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angenommen. Amtsblatt des König!. Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der König!. Gerichtsämter und Hi.l der Stadträthe zu Freiberg, Sayda und Brand. 1>! 4^ Sonnabend, drn S. Mai 1883. 1V5. Lrfcheint ! j»a D^-g früh »M. Jpfmk WrK ÄI Nachmittag« viatüjLhrlg 15 »gp. Schrat« »erd« di« ges-alt«« Zeil«. ad« , Uhr für Lie nächste «scheinende «ommer Uk,!u> Tageblatt. „ ,ni:' - -^1 Freiberger Anzeiger >' '„7 '-7 der« «anm mÄ5M - " berechnet. ' ' ... j-.r - 7 ' 7' 7 7- 7, ,^.I,vk ^7 7 - '-„)4^ichl-IwS " Freiberg, den 9. Mai. Oeffentliche Gerichtsverhandlung den 15. Mai. Vormittag- 11 Uhr: Verhandlungstermin in der Untersuchung wider Christiane Grolme verehel. Härtwig aus Lichtenberg, wegen Unterschlagung. Am 6. Mat früh gegen 9 Uhr fuhr der Dienstknecht Köhler «uSTHarand mit einem, mit 18 Tonnen Kohlen beladenen Wagen den Berg des FortunafchachteS- in Burgk herunter, als unglücklicher Weise die Kette des Schleifzeuges sprang, Köhler zum Fallen unter die Räder des Wagens kam und auf. der Stelle seinen Tod fand. Wagen und Pferde stürzten dann den Berg hinunter, der Wagen ik theilweise zertrümmert, die Pferde aber find ohne erhebliche Verletzungen geblieben. Der Verunglückte hinterläßt eine kränkliche Frau mch 5 theilweis kleine Kinder, deren Loos durch den Verlust de» einzigen Ernährers, bei den jetzt schon höchst kümmerlichen Verhältnissen, ein sehr beklagenSwerthcS sein dürfte. (D. I.) Die nach Dresden gefallenen Antheile an den Hauptgewinnen der 150,009 Thaler, 100,900 Thaler und 30,000 Thaler find glücklich unter dortige Bedürftige gerathen. So hat ein Amtsbote «in Achtel der 150,000 Thaler, und unter andern mit den 100,900 Thlrn. Beglückten befinden sich zwei Waschfrauen, zwei Markthelfcr und zwei Schloffergesellen, während einem Barbier ein Achtel der 30,000 Thaltr zugefallen ist. . Am 4. Mai brach ein Elbschiff mitten auf dem Elbstrome entzwei, welches mit Kohlen beladen war, die einen Werth von 1400 Thlrn. haben. Das Unglück pasfirte auf der Strecke von Pillnitz nach Laubegast. Die Fährleute find gerettet. Merkwürdig ist aber der Umstand, daß das Schiff seine erste Fahrt machte, noch prangte am Vordertheil der bunte Jungfernkranz, geflochten aus den reizendsten Kindern der Flora Böhmens. Das Fahrzeug legte sich querüber und da die Mannschaft es in Folge des starken Stromes nicht dirigiren konnte, so brach die starke Brandung das Schiff entzwei. ' (Dr. N.) Das„Zw. W." schreibt: In unserem Nachbarstädichen Wilden fels ist am 2. d. M. ein vollständig ausgebildetes Kind weiblichen Geschlechts mit zwei aus einem Halse ruhenden Köpfen zur Welt -stemmen, auch soll ein drittes Schulterblatt zu bemerken gewesen sein. Lagesgeschichte. Ans Nürnberg vom 5. Mai berichtet der „Nürnb. Corresp."' „Gestern Morgen starb dahier der thätige und allgemein geachtete Buchhändler Hr. Christian Korn im rüstigsten Alter. Am Freitag waren er und seine ganze Familie nebst den Dienstboten, 14 Per sonen, nach dem Genüsse von Reis beim Mittagsmahl unter den unverkennbaren Symptomen einer Vergiftung erkrankt. Hr. Korn erlag gestern nach schmerzlichen Leiden; die übrigen Familienglieder sollen sich außer Gefahr befinden. Ueber die Entstehungsursache der Vergiftung ist eine Untersuchung im Gange. Man vermuthet, - daß in einem Kochgeschirr sich Grünspan erzeugt hatte." Wiesbaden, 6. Mai. Im Lause der letzten 8 Tage ist man einem in großartigem Umfange ausgeführten Münzverbrechcn auf die Spur gekommen. Gegen 12 Personen find verhaftet worden. E» hat sich herausgestellt, daß die Falsifikate in nassauischem Papier gelde, namentlich in Fünf- und in Fünfundzwanzig-Guldenscheinen destehen. Zwei der Falschmünzer (es scheint nämlich eine ganze -onde zu sein) wurden auf Requisition des Amts Hadamar in Hamburg verhaftet in dem Augenblicke, als sie an Bord des Schiffe« gehen wollten, das sie nach Amerika bringen sollte. Man fand bei ihnen die Mittel zur Verfertigung falschen darmstädtischen, stank- surtischen und anhaltischen Papiergeldes, welche» sie wahrscheinlich in Amerika straflos zu fabriziren und nach Deutschland zu schicken gedachten. Man vermuthet, daß die Verausgabung de» falschen Geldes erst dann beginnen sollte, wenn die Falschmünzer schon zur See waren, daß man aber zu früh damit angefangen und die- zur Entdeckung geführt hat. Die Mehrzahl des Fabrikat» scheint noch nicht ausgegeben und somit durch den raschen Griff der Gerichte einem weiteren Unheil glücklicher Weise vorgebeugt worben zu sein. Großes Aufsehen erregt in Ulm ein entdeckter großartiger Diebstahl. Ein leit vielen Jahren bei der Güterspedition auf dem Bahnhofe verwendeter Vorarbeiter, Namens Looser, mußte sich seit Jahren ein Geschäft daraus gemacht haben, Koffer, Aisten, Ballen tt. vorsichtig zu öffnen und sie mehr oder minder zu erleichtern. Der Mann hatte sich durch Fleiß und Pünktlichkeit der seinen Vorgesetzten volle- Vertrauen zu erwerben gewußt und Niemand schien in de» zuverlässigen Vorarbeiter den gewerbsmäßigen Annexionisten zu ver- Muthen. Vor einigen Tagen lief jedoch bei der Inspektion ein anonymer Brief ein, welcher auf die Gefährlichkeit deS Looser auf merksam machte. Man forschte nach und beobachtete ihn genauer. Ein Arbeiter, welcher sah wie Looser aus dem Korbe Butter entwendete,: machte dem Spediteur M. Anzeige, dieser rückte dem Looser energtsch und mit überraschendem Erfolge zu Leibe. ES wurde Polizei requirirt und in Ler Looser'schen Wohnung Nachsuchung gehalren. Hier fand man ein buntes- durch Reichthnm und Maünlchfaltigkett sich auSzeichnendes Lager gestohlener Gegenstände, als da find: circa 100 Paar Schuhe und Stiefel, werthvolle goldene Uhren, Pretiosen, Damenkleider, Ueb erzieher, Röcke, viele Hosen, Cigarren in'Menge, Kaffee rc. Man schätzt den Werth des gefundenen Schatze» auf viele tausend Gulden. Frankfurt,' 2. Mai. Unsere Stadt ist seit gestern um ein großartiges Etablissement bereichert worden. Die Herren F. Wirth und Sonntag Eröffneten nämlich ihre ständige Ausstellung von Ma schinen und Werkzeugen, verbunden mit einer Maschinen- und Patent- Agentur, welche den Zweck verfolgt, dir Gewerbtreibenden mit den ihnen nöthigen Maschinen und Werkzeugen bekannt zu machen und fie mit solchen zum Fabrikpreis und au« bester Quelle zu versehen. Dem kleinen Gewerbestand wird diese Ausstellung gewiß recht will kommen sein, da er hier mit eigenen Augen die Maschinen sehe» und prüfen kann, um später durch deren Anwendung, sei es auch nur auf dem Wege der Genossenschaft, in die Lage versetzt zu werben, dem Weltbetrieb der Fabriken Stand zu hallen. Die hier in sechs saalähnlichen Zimmern ausgestellten Falz-, Näh-, Strick-, Hobel-, Säge-, Bohr-, Wasch-, Mang-, Bügel-, Pfropf-, Putz-, Schäl-, , Dresch-, Mähe-, Säe-, Pflug- und Eismaschinen find das Beste, was in den einzelnen Fächern der Maschinenhaukunst bis jetzt ge leistet wurde, jeder Besuch de» großen Etablissements wird sich, da dessen Besitzer in freundlichster Weise den Cicerone abgeben, reichlich lohnen. Aus der von Herrn Wirth und Comp. verfaßten Zusammenstellung derjenigen deutschen Staaten, welche Patente er- tcheilcn, entnehmen wir, daß drei Staaten: Hamburg , Lübeck und Mecklenburg keine Patente geben und daß in Frankfurt ein Patent am billigsten zu haben ist. (Fr. I.) Gothenburg, 1. Mai. Ein Stockholmer Korrespondent der „Gothenb. Handels« u. Schifff.-Ztg." meldet unter dem 26. April: „Wir können den Aengstlichen mittheilen, daß man im Krieg-, collegium und in der hiesiges» Garnison bi» heute keine einzige Orbre oder Maßregel kennt, welche nur den entferntesten Gedanke» an Kriegsrüstungen merken läßt." — Das „Siockh. Dagblad" enthält »inen sehr beachten-werthm Artikel über Krieg und Frieden, der um so merkwürdiger ist, al» ihn die officielle „Post-Tidning" auszugsweise mitzutheiien sich