Volltext Seite (XML)
1857 Donnerstag, den 2S. Oktober. Cagesyeschlchte. dritte Theil der erforderlichen Summe aufgebracht ist. Gotha, 24. Oct. Am 14. Aug. d. I. veröffentlichte be kanntlich die Gothaische Zeitung einige Strophen zur Erinnerung an Trützschler's Todestag. Die Sache machte hier einiges Auf sehen und die oberste Justizbehörde sah sich veranlaßt, eine Un tersuchung deshalb einzuleiten. Die Untersuchung ist namentlich gegen den Einsender gerichtet, als welcher sich ein hiesiger Ge- werbtreibender genannt hat. Man ist hier sehr gespannt auf den Ausgang der Untersuchung. Luxemburg, 23. October. Der „Luxemburger Courier", das einzige Blatt der Opposition, ist seiner Tendenz wegen für drei Monate suspendirt und dem Drucker während dieser Zeit die Concession entzogen worden. Frankfurt, 20. Octbr. Im Pfälzer Tabaksgeschäfte ist eS jetzt mit 56er Waare, in der geringeren Fabrikation von Cigarren zum Export nach Nordamerika, im Allgemeinen sehr flau, dabei bleiben die Preise auf dem seitherigen hohen Stand punkte, da die Vorräthe nur unbedeutend sind und die Fabri kanten Tabak vom 56er Jahrgange bis zum Juni 1858 be dürfen. Die 57er Ernte, die man auf circa 4 bis 500,000 Ctr. schätzt, ist im Allgemeinen durch die große und anhaltende Hitze etwas dick, schwer und fett geworden, so daß dieser Tabak erst nach langem Lager verarbeitet werden kann; die Preise, die seither für Pfälzer Tabak bezahlt wurden, werden sich dieser halb oder bei der allgemein herrschenden Geldkrisis nicht auf ihrer seitherigen Höhe behaupten können, da namentlich Fabri kanten mit ihren Einkäufen, wegen des stillen Geschäftes, sehr zurückhalten werden. Belgrad, 21. Oct. Der ganze Senar, will man behaup ten, ist in den bekannten Verschwörungsproceß verwickelt. Der Scnatspräsident Stephan Stefanowitsch wurde heute zur Hast gebracht und hüt wichtige Geständnisse gemacht. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die moralischen Urheber des Dramas, welches in Belgrad hätte aufgeführt werden sollen, ihren Sitz in Bukarest haben. Auch der Präsident des Cassationshofes, Zwetko Najowitsch, wurde verhaftet und hat dasselbe wie Ste fanowitsch ausgesagt. Gesellschaft einen Schaden zugefügt. Die Kapelle ist vom Feuer verschont geblieben. unter 200 Nthlr., und bei Schulen, mit denen das Rektorat verbunden ist, auf 300 Nthlr., zum Theil auch bedeutend dar über, bis zu 500 Nthlr., angenommen werden kann. In den 27 anderen Städten des Regierungsbezirks sind die Verhand lungen über die Verbesserung der Schulstellen noch nicht be endigt. Von den überhaupt vorhandenen 1249 Landschullehrcr- stellen sind 405 als verbesserungsbedürftig befunden worden. ES haben von diesen 371 bereits eine Verbesserung theils durch Zulegung von Grundstücken, theils durch Natural-Deputate, theils durch Geldzuschüsse erhalten. Geldzuschüsse empfingen 258 Stellen in Hohe von 14,308 Nthlr., von welcher Summe 7802 Nthlr. aus Gemeindemitteln und 6506 Nthlr. aus Staatsfonds hergegeben wurden. Zur Ausstattung von Schulen und Lehrerstellen durch Gebäude und Land wurden aus öffent lichen Fonds 13,823 Nthlr. bewilligt. Schlesien. Am 22. d. M. Abends zwischen 8 und 10 Uhr brannte die Sommer'sche Restauration auf der Schneekoppe nieder. Der Anblick des Feuers wurde öfter durch vorübcr- ziehcnde Wolken gestört, gewährte aber dessenungeachtet einen Prachtvollen Anblick. Zum Glück hat Sommer mit seinen Sachen bereits die Wirthschaft geräumt und ist nur das leere Haus, das versichert sein soll, niedergebrannt. Die ruchlosen Brandstifter haben daher nur der betreffenden Feuerversicherungs Kurbcffen. In den letzten Tagen des Monats September d. I., berichtet man dem „M. C.", treibt der Hirt des Dorfes Möllenbeck, unweit Rinteln, mit seinem zehnjährigen Knaben die Schweine auf die Weide; es waren deren 8 Mutterschweine und 52 Ferkel. Nach Verlauf einiger Stunden fällt dem Vater ein, daß er zu Hause etwas Nothwendiges zu besorgen vergessen, er eilt deshalb dahin zurück, den zehnjährigen Knaben allein bei den Schweinen lassend. Die Wohnung war nicht zu weit ent fernt. Nach nicht langer Zeit kommt es dem Vater vor, als ob er die Schweine ganz ungewöhnlich grunzen höre. Er tritt mit seiner Frau in Lie Thüre, um sich zu überzeugen. Richtig, es ist keine Täuschung. Vermuthend, daß die Thiere etwa dem Knaben nicht gehorchen wollen, eilt er mit seiner Frau so schnell als möglich dem Weideorte zu, und — starres Entsetzen ergreift die Eltern — von ihrem Kinde war fast nichts mehr als das Gerippe übrig, so weit hatten die Schweine den Knaben bereits verzehrt, und ihr Grunzen hatte die Freude über den will kommenen Fraß ausgedrückt. Wie sie den Knaben zuerst bewältigt, darüber können nur Vermuthungen obwalten, es zeigt merkt Lie „Pr. C.", konnte Lie Verbesserung der Schullehrer stellen mit noch größerer Entschiedenheit vorgenommcn werden, La durch dieselbe der Negierung das Recht zugesprochen wird, < zu bestimmen, was zur Unterhaltung einer Schule und ihres ! Lehrers erforderlich ist, und die Verfügung getroffen wird, daß Lie Verbcsserungsmittel zunächst von den Schulgemeinden durch Las Schuldgeld, fixirte Beiträge rc., aber auch, soweit als nöthig, auShelfend aus dem Staatsfonds zu beschaffen seien. Auf Grund Lieser Verordnung wurden bis jetzt in 34 Städten des Regierungsbezirks Frankfurt die Lehrerstellen um 6900 Nthlr. verbessert, wozu aus Gemeindemitteln 6375 Nthlr. und aus ! Staatsfonds 525 Nthlr. fließen. Im Allgemeinen läßt sich sagen, daß gegenwärtig in den Städten das Einkommen der Hilfslehrer nicht unter 150 Nthlr., daß der Hauptlehrer nicht Frankfurt a. O. Nach einer amtlichen Zusammenstel lung über die Verbesserung des Einkommens Ler Elementar- lehrerstellen im Regierungsbezirke Frankfurt a. O. befanden sich daselbst im Jahre 1805 745 Stellen, von welchen 165 ein Ein kommen bis zu 20 Nthlr., 186 von 20 bis 40 Nthlr., 240 von 40 bis 100 Nthlr. und 154 über 100 Nthlr. hatten; im Jahre § 1819 1499 Stellen, von welchen 76 mit einem Einkommen bis zu 20 Nthlr., 202 von 20 bis 40 Nthlr., 657 von 40 bis 100 Rthlr. und 564 über 100 Nthlr. ausgcstattet waren; im Jahre 1835 1595 Stellen, und zwar 6 mit einem Einkommen bis zu 20 Nthlr., 27 von 20 bis 40 Nthlr., 346 von 40 bis 100 Rthlr., 1216 über 100 Nthlr., im Jahre 1848 1687 Stellen, von denen keine ein Einkommen von weniger als 20 Nthlr., nur 2 ein Einkommen von 20 bis 40 Nthlr. und 153 von 40 > bis 100 Nthlr. hatten, wogegen die große Mehrzahl der Stellen, ! 1532, mit mehr als 100 Nthlr. dotirt war. Die Bestrebungen Ler Regierung, daö Schulwesen zu heben und die Lehranstalten s L dement,aber, wie gefährlich es ist, diese sonst zahmen HauSthiere stellen Üb-W^ L diFLstm Ldrig ! mit Kindern allein r» lassen welche noch n^t^ genug Lotirten Schulstellcn mit einer Gehaltszulage bedacht wurden. ! si"^ "nem etwaigen Unfälle auf sie durch die Flucht oder Zuch Im Jahre 1805 nahmen die Stellen bis zu 20 Rthlr., sowie ! ^ung der Thiere zu entgehen. Lie von 20—40 Nthlr. und die über 100 Nthlr. Einkommen ! WormS, 24. Oct. (D. I.) Der Ausschuß des Luther- gegen den vierten Theil und die Stellen mit einem Einkommen ! Denkmal-Vereins zeigt an, daß die Summe der für seine Zwecke von 40—100 Rthlr. beinahe den dritten Theil der Gcsammtzahl / gezeichneten Beiträge jetzt 38,532 Fl. beträgt, daß nach dem der Stellen ein. Im Jahre 1848 hatte sich dieses Verhältniß Gutachten der größten jetzt lebenden Meister, welche um ihre wesentlich geändert, indem beinahe fünfzehn Sechszehntel der Ansicht befragt wurden, zur Ausführung des Denkmals in der Stellen ein Einkommen von mehr als 100 Rthlr. und nur !! beabsichtigten großartigen Weise etwa 60,000 Thlr. erforderlich ein Sechözehntcl ein solches von weniger als 100 Rthlr. nach- > sein dürften, und daß demnach bis fetzt kaum mehr als der wiesen. — In Folge der Verordnung vom 6. März 1852, be- dritte Theil der erforderlichen Summe aufgebracht ist. Freiberger Anzeiger dm bis Nachmittags ..»8 gespaltene Zeil« od« ; Uhr für die nächst- deren Raum mit 5 X ^-7- Tageblatt.