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md Tageblatt Erscheint jeden Wochentag Abends y,7 Uhr für den j »0 11^ andern Tag. Preis vierteljährlich 2 Mark 2b Ps., Vl- zweimonatlich 1 M. 50 Pf. und einmonatlich 7b Pf. ! Mitglieder Vorsteher. r an - ltimg. , und Fried- W hinzu, daß das Wort von der Seligke trügen sich jetzt schon in dieser Welt erfülle. den > Justifi- lach § 20 deutschen des Rech- al 1885. ige. schänken ng 8-/. Uhr, Bei der in Oesterreich mit jedem Tage lebhafter hervortretendcn Wahlbewegung hat sich auch eine fast ganz m Vergessenheit gerathene Persönlichkeit wieder auf den Eschen Plan begeben, der frühere Minister v. Bach, der Hst als einfacher Advokat im März 1848 bei der Rcvolu- don eine Führerrolle spielte, dann zur Hofpartei übertrat, Minister wurde und bis zum Jahre 1859 an der Spitze iffnet alle b. Nachm. Tagesschau. Freiberg, den 16. Mai. Die gestrige Schlußsitzung des deutsche» Reichstages war nur von kurzer Dauer. Zunächst ward dieUebersicht der Ausgaben und Einnahmen pro 1883—84 in dritter Lesung debattelos genehmigt. — Sodann beantragte die Geschäftsordnungs-Kommission, das Mandat des Abg. von Bismarck- Schönhausen durch dessen Ernennung zum Unter staatssekretär als nicht erloschen zu erklären. — Abg. Hasen clever (Soz.) ist der Meinung, daß eine Rangerhöhung allerdings nicht nachgewiesen sei: nur wolle er dagegm protestiren, daß hier für die Beurtheilung der Rangfrage die preußische Rangliste maßgebend sein soll. Im Reiche kenne man keine Rangordnung. Was die Frage der Gehaltserhöhung betrifft, so können die Repräsentationskosten überhaupt nicht in Betracht kommen; läßt man diese aber außer Berechnung, so ergiebt sich, daß der Graf von Bismarck als Unterstaats sekretär 2000 Mark mehr Gehalt bezieht, als der Gesandte. Wenn die Personenfrage in Betracht kommen kann, so würde sie hier nur zu einer strengeren Prüfung der Sachlage führen müssen. — Staatssekretär von Bötticher: Die Berechnung des Vorredners ist nicht zutreffend. Als Gesandter bezog der Abg. von Bismarck 48 000 Mark; wie man dazu kommt, 30000 Mark davon als Repräscntationskosten zu berechnen, ist unerfindlich. Thatsächlich ist das Gehalt des Unterftaats- sekrctärs mit 20 000 Mark um mehr als die Hälfte niedriger als das Gesandtengehalt. — Abg. von Bernuth (nat.-lib.) bemerkt als Vorsitzender der Geschäftsordnungs-Kommission, daß den Kommissionsberathungen ein Vertreter der Verbündeten Regierungen nicht beigewohnt habe. — Abg. Hasenclever weist auf den Wortlaut des Etats hin, wo das persönliche Gehalt des Gesandten auf 18 000 Mark angegeben ist, daraus folge von selbst, daß die überschießenden 30 000 Mark als Repräsentationskosten zu betrachten sind. — Staatssekretär von Bötticher: Das ist nicht zutreffend. Die 18 000 Mk. sind nur pensionsfähiges Gehalt; die 30000 Mark gehören aber zweifellos zum persönlichen Gehalt. — Abg. von Maltzahn und Abg. vonBenda sind der Meinung, daß das thatsächliche Gehalt, nicht blos das pcnsionsfähige in Frage kommt; nach diesem Grundsätze sei das Haus bisher stets Verfahren. — Der Kommissionsantrag wird hierauf gegen die Stimmen eines Theiles der Freisinnigen und der Sozial demokraten angenommen. — Als dritter Gegenstand der Tages ordnung wird der Nachtrag zum spanischen Handels-, vertrage nach einer sehr kurzen Debatte in dritter Lesung genehmigt und sodann in der Gesammtabstimmung mit 225 gegen 50 Stimmen in namentlicher Abstimmung angenommen. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Der Präsident gab nunmehr die übliche Geschäftsübersicht. Die Sitzungsperiode war eine der arbeitsreichsten, die der deutsche Reichstag ab- sorbirt hat; nur die Session von 1882—83 erreichte die gleiche Zahl von Sitzungen, die jedoch durch längere Pausen unterbrochen waren. — Abg. von Bernuth sprach dem Präsidenten die vollste Anerkennung und den wärmsten Dank für seine unparteiische Geschäftsleitung aus. Die Abgeordneten erhoben sich zum Zeichen der Einstimmung von ihren Sitzen. Der Präsident dankte seinerseits den Abgeordneten für ihr allzeit bereitwilliges Entgegenkommen und bezog den ihm aus gesprochenen Dank auch auf die Vizepräsidenten und die übrigen lä. hmittags schützen- Amtsblatt für die königlichen nnd städtischen Behörden zn Freiberg und Brand Verantwortlicher Redakteur: Julius Braun in Freiberg. Die Woche. ,So ist denn dieser stürmevolle Reichstag zum guten Ende glücklich eingeleitet; König und Stände scheiden wohl- gksinnt/ An diese Worte in Schillers Tragödie „Demc- kius" erinnert das Ende dieser Woche, da am Freitag eine 38. Jahrgang. Sonntag, den 17. Mai Inserate werden bis Vormittag 11 Uhr angenom- H FHUU S? mm und beträgt der Preis für die gespaltene Zeile g H XXjsH oder deren Raum 15 Pf. ff W Das egyp tische Heer soll für den Fall des Rück zuges der englischen Truppen aus dem Sudan um 12000 Mann verstärkt werden. Der bisherige englische Ober befehlshaber der Truppen am obern Nil, Sir Evelyn Wood, gab das Kommando in Dongola an den Generalmajor Dorner ab und kehrte nach Kairo zurück. Der Nebellen- führer Osman Diama soll sich gegenwärtig in Berber auf halten. Je haltloser die englische Politik in Egypten wird, desto mehr gewinnt der so lang verdrängte französische Einfluß am Nil wieder an Boden. Der Verlauf, den die „Bosphore"-Angelegenheit genommen, gab dafür ein un widerlegliches Zeugniß. jenen. oird hier- sagung in kiedorä cke, nicht , sondern lange und bewegte Session der deutschen Volksvertretung verhältnißmäßig ruhig und in versöhnlicher Stimmung ab- Moß Wenn die Reichsregierung und der Reichstag wohl gesinnt auseinandergingen, ist dies unverkennbar der Resig nation zuzuschreiben, welche beiderseitig geübt worden ist. Dem Fürsten Bismarck lag vor Allem daran, die Zolltarif- Erhöhungen durchzubringen und dies ist mit Hilfe des Zentrums geschehen, welche Partei in der freien wirthschaft- uchrn Vereinigung die einflußreichste Rolle spielte. Diese Aktion hat es im Interesse ihrer politischen Freunde auch glücklich dahin gebracht, daß der deutsche Reichskanzler auf dir Verhandlung des deutsch-russischen Auslieferungsvertrages zunächst verzichten mußte, trotzdem er dem Abg. Windthorst anÄrücklich vorher erklärt hatte, er lege auf die Annahme des Vertrages großen Werth. Ebenso blieb der Wunsch des Reichskanzlers unerfüllt, das für die Versorgung der Witwen und Waisen der Beamten hochwichtige Relckten- akfetz noch zum Abschluß zu bringen. Dagegen dürfte ihn die voraussichtliche Erfolglosigkeit der Börsensteueranträge sehr gleichgiltig lassen, da er für dieselben erst nach langem Zögern und scheinbar auf fremde Veranlassung eintrat. Da verschiedene deutsche Regierungen im Bundesrathe gegen die von der Reichstagsmehrheit gewünschte Form der Börsen- sleuer ernste Bedenken hegen, kann Fürst Bismarck ruhig warten, bis ihm eine rationellere Börsensteuer angetragen wird. Seitdem das preußische Abgeordnetenhaus den von huene'schen Verwendungsantrag angenommen hat, durch welchen ein Theil der Reichssteuern den Gemeinden zuge wiesen werden, ist die Tendenz einer Vermehrung der Reichs einnahmen nicht zu vermeiden. Daß aber die Börsensteuer niemals so einträglich gestaltet werden kann, um die durch das Verwendungsgesetz gerissene Finanzlücke zu ergänzen, davon ist man in den Kreisen der Reichsregierung voll ständig überzeugt. Unter solchen Umständen sind für die Reichsfinanzen die durch die Zolltarif-Novelle wesentlich erhöhten Zollerhöhungen ein Glück, während erst die Er fahrung lehren kann, ob deren Schuhkraft sich für die In dustrie und die Landwirthschaft nützlich erweisen kann. Die gewandte Art, wie der deutsche Reichskanzler mit Spanien ein Abkommen traf, um die durch den deutsch spanischen Handelsvertrag allen meistbegünstigten Nationen gegebene Möglichkeit, trotz des neuen Drei-Mark-Roggenzolls diese Getreideart für den Ein-Mark-Zollsatz nach Deutsch land zu führen, vollständig abzuschneiden, hat unter den Ätschen Landwirthen Bewunderung erregt. Es läßt sich indeß nicht verkennen, daß diese Fixigkeit in den anderen Getreide erzeugenden Staaten den peinlichsten Eindruck ge wacht hat. Auf die niederdrückende Wirkung, welche diese Roggenzoll-Angelegenheit besonders in Ungarn hervorrief, ist Fürst Bismarck jedenfalls im Voraus gefaßt gewesen und ist es ihm vielleicht willkommen, wenn die ungarischen Grundbesitzer die österreichische Regierung jetzt zu einer Zolleinigung mit Deutschland drängen, die früher von dem deutschen Kanzler vergebens angeregt wurde, trotzdem Gewand verkennen kann, daß ein Ausgleich der wirthschaft- iichm Interessen der beiden mitteleuropäischen Kaiserreiche der beste Kitt für die politische Bundesgenossenschaft wäre. Diese Letztere hat sich erst in allerletzter Zeit so segensreich ewmsen, daß ihre lange Dauer allseitig gewünscht wird. Die russischen Blätter schreiben es nur den Abmachungen der Drei-Kaiser-Zusammenkunft von Skierniewicze zu, daß der afghanische Grenzstreit nicht zu einem Weltkrieg führte. Das m Brüssel erscheinende Organ des russischen aus wärtigen Amtes, „Nord", kennzeichnet den Einfluß, welchen fürst Bismarck während des Streites ausübte, als einen olchm von höchster Geschicklichkeit und Ehrlichkeit ügt hinzu, daß das Wort von der Seligkeit der verzichtet Rußland in der afghanischen Grenzenfrage auf die wichtige Zulfikar-Linie, welche den direkten Weg nach Herat bildet und verlangt dafür die Ueberlassung einiger guten Weideplätze für ihre neuen turkmenischen Schützlinge. Trotz aller Friedensavsichten fetzt aber Rußland die Armirung seiner Flotte und Küstenbatterien ebenso rastlos fort, wie die Truppensendungen nach Zentralasien. ,, >er Verwaltung blieb. Von den Ereignissen hinweggespült, M Bach den jetzigen Zeitpunkt für geeignet, aus dem Dunkel wieder hervorzutreten. Derselbe kandidirt für )ie konservative Gruppe des Hoftaths Lienbacher, jenes klerikalen Salzburger Staatsanwalts, der immerhin die löb- iche Absicht hat, für das Deutschthum gegen die Czechen eintreten zu wollen. Der Baucrntag, welcher am 10. d. M. zu Leipa in Nordböhmen abgehalten wurde, war von Tau senden von deutschgesinnten Landleuten besucht und gestaltete sich zu einem erhebenden Ehrentag der deutsch-nationalen wackeren Bauernschaft Nordböhmens. Die dort gehaltenen Reden der hervorragenden Parteiführer waren von scharf- oppositionellem und kräftig-nationalem Geiste durchweht und fanden die lebhafteste und einmüthige Zustimmung. Wenn der italienische Minister des Auswärtigen, Mancini, bisher in der Deputirtcnkammer alle Stürme ab- chlagen konnte, dankte er dies nicht der Zufriedenheit mit einer mindestens fragwürdigen Kolonialpolitik, sondern dem ür ihn günstigen Umstand, daß sich das beliebte freisinnige Kabinet Depretis mit ihm solidarisch erklärte. Die Oppo sition ermüdet aber nicht, Mancini durch Interpellationen über seine Absichten in Afrika in Verlegenheit zu bringen. Eine befriedigende Antwort kann Mancini jetzt unmöglich geben. Da die Vorbedingungen, unter welchen Italien zu seinen Unternehmungen an der Küste des Rothen Meeres geschritten, sich durch den Rückzug Englands gänzlich ver ändert haben, ist man jetzt auch italienischerfeits gezwungen, diesen Unternehmungen einen anderen Charakter zu geben, als jenen, der ihnen ursprünglich beigemessen war. Das französische Ministerium Brisson - Freycinet scheint sich immer mehr zu befestigen. In der Kammer bekämpften die Monarchisten und Klerikalen die Gesetzvor lage über die Behandlung der rückfälligen Verbrechen, ob wohl die Rechte mit dem Geiste des Gesetzes einverstanden sein mußte, nur um der Regierung eine Niederlage beizu fügen, die um so wahrscheinlicher war, als viele Mitglieder der äußersten Linken durch ihre Prinzipien gezwungen waren, einem Gesetze entgegcnzutreten, das dem Ministe rium ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der anar chistischen Elemente einräumt. Nichtsdestoweniger haben 386 Deputirte für das Gesetz gestimmt und daourch dem Kabinet ihr Vertrauen bezeugt. Andererseits thut die Re gierung das Ihrige, um die jetzige Arbeiterkrisis in Frank reich zu gutem Ende zu führen. Am 1. Juli wird im Jndustriepalast der Elyseeischen Felder eine „Ausstellung der Arbeit" eröffnet werden und bis 1. November dauern. Die „Vereinigung der Erfinder und der Gewerbckünstler", sowie die Arbeiterproduktivvereine werden sich an derselben betheiligen. Die erstere stellt die Typen aller seit 1870 gewonnenen Erfindungspatcnte ans. Die Regierung ge währt den Arbeitersyndikatskammern, welche die Ausstellung organisiren, eine Summe von 20000 Franken. Dieselben erhalten weitere 10 OM Franken, um Arbeiter auf die Antwerpener Ausstellung senden zu können. Zwischen der englischen Regierung und Rußland ist es dis jetzt noch zu keinem festen Ausgleich gekommen, dennoch scheint im Prinzip bereits eine Einigung erfolgt zu sein. Gladstone behauptete bei der Berathung des schließlich vom Parlamente verworfenen Antrages Northcotes, die Flüssigmachung des Elf-Millionen-Pfund-Kredits zu beschränken, die Opposition stütze ihren Angriff gegen die Regierung auf die hinfällige Vermuthung, daß England Rußland gegenüber in allen Punkten nachgegeben habe; der Schriftwechsel, welchen er dem Parlamente gegen Ende der Woche vorzulegen gedenke, werde das Gegentheil be weisen. Im Oberhause erklärte der Kolonialminister Kimberley, die englische Regierung denke nicht daran, Afghanistan als neutrale Zone erhalten zu wollen. England müsse im Nothfalle die Offensive ergreifen können, doch fei es eine sehr gefährliche Politik, Herat zu einer englischen Festung zu machen. Ferner hat die englische Regierung die feste Absicht kundgegeben, auf den Vormarsch gegen Khartum endgiltig zu verzichten, ihre Truppen ganz aus dem «Sudan zuruckzuziehen und selbst Suakim räumen zu lassen. An den friedlichen Absichten Rußlands ist kaum mehr zu zweifeln, wenn auch der russische Botschafter in London, Baron von Staal, noch nicht zu einer unbedingten Annahme der englischen Vorschläge ermächtigt ist. Angeblich irrathS. «citglieder th. Vorstand. skaffe ter >gv. er Theil- Fritva Dank ü 1885. IvlK. und uner- iter, treu- Königliche