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n Ul> Montags ten 15. April. 86. , Amtsblatt des König!. Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der König!. Gerichtsämter und der Stadträthe zu Freiberg, Sayda und Brand, . Berlin, 11. April. (D. I.) Ihre Majestät die regierend« Königin von Sachsen traf Henle Mittag mittelst SeparatzugcS von Potsdam hier ein, machte den Mitgliedern der königlichen Familie/ einen Gegenbesuch und verabschiedete sich zugleich von den hohen- . Herrschaften, da Allerhöchstdieselbe bereit» am Sonnabend dieRück- reise nach Dresden antreten wird. Zur Tafel begab sich di« Hoh»' Frau wieder nach Schloß San»sonci zurück. 1:. . .-k ! Baden. (Fr. I.) Bei dem aus Anlaß der EinweihmigSfM-- lichkeiten der Kehl-Straßburger Brücke in Baden stattgehabten> Banket hat, nach dem „PayS", der großherz, hessische Minister- v. Dalwigk eine Rede gehalten, worin es heißt: . „Meine Herren l Wenn die Völker glücklich und zufrieden find,, so ist dies zumeist da» Verdienst der Regierungen und namentlich der Fürsten, die Gott an ihre Spitze gestellt hat. Ich gehorchet' also einem sehr natürlichen, tief aus dem Herzen kommenden Gr»' fühle, mdcm ich Sie ersuche, mit mir auf das Wohl Sr. Max. de« Kaisers der Franzosen zu trinken, dieses mächtigen Herrschers der, indem er durch seine Weisheit und Energie die Revoluti« erstickte, einen so gerechten Anspruch auf die Dankbarkeit der ganzen^ Welt erworben hat. Ich ersuche Sie', mit mir auf da« Wohl: Sr. köntgl. Hoheit des Großherzogs von Baden zu trinken, dir sich durch seine Güte und Hochherzigkeit die Liebe aller seiner Unter» thanen erworben hat." i - 18M. Tagesgeschichte. Dresden, 12. April. Die Zweite Kammer beschäftigte sich heute mit verschiedenen Petitionen und Beschwerden gegen Polizei liche Einschränkungen der Ausübung der Jagd und ist dabei allent halben den auf ein neues Jagdpolizeigesetz und vorläufige Auf hebung gewisser Verordnungen gerichteten Anträgen ihrer Deputation beigetreten. — Die Deputation stellte den Antrag: „der Kammer anzurathen, dieselbe wolle im Verein mit der Ersten Kammer bei der hohen Gtaatsregierung beantragen, den Ständen, wo nicht auf diesem, so doch auf dem nächsten Landtage einen Jagdpolizeigesetzentwurf zur Berathunss vorzii- legen, durch welchen die jetzt bestehenden polizeilichen Bestim mungen über die Ausübung der Jagd neu geregelt werden, und zwar mit dem Vorschläge: daß die Verordnung von 1851 dieser Vorlage zu Grunde gelegt werde, jedoch aber mit fol genden Abänderungen: 1) das Recht der Ortspolizeibehörde, den nach Maßgabe dcS 8. 16 unter a, b, e gefaßten Beschlüssen die Genehmigung zu versagen, sei nur auf den Fall zn be schränken, daß ihr gegen die Person des Pachters oder Jäger» ein erhebliches Bedenken beigehe; 2) bei Verpachtungen im Wege des Meistgebots sei davon abgesehen, daß dieselbe un bedingt unter Leituirg der Ortspolizeibehörde vorgenommen werde, daneben aber die öffentliche Bekanntmachung vor der Verpachtung beizubehalten; 3) die Dispenfationsermächtigung in h. 5 der Verordnung von 1851 sei nicht schlechterdings von der Voraussetzung abhängig zu machen, daß der Gemeinde- oder Flurbezirk schon 1851 einen besonder« Jagdbezirk ge bildet hat; 4) die Bestimmungen zu H. 8 zu Gunsten der dorr erwähnten Grundstücke seien zum Zweck der Herstellung möglichster Gleichheit zwischen Alt. nnd Neujagdberechtigten in angemessener Weise zu modificiren; 5) freier Austausch einzelner Parcelleu benachbarter Gemeindefluren zur bessern Arrondirung der Jagdbezirke unter Zustimmung der betheiligten Jagdgenofjenschast, resp. der betheiligten Grundstücksbesitzer sei zu gestatten; 6) der Regierung sei zur Erwägung anheim zu geben, zu Verhütung des Wildschadens durch Hochwild eine Verkürzung der dieSfallfige» Schon - und Hegezeit anzu ordnen; 7) die Z8- 4 bis Ende der Verordnung von 1852 seien mit zu übertragen, ohne jedoch die Richtigkeit und Noth- wendigkeit aller darin getroffenen Bestimmungen anzuerkennen; inzwischen aber und unerwartet dessen a) die Verordnung vom 27. Februar 1857, b) die Verordnung vom 3. März 1857, c) den Punkt sub a und b der Verordnung vom 28. Juni 1852 anfzuheben und 8> 1 derselben dahin zu erweitern, daß dem Flurschützen gestattet werde, ein oder mehrere Schützen auf die Suche mitnehmen zu können." Eine Petition, die Dispensationsertheilung zu Bildung eigner Jagdbezirke betreffend, beantragt die Deputation an die StaatSre- gierung zur Erwägung abzugeben. Dem Abg. Sachße wurde noch längerer Urlaub ertheilt und -er Stellvertreter einzurnfen beschlossen. Leipzig, 11. April. (Dr. I.) Obgleich die Geschäfte im Allgemeinen unter denk Drucke der politischen Verhältnisse noch immer sehr leiden, und der amerikanische Markt für unsere In- .... . -ustrie fast so gut wie verschlossen ist, hat sich die zu Anfang diestt „An den Rhein, an den Rhein, zur Vertheimgnna des Vater- Woche begonnene Ostermesse für Tuche und andere woÜene Waaren landes!" — Heute rufen wir Deutsche und Franzosen: „ün den doch ganz leidlich angelassen, so daß seit dem Dienstag der Markt Rhein, an den Rhein, aber nicht für blutige «ampse. An hetst ziemlich belebt ist. Besonders zeigt sich in Tuchen der Absatz recht Rhein für friedliche Bereinigung, für freundschastliche VezttyunKest» befriedigend, und stehen die Fälle bisjetzt einzeln da, wo unter den für Frieden und für den Handelt ... —. .. e- bisherigen Preisen hat verkauft werden müssen. Weniger befriedi- Mögen die in dieser Rede ausgedruckten Wunsche (febt dj» gend zeigte sich bisher der Verkauf in Leder, besonder» aber in „Darmst. Ztg." hinzu) sich verwlrknchenl In dieser Hoffnung Sohlenleder, worin das Hauptgeschäft erst gestern begönnen hat. stimmen gewiß alle Patrioten beider Nationen mH «MpderÄHMp, Die „Darmstädter Ztg." erklärt sich zugleich in den Stande gesetzt, die Uebersetzung der Rede beifügen zu können, womit in. französischer Sprache Herr v. Perdonnet am ersten Läge der Fest lichkeiten dem Großherzog von Baden einen Toast darbrachre. Die zweite Hälft« der Rede des Herrn v. Perdonnet lautete hiernachL. „Diese Drehbrücken werden für den Fall eines Kriege« vom Nutzen sein. Sobald der Feind sich nähert, wird mau die Brücke drehen und Niemand kann pasflren. Mein aufrichtiger Wunsch ist (und Sie, meine Herren, werden ihn mit mir theilen), daß mir die Brücke heute zum ersten und letzten Male sich haben drehen, sehen, damit sie von nun an eher nnrostet , als daß man fie ds». Krieges wegen öffnet. Wenn das Werk den Ingenieuren von der Brücke nach Kehl so gut gelungen ist, so liegt die Ursache nicht, sowohl darin, daß sie sehr geschickt find, sondern auch darin, daß sie sehr einig waren. Diese Einigkeit soll auch da» Vorspiel zu der Einigkeit beider Nationen sein. Weg, meine Herren, weg mit. dem alten Nationalhaß! Man begrabe ihn unter der Rheinbrücke, unter der Eisenbahn. Das Eisen (wie so beredt bei dem Bankzh zu Mainz Herr v. d. Pfordten, einer der ausgezeichnetsten Männer Deutschlands und, wie ich hoffe, der Dolmetscher der wahren Ge fühle, in dieser Sache sich ausdrückt), das Eisen, welches dazu ge dient hat, um Waffen für den Kampf zu schmieden, eS soll heutzu tage das mächtigste Friedensinstrument werden. Vergessen wir nie mals diese schönen und weisen Worte, und hoffen wir, daß mehr und mehr die Einigkeit zwischen Frankreich und Deutschland be- festigt werde! Ich bin in meiner Jugend in einer deutschen Pension erzogen worden. Ich bin viel in Deutschland gereist. Ueberall bin ich wie ein Freund, wie ein Bruder ausgenommen worden. Auch habe ich gelernt, die große und edle deutsche Nation zu wür digen, die Deutschen zu lieben und zu achten, und so lange ich lebe, werde ich di« Deutschen schätzen und lieben. In emer weil hinter uns liegenden Epoche und als ich, noch ein Kind war, stürzten sich die beiden Völker an den Rhein mit dem Geschrei. -^-Freiberger Anzeiger dm bis Nachmittag« ' nnb ' r Nbr fik di« niichst-, i - / . "r"" Tageblatt. ' Prei« dlMstsDsistt Ngr^ Inserate, wÄkesi.M' gespaltene Aelle denen Ramvi «it«. M dvStchnet.