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----- Freiberger Anzeiger --L, dm bis Nachmittag» d-M gespaltene Zelle oder 3 Uhr sür di- nächst- deren Raum mit » Tageblatt. i Amtsblatt des Königl- Bezirksgerichts zu Freibergs sowie der Kömgl. Gerichtsamtet und der Stadträthe zu Freibergs Sayda und Brand. 1 102. Donnerstag, den «. Mai. 1858. Tagesqeschichte. Berlin, 3. Mai. Gestern hat die junge Königin von Portugal mit ihren Eltern und ihrem Bruder, dem Erbprinzen Leopold, die Hauptstadt verlassen, um sich mittels Extra- zugeS nach Düsseldorf zu begeben. (Lie ist bereits daselbst auss Festlichste empfangen worden.) Kassel, 1. Mai. Bei Gelegenheit eines Abendessens war zwischen den Artillerielicutenants v. Sturmfeder und Bode ein Streit entstanden, welcher zu einem Duell auf Säbel führte. In demselben trug der Erstgenannte eine Verwundung am Arm davon, infolge deren derselbe gestern gestorben ist. Bode ist hierauf arretirt worden. Die Arltern des gebliebenen jungen Osnziers — der Vater steht als Stabsoffizier in einem hier liegenden Infanterie-Regiments — finden um so allgemeinere Thcilnahme, als sie schon einen Sohn durch einen Unglücksfall verloren haben. Paris, 1. Mai. Wie der ,,Nord" schreibt, hat sich die Commission des gesetzgebenden Körpers, welche anfänglich in ihrer Majorität die Bewilligung deS StaatßzuschusseS von 60 Millionen zu den Pariser Verschönerungsbauten zu widerrathen entschlossen war, nachträglich mit dem Staatsrath dahin geeinigt, daß der Staatszuschnß zu diesem Zwecke um 10 Millionen ver mindert, also auf 50 Millionen herabgesetzt werden soll. — Ge neral Espinasse soll aus Gesundheitsrücksichten von seinem Mi- nisterposten zurucktreten wollen. Als seinen präsumtiven Nach folger bezeichnet man den vor Kurzem zum Cabinetsdirector im Ministerium des Innern und hauptsächlichen Leiter der Ge schäfte berufenen früher» Präfekten von Lyon, Herrn Baisse. Einige betrachten indeß den Staatsrathspräsidenten Herrn Ba- roche, Andere den Seinepräfecten Herrn Haußmann als den künftigen Minister. — Der zu lebenslänglicher Kettenstrafe verurtheilte Kaiser mörder Rudio hat seine Reise nach Cayenne in Amerika augetreten. Die französischen Verbannten daselbst fühlen sich aber dort so unglücklich, daß sie den Tod ihrer Verbannung vorziehen würden, wenn sie nicht Hoffnung hätten, bei irgend einer Gelegenheit zu entkommen. AuS Neapel sind Nachrichten vom 30. April in Marseille eingelroffrn. Mr. Lyons fordert von der neapolitanischen Regie rung sür die etwa ein Jahr im Gefängniß zurückgchaltkncn englischen Mechaniker des „Cagliari" eine Entschädigung. Man sagt, die englische Regierung hätte diese Entschädigung anf100,600 Fr. normirt. Der König scheint zu Unterhandlungen bereit. Diese Woche soll sich das Appellationsgericht über die Berechtigung der Beschlagnahme des „Cagliari" auSsprechen. Die Armirungen werden in den neapolitanischen Arsenalen fortgesetzt. Von der türkischen Grenze. In Triest am 30. April «ingetroffene Nachrichten aus Mostar melden, daß am 21. v. M. bei Zarguiza ein Zusammenstoß der Baschi-Bozuks mit den Aufständischen und den mit ihnen vereinigten Montenegrinern stattgefunden hat. — Unterm 1. Mai wird aus Triest telegraphirt: Neuern Nachrichten aus der Herzegowina zufolge Meben bei dem (vor stehend gemeldeten) Conflicte bei Zaraguiza 140 Todte und Verwundete. Hussein Pascha und die andern PaschaS sind am 29. April mit sämmtlichen Truppen, Geschütz und Munition nach Bilecchia (6 Stunden nordöstlich von Trebinje) abgegast* gen; auch Ethem Pascha hat sich dahin begeben. — Salich-Pascha, der vor ein paar Jahren des Mordes eines bulgarischen Mädchens in Varna angeklagt, von dem Ge» richt in Konstantinopel freigesprochen und zuletzt zum Chef einer Division des gegen Montenegro und der Herzegowina bestimmten Expeditionskorps ernannt wurde, ist in einem Kampfe mit den Bergbewohnern geblieben. Belgrad, 27. April. Aeußerst wichtig zur Beurtheiluna, der hiesigen Verhältnisse ist die Nachricht aus Nissa, daß die dorthin gebrachten begnadigten Hochverräther in der Freiheit ungezwungen ausgesagt haben, sie hätten wirklich den Fürsten stürzen wollen, und der ganze Senat, also auch diejenigen seiner Mitglieder, welche neuerdings wieder in denselben ausgenommen wurden, habe sich bei diesem Plane betheiligt; der Fürst sei «in schlechter Regent rc. Aus New-Bork liegen Nachrichten bis zum 17. April vor. Der Mississippi war auf einer Strecke von mehreren Hundert Meilen über seine Ufer getreten. In Britisch.Hondnras waren ungefähr 100 Personen von den Indianern niederge- macht worden. Benmtwortl. Redakteur: I. G. Wolf. Lrtskalender. StaatS-Tciegraphen-Bureau täglich geöffnet von früh 7 Uhr bi» Abend» 2 Uhr. Heute den 6. Mat Speiseanftalt: Rindfleisch mit Reis. Morgen: Wurst mit Kartoffelmus. Lit« bei >2Su»»ü Einkauf von altem Guß-, Schmiedeeisen, Hupfer, Messing, 3inn und Blei zum höchsten Preis bei L. 6. Klempner. >2. 12. Werlte, obere Burgstraße, empfiehlt sein reichhaltiges Lager in. Kunst-, «picl-. Galanterie- u. Kurzwaarcn, Eisen- u. Stahlwaaren,. Werkzeugen, seine Ledenvaarcn, Gummiwaaren, lackirte Blechwaaren, Lampen, Steingut-, Porzellan- u. GlaSwaaren, Brücken-, Tafel-, Stan gen-, Ration- u. Balkenwaagen, Tapeten, Fußteppiche, bunte Fenster- Rouleaux, Goldleisten, Spiegel, Photogen, Stearinkerzen re. — Preise billigst. 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Nachdem die nächsten bekannten Jntestaterben des unter Abwesenheitsvormundschaft stehenden Seilergesellen Karl Gott lob Einert aus Conradsdorf bei Freiberg, welcher sich im Jahre 1828 von Chemnitz aus auf die Wanderschaft begeben hat, im Jahre 1830 von Bremen aus in holländische Militärdienste getreten und als Soldat nach Batavia versetzt worden sein soll, seit dieser Zeit aber nichts wieder von sich höre» lassen, auf den Erlaß von Edictalien Behufs der Todeserklärung des Ver schollenen angetragen haben, so ist der S Oktober L8S8 als Anmeldungstermin anberaumt worden und werden daher sowohl der abwesende Karl Gottlob Ginert, unter der Verwar nung, daß er im Falle seines Außenbletbens für ladt geachtet und sein hier zurückgtlaffenks Vermögen seinen sich legitimirenden