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Erscheint jeden Wochentag früh »Uhr. Inserate wer den bi, Nachmittag« 3 Ubr für die, nächst- erscheinende Nummer angenommen. Freiberger Anzeiger und Tageblatt/ Preis vierttlMNch IS Inserat« Werden di» gespalten« Zeil« Mf, deren Raum mitL Pf, berechn«». Amtsblatt des König!. Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der König!. Gerichtsämter und der Stadträthe zu Freiberg, Sayda und Brand. Dienstag, den 5. März. 1861; 53 Freiberg. Oeffentliche Gerichtsverhandlung den 8. März. Vormittags 10 Uhr: Verhandlungstermin in Privatanklagsachen der Schulinspektion zu Sand wider Otto Freiherrn von Wagner in Halsbrücke. Freiberg. Im Monat Februar d. I. sind znr hiesigen Sparkasse 8855 Tblr. 10 Ngr. 3 Pf. von 655 Personen, von denen 15t neue Bücher ausgestellt erhielten, eingezahlt worden, dagegen wurden 5105 Thlr. 1 Ngr. 3 Pf. von 676 Personen zurück erhoben. — Die hiesige Leihanstalt hat im Monat Febrnar d. I. auf 736 eingelöste Pfänder 1753 Thlr. an Darlehncn zurückempsangen, dagegen 1959 Thlr. 20 Ngr. auf 797 zum Versatz gebrachte Pfänder neu ausgeliehen. Dresden, 2. März. (Dr. I.) Der schmerzliche Trauer fall, welcher unser hohes Königshaus durch das heute Morgen er folgte Verscheiden Ihrer königlichen Hoheit der Prinzessin Marie (geb. 19. Juni 1860) betroffen, hat in allen Kreisen der Residenz die innigste Theilnahme erregt, die gewiß auch in allen Theilen des Landes in gleich tiefer Weise sich kundgeben wird. DaS königl. Hoftheater bleibt infolge dieses Trauerereignisses bis nach der Bei setzung der Leiche Ihrer königlichen Hoheit geschlossen, wie denn auch der Director des zweiten Theaters dasselbe für heute geschlossen hat. — Laut einer verössentlichten Betriebsübersicht sind auf den k. sächsischen Telegraphcnlinien im Jahre 1860 122,274 Tele gramme befördert worden. In der Nacht zum 28. Februar kam auf dem Trützschler'schen Rittergut« Dorfstadt bei Falkenstein bald nach Mitternacht Feuer aus und wurden die sämmtlichen Wirthschaftsgebäude ein Raub der Flammen. Das Schloß konnte nur mit großer Mühe gerettet werden. Leider sind, da das Feuer ganz in der Nähe des Kuhstalles entstand, 30—40 Stück Rindvieh, bedeutende Getreidevorräthe und der größte Theil der Wirthschaftsutensilien verbrannt. Die Ent stehungsursache ist unbekannt. Berlin, 28. Febr. Wie man in diplomatischen Kreisen an deuten hört, würden diejenigen Gesandten, welche bei dem König Franz II. bis jetzt »och beglaubigt sind, ihre bisherige Stellung beibehalten, so lange dieser König sich noch ans italienischem Boden befindet. — lieber einen in der Nähe von Halle vorgefallencn Raub mord geht der Neuen Halleschen Zeitung folgende Mittheilung zu: „In dem Dorfe Dornstädt (Mansfelder Seekreis) ist ein gräßli cher Raubmord verübt worden. Am 24. Febr., 3 Uhr Morgens, sind die Kaufmann Günther'schen Eheleute in ihren Betten ermordet worden, indem ihnen, wahrscheinlich mit einer sogenannten Flcgge (Maurerhammer), mehrere tödtliche Wunden am Kopfe beigebracht worden sind. In ihrer Todesangst hat die Frau Hilse gerufen und dreimal mit blutiger Hand an die Wand geschlagen, wodurch der in der Giebelseite dcö Hauses wohnende Miether aus dem Schlafe aufgeschrcckt .und an den Ort der gräßlichen That geeilt ist. Der Mörder entfloh durch die andere Thür. Die Erschlagnen gaben noch Lebenszeichen von sich, kamen aber nicht wieder zum Bewußtsein; die Frau verschied bald darauf, der Mann erst am Nachmittage des TageS. Die Günther'schen Eheleute, welche erst vor drei Jahren von Lauchstädt nach Dornstädt gezogen, waren allgemein geachtet und haben sich gegen die Armen stets mitleidig und wohlthätig bewiesen. Die ganze Gemeinde ist tief erschüttert über diese gräßliche That und wünscht nichts sehnlicher als daß der Mörder bald entdeckt werde. Auf dringenden Verdacht hin hat bereits eine Verhaftung stattgesunden." München. Der König Ludwig von Baiern ist gefährlich erkrankt. Die neuesten DülletinS meiden jedoch Besserung. In den großen Fabrikorten Hanau und Offenbach soll die Arbeit etwas flau gehen, besonders in Cigarren und Portemon naies. Die Leute bringen der bösen Zeit kein Rauchopfer und fragen: was soll mir das Portemonnaie, wenn ich nichts hinein zü thitn habe? Gera, 27. Februar. Nach einer heute veröffentlichten Regie rungsverordnung fallen künftig' bei Erlangung des Meisterrecht» bei der Maurer- und Zimmcrinnung die üblichen Meisterstücke weg. Statt derselben muß der um das Meisterrecht Nachsuchende sich einer Prüfung unterwerfen, deren Details der Landbaumeister oder der von der Regierung hierzu beauftragte Techniker zu bestimmen hat. Desgleichen kommen die bisher hierbei üblich gewesenen Mahlzeiten in Wegfall, und hat der Geprüfte nur drei Thlr. für die Prüfung zu entrichten, oder 6 Thlr., wenn er mit der Prüfunu zugleich das Gcraische Land- und Stadtmeisterreicht erwerben will. Nach bestandener Prüfung ist das Meisterrecht von der betreffenden Innung auf Anmeldung zu ertheilen. > Wien, 28. Februar. Die Verkündigung der von Sr. k. k. apostolischen Majestät erlassenen Grundgesetze hat gestern Abend der Reichshaupt- und Residenzstadt zu einer Beleuchtung Anlaß ge- geben, um das große historische Ereigniß mit den Gefühlen dank barer Freude zu begehen. Die von den Flammen erhellten Straßen waren bis in die Nacht hinein von dichtgedrängten Massen belebt. In Schlackenwerth wurde Se. kaiserl. Hoheit der Großherzog vou Toscana, nachdem ihn der zweite Wahlkörper in den .Aus schuß gewählt hatte, nun auch bei der Vorstandswahl mit Acela- matiou sämmtlicher Wahlmänner zum Bürgermeister gewählt. Se. k. Hoheit geruhte diese Wahl huldvoll anzunehmen und den vori gen Bürgermeister als nunmehrigen ersten Gemeinderath für die gewöhnlichen Geschäfte mit der Amtirung zu betrauen. Die Stadt- bevölkcrung hat ihrer Freude über diese hohe Ehre durch einen Fackelzug Ausdruck gegeben. Paris, 1. März. (Dr. I.) Bei der gestern stattgehabten Discussion des Adreß-Entwurfs im Senate sprach Larochejacquelin zu Gunsten der weltlichen Macht des Papstes. Pietri sagte, da die weltliche Macht des Papstes verloren ist, müssen wir uns dar auf beschränken, dem Papste die geistliche zu retten. DaS Verhal ten der Reaction, welche ihr Haupt wieder erhebt, möge über unsre Haltung entscheiden. Italien hat 300,000 Sotdaten, welche eS an un- sere Seite in den Kampf, der uns bedrohen könnte, führen wird.— Prinz Napoleon vertheidigt am Schluß seiner Rede die englische Allianz; „nicht die Allianz mit dem englischen Ministerium, sondern die mit dem freisinnigen großen englischen Volke, die, mit der wir die großen Principien der Freiheit und des Fortschritts vert-eidi- gen können." Sodann rechtfertigte der Prinz die piemontefische Politik, sagte, daß die Einheit Italiens Frankreich günstig sei, den» Italien sei der natürliche Verbündete Frankreichs. Weiter äußerte derselbe Worte der Sympathie für Venetien, betrachtet aber einen Angriff gegen dasselbe als unzeitgemäß und beklagenswerth und sagt voraus, wenn erst Italien geeinigt fei, werde es bald Rom zur Hauptstadt verlangen. Die Hauptschwierigkeit s«, A Unab hängigkeit des Papste« zu sichern, denn der Papst than eines andern Fürsten werden. Wenn Theil seiner Macht mit einer Garnison in der SüM Rom sichere und ihm durch die Mächte ein Budget garantire, so werde seme Un abhängigkeit sicher gestellt sein. Schließlich erklärt sich der Prinz grundsätzlich gegen eine Vereinigung des Weltlichen und (KnstlifhrH, die eine Knechtung der Gewissen sein würde. - Turin, 27. Februar. Die in der gestrigen Sitzung ange nommene Adresse des Senates an den König spricht da» Verträum