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rBergerHyeig^ und Tageblatt a«. Kundgebung machte, entfesselte er einen solchen Sturm der rau. a«. 6N. ck -er 19, 107, uvtag^ kurzem - gute i verw. er von kannten luf -ll- ührung Ite: tte«. 5 Uhr is statt. unsere lmalie nsjahre. ten zur id bittm 80k! ine. er. 7 Uhr. ,g -er asiens, Afrikas und Australiens zu zeigen und den Handels verkehr mit den dortigen Gebieten zu vermitteln. Auch am Der akademische Bismarck-Kommers in Freiberg. t bonm- Fra« im ersten - ° L s ° k Begeisterung, wie er in den Räumen des Reichstags vordem noch nie erhört worden ist, einen Enthusiasmus, welcher un widerstehlich durch die Herzen sluthete, von den Bänken der Volksvertretung sich hinaufschwang auf die überfüllten Tribünen und aus der Mitte der Zuhörer, unter denen man auch den, so Gott will, einstigen Träger der deutschen Kaiserkrone, den Prinzen Wilhelm, bemerkte, einen Wiederhall hervorrief, der wehr als alles Andere die geradezu elementare Gewalt er kennen ließ, welche unter dem wuchtigen Eindruck der patrioti schen Beredsamkeit unseres Kanzlers Herz und Sinn der Ver sammlung gefangen nahm. Das war keine Parlamentsprosa mehr, was von den Lippen des Redners strömte; es war ein Heldengedicht, entsprungen in dem Momente einer auf ihren Gipfel gesteigerten Seherthätigkeit, wie sie nur dem Genius zu eigen sein pflegt. Und in der That z,g es durch die Räume des Hauses wie ein geheimnißvolles Rauschen; unwillkürlich beugte sich Alles der beherrschenden Persönlichkeit, welche den Rapport vermittelte zwischen der Gegenwart und einer zweitausendjährigen Vergangenheit deutscher Nation, welche dm Geist der vaterländischen Mythologie und der vaterländischen Geschichte zitirte, um seinen Zuhörern das rechte Verständniß des Bildes vom deutschen Völkersrühling beizubringen. Der Fürst sprach von jenen neunzehn Jahren deutscher Ge schichte seit 1866, während welcher Zeit Gottes Segen so offenbar auf Deutschlands Politik geruht, während welcher Zeit wir einen deutschen Kaiser, eine deutsche Volks vertretung, ein deutsches Fühlen und Denken wiedergewonnen haben. Das war der von ihm gemeinte Völkerfrühling, dessen weiteres Erblühen der einzige Wunsch seines Herzens ist. Aber der Fürst hatte leider auch ein Recht, zu sagen, daß eine unheilvolle Aehnlichkeit zwischen der deutschen Geschichte und der deutschen Götterlehre bestehe, daß wenige Jahre nach dem großen Kriege von 1870/71 auch schon der Loki des Partei lebens, des konfessionellen Haders und der Stammesverschieden- . heit wieder aufstand, um heimtückisch zu verderben, was wäh rend des deutschen Völkerfrühlings durch Kraft und Schwert erworben worden ist. Und als könne er den Augenblick nicht abwarten, zu beweisen, wie recht der Kanzler hatte, so erhob sich, kaum daß des Fürsten letztes Wort verhallt war, Windthorst-Loki, um dem deutschen Volke mit dem Schreckgespenst des britischen Zornes zu drohen — und das, während Herr Gladstone bereits im englischen Unterhause den Segen Gottes für den gedeihlichen Fortgang unseres Kolonialwerkes herabgefleht hatte. Wir aber trauen dem Kanzler mehr als dem Loki-Windthorst und höre» aus dem begeisterten Jubel, der die Rede des Reichskanzlers begleitete, vor Allem den festen Entschluß des deutschen Volkes heraus, sich seinen jungen Frühling nicht durch Ränkcund Schwänke heimtückischer Widersacher verderben zulasten. Die Berliner „Neue Zeitung" sagt sehr treffend, man habe es tief empfinden müssen, so den kraftvollen Genius, der Deutschlands Macht und Größe schuf, vor Gott und der Ge schichte gewissermaßen Zeugniß ablegen zu hören gegen den Geist der Nation von heute. Die gewaltige Wirkung der Rede des Kanzlers konnte nicht besser gekennzeichnet werden, als es durch Windthorst geschah, der von einem Gewitter sprach, welches über das Haus hinweggezogen sei. Dieses Gewitter grollte auch am Sonnabend noch weiter, nachdem die Gegner der Regierungsvorlage im deutschenReichs- tage nochmals den Versuch gemacht hatten, den Eindruck der am Tage vorher gehaltenen Rede des Kanzlers möglichst ab zuschwächen. Zunächst betonte Abg. Richter, daß der Reichskanzler gesagt habe, er wolle aus der Nichtbewilligung einer Dampfer linie keine Kabinetssrage machen, da man Erfahrungen abwarten könne. Nur dem Staatssekretär Stephan habe es Niemand rasch genug machen können. Herr v. Helldorff mußte zugeben, daß die Franzosen schlechte Erfahrungen gemacht haben, weil sie nicht die nöthige Geschicklichkeit besäßen. Das zwing« doch ebenfalls zur Vorsicht. In unserer Rhederei herrsche kein Mangel, sondern Neberfluß an Schiffen, würden also die jetzt den fraglichen Dienst versehenden Schiffe aus diesem heraus gedrängt, so könne sehr leicht die Noth der Rhederei noch größer werden. Der Reichskanzler habe sonst immer die Fürsorge für den armen Manu in den Vordergrund ge stellt, gestern die für die Millionäre; diese wissen aber - schon selbst für sich zu sorgen. Die Gefahr liege in der Ab- i Wälzung der Lasten auf die minder wohlhabenden Klassen. > Gegen die keinesfalls rentablen beiden Linien nach Austra- : lum und Afrika wurden die Freisinnigen in allen Theilen i stimmen. Die Subvcutionirung der ersteren Linie dürfte Tagesschau. Freiberg, den 16. März. Wie der von Homer so wunderbar beschriebene Kampf bei den schönumbordeten Meerschiffen der Achaier, so tobt im Deutschen Reichstage nun schon mehrere Tage hindurch ein heftiges Gefecht um jene Schiffe, welche bestimmt sind, in regel mäßigen Fristen die deutsche Flagge in den Gewässern Ost- )elene ködert öeißen- ' !annten Amtsblatt für die königlichen nnd städtischen Behörden zn Freiberg nnd Brand. Bermüwortlichcr Redakteur: Julius Braun in Freiberg. 37. Jahrgang. Dienstag, den 17. März I! Erscheint jeden Wochentag Abends '/,7 Uhr für den ! andern Tag. Preis vierteljährlich 2 Mark 2b Pf., zweimonatlich 1 M. b0 Pf. und einmonatlich 7b Pf. re«. Nsch- >s statt. eise der unseres tiefge- smm. rektor. März: 17, 103, zu reiben. Der Freiberger 8 0." Nachdem ein prächtiges Lied „Dem Bismarck Heil, dem Eisenmann" gesungen worden, begrüßte die zu dem Kommers erschienenen zahlreichen Gäste der Senior der Franken, Herr Illing, indem derselbe zunächst das der Studentenschaft von den Bürgern entgegengebrachte herzliche Vertrauen be tonte, welches dieselbe sich zu erhalten streben werde. Der, ,,»» z» nua, um Redner dankte sodann in herzlichster Weise den anwesenden Sonnabend kam cs noch zu keiner Entscheidung, trotzdem am Vertretern des Dresdner 8.0. und denen des Korps Silesia Tage vorher bereits der deutsche Reichskanzler in einer Weise in Charlottenburg für ihr Erscheine» und forderte dann die für die Regierungsvorlage eingetretcn war, die in und außer dem Saxo-Borussen," Herr Herold, auf die Professoren und Herr Rauprich aus Berlin bestellte die Grüße des Korps Silesia aus Charlottenburg. Hierauf ergriff der kurz vorher erst aus Berlin in Freiberg eingetcoffene Herr Reichstagsabgeordnete, Ober bergrath Merbach, das Wort mit der Versicherung, daß sein Herz ihn gedrängt habe, an diesem Tage der akademischen Jugend persönlich ein herzliches Glückauf zuzurufen. Wahrlich, Fürst Bismarck sei ein Mann, der gefeiert zu werden ver diene, er, der Redner, habe ihn stets verehrt, jetzt aber, wo er im deutschen Reichstag sein Wirken und Kämpfen vor Augen sehe, jetzt habe sich diese Verehrung noch innerlich befestigt und erhöht. Die hohen Verdienste des Kanzlers um die Erhaltung des Reiches hätten gerade in den letzten Tagen während der langwierigen Debatten wegen der Dampfer-Subvention jedem Unbefangenen klar werden müssen. Mit stolzer Freude konnte man den Kanzler hören, wie er darauf verwies, daß die Zeiten des deutschen Bundestages für immer vorbei seien, daß er nirgend „Feinde ringsum sehe", sondern daß Deutschland überall Freunde habe und von Niemand angefeindet zu werden befürchten müsse. Kein Volk könne einen Krieg besser vertragen als das deutsche, das nur keine Kriege führe, weil es zu gewissenhaft sei. Derartige herrliche Worte zu hören, sei eine Entschädigung für die Lasten des Reichstagsmandats. Noch vor wenigen Stunden habe Fürst Bismarck wieder in einer langen Rede wehmüthig des Haders der Parteien in Deutschland gedacht und seinen höchsten Trost auf die Heranwachsende Jugend gesetzt. Nun, die Jugend der Freiberger Bergakademie sei erfüllt von der patriotischen Gesinnung, von der Fürst Bismarck Alles für die Zukunft hoffe, erfüllt von Be geisterung für Kaiser und Reich, durchdrungen von treuer Liebe zu dem allverehrten Herrscher und das theure Vater land. Die zündende Ansprache gipfelte in einem jubelnd aufgenommenen Hoch auf das Vaterland Herr Pollini ließ nun einen Salamander auf das Wohl des Herrn Oberbergrath Merbach reiben und Herr Professor Stelzner dankte in inniger Weise für den dem Professoren-Kollegium dargebrachten Gruß, indem er darstellte, wie der stete herz liche Verkehr mit der studirenden Jugend auch die bejahrten Lehrer jung erhalte. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß der Freiberger 8. 0. sich allezeit den jugendfrohen patriotischen Sinn erhalten möge, der heute sich so glänzend bekunde. Es folgten noch zahlreiche Trinksprüche und dann trat die Fidelitas in ihre Rechte. erkennung fand, daß es aller seiner Energie bedurfte, um alle Hindernisse zu besiegen und die Einigung Deutschlands allem Widerstreben zum Trotz herzustellen. Als unser Heldenkaiser den Thron Preußens bestieg, da war das zer- nssene deutsche Vaterland ein Spielball fremder Fürsten und deutsche Bruderstämme, zerfleischten sich unter einander. Da entdeckte unser Kaiser jenen Mann, der fähig war, die Einheit des Reiches wiederherzustellen und seinem Monarchen die treueste Stütze zu werden. Der Scharfblick und das Zutrauen des Kaisers sind reich belohnt worden, denn mächtig ent faltete bald darauf der deutsche Aar seine Schwingen, Be geisterung erfaßte das ganze deutsche Volk, das ein- müthig zu den Waffen griff, um die Fremdlinge zu züch tigen, deren frecher Sendbote es gewagt hatte, unseren greisen Kaiser zu insultiren. Wer aber war der Mann, der dem deutschen Volke diesen Brudergeist eingeflößt und diesen einigen nationalen Sinn erweckt hatte? Wir kennen ihn Alle; es ist der jetzige deutsche Reichskanzler Fürst Bismarck. Was er gethan und errungen, das macht es begreiflich, daß es sich jetzt allerwärts mächtig regt, dem hochverdienten Mann an seinem Ehrentage die Sympathien seines dankbaren Volkes zu bekunden, daß sich alle deutschen Hochschulen rüsten, den deutschen Mann zu feiern, zu dem besonders die Jugend mit Bewunderung emporblickt. Auch der Freiberger 8.0. konnte nicht zurückbleiben, dem großen Staats mann zu huldigen, der bekanntlich in seiner Jugend selbst so oft den blanken Schläger mit Lust und Liebe führte. Geben wir denn den begersterungsvollen Sympathien, die uns für den Fürsten Bismarck erfüllen, den echten akademischen Ausdruck, indem wir auf sein Wohl und daß er noch lange zum Heile unseres großen Vaterlandes wirken möge, einen urkräfligen Salamander reiben!" Stürmischer Jubel brauste nun durch den Saal und dann ertönte vollstimmig das schwungvolle Lied Hoffmann von Fallerslebens: „Deutschland, Deutschland über Alles". Nun verlas der Vorsitzende das folgende soeben abgesandte Telegramm: „Sr. Durchlaucht dem Reichskanzler Fürst Bismarck, Berlin. Eurer Durchlaucht erlaubt sich der 8. 0. zu Freiberg als Ausdruck seiner dankbaren Aner kennung für Ihre während 50 Jahren für unser Vaterland so erprobte segensreiche Wirksamkeit zu höchstem Ehrenfeste ein herzliches Glückauf zuzurufen und einen urkräftigen Salamander auf Euer Durchlaucht ferneres Wohlergehen Kommilitonen auf, auf das Wohl der Gäste'ihr Glas zu Reichstage einen unendlich tiefen Eindruck erzeugt hat. Als leeren, was jubelnd geschah. Es folgte das Lied: „Stoßt Fürst Bismarck am Freitag das schon neulich von ihm gebrauchte an, Freiberg soll leben". Im Namen des Dresdner 8. 0. Bild des „deutschen Völkerfrühlings" zum Ausgang seiner brachte Herr von Hoff vom dortigen Korps Teutonia herzliche Grüße und den Dank für die erhaltene Einladung und ließ dann auf das Vivat cro8oat üoroat des Freiberger 8. 0. einen kräftigen Salamander reiben. Darauf sprach Herr Stadtrath Rößler seine Freude darüber aus, daß die hiesige Jugend den Mann durch einen Festkommers ehre, der unserem Vaterlande eine so achtunggebietende Stellung errang, dem wir es danken, daß Deutschland ein einiges Reich wurde und wir uns mit Stolz Deutsche nennen dürfen. Die nationale Ehrengabe, die dem Reichs kanzler jetzt in so einmüthiger Weise dargebracht wird, kann immer nur als schwacher Ausdruck des Dankes gelten, zu dem wir dem größten Sohn unserer Nation verpflichtet sind. Ein viel schönerer Dank wird cs fein, wenn Jeder von uns, Jeder von Ihnen sich bemüht, seine Bestrebungen zu fördern und zu unterstützen, wenn die akademische Jugend m dem Reichskanzler allezeit ihr erhabenstes Vorbild er blickt. Dieser patriotischen Gesinnung der studirenden Jugend Freibergs widmete der Vertreter der städtischen Behörde das Hoch, in welches alle Gäste jubelnd ein stimmten. Es wurde das Lied „Schon wieder tönt vom Da das Jubiläum des deutschen Reichskanzlers in die Ferienzeit fällt, hielt der Senioren-Konvcnt der Freiberger, Bergakademiker seinen Bismarck-Kommers bereits am Sonnabend, den 14. März, unter Theilnahme zahlreicher Ehrengäste ab. Den Hauptschmuck des mit Fahnen, Wappen und grünen Fichten reich gezierten Debus'schen Saales bildete die große Büste des gefeierten deutschen Staats mannes, der unter der akademischen Jugend so zahlreiche aufrichtige Verehrer zählt. Den Vorsitz führte der Senior des Korps Teutonia, Herr Pollini, welcher den Kommers damit eröffnete, daß er die Festgenossen ersuchte, zu Ehren Sr. Majestät des Kaisers einen Salamander zu reiben, welcher Aufforderung mit Begeisterung entsprochen wurde. Mit derselben gehobenen Stimmung folgte man dem von dem Senior der Saxo-Borussen, Herrn Herold, an die Versammlung gerichteten Ersuchen, zu Ehren Sr. Majestät unseres Königs einen Salamander zu reiben. Nachdem die Jägerkapelle mehrere entsprechende Konzertstücke vor getragen hatte, ergriff der Vorsitzende das Wort zur Festrede und sagte ungefähr Folgendes: „Hochgeehrte Gäste, liebe Kommilitonen! Die lebhafte —... Bewegung, welche jetzt durch alle deutschen Länder geht, Schachte her" gesungen; dann toastete der Senior der beweist, daß für das deutsche Volk der große Tag heran- — " - - - - naht, an welchem sein ruhmgekrönter Reichskanzler den siebzigjährigen Geburtstag und das fünfzigjährige Amts jubiläum begeht. Es läßt sich nicht ablengnen, daß dieser Mann, der so Unendliches für das Wohl und die Größe unseres Vaterlandes leistete, nicht immer die verdiente An- Jnscrate werden bis Vormittag l 1 Uhr angenom- OO kk men und beträgt der Preis für die gespaltene Zeile 1 oder deren Raum 1b Pf.