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k Erscheint jedm Wochentag Abends '/,7 Uhr für den - FO I andern Tag. Preis vierteljährlich 2 Mark 2d Pf., zweimonatlich 1 M. 50 Pf. und cinmonatlich 75 Pf. Isein, dasselbe an den Jagdbel dieselben Berechtigungen zug« sichtlich der Taucher, Reih« sein, dasselbe an den Jagdberechtigten abzuliefern: 2) daß "" gestanden werden sollen hin- Nachbestellungen auf die Monate Juli, August und September werden zum Preise von 2 Mk 25 Pf. von allen kaiserliche« Postanstatten sowie von den be kannten Ausgabestellen und der unterzeichneten Expedition angenommen. Expedition des Freiberger Anzeiger. 38. Jahrgang. Dienstag, den 7. Juli persönlichen Erscheinen zu dem von Ew. Majestät Regiment gefeierten Feste behindert bin, bitte ich allerhöchstdieselben dem Regiment meinen Gruß, sowie den Ausdruck meiner lebhafte« Anerkennung seines bisherigen Verhaltens und meine wärmsten Wünsche für sein künftiges Gedeihen und Wohlergehen über mitteln zu wollen. Auch stelle ich Ew. Majestät anheim, die in nebenliegender Liste näherbezeichneten Gnadenbeweise bekannt zu machen, durch welche ich mein besonderes Wohlwollen für das Regiment gern habe bethätigen wollen. Ew. Majestät treu ergebenster Wilhelm." Von Koblenz aus reiste Prinz Wilhelm zum Kaiser nach Ems, wo heute auch der deutsche Kronprinz erwartet wird, während die Kaiserin heute in Koblenz eine Deputation der amerikanischen Schützen aus Bingen er wartet und zu Ehren derselben auf dem Schlosse die ameri kanische Flagge aushissen lasten wird. Vor seiner Abfahrt von Berlin stattete der deutsche Kronprinz dem Fürsten Bismarck einen Besuch ab, der zur Vermählung seines Sohnes nach Kröchlmdorf abreiste. Unter enthusiastischem Jubel hielt der Kronprinz Sonnabend Vor mittag seinen Einzug in Aachen. Auf dem festlich geschmückten Bahnhofe von den Spitzen der Zivil- und Militärbehörden empfangen, fuhr der Kronprinz nach der Kaserne des sein Jubiläum feiernden 5. westphälischen Infanterie - Regiments Nr. 53 und wurde von der Menschenmenge, welche trotz des Regens die zu paisirenden Straßen füllte, mit rauschendem Jubel begrüßt. Bon der Hochstraße aus, wo ein prächtiger Triumphbogen errichtet war, bildeten die Schulen, das Poly technikum, die Schützen-, Turn-, Gesang- und Kriegervereine von Aachen und Umgegend, außerdem der katholische Gesellenverein und der St. Peters-Verein Spalier. Im Kasernenhof harrte das Regiment in Paradeaufstellung deS Kronprinzen, welcher die Front abschritt und dann eine An sprache an das Regiment richtete, welche mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Die Musik ließ die Nationalhymne ertönen, worauf der Vorbeimarsch in Kompagnie-Front erfolgte. Nach demselben hielt der Regiments-Kommandeur eine Ansprache, welche mit einem Hoch auf den Kronprinzen endete. Der Letztere vertheilte darauf Prämien an 36 der besten Schützen und wohnte dem Turnen und Bajonnetfechten bei, woran sich abermals eine Prämiirung der besten Mannschaften knüpfte. Sodann begab sich der Kronprinz in das Offizier-Kasino und von dort nach dem Hüttenwerke „Rothe Erde". Auf dem dahin führenden Wege hatten die Schulen und die Schützengilden der Ortschaften Eilendorf und Forst, sowie die Lehrer des Landkreises Aachen Aufstellung genommen. Der Verwaltungsrath des Hüttenwerks überreichte die Urkunde über eine Stiftung von 120000 M. zu Gunsten der Invaliden, Wittwen und Waisen der Arbeiter und ersuchte den Kron prinzen um Uebernahme des Protektorats. Dieser kehrte Nach mittags zur Kaserne zurück, wo das Diner seinen Anfang nahm, an welchem auch die Spitzen der Zivilbehörden und Vertreter der Geistlichkeit theilnahmen. Am Eingang des in einen Speisesaal umgewandelten, prächtig dekorirten Exer zierhauses wurde dem Kronprinzen im Namen der Landwehr und Reserveoffiziere des Regiments ein den Kaiser darstellendes Oelgemälde überreicht. Der Kronprinz nahm dasselbe im Namen des Offizierskorps des Regiments mit Dankesworten entgegen und brachte bei dem Diner etwa folgenden Toast aus: „Das Bild, welches ich Ihnen heute Morgen überreichte, soll an den Augenblick erinnern, an welchen ich jetzt als an die Feuertaufe des Regiments zurückdenke. Seit der Zeit, seitdem ich es das meinige nenne, hat es an bedeutungsvollen Kriegen theilgenommen. Der Krieg von 1864 war gewisser maßen die Einleitung, der Uebergang zu den großen Waffen- thaten von 1870/71. Was Se. Majestät von dem Regiments halten, ist Ihnen bekannt, ich habe Ihnen also nichts mehr zu sagen, als daß das alte Vertrauen zu demselben unver ändert bleibt. Eins aber lasten Sie mich hervorheben, daß es für das ganze Regiment von besonderer Bedeutung erscheint, daß es nach den großen Kriegsereignissen jetzt berufen ist, an der Stätte seine Garnison erhaltm zu haben, an welcher die Gebeine Karl des Großen ruhen, dessen Krone nunmehr meinem Hause angehört. In diesem Sinne trinke ich auf das Wohl des Regiments." Der deutsche Bundesrath vertagte die Entscheidung über die Besteuerung amerikanischer Petroleumfäster auf An trag Preußens bis nach den am Sonnabend angetretenen und bis zum 1. September dauernden Ferien. Rach denselben sollen auch erst noch die Vollzugsbestimmungen zum Börsen- steuer-Gesetz, welches am 1. Oktober in Kraft tritt, berathen werden. — Auf Anordnung des Bischofs von Paderborn ist der Erlaß des dortigen Generalvikariats einer nochmalige« Prüfung unterzogen und nur als ein vertrauliches Schreiben an die Geistlichkeit in Betreff einer provisorischen Einrichtung M Tageblatt. Amtsblatt für die kimiglicheu und Mischen Behörden zn Freiberg nnd Brand. Verantwortlicher Redakteur: Iuliu- Braun in Freiberg. Inserate werden bis Bormittag 11 Uhr angenom- OO mm und beträgt der Preis für die gespaltene Zeile D FAXlsH oder deren Raum 15 Pf. )er, Eisvögel, Fischaare rc.; 3) sollen die Regierungen ersucht werden, es möchten Prämien für den Otterfang in einer den örtlichen Verhält nissen angemessenen Höhe aus Staatsmitteln bewilligt werden; 4) werden die Regierungen ersucht, die Wasser amsel und den Eisvogel unter tue Zahl der vom Vogel schutzgesetze nicht geschützten Vögel aufzunehmen." Darauf berichtete der Generalsekretär Professor O. May über die Schritte, welche der deutsche Landwirthschaftsrath bisher zur Regelung einiger wichtigen prinzipiellen Punkte des Fischereirechts im Deutschen Reiche unternommen hat, und beklagte, daß der vom Landwirthschaftsrath einstimmig be gutachtete Uebergang von dem absoluten zum relativen Schonzeitsystem die Zustimmung der maßgebenden Reichs stelle nicht gefunden hat. Der Fischereitag schloß sich darauf in einer ausführlichen Resolution den bezüglichen Be schlüssen des deutschen Landwirthschaftsraths vom 21. Februar 1883 vollinhaltlich an und erachtete ebenso die Schaffung einer ständigen Körperschaft von Delegirten der deutschen Fischereivereine für äußerst wünschenswerth. Diese Körper Der erste deutsche Fischereitag. In den letzten Tagen fand in München der erste deutsche Fischereitag statt, dessen Verhandlungev von so allgemeiner Bedeutung waren, daß es angezeigt ist, auf dieselben nochmals zurückzukommen. Die erste Sitzung zählte 120 Theilnehmer aus dem Deutschen Reiche und 12 aus Oesterreich-Ungarn. Zunächst wurden der Vorsitzende des deutschen Fischereivereins, von Behr-Schmoldow, zum ersten Präsidenten, Oberlandes qerichtsrath vr. Staudinger (München) zum zweiten Präsidenten, Professor Benecke (Königsberg) und Professor Nitzsche (Tharandt) als Schrift führer berufen. Sodann erörterte vr. Staudinger in einem längern Vortrage die Organisaüon der deutschen. Fischerei- Vereine, welche schon jetzt zu wichtigen volkswirthschaftlichen Faktoren geworden sind und besonders seit der Fischerei- Ausstellung in Berlin, bei welcher die Wissenschaft mit der Praxis ein Bündniß schloß, sich eine allgemeine Würdigung l erworben haben. Von da ab habe die Fischereipflege eine öffentliche, ja sogar politische Bedeutung erlangt. Es werde um so eher möglich werden, die noch fühlbaren Lücken in der Organisation der Fischereivereine auszufüllen, als die deutschen Flüsse zu realen und idealen gemeinsamen Arbeitsstätten geworden sind. Vor Allem sei noch eine Vermehrung der lokalen Fischereivereine erforderlich, damit , sich überall zur Erforschung des Verfalls der Fischerei, zur Wahl der Mittel der Abhilfe wie zur Vorsorge der Fern haltung von Schäden die fähigen Kräfte verbinden. Um einen festgegliederten Organismus zu schaffen, sei die Ver einigung der Lokalvereine zu einem Kreisverbande und wieder die Vereinigung dieser Provinzialverbände zu einem Landes fischereivereine anzustreben; auchwürde eineallseitigeJnteressen- vertretung der deutschen Fischerei durch einen Körper von der Art des deutschen Landwirthschaftsrathes ins Auge zu fassen sein. In allen Schritten zur Organisation aber müsse man nach dem Satze des Herrn v. Behr-Schmoldow: „Der rechte Fisch im rechten Wasser" darauf Bedacht nehmen, daß das Rechte am rechten Platze sei. Dann werde der Sache des Fischereitages und dem deutschen Vaterlande am besten gedient sein. Nun referirte der Präsident von Behr-Schmoldow über die von der Fischzüchterkonferenz zur Aufzucht empfohlenen Fischsorten und wies nach, wie bei der Lachszucht schon Großes geleistet worden sei. So sind bei Hamburg in diesem Jahre chon 30000 Pfund Lachs gefangen worden. Wo dieser Fisch ich nicht halten lasse, solle man Archen ziehen und beab- ichtige der deutsche Fischereiverein Mengen von Hucheneiern in Baiern zu kaufen, um sie in der Donau unterzubringen. Der Referent rühmte ferner die Resultate der Aalzucht, sowie die Versuche, welche man in verschiedenen deutschen Flüssen mit der Verpflanzung von 10000 galizischen Zandern machte, welche der deutsche Verein von dem Gutsbesitzer von Bostowsky erhielt. Dieser Galizier theilte der Ver sammlung persönlich sein Aufzuchtverfahren mit und sprach den Wunsch aus: „Möge der Zander an Eurer deutschen Tafel eine dem Rheinsalm ebenbürtige Delikatesse werden." Für süddeutsche Teiche empfahl aber der Regierungs assessor Hörmann (München) an Stelle des Zanders den Donauschill. Nach längerer Berathuna wurde sodann ein Antrag des Regimentsauditeur Zenk (Würzburg), daß der deutsche Fischereiverein wieder eine größere Menge galizischen Zanders vertheilen solle, einstimmig angenommen. Der Gutsbesitzer v. d. Borne-Berneuchen referirte über die Otterjagd in praktischer und gesetzlicher Hinsicht, worauf die Versammlung folgende Resolution annahm. „Der deutsche Fischereitag wünscht auf dem Wege der landes gesetzlichen Regelung 1) daß es dem Fischereibercchtigten gestattet sein soll, die Otter im Gebiete seiner Fischerei berechtigung ohne Anwendung von Schußwaffen zu fangen .und zu tödten; ferner soll er berechtigt sein, das gefangene Mr getödtete Thier zu behalten und nicht verpflichtet schäft solle den Zweck haben, in solchen Angelegenheiten der Binnenfischcreipflege, welche nach ihrer Art und Bedeutung den Bereich rein partikularer Behandlung überschreiten und sich als Gegenstände einer allgemeinen Interessengemeinschaft darstelleu, die gemeinsamen Gesichtspunkte, Bedürfnisse und Maßnahmen zu berathen und zu vertreten, insbesondere hierauf bezügliche Anträge und Vorschläge an die hohen Negierungen zu vermitteln. Diese Beschlüsse des Fischerei- lages sollen zur Kenntniß des Reichskanzlers und der be- theiligten Regierungen-gebracht werden. Ein Antrag des Freiherrn von Egloffstein (Weimar), der Fischereitag wolle sich für eine Verschärfung der Strafen für Fischdiebstahl aussprechen, rief eine lebhafte Debatte hervor, in Folge deren beschlossen wurde, Belege zu sammeln, um bei der Reichsregierung nach dieser Richtung hin ge eignete Anträge stellen zu können. Der Antrag des Teich- wirths Adolf Gasch in Kamow (Galizien): „Der erste deutsche Fischereitag wolle die Angelegenheit der Errichtung von Versuchsstationen für Karpfen und andere Friedfische geneigtest einer Prüfung würdigen und, falls die Wichtig keit und Ersprießlichkeit solcher Versuchsstationen anerkannt würde, dies vor allem anderen offen aussprechen und hier aus geneigtest berathen, welche weiteren Schritte einzuleiten wären", wurde, nachdem mehrere Redner darauf hingewiesen, daß sich schon verschiedene wissenschaftliche Anstalten mit der Erforschung der Karpfenzucht beschäftigen, dem deutschen Fischereiverein überwiesen. Der oberösterreichische Fisch züchter Koppichler legte es den kaiserlichen Ackerbauschulen und dem Ultramontanismus zur Last, daß in seiner Heimath den Landleuten nicht begreiflich gemacht werde, was es mit der Fischzucht und dem Fischrecht auf sich habe. Nach seiner Ansicht sollte man vor Allem dafür sorgen, daß die jungen Leute, wenn sie von der Schule kämen, schon davon Kenntnisse hätten. Freiherr von Washington (Graz) pro- testirte als Präsident einer kaiserlichen Ackerbau-Gesellschaft mit großer Entrüstung gegen diese Aeußerungen seines Landsmannes, der von anderer Seite darauf aufmerksam gemacht wurde, daß sich für seine Absicht am besten die Verbreitung von Fischtafeln in den Schulen und Gemeinden empfehle, auf welchen mit der Abbildung der heimischen Fischsorten die gesetzlichen Vorschriften enthalten sind. Nach längerer Debatte wurde die folgende Resolution angenom men : „Der deutsche Fischereitag erachtet es als wünschens werth, daß schon beim Schulunterrichte, insbesondere auf dem Lande, auf Verbreitung von Kenntnissen über die Fisch pflege hingewirkt werde." Auf ein von der Versammlung an den deutschen Kaiser nach Ems gesandtes Huldigungs- Telegramm lief folgende Antwort ein: „Se. Majestät der Kaiser und König danken für die patriotische Huldigung und begleiten die Bestrebungen des ersten deutschen Fischerei tages mit den besten Wünschen." Ein dreifaches Hoch auf den Kaiser folgte der Verlesung. Tagesschau. Freiberg, den 6. Juli. Die deutsche Kaiserin empfing aus Anlaß des Jahrestages des 2bjährigen Bestehens des 4. preußischen Garde-Grenadier- Regiments „Königin" das Osfizierkorps dieses Regiments, wobei Prinz Wilhelm von Preußen gegenwärtig war. Dabei ge langte folgendes kaiserliche Schreiben an die Kaiserin zur Ver lesung: „Da ich zu meinem lebhaften Bedauern an dem