Volltext Seite (XML)
Erscheint jeden Wochentag früh S Uhr. Inserate wer den bis Nachmittags Z Uhr für die nächst- erjcheinende Nummer angenommen. Freiberger Anzeigern UNd gespalten« Zeile ad« deren Raum mit 5 X berechn«. Tageblatt. 1VS. Dienstag, den SS. August. 1857. Dresden. Wie das „Dr. I." meldet, geht unsere Lan- deölotterie nach dem für die 53. Lotterie erschienenen Plane einer abermaligen Vergrößerung um 6000 Loose entgegen. Die GesammNahl der Loose erhebt sich dadurch auf 62,000 mit 3lM0 Gewinnen und ebensoviel Nieten, die Bilanz Ler ganzen Lotterie bei 50 Thlr. Einlage pro Loos auf 2,850,000 Thlr. Einahme und Ausgabe. Rücksichtlich der Gewinne treten fol gende Aendernngen ein: in jeder der ersten vier Klassen werden 25000 Gewinns mithin 500 mehr als bisher gezogen; die Haupt gewinne erster nud zweiter Klasse sind um 1000 Thlr. erhöht worden und betragen 5000 rcsp. 6000 Thlr., der der dritten Klasse um 2000 Thlr. (auf 8000 Thlr.), während der der vierten Klasse unverändert geblieben ist und in allen 4 Klassen die kleinern Gewinne vermehrt worden sind. In der Haupiklasse, der fünften, werden im Ganzen 21,000 Gewinne mit einem Totalbetrage von 2,290,515 Thlr. gezogen. Die großen Ge winne sind hier um einen Hauptgewinn von 80,000 Thlr., die zu 100 Thlr. um 200 und die zu 65 Thlr. um 799 vermehrt worden; alles Andere ist unverändert geblieben. Es betragen die Gewinne 1. Klasse 87,665 Thlr., 2. Klasse 124,430 Thlr., 3. Klaffe 154,900 Thlr. und 4. Klasse 192,490 Thlr. DrrSden. Der deutsch österreichische Wanderverein der Bienenwirthe und Bicnenfreunde wird seine siebente Versamm lung Len 9 und 10. September lausenden Jahres hier abhalten, hiermit eine Ausstellung von Dicnenuteusilien, Bicuenproducten rc. verbinden und beabsichtigt der Vorstand dieses Vereins, ver treten Lurch Len Herrn Oberlandsorstmeistcr von Berlepsch zu Dresden und Len Herrn Rittergutsbesitzer von Burchardt auf Hermsdorf bei Königsstein, hierbei Len vaterländischen Bienen züchtern, insbesondere auch ans der Klasse der kleinern Grund besitzer, für beachtenSwcrihe Leistungen in der Bienenzucht, Anerkennungen, bestehend in Diplomen, Prämien und Belobi gungen zu gewähren, auch hierdurch zu rationellem Betriebe der Biknenlucht anzuregen. Da der landwirthschaftliche Krcisverein zu Dresden sich lebhaft für die Sache intercssirt, so wird es sehr gern gesehen werden, wenn auch Bienenzüchter aus dem Erzgebirge sich bei der Ausstellung bethciligen. Alle Einsen dungen sind bis zum Abend des siebenten Septembers unter der Adresse: „An das Präsidium des deutsch-österreichischen Jmkerwandervereins zu Dresden" franco zu bewirken und ist den eingcsendcten Ausstellungsgegenständen, neben der obigen allgemeinen Adresse, noch beizufügen — Abzugeben an den Herrn Hojgärtner Mieth im königlichen großen Garten zu Dresden. — Die Freimüthige Sachsen-Zeitung enthält unterm 21. Aug. Folgendes: „Von kompetenter Seite geht uns in Bezug auf die in Nummer 190 unserer Zeitung enthaltene, das in dun Arresthause des hiesigen Bezirksgerichts erfolgte Ableben des Advocatcn N. S. betreffende Nachricht (Nr. 195) folgende Berichtigung zu: „Der genannte S. wurde am 17. Ku). Abends in der neunten Stunde beim k. Bezirksgericht eingeliesert. Sofort nach seinem Eintreffen stellte sich bei demselben Erbrechen ein, welches die ganze Nacht durch fortdauerte. Am folgenden Mor gen, in der achten Stunde, verschied S. Ob sein Ableben infolge eines Selbstmords erfolgt oder nicht, ist unentschieden; wäre aber auch das Erstere der Fall, so würde immer so viel gewiß sein, daß er das Gift nicht erst im Gefängnisse zu sich genommen haben kann, sondern bereits vorher — wahrscheinlich bei seiner Verhaftung — genossen haben muß. Ein bis zur Hälfte ge fülltes, eine giitige Substanz enthaltendes Fläschchen fand sich allerdings in" seiner Rocktasche vor, allein dieser Nock ist ihm bei seiner Ablieferung gleich abgenommen und nicht mit ins Ge- fanguiß gegeben worden. Es ist daher nicht richtig, wenn be hauptet wad, daß ein Fläschchen mit Gift neben ihm gestanden habe. Dem Arresihauepcrsouale fällt durchaus keine Vernach lässigung zur Last." — Bekanntlich wurde kürzlich eine Nummer der Sächsischen Consiitutionelleu Zeitung, in welcher der mehrerwähttte Brief Ledru Rollin s abgedruckt war, polizeilich mit Beschlag belegt. Der Redactcur der Sächsischen konstitutionellen Zeitung, Advorat Siegel, bringt jetzt in Nr. 191 folgende Etklärung: „Zurück» gekehrt von einer mehrwöchentlichen Erholungsreise, bin ich, nach Einsicht der inmiitclS erschienenen Nummern meiner Zeitung, mir selbst die Erklärung schuldig, daß ich weder die Aufnahme des Ledru-Rollin'schen Briefes noch die darauf bezüglichen Recht- ferligungsaitikel moraltsch zu vertreten gemeint bin." Bon der preußischen Saale, 16. Aug. (D A Z» Wegen Mangels an Kandidaten für das höhere Schulamt habe« seit Ostern d. I. allein in den östlichen Provinzen Preußen? 15 vacante Ghmnasienlehrcrstellcn noch nicht wieder besetzt werden können. — Der Direetor an der Bürgerschule zu Merseburg, Lüben, durch seine Schriften, namentlich durch seine Natur» geschichte auch in weitern Kreisen bekannt, ist vom Senat der freien Stadt Bremen zum Direktor Les dortigen Schullehrer seminars erwählt worden. Aus dem Schleswig schon schreibt man der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 10. Aug.: „Gegenwärtig geht i« unserm Lande etwas vor sich, was von trübseligen Folgen wer den kann. Man agitirt dänischerseits über Verlegung einiger schleswigschen Distrikte, welche zusammengenommen einen bedeu, tendcn Landeötheil ausmachen, unter das Königreich Dänemark. Es sind Lies die sogenannten dänisch-schleswigschen Distrikte und Enklaven, welche um ihres eigenen Besten willen längst dem Herzogthum hätten einverleibt werden sollen. In der letzte« Sitzung Les dänischen Reichstags ward ein Gesetzvorschlag An gebracht, betreffen» die Ordnung der rechtlichen Verhältnisse in diesen verwirrten Landestheilen. Die schleswigschen Provinzial- stände hatten den Vorschlag, der auf Verlegung der gemischte« Districte unter Schleswig zielte, angenommen. Dle Däne« auf dem Reichstage fandeii einen solchen Schritt bedenklich und schilderten den Regierungövorschlag als eine so außerordentlich gewagte Maßregel, daß die Regierung selbst davor erschrak und ihn zurücknahm. Jetzt haben die Bewohner der Enklaven, die bei der Entscheidung der Sache am meisten interessirt sind, die beabsichtigte Ocdnung ihrer staatlichen Verhältnisse zum Gegen stand einer nähern Untersuchung gemacht. Sämmtlkche zum Königreich gehörige Eingesessene von 21 Kirchspielen haben ge gen die von der Regierung beabsichtigte Ordnung protestirt, nachdem von dänischen Leitern genug agitirt worden ist. I« den ersten Tagen dieses Monats ist nun diese wichtige Sache betreffend eine allgemeine Zusammenkunft auf Gram (mitten in Nordschlcswig) anberaumt worden. Aus der Aufforderung zu einem so bedenklichen Zusammentritt, welche in der West- schleswigschen Zeitung erschienen ist, scheint hervorzugehen, daß die Einlader die Schwierigkeit gelöst zu sehen wünschen, durch Verlegung der gemischten Districle Schleswig unter das Kö nigreich, jedenfalls mit Rücksicht auf das kriminal- und Po- lizetwesen, die Commu»alverfassung und das Schul- und Ar menwesen, doch in Betreff des letzter» Punktes nach Abstimmung der Kirchspielseingesesscnen. Es scheint demnach außer allem Zweifel zu sein, daß ein Theil der Bewohner des schleswigschen Landes dermaßen irregeleitet Worten ist, daß man kaum die Zeit abwarten kann, welche denselben Jütland oder dem König reich mit Haut und Haaren einverleiben wird." London, 18. August. Daß Mißlingen deS atlantische« Telegraphenprojecis hat hier viel Bedauern und was noch schlim mer, viel Hoffnnngslosigkeit erregt. Dec offieielle Berichterstatter sagte zwar, nachdem er den gänzlichen Verlust der bereits ge legten 300 Meilen gemeldet, daß Las Unternehmen für eine „kurze Zeil" vertagt und daß „daS Resultat des Experiments so ge artet war, daß Alle, welche daran Theil nahmen, von der prak tischen Ausführung überzeugt waren"; aber über die wahren Ursachen schweigt der Bericht und andere Berichte üöergehen diese mit derselben Parteilichkeit. Es wird aber von Fachmän nern das Urtheil dahin gefällt, daß die Schwierigkeit der Drach- legung um so größer wird, je weiter Lie Schiffe gehen und fe tiefer der Drath in di« Tief« deS McereS mit der natürlichen