frage — wie ich glaube, unreif und zu früh — anregen, so bin ich bereit, diese Enquete an- ftellen zu lassen. Aber ehe ich nicht weiß, ob dem Arbeiter damit gedient ist, würde ich mich nicht dazu verstehen können, im Bundesrathe die Sache zu befürworten." Seitdem hat die hochkonservative „Neue Preuß. Ztg." den Auslassungen des deutschen Reichskanzlers gegenüber erklärt, es habe zu solchen Erhebungen seit der kaiserlichen Botschaft vom 17. November 1881 weder an Zeit noch an Gelegenheit gefehlt. Sie bekenne sich rückhaltslos zu den grundsätzlichen Ausführungen des Abg. von Kleist- Retzow, der die Sonntagsruhe als göttliches Gebot be handelt habe und deshalb keinen Einwand gelten lassen konnte. Das Organ des Reichskanzlers, die „Nordd. Alla. Ztg.", schrieb dagegen: „Wenn auch die Debatte über die obligatorische Sonntagsruhe zu keinem endgiltigen Ergebniß führte, wird sie doch die gute Wirkung haben, die arbeitende Bevölkerung darüber aufzuklären, von welcher Seite sie eine Besserung ihres Looses zu erwarten hat, ob von Parla ¬ mentariern, welche über die Durchführbarkeit ihrer unreifen Projekte völlig im Unklaren sind, oder von der Regierung, welche mit Besonnenheit das Programm der Kaiserlichen Botschaft zur Ausführung bringt. In Folge der obliga torischen Sonntagsfeier wurhen für gewisse Kategorien von Arbeitern bedeutende Lohnverluste entstehen, deren Ab wälzung auf die meist wirthschaftlich schwachen Arbeitgeber nicht möglich ist. Der Arbeiter in den Betrieben, welche Sonntags nicht feiern, hat seine Existenz auf die Voraus setzung gegründet, daß er an 365 Tagen im Jahre Arbeit findet. Kann diefer Arbeiter einen plötzlichen jährlichen Aus fall von etwa 104 M. ertragen? Oder soll etwa der Staat ihm den entgehenden Lohn erstatten? Kurzum, den Vorwurf der Leichtfertigkeit werden die Antragsteller nicht von sich abwälzen können. Sie haben die entscheidende Frage aar nicht berührt, so oft auch der Reichskanzler sie auf die Nothwendigkeit einer klaren Antwort darauf hinwies. Jn- deß unsere Arbeiterbevölkerung wird sich dadurch schwerlich täuschen lassen und es dem Reichskanzler Dank wissen, daß er in erster Reihe die Folgen erwog, die die obliga torische Sonntagsfeier für den Arbeiter haben muß." Tagesschau. Freiberg, den 13. Mai. Der Schluß des deutschen Reichstages ist nach den von dem Fürsten Bismarck gestern bei der geselligen Vereini gung im Reichskanzler-Palaste gethanen Aeußerungen am Sonnabend zu erwarten. Dem parlamentarischen Frühschoppen wohnten gestern weit über 300 Personen bei und waren zu demselben die preußischen Minister, zahlreiche Mitglieder des deutschen Bundesraths und des Reichstags erschienen. Die Konfervativen waren fast vollständig zugegen, von den Nationalliberalen fehlten nur wenige, von dem Zentrum waren u. A. v. Franckenstein und Windthorst, von den Deutschfrei sinnigen u. A. der Vizepräsident Hoffmann anwesend. Der Fürst und die Fürstin Bismarck, die Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck, fowie der Graf und die Gräfin Rantzau machten in liebenswürdigster Weise die Honneurs. Die Unter haltung gestaltete sich sehr lebhaft und trug einen durchaus zwanglosen Charakter. Der Reichskanzler sprach lange und eifrig mit den ultramontanen Abgg. v. Franckenstein und Windthorst und antwortete auf die Frage des letzteren, ob er auf die Verhandlung des Auslieferungsvertrages mit Rußland großen Werth lege, entschieden bejahend. — Der Unterstaats sekretär Busch, an dessen Stelle Graf Herbert Bismarck tritt, wird den Gesandtschaftsposten in Bukarest, Graf Saurma dm im Haag übernehmm. Der Gesandte in Darmstadt, Stumm, geht demnächst in außerordentlicher Mission nach Kopenhagen. Anläßlich der ersten Berathung des Vertrages mit Mada gaskar im deutschen Reichstage ersuchte gestern^Abg. Richter die Regierung, keine weiteren Fieberkolonien zu gründen, da gerade dabei die Annäherung an Madagaskar verhängnißvoll werden könne. Abg. Bunsen und der BundeS- kommisiar v. Kusserow wendeten sich gegen diese Auffassung, worauf die Konvention in erster und zweiter Berathung ge nehmigt wurde. Ebenso fanden die Konventionm mit der süd afrikanischen Republik und Birma die Zustimmung des Hauses. Der Vertrag über Bestrafung des Jagdfrevels zwischen Belgien und Deutschland, sowie der Nachtragsetat wurden in zweiter Lesung angenommen, s Hierauf gelangte wiederum der Zoll tarif zur Berathung, Den Haferzoll setzte man auf Anttag