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und II'-7k Donnerstag, den 18. Juli. Erscheint tü>m Wochentag früh/ § Uhr. Inserate w«i> de» hi« Nachmittag« I Ubr für die vLchss- !,-»!»,i:s Amtsblatt des König!.'Bezirksgerichts zu'Freiberg, sowie der König!. Gerichtsämter und der StadtrLthe zu Freiberg, Sayda und Brand. «scheinende Nummer ,, , - angenommen. - ,1 - u Taqesoeschichte. Dresden, 16. Juli. Se. Majestät der König haben Aller- höchstihren Generaladjutanten und Oberstallmeister Generallieutnant v. Engel nach Baden-Baden abgesandt, um Sr. Majestät dem Könige von Preußen die Glückwünsche der königlichen Familie zu überbringe». ' Aus Nossen wird uns berichtet, daß der rühmlich bekannte Seminar-Oberlehrer Rudolph am 7. Juli in der Kirche daselbst rin geistliches Concert zum Besten der Silbermann - stlstung aufgeführt, welche« hinsichtlich der Orgelmusik, sowie der gut gewählten Gesänge allgemeine Anerkennung gefunden hat. Wie man vorläufig behauptet, wird Derselbe ein ähnliches Concert im Dom zu Freiberg für denselben edlen Zweck, sowie der uner müdet thätige Musikdirektor Eckhardt zu Freiberg ein kirchliches Concert im Interesse der Johann - Schneider «Stiftung aufsühren; wir versprechen uns von beiden einen wahren Kunst genuß. Berlin, 15. Juli. Die „Allg. Preuß. Ztg." enthält über das Attentat ans Sc. Majestät den König an der Spitze ihres heutigen Blattes folgende amtliche Bekanntmachung: „Die heute ans Baden über das gegen Se. Majestät den König verübte Verbrechen eingetroffenen nähern Nachrichten bestätigen, daß Gottes Gnade Allerhöchstdiesclben vor jedem irgend erheblichen Schaden bewahrt hat, und ergeben, daß auch beute das Befinden Sr. Maj. völlig befriedigend ist. Nach jenen Nachrichten befand sich Allcr- höchstderselbe gestern Vormittag nach '^9 Uhr in Begleitung des preußischen Gesandten, Graf v. Flemming, auf dem Spaziergänge nach Lichtenthal zu, als in unmittelbarer Nähe eine Detonation erfolgte. Se. Majestät machten eine Handbewegung »ach dem Haupte, und wandten sich, wie Graf Flemming, um. Wenige Schritte hinter ihnen stand ein junger Mensch. Graf Flemming fragte, auf ihn zugehend, wer geschossen habe, und erhielt die Antwort: ich, und auf die weitere Frage: auf was oder auf wen, die Erwiderung: auf den König, dort habe ich die Pistole ins Gras geworfen. Er wurde sofort, ohne Widerstand zu leisten, verhaftet und dem Gerichte überliefert. Sc. Majestät fühlten keine Verletzung und setzten ihren Weg nach Lichtenthal, wohin Ihre Majestät die,Königin schon vorher vorausgegangen war, fort. Es fand sich, daß eine Kugel durch den Kragen des Nocks gedrungen war, in etwas schräger Richtung auf der linken Seite des Halses; sie hatte ein Stückchen der Halsbinde mitgenommen und auf dem Halse eine Contusion, blutig unterlaufen, etwa einen Zoll im Durchmesser, verursacht. Dies ist, Dank sei Gott, der einzige Nachtheil, den die Zrevelthat für Sc. Majestät gehabt hat. — Der heute erschienene ärztliche Bericht lautet: „„Se. Majestät der König hat 'in der verflossenen Nacht ziemlich gut geschlafen, das Allgemeinbefinden ist befriedigend. Die örtliche Affectiv» nimmt ihren de» Verhältnissen entsprechenden Verlauf. Baden, den 15. Juli, früh 8 Uhr,Morgens. !)r. Lanner."" Die politische Verwirrung, die den Thätcr bis zum scheußlichen Attentate getrieben, geht ziemlich klar aus den Aufzeichnungen hervor, die sich in der Brieftasche sanden. Man las darin (ziemlich wörtlich): „Baden, den 13. Juli 1861. Das Motiv, weshalb ich Se. „Majestät den König von Preußen erschießen werde, ist, „daß derselbe die Einigkeit Deutschlands nicht herbeiführeu kann „und die Umstände überwältigen, daß die Einigkeit stattfindet; „diescrhalb muß er sterben, daß ein Anderer eS vollbringt. Man „wird mich um der That willen lächerlich machen, oder für „überspannt halten — ich aber muß die That vollziehen, um „das deutsche Vaterland glücklich zu machen. Oskar Becker, „stuck jur. auS Leipzigs 1M1. Weimar, 14. Juli. Heute trat hier ein thürtngscher Gewerbetag zusammen und sprach sich für Herstellung eine» gemeinsamen thüringischen Gewerbegesetzes nach dem Grundsätze der Gewerbefreiheit aus, also, mit geringen Ausnahmen/ für Auf hebung des ganzen Zunftwesens, sowie der damit zusammenhängen den gewerblichen Verbietungs-, Rcalrechte rc. Ferner erklärte sich derselbe für Beibehaltung des ConcesstonSerforderniffeS bei einer sehr geringen Anzahl von Gewerben, für koncesfionSfrriheit bei Preßerzeugnissen und Entziehung der Concesfion nur auf richter lichem Wege. Endlich machte derselbe (nach dem'Beispiele de« königl. sächsischen Gesetzentwurfs) den Gewerbebetrieb von dem Heimaths- unhuBürgerrechte an demselben Orte unabhängig. Der „Magdeb. Ztg." wird aus Wim über die Audienz der Präsidenten des ungarischen Landtags beim Kaiser geschrieben: „Auf die Frage des Kaisers, wie denn die Dinge im Grunde auf der andern Seite der Leitha ständen, und welches eigentlich die unabweislichen Wünsche des Ländes seien^ entgegnete Hr. v. Ghiczy, daß er eine Pacificatio» „des Volkes" ohne die Resiituirung-der 1848er Gesetze nicht abzusehen vermöge. „So müssen Sie mit mir Nicht reden", erwiderte Franz Joseph-; „Sie wissen recht güt, daß „das Volk" von den l848er Gesetzen nicht allzu viel versteht; präcisireu Sie mir lieber genau dis Punkte, welche Ihnen absolut nothwendig erscheinen, uni die Parteiführer geneigt zu machen, an der Beruhigung Ihrer Landsleute zu arbeiten". Als der Präsident des Unterhauses darauf entgegnete, ein eigeges verantwortliches ungarisches Ministerium sei die einzig denkbare Grundlage fückalle weitern Verhandlungen, dessen Bewilligung werde daher allem Andern voranzugeben haben, brach der Monarch kurz ab chit den Worte», die ich Ihnen wohl fast wörtlich glaube cltiren zu könne»: „Ich danke Ihnen für das Kompliment, aber Sie trauen mir zu viel Talent zu, wenn Sie meine», ich sei im Stande, mit zwei constilutionellcü Ministerien zu regieren; ich versichere Sie, daß mir eins gerade genug zu schaffen macht!" , Wien, 15. Juli. (D.J.) Es ist ein deutliche-Zeichen von dem micberbesestigten Vertrauen in den Bestand und die Hilfsquellen Oesterreichs, daß in jüngster Zeit unserm Fittanzminister von aus ländischen Kreditanstalten und Bankhänsern sehr günstige Anerbietungen zu Anleihen in großem Umfauge gemacht worden sind, um die Regierung in den Stand zu setzen, die Baarzahlung wieder aufzu nehmen. Das Ausland begreift, welche große Vortheile den Staatsgläubigern daraus erwachsen müßten, und sobald der Reichs« rath vervollständigt sein wird, wozu alle Aussicht vorhanden ist, sollen ihm diese Anträge mitgetheilt werden. Es handelt sich dabei nicht um eine Vermehrung der öffentlichen Schuld, sondern um eine Auseinandersetzung mit der Nationalbank, beziehentlich um die Befriedigung der Forderungen dieser Anstalt. Lange war die Kraft und Zähigkeit Oesterreichs unterschätzt worden, allein der Glaube daran ist gerade in den Kreisen zurückgckehrt, welche in dieser Hinsicht für nns die meiste Bedeutung haben. Italien. Die österreichische „Presse" schreibt.- „Was auch über den Gesundheitszustand des Papstes Tröstliches gemeldet wird, es ist nur zu gewiß, daß der heilige Vater sich seiner Auflösung mit raschen Schritten nähert. Es erregt das tiefste Mitleid, wenn wir lesen, daß der todesmatte, von Gram gebrochene und körperlich gelähmie PiuS IX. sich vor einigen Tagen erst von seinem Kranken« lager in eine Kirche schleppte, um daselbst im Angesichte des Volkes zu pontificiren und durch dieses Opfer die Nachrichten zu bekräf tigen, wonach der heilige Later sich dcS besten GeiundheitszustandeS erfreut. Die römische Politik ist nicht immer die Politik de» Papstes; neben ihm giebt eS eine geheim»,ßvolle Macht , welche ciutrilt wenn der Stuhl Petri wanken will, und die Traditionen aufrecht -,» halten versucht, die unter dem versengenden Hauche des Jahrhunderts allmählig dahinweiken. Diese geheimnlhvoll» deren R«wr mtt ti Pf. be«chn«. -'Ist , ! ',7 ur hltzS nick . Ü4 ich n r i ck: »--mm, ft Tageblatt. Freiberger AMtger -Lr ^.iSksPaltene Zeile oder