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«»scheint ^ -»chentag früh ,Hr. Inserat« Nxr- Nachmittag« i W für die nächst, ^chimbe Nummer wgmommeu. Freiberger Anzeiger und Tageblatt. ,a Preis vierteljährlich 1L«P>.' Inserate gespaltene Seile «Vch deren Ranm mit 6 Af berechnt. itt lü^'v und der Sls-Irathe M Freiberg, Sayda und Brand. 238 Mittwoch, den IS. Oetober. . Amtsblatt -es Kömgl. Bezirksgerichts zu Keiberg, sowie -er KSnigl. Gerichtssmter nenswerth. Das Ganze macht den täuschenden Eindruck eines,, durch eine gut confiruirte Maschine getriebene« Glockenspieles Wenn nun schon die Idee, di« Thätigkeit einer tvdten Vtaschtn«: durch dressirte Menschen zu ersetzen, in gewissem Sinne originell geannt werden darf; so erregt es rin gar seltsames Gefühl daß dies zu einer Zeit geschieht, in der man gerade vorzugs weise das Maschinenwesen ausbeutet, um Menschenkräfte zu er, sparen. I^es extremes ses touckent! Wer Curiy^sa lieht- versäume nicht, diesen absonderlichen Produktionen beizuwohnen« (D. J.l Altenburg, 9. Oct. (D. A. Z.) Eine im heutigen Ge setzblatt publiclrte, da« Mahlen von Getreide in Mühlen regelnde höchste Verordnung hilft einem längst gefühlten Bedürfnisse ab und wird dadurch nicht nur einer Uebervortheilung der Mahl- gälte, sondern besonders auch im Interesse der Mühlenbefitzer selbst einem Mißtrauen vorgebeugt, da« in dieser Beziehung fr- bestand. Die wichtigste Bestimmung ist, daß das Getreide vor dem Mahlen gewogen und dann Mehl, Kleien und Schrot unter Feststellung des Mehlverlustes dem Gaste wieder vorgewoge«, darüber auch im Einklänge mit einem zu haltenden Mahlbuchr ein Mahlscheln ausgestellt werden muß. Berlin. Die Oesterreichische Zeitung äußert sich üb«r den Antritt der Regentschaft des Prinzen von Preußen in folgend« Weise: „Bon diesem Augenblick an ist Preußen wieder im volle« Sinne des Worts ein monarchischer Staat. Die vollst« persönliche Einflußnahme des Regenten auf alle Augole- genehiten jenes deutschen Großstaats ist nun wieder ge sichert. Ein Alp ist von der Brust deS preußischen «nd eine ernste Besorgniß von der Seele des deutschen Volks ge nommen. Es ist ein allgemein europäisches und ein besondere- deutsches Bedürsniß, daß ein monarchisch-persönlicher Will« die Schicksale jenes wichtigen StaatS lenke, der, in . der Mitte Europas gelegen, einen so bedeutenden Einfluß auf die Geschicke unsers Welttheils nimmt. Der Fürst, welcher jetzt zu der Regierung in Preußen gelangt, ist ein Mann großer Erfahrung, edeln und festen Willens und unerschütterlichen Mecht-geWlS voll. ES sind nicht blos Hoffnungen, die sich an seinen Re gierungsantritt knüpfen. Alle seine Eigenschaften sind erprobt, sein Charakter gehärtet in der Muth historischer Ereignisse, seine Ansichten bekannt dem Volte, über welches er regiere« i wird. Das Vertrauen, mit dem ihm seine Unterthanen eut- gegenkommen, ist ein unbegrenztes, und die Befriedigung übejc seine Machtergreifung eine fast ausnahmslose. Man kann, s« den Grenzen der nüchternsten Darstellung verbleibend, das große Ereigniß in Preußen als eines besonder» Heils voll für jenen Staat darstellen, welches in einem Moment die Mißstimmung ! von Jahren verwischt und das dem ganzen Lande eine andere und bessere Physiognomie verleiht. Man darf es auch, das vertrauen wir, als ein Geschehniß ansehen, welches die deutsche« Verhältnisse günstig berühren und in ihnen eine Einigkeit und Einigung hervorbringen wird, auf welchen mehr als auf irgend etwas anderm das Wohlergehen unsers Welttheils beruht." Die amtliche Wiener Zeitung sagt: „Diese Lösung begegnet unserer ganzen und wärmsten Theilnahme.- Die Gesinnungen aufrichtiger Zuneigung, welche wir der mächtigen Monarchie der Hohenzollern widmen, gründen sich auf die Achtung, die sie uns einflößt. Mit diesem Gefühle sehen wir in die Zukunft." Berli«. Bei dem jetzt vielfach eingeführten Dachpapp dächern möchte es von Interesse sein, daß in der Asphalt und Dachsteinpappe-Fabrik der Herrn H. Stolle u. Comp. in Berlin ein Cem ent firniß angefertigt wird, welcher als Ueberzug angewandt, sehr zweckmäßig und dauerhaft ist. Er soll nicht wiederholt zu werden brauchen und die Eigenschaften besitzen, daß er durch die Sonnenhitze weder weich wird und ' abliefe noch bei seiner Festigkeit irgend spröde würde, was bei Tagesgeschichte. Freiberg. Ocffentliche Gerichtsverhandlung den 19. Oct. Nachmittags 3 Uhr. Verhandlungstermin in Privatanklag- sahen Friedrich Ehregott Hühnels in Kirbach wider den Zim- Mmelstcr Herrmann Rau allhier. Freiberg. Nachdem man immer mehr zu der Ueber- Mgung gekommen ist, daß es für die Fruchtbarkeit einer Land schaft, für Gesundheit des Climas, für die Art der Witterung gar nicht einerlei ist, ob und wie viel ein Land Waldung hat und wo dieselbe steht, hat mau auch in Sachsen angcfangen, liest Fragen einer nähern Untersuchung zu unterwerfen. ES hat sich nun ergeben, daß in unserm Vaterlande 827,233 Acker »it Wald bedeckt sind, wovon 264,804 Acker dem Staate und iK,3L8 Acker den Privaten gehören. Von den Privatwaldungen zihiren den Städten und Landgemeinden 37,635 Acker, den knporationen und Stffmngeu 19,586 Acker. Von den im Be sitz Nnzelner Privaten befindlichen mögen auf größere Komplexe za rechnen sein 200,000 Acker, so daß auf den kleineren Besitz M 305,137 Acker verbleiben können. Nach dem Urtheile nam- hafia Forstmänner soll etwa die Hälfte der Privatwaldungen M gepflegt werden, von der anderen Hälfte ist ein Theil be- M verödet, ein anderer schreitet dem Verfallen täglich mehr entgegen, ein anderer Theil bringt bei weitem den Ertrag nicht, tn, er gewähren könnte und scllte. Während die Landwirth- schast mit Rüstigkeit vorwärts schreitet, jedes Fleckchen Erde mmer besser zu benutzen strebt, wird in den kleineren Privat- »aldnngen die Bodenkraft verschleudert, so daß es kein Wunder ist, wenn trotzdem, daß fast dcr dritte Theil des gesammten Grund und Bodens im Königreiche Sachen mit Wald bedeckt ist, trotzdem daß die Kohlenfeuerung mehr überhand genommen, die Holzpreise immer noch steigen und die Einfuhr von Holz jiminimt. Bei besserer Privatwirthschast könnten noch 80 bis 100,000 Acker Waldboden in Feld umgewandclt werden, und immer könnte der verbleibende Holzbestand den Bedarf völlig decken. Wie es jetzt ist, mag der Verlust jährlich kaum mit einer Million Thaler ausgewogen werden. Dcr verdienstvolle RegierungSrath vr. Nenning sucht nun auch diese Ucbelstände für die Zukunft immer mehr zu beseitigen. Er sucht nun vcr- Melst der landwirthschaftlichen Vereine zu erforschen, worin die Gründe dieses unbefriedigenden Zustandes dcr kleinern Privat- holzbesiände liegen, ob in der Art der Bcrtheilung des Wald- iesihes, oder im Matizel hinreichenden Forstschutzes oder in der mangelnden Einsicht von der Bedeutung des Waldbaues, von ter Rentabilität desselben und in der Abneigung zu sehe«, wo erst spätere Generationen ernten, oder in mangelnder Kenntniß »i» der Cultur. — Anträge, welche in Folge der Verhandlung über diese Fragen sich, ergeben, wollen an die betreffenden land- irltthschastlichen KreiSverein gerichtet werden. Dresden, 11. Oetobcr. Im zweiten Theater prvdu- lirten sich gestern Nachmittag die schottischen Glockenspie- ler, indem sie mehrere Musikstücke abklingelten: sieben Per lenen stehen vor einem mit Glocken von verschiedenartigstem Kaliber bepflanzten Tische und führen mehrstimmige Tonsätze aus, während sie mit außerordentlicher Präcision nnd Geschwin- digkeit in schnell wechselnder Benutzung der übrigens abge dampften und hinsichtlich des Klöppels besonders eingerichteten Mocken durch Schellen diejenigen Töne erzeugen, welche sie zerade brauchen. Auch bewegtere Passagen, Triller, Doppel- Alage rc., sind nicht ausgeschlossen, und hier ist die rhythmische «'stimmtheit und Genauigkeit, mit dcr die Glockenspieler sich S'Mseiiig in Ausführung der Figuren ablösen, wirklich stau-