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X. O-Cepj. dends Ah sind 'eS Ge- ündung reundrn »r<It. t. 1857. die ir- i'edenen Ruhe- r Nähe nigsten >afl zu len, da- en und Bcson- tet, dem niiller id zarte nen fast ie, den hochver- dadurch inglicheS , welche Dahin- küstliche nen unS :e8 M- !eickert ank für fliehende whaltm. 857. kagncr. er Theil krankheit isrer un- Schwie- wurden Schmer- Verluste hierdurch Dank. »ardt, assene». Trlcheir.t j«dm Wochentag stütz »Uhr. Inserate wer- hw bi« Nachmittags I Uhr sür die nächst- erscheinende Nummer angenommen. Freiberger Anzeiger und Tageblatt. Preis vierteljährlich 15 NgL' Inserate werden ,dte gespaltene Zell« od« deren Raum mll 5 X berechnet. 227. Mittwoch, den 30. September 1887: Tagesgeschichte. Dresden, 27. Sepibr. (D. I.) Se. Hoheit der Herzog von Nassau ist heute Mittag 12 Uhr, Se. Hoheit der Erbprinz von Sachsen-Meiningen Mittags 1 Uhr, Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin Nachmittags 2 Uhr, Se. Königl. Hoheit der Kurfürst von Hessen und Se. Hoheit der Herzog von Sachsen-Altenburg Abends ^6 Uhr hier einge- trvffm und in Len, im Königl. Schlosse bereit gehaltenen Zim mern abgetreten. — 28. Septbr. Heute Mittag hat vor Sr. Majestät dem König Lie große Revue und Parade des in Ler Nähe der Re sidenz, im Ostragehege, concentrirten Armeecorps stattgcfunden. Se. königl. Majestät stiegen Vormittags 11 Uhr im hiesigen Schloßhofe zu Pferde und begaben Sich von dort in Begleitung Ihre: königlichen Hoheiten Les Kurfürsten von Hessen, des Prin zen Albrecht von Preußen, des Großhcrzogs von Sachsen-Wei- s mar und des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin, sowie Ihrer Hoheiten Les Herzogs von Sachsen-Altenburg, des Her zogs von Nassau und des Erbprinzen von Sachsen-Meiningen und einer sehr glänzenden, größtentheils Lurch fremde Officiere gebildeten Suite nach dem Paradeplatz, während ihre Majestät die Königin mit den königlichen Prinzessinnen in offenen Wagen folgten. Eine unübersehbare Menschenmenge hatte sich zu diesem vom schönsten Sommerwetter begünstigten imposanten Schau- > spiele versammelt. Die Parade war erst gegen 3 Uhr beendigt, s Die Times vom 21. Sept, meldet Folgendes aus Berlin > vom 19. Sept.: „Der Kaiser von Rußland hatte am 16. ! Sept, in Charlottenburg das der Abreise vorangcgangene Diner eben beendet, als gerade eine Abordnung des europäischen Aus schusses der Evangelischen Allianz dort anlangte und eine Audienz vom Kaiser erbat. Diese Abordnung bestand aus einem Geistlichen der englischen Kirche, einem englischen Laien, einem amerikanischen Missionär in Athen und Sir Culling Eardlcy's > Sohne, in Vertretung seines Vaters. Sie wollte Lem Kaiser s eine deutsch, französisch und englisch geschriebene Bittschrift des Inhalts überreichen, daß der Druck russischer Bibeln und deren ! Verbreitung in Rußland wieder gestattet, mit andern Worten, ! das deshalb bestehende Verbot des verstorbenen Kaisers Nikolaus aufgehoben werde. Die Bitte um eine Audienz wurde vom Kaiser und vom Könige huldvoll ausgenommen, die kurze Zeit bis zur Abreise nach Weimar hinderte aber die Erfüllung. Der ! Kaiser gestattete jedoch, daß die Bitt- oder Denkschrift einem Adjutanten desselben eingehändigt werde." Aus Berlin wird der „D. A. Z." berichtet: „Die Nach- richt von einem Zusammentreffen des Kaisers Franz Joseph mit dem Kaiser Alexander von Rußland bestätigt sich; es wird auf der Rückreise des Kaisers Alexander in Weimar stattfinden. Man verfolgt Alles, was auf das Stattfindcn dieser Zusammen kunft Bezug hat, hier mit um so wärmerem Interesse, als man ! sich nicht verhehlen kann, daß dieselbe nur geeignet wäre, et waige böse Folgen, welche die Stuttgarter Zusammenkunft haben könnte, zu paralysiren. Berlin. Die Spener'sche Zeitung enthält folgende, höchst ' auffallende Mittheilung: „In Berlin verweilt gegenwärtig eine Familie, deren grausiges Geschick nur bekannt zu sein braucht, ! um die allerinnigste Theilnahme zu erwecken, Eltern die ihrer blühenden und hoffnungsvollen Kinder Lurch den empörendsten j Diebstahl beraubt worden, und deren Bemühungen, sie wieder zu erlangen, gänzlich fruchtlos geblieben sind. Herr W. Seiler, ! aus Saarburg gebürtig, hatte seinen Wohnsitz in Lyon genom- , men, dort sein Seidenfärbcreigeschäst mit bestem Erfolge Jahre lang betrieben, bis die dortige Ueberschwemmung vor mehreren Jahren seinen Wohnungswechsel nvthig machte. Im Begriff, sich in Genf ein bescheidenes Plätzchen zu suchen, läßt er in ! dem 4 Stunden davon entfernten Dorfe St. Jeny seine vier ! Kinder auf einen halben Tag zurück, um in G«nf die nöthigen Vorkehrungen zu treffen. Daß einige Wochen vorher Ler römisch- sj katholische Priester der Pfarre, zu der St. Jvny gehört, ihn aufgefordert hatte, sammt seinen Kindern katholisch zu werden, und mit der Drohung abgegangen war, seine Kinder solle er nicht lange behalten, daraus ahnte er nichts ArgeS. AlS er Abends 5 Uhr am 5. März 1854 mit seiner Frau nach Lem Dorfe zurückkehrt, harrt der unglücklichen Eltern die furchtbare Schreckensnachricht, daß ihre beiden Töchter, Marie und Katha rine, 18 und 15 Jahr alt, entführt sind. Früh 9 Uhr, nach dem die Eltern eine Stunde vorher nach Genf aufgebrochen waren, war, wie die jüngeren Kinder erzählten, eine feine Dame in stattlichem Wagen erschienen und hatte die älteste Tochter, ein bildschönes Mädchen, aufgefordert, mit ihr nach ihrem nahen Schlosse zu fahren, um seidene Kleider zum Färben abzuholen. Da sie nicht allein mitfahren wollte, wurde sie von der zweiten Schwester begleitet. Die außer sich gebrachte Mutte: durch rannte forschend daS Dorf, erfuhr aber endlich nur von einer alten Frau, der Priester habe ihre Kinder weggeführt, und da helfe kein Suchen. Dieser machte denn auch, von Ler Mutter zur Rede gestellt, keinen Hehl daraus, daß ihre Kinder gut auf gehoben seien und die wahre Religion lernten; wenn diese ihnen nicht gefalle, würden sie wieder kommen. (War dieser Priester nach solchen Aeußerungen nicht gerichtlich zu weitern Eröffnun gen zu zwingen?) Kein Weg blieb nun von den Eltern unbe treten, von dem sie glaubten, daß er zur Entdeckung und Wie dererlangung ihrer Kinder führen könnte; aber keiner war von dem allergeringsten Erfolg, und überall glaubten sie die Er fahrung zu machen, daß die Hand des Entführers weit reiche. Welches Wehe Liefer Verlust den Eltern, besonders aber der Mutter der Kinder brachte, wird sich ohne weitere Erörterung begreifen lassen; wie eS auch erklärlich ist, daS die Jahre lang und unausgesetzt auf die Wiedererlangung der Kinder verwandte Mühe zur Hebung des gesunkenen Wohlstandes nicht beizutragen vermochte. Es ist hier noch ein letzter Schritt von dem unglück lichen Vater geschehen, von dem sich noch nicht voraussehen läßt, ob er zu dem erwünschten Ziele führen werde." Stuttgart, 24. September. Der Kirchentag wird unter fortwährend starker Betheiligung (über 800 Mitglieder) abge halten. Angenommene Anträge sind: 1) ein brüderliches Send schreiben an die evangelischen Glaubensgenossen des österreichi schen Kaiserstaates, verfaßt vom Prälaten v. Kapff. 2) Aus druck der lebhaftesten Sympathien zu der Heidenmission als einer Hauptaufgabe und Lebens äußerung der Kirche; 3) Dank an die Eisenacher Conferenz deutscher Negierungen, well sie iw der Frage der Ehescheidung das Recht der Familie vor der Zer störung der Unsitte gewahrt, weil sie das gute Recht evangeli scher Kirchenzucht anerkannt hatte. 4) Wunsch an die Eise nacher Conferenz, daß die Fürbitte für die gesammte evangelische Kirche Deutschlands in alle sonntäglichen Kirchengebete einge- schloffen werde. 5) Schmerz darüber, daß die deutschen Brüder in Schleswig des Gebrauches ihrer Sprache in Kirche und Schule beraubt seien. 6) Erneuerung feierlichen Protestes gegen Zu lassung von Spielhöllen und Lotto's in deutschen Landen. 7) Befriedigung über den unverkennbaren Fortschritt zum Bessern im Gcsangbuchwesen, namentlich durch den Eisenacher Grund stock von 150 Kernliedern. Ort der Zusammenkunft im nächsten Jahre ist Hamburg, zugleich 25jährige Stiftungsfeier des „Rauhen Hauses" in Horn. Aus Stuttgart wird dem „D. I." vom 26. Sept, ge schrieben: „Das erste Zusammentreffen der beiden Kaiser hat gestern nach den schon von Darmstadt aus festgestellten Normen stattgefunden. Kurz nach Ler Ankunft des Kaisers Napoleon traf Kaiser Alexander, von der Villa kommend, zum Besuche bei demselben ein. Die beiderseitigen Suiten waren bei der ersten Begegnung zugegen. Die beiden Souveräne reichten sich die Hand, traten dann in das nebenliegende Gemach und ver weilten daselbst Stunden im Gespräch. Nach der Tafel, bei welcher Kaiser Napoleon zur rechten Hand der Königin von Württemberg saß, erwiederte Kaiser Napoleon den Besuch des Kaisers von Rußland auf der Villa, wo die beiden Monarchen wieder allein zubrachten. Gegen halb 9 Uhr versammelten sich