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MV. 8. Armier: c: Die -borg. lusjWN Vorfiel- phano, erschie- karben: »rgit. über KLiivll. eilnahm! es gut» j wäm- S8. Sörner '/,3 Uhr Schwlt- Gottl. hartm !. M amchm illeS Bv' Zwicks S8. assene«. Illrcd «r- Lelimeli- ibr. IM gnhricn ... o. Pf., -h« fleisch mit t Ragout. -ökelflH üt Aartos' Aräupch«. nutz es i« statt Bt> aatSa«' knt sch." Tagevlatt. MsdlM -ts Königl. Bezirksgerichts M Freiberg, sowie der Königi. GerichlsSmttr mid der Stadlräthc ?u Freiberg, Sayda und Man». ----- Freiberger Anzeiger d« »iS Nachmittags gespaltene Zeile oder , Uhr für die nächst- ' deren ««an mit S «scheinende Nummer berechnet. angenommen. H II II 'I. II I. In. 228. Mittwoch, den 2S September. 1858. Das nächtliche Firmament und seine jetzigen drei Kometen. (Fortsetzung.) Schließlich noch einige Worte über die Kometen im Allge meinen, insbesondere den Donati'schen, d. i. der sür's bloße Suge sichtbare Komet. Ausgefallen wird cs sein, daß sich an derjenigen Strecke des Himmels, welche der Komet seit etwa 14 Tagen durchlau fen, so gut wie keine Sterne befinden, das Firmament erscheint dort völlig verödet; allein dem ist nicht so, es befinden sich in diesem Himmelsfelde ebenso gut und ebenso viel Sterne als anderwärts; sir »scheinen uns nur weiter von einander gerückt und zwar deshalb, weil es die Gegend um den Pol der Milchstraße (es ist der nördliche) ist. Je näher man von hier aus mit den Augen der Milchstraße kommt, desto dichter scheinen die Sterne zu sammengerückt zu sein und in der Milchstraße selbst wird man -ar keme Zwischenräume mehr gewahr. Versuchen wir eS, die se- Räthsel möglichst deutlich zu erklären. Alle unS sichtbaren Sterne gehören zu einem großen zu sammengehörigen Ganzen, dem Milchstraßensysteme, dessen un zählbare Weltenschaar zu einem Körper von Linsengestalt oder zu einer gedrückten, länglichen Kugel zusammengestcllt sind. In diesem Sternenkörper sind die Sterne Schichten- oder Lagen- veise nach gewisser Ordnung und Reihenfolge mit zwar unter schiedlichen doch gleichmäßigen Abständen unter sich und von einander vertheilt. Unser Sonnengebiet befindet sich nun näher am Mittelpunkte dieses Sternenkörpers als am Rande desselben, jedoch noch recht sehr weit von ersterm entfernt. Dieser Milch- straßenraum ist aber so groß, daß seine Teufen für Erdenmen- schen unergründlich, sowie die Anzahl seiner Sternenreihen für uns unzählbar sind; und vermöge des der Erde angewiesenen Platzes in ihm, erscheinen uns die Sterne nach dem Rande (d. i. Mas man im gemöhnlichen Leben die Milchstraße nennt) zu, mn vieles näher beisammen zu stehen, als in denjenigen Ge genden mehr nach der Mitte oder den beiden flachen Seiten flächen hin; letzteres ist eben dort, wo sich die Pole deS Stern- kiiperrandes oder der sogenannten Milchstraße befinden. Es ist j. B. ganz so wie wir die Bäume in einem ausgedehnten Walde «blicken, welche in langen Alleen oder Reihen angepflanzt find. Die neben und gerade vor unS befindlichen scheinen, weil wir durch ihre Zwischenräume der ganzen Breite nach hindurch sehen können, weiter von einander zu stehen, als in denjenigen Daum- reihen, welche wir in schiefer Richtung oder quer durch (über Zwerch, über Eck) überblicken, denn hier verengen sich, in Folge deS schrägen Sehwinkels, die Zwischenräum,, und die Bäume scheinen dichter beisammen zu stehen, als es in der Wirklichkeit der Fall ist. Da nun der Komet während seiner Sichtbarkeit am längsten in der Gegend des nördlichen Milchstraßenpvles ver weilt und er alle Augen auf sich zieht, so ist eS ganz natürlich, daß selbst gewöhnliche Leute, welche durchaus keinen Begriff vom Bau des gestirnten Himmels besitzen, besagte sternarme Gegend ausfindig gemacht; denn ständ der Komet nicht daselbst, so würde ihr Auge auf allen andern Gefilden deS Himmels gehaftet haben, nur nicht dort, wo nichts zu sehen ist (nämlich keine Sterne) und eS auch nicht auffällt, weil eben nichts absonderliches da ist. Sobald man sich die Strecke Laufbahn eine« Kometen, welche wir mit bloßen Augen am Firmament verfolgen können, wie es z. B. jetzt der Fall ist, annäherungsweise auf der Stern karte oder dem Himmelsglobus vorzeichnen will, so darf man nur zwei Sterne am Firmament aufsuchen, von welchen sich big zum Kometenkern ein gleichseitiges Dreieck fällen läßt. Wiederholt , man dann dieses Verfahren zu Hause auf der Karte oder dem Globuö, so giebt die gefällte Dreieckspitze jedeSmal den Ort des Kometen an. Setzt man dieses öfters fort, und hängt die erhaltenen Punkte durch flache Bogenlinien zusammen, so be kommt man seinen Weg, doch wie gesagt nur annäherungsweise, aber für den Betrachter — nicht Beobachter — hinlänglich ge nug, um sich den Lauf d. i. die Bahn solch eines WeltkörperS, nur einigermaßen bildlich zu versinnlichen. ES braucht tvohl nicht erst daran erinnert zu werden, daß man jeden Tag ein Paar andere Sterne, welche aber ein gleichseitiges Dreieck mit dem Kometen fvrmiren, ausfindig machen muß. In der Nähe der Sonne vergrößern sich die drei Stücken, auS welchen in der Regel ein jeder Komet besteht, nämlich Kern Dunsthülle — auch Mantel genannt — und Schweif ungemein^ werden auch bedeutend Heller, sogar strahlend. In der Sonnen' ferne jedoch ziehen sie sich zusammen, daS Licht wird matter, erlischt vielleicht und der Schweif vergeht. WaS nun die Masse der Krmeten anbrlangt, so ist sie von sol cher Beschaffenheit, daß wir auf unserer Erde nicht- AehnlicheS aufzuwetsen haben. Besagte Masse ist nicht nur fähig, gleichwie die Planeten- und Monden-Masse, daS Sonnenlicht zurückzuwer- fen, sondern wie Lie Fixsterne — Sonnen — selbst Licht zu erzeugen. Denn wäre letzteres nicht, so müßte sich unS der Komet in solchen abwechselnden Lichtgestaltungen wie der Mond oder/ wie die Venus vor Augen stellen; allein ein Kometenkern zeigt sich jederzeit als eine völlig erleuchtete, runde Scheibe. Bereits haben wir vernommen, daß die Kometen-Masse un gemein leicht ist, nämlich so gut wie gar nicht in daS Gewicht fällt. Angenommen eS trete der unwahrscheinliche Fall ein, daß irgend rin Komet mit unserer Erde zusammentreffe, so würde letztere durch ihn wie durch ein Staubgewölk Hindurchrollen, b. h. eS würde weder ein Anprallen, noch ein Stoß, noch irgend etwas in dieser Art stattfinden. Einer der größten Kometen, welcher wohl jemals beobachtet wurde, war der tm Jahre 1729; derselbe kam der Sonne nur 8L Millionen Meilen nahe und von der Erde aus wurde er in einer Ferne von 90 Millionen Meilen noch erblick^ Beide Punktefliegen also zwischen den kleinen Planeten — Asteroiden — und dem Jupiter. Der berüchtigte aber auch berühmte Komet von 1680 (man vergleiche Nr. 153 dieser Blätter vom Jahre 1857) kam der Sonne bis auf 28,600 Meilen nahe, und entfernt sich von ihr 177,000 Millionen Meilen. Dorthin können ihn unsere Fern röhre nicht mehr verfolgen. In seiner Sonnennähe erblickte er die Sorlnenscheibe 40,000 Mal größer, als sie unS erscheint, und wenn das Sonnenlicht auf ihn eine ähnliche Wirkung