Volltext Seite (XML)
schloß er, einen Versuch per Fluche zu machen, Er war gut beritten der Weg, auf welchem der Zv.g vorl.ücken mußte, war ei» schmaler Bich steig, hin und roicdcr durch Frlseiispalien sich hindurchlrindlnd. Al fie beinahe die Spitze ter teilen HA he erreicht halten, jagte Hintza plötz- lich mit verhängtem Zügcl davon, während die Wachen riesen: „Sieh, Oberst! Sieh!" — Jener nahm s eine Richtung einen sanften Abhang nach dem Kc'-aka Hinab. Der Lk.rst hatte sogleich seinem Pferde die Sporen gegeben, den flüchtigen Fürsten im Fluge einzuholen, und drückte, so roie er ihm inü>c gekommen, zwei Pistolen auf ihn ab. Sie versagten jedoch beite. Deshalb versetzte er ihm, noch naher gekommen, mit dem Pu,tkk»kolben einen > schlag aus den Kopf. Dabei dauerte da- Wettrennen immer fort un d Hintza behielt die Spitze. Nach einer Jagd von etwa anderthalb M eilen Weges kam ihm der Oberst jedoch so nabe, daß er ibn vom Pferde berunlerreißtn konnte. Hintza erhob sich aber im Nn von feinem Falle, warf eine Hassagap nach seinem Gegner") und stürmte eiligst davon. Nun konnte der Oberst sein Pferd nicht mehr bändigen, so daß t« spornstreichs mit ihm durchging. Doch Herr George Soulhev, 'som Guideu-CoepS, kam unterdessen herbei und ries, eiwa noch 40» Fust von Hintza cntserni, diesem zu, er solle stehen bleiben, sonst werte er schießen. Dennoch eilte der König weiter. Seettbcv schoß also, verwundete ibn aber nur leicht in ein Bei». Al der König jedoch auch nun noch nicht von seiner Flucht abstand, schoß Southey nochmals und traf ibn in den Rücken. Da fiel Hintza Häupt lings zu Bodcnz doch sprang er sogleich wieder auf, und von Lieulcnanl Balfour (des Obersten Adjutant) fast aus den Zersen gefolgt, stürzte er sich in den Kebaka und wcigcrte sich durchaus, sich zu ergeben. Nun sctttrie Southey wieder und schoß dem König durch den Kopf, so daß er tobt in dm Kebaka Hinabfirl. — Sv lautet des Obersten Bericht. Ein Anderer au« dem Guiden-CorpS, der bei den Einfällen der Kaffern zwar selber viel gclittrn hat, die Ermordung Hintza'- aber dennoch nicht ohne Schauder mit anschen konnte, tbeilt un- den Ausgang des Vor falls also mit: Nachdem Hintza zweimal verwundet worden war, sprang er in den Kebaka hinab und barg sich hinter einen großen Stein. Der Erste, der nun an ihn herankam, war einer von den berittenen Kap- Schütze»; dieser sprang gleichfalls hinab und richtete schon sein Rohr, als Hintza ihm: Pardon! zurics, woraus er das Gewehr absetztc. Der Zweite, der herankam, war auch ein berittener Jäger und wurde in dem Augenblicke, da er Feuer gebe» wollte, durch die flehentlichen Billen des Königs ebenfalls zurückgeschreckl. Unmittelbar darauf erreichte aber das Guiden-Corv« den Platz, und da kein Einziger au- demselben ge neigt schien, hinunlcrzuspringeu, so richtete Hintza sich au- dem Wasser ans und ries: bahn amazraßali! (Nehmt mich zum Gesungenen!) was Alle gebärt habe«. Soulhev indeß gab Feuer und zerschmetterte ihm den oberen Theil des Kopses. — So fiel der König von Amakosä, in dem er um Gnade bat! Sein Tod aber war von Allen schon vorber- gcsagt worden, sobald man erfahren, daß er sich in der Gewalt des Guiden-Corps befand. — Der Ruhm dieser Thai ist Gegenstand ci»rS Gedichtes, das man, um die Aufmerksamkeit des Volkes anzu- zichcn, an die Kirchlhür in Grahams-Town geheftet — Southey aber als Retter der Menschheit gepriesen worden. — Doch zu rück zu Hintza, den» er hat noch keineSwcgeS ausgelitten! War er ja doch erst tobt! — Das Haupt des ermordeten Fürsten wurde näm lich von Jemand, dessen Namen ick lieber verschweigen will, über da« Wasser bcransgezogen und seiner Ohren beraubt, obgleich ein Anderer rief, man sollt« dies doch nickt Ihn», weil es zu Hause leicht ein Geschwätz veranlassen könnte. Doch, wie grsagt, umsonst; die Ohren wurden abgcschnitlen und dann im SiegeS-Gepränge nach Gra- bam'«-L'own gebracht. — Noch «in Anderer, dessen Namen ich gleich falls kenne, schnitt dem Leichname das Fleisch vom Kinn herunter, nahm das Bajonett eine» dir Soldaten, grub damit die Zähne aus der Kinnl ade und schickte sich, auch durch diese schauderhafte Schläch terei noch -nicht befriedigt, schon dazu an, deu ganzen Kopf vom Rumpfe abzuschncidr»; als er ihn aber gar zu entstellt fand, gab er seinen Vorsatz auf. " Zn Erwiderung aus de- Statthalters Bericht von diesem völlig «bsichtlo- t'ollzogrnen Akt der Gerechtigkeit"") an dem Urheber und erste» Anreger aller Gräuel, der das Schicksal, welches über ibn gekonnnen, für seine Person, durch eine lange Reibe von Handlungen schreiender Treulosigkeit, Feindschasi und Ungerechtigkeit gegen die Kolonne, über und über verschuldet — rügt Lord Glenelg ganz besonders si hars, daß Hintza gelöster worden, als er offenbar schon lange nicht .mehr im Stande gewesen, sich auch nur gegen einen, geschweige denn ge^en eine ganze Eskorte von Vcrsolgcrn, wirksam zur Wehr zu setze». »Ob man diese» von seinem Volke fast abgöttisch verehrten Häuptling aber überhaupt gefangen gehalten habe — ob die- geschehen durfte — und ob und wie seine Flucht dann zu bestra fen gewesen wäre, bl» ibt dabei ganz und gar dahingestellt. . China. Die rechte Art, zu sludiren, nach Dschu-Hi °°°). Der Mensch, welcher sich dem Studium widmet, muß vor Allem .dabin trachten. daß er da- innere Wesen eine- jeden Gegenstandes er fasse. Dazu ist aber vollkommene Gemüihsruhc die erste Bedingung. ») Zottle er Liese wirklich setzt noch gehabt haben? Nachdem er zweimal gesckirzt, und nach einer solchen Jagd?" den er nur deshalb säst lieber ungeschehen wünschte, weil er zu Hause gewiß manches eben so boshafte al- ungerechte Geschwätz verursachen dürste — Aus einer Abhandlung diese« in China sehr geschätzten Philosophen, die st» unter der ttcberschrut Dsck> Dsch- <Wie man zum Wissen ge langt) in Lessen gesammelten Traktaten benndet. 604 - Die zweite Bedingung lautet: erforsche Dich selbst, ehe Du Deine Forschungen nach der Außenwelt kehrest, sonst gleicht Dein Geist einem ungezügelten Pferde: er schweift ohne Plan und Zweck herum und findet sich selbst nicht wieder. Den-ping sagt: „Bevor Du studirest, festige Dein Herz und dulde nicht, daß ei» äußerer Gegenstand — gleichviel, was für einer — es bewältige. Gehe bei Deiner Prüfung aus den Grund jeder Sache und forsche unverdrossen, bis Du alle Schwierigkeiten befestigt hast." Genieße etwa- geistig Erworbenes nicht eher, bi- Lu Dir sagen kannst: „Ich habe wacker gekämpft und gerungen." Strebe immer da hin, die höchste Weisheit zu erlangen (laß Dir immer das höchste Ziet vorschweben), und rede Dir niemals ein, Du sehest unfähig oder nur zu kleinen Dingen begabt, sonst richtest Du Dich unfehlbar zu Grunde. Warum geratben die Angelegenheiten der Menschen so ost in Ver wirrung? Antworl: weil der Mensch nicht über sich gewinnen kann, mit Ruhe zu denken. Da« Heilmittel dieser Krankheit liegt in de» Worten: studste und bezwinge Dein eigenes Herz! Wie unterscheidet sich das echte Wissen von der heutige» Viel- wisserci? Wer dem ersteren nachstrebt, dem ist es um die innerste Wesenheit jede- Dinge- zu thun — wer es aber mit dem letzteren hält, der hat nur Befriedigung seiner Neu gier zum Zwecke: er fragt nicht nach Haupt- oder Nebensache, Wahrheit oder Falschheit. Unser Geist wird um so Heller, je mehr er in die dunkle Tiefe dringt, und um so finsterer, je weiter er ans der Hellen Fläche sich ausbreilci. Das Bücherlese» ist rin Mittcl zum Erforsche» der Dinge, obwohl nicht das einzige. Wenn Jemand lesen will, so sammle er zuvor seine» Geist, be ruhige sein Gcmüib und schlage dann erst das Buch auf. Hüte Dich ja, den Sinn auf dem Papiere zu suchen; krhre vielmehr in Dich selbst zurück und prüse sorglich. Die Regel des Lesens besteht darin, daß Du stufenweise forlschrcitest und Alle« scharf durchdenkest. Unter, suche jede« Wort; ergründe den Sinn jedc« Satze«. Schreite nicht eher zu etwa« Folgendem, ehe Du das Vorhergehende richtig ersaßt. Laß dru Gedanken de« Schriftsteller« in Dir so reif werden, daß er gleichsam Dein eigener Gedanke wird. Während Du liesest, sitze mit würdiger und anständiger Haltung, al« säßest Du dem Weisen sclber gegenüber, her da« Buck geschrieben hat. So wird Dein Geist die uoihwendige ernste Richtung erhalle» und die Erfassung des Sinne« Dir erleichtert sehn. Die heutigen Leser lassen den Inhalt eines Buche« niemals in sich reif werde»"); sie lese» i» stürmender Hast oder mit spielender Behaglichkeit; wie ist es da möglich, daß der Stoff langsam und sicher in ihre» Geist eindringe (wörtlich, in denselben ei »sickere)? Wenn ich in meiner Jugend ei» Buch la« und gerade bei diesem oder jenem Artikel verweilte, so wollte ich noch gar nicht wissen, daß ein nächster Artikel vorhanden war. Wer beim Lese» nichl duldet, daß ihm auch nur Eine Stelle verloren gehe, der allein liest mit wahrem Nutze». Die Gelehrten klage» ost darüber, daß sie den Inhalt eines Buches nicht behalten könne». Ich weiß für diese Krankheit nur folgende- Heilmittel: Leset welliger und denket mehr über das Gelesene nach, so wird cs unmerklich in Eurem Geiste Wurzel schlagen. Verfahre beim Studium eines schweren Werkes wie ein tüchtiger Feldherr, der dem Feind keine Ruhe läßt, bis er ihn vernichtet hät^ vd«r wie ei» strenger Magistrat, der unaufhörlich mit Fragen in den Verbrecher dringt und kein unzeiliges Erbarmen fühlt. W. Sch. Mannigfaltiges. — Internationaler Literatur-Verkehr. Die Herren A. und W. Galigiiani in Pari«, die zur Verbreitung der Englischen Lite ratur in Frankreich — freilich auch nicht ohne Benutzung des in solchen Fällen zwar gesetzlich gestatteten, aber moralisch immer verwerflichen Nachdruck- — schon so mancherlei gcthan, wollen nun auch mit ibrcm I-nnclon anck pari«: Olmerver, einer bereit« seit vielen Jahren erschei nenden Wochenschrift, eine regelmäßige Review (Revüe) aller in Frank reich herauskommenden Werke verbinden. Dcnjenige» Engländern, die an der geistigen Regsamkeit ihrer Französischen Nachbarn ein bcsonderc« Znlcrcffc nehmen, wird eine solche Uebcrsicht gewiß sehr willkommen scp», und dem Unternehmen ist daher ci» guter Erfolg zu prophezeien. — Französische Neuigkeiten. Eine „Geschichte von Frank reich unter Ludwig XIll." ist so eben von Herrn A. Bazin, einem beson der« durch da« I»vre <i<!8 oent et uu bekannt gewordenen Pariser Schrift steller, bcrausgcgeben worden und wird ter gründliche,! Studien halber gelobt, die der Vers, zu diesem Bchuse gemacht baden soll. Nicht min der wird ein neue« Buch de« bekannten See-Novellisten Eugene Sue viel besprochen. E« heißt Lalreaumont und bat einen interessanten historischen Hintergrund, nämlick die bisher noch wenig bekannte Geschichte einer unter Ludwig XlV. entdeckten republikanischen Verschwörung. ') Wir können Lem Deutschen Leser versichern, Laß Dschu-Hi, obateich ein Schrütstetter de« zwölften Jahrhundert«, dock Lei weitem nicht Ler älteste Chinese ist, »co über da« teidiqe Heu tzu tage Beschwerde führt. Von grauer Zeit an hat es bei den Chinesen, wie Lei jedem anderen Volke, ein schlimme- Jetzt un» ein bessere« Sonst gegeben. Das mit dem 3lsten d. M: zu Ende gehende Abonne ment wird Denjenigen in Erinnerung gebracht, die in dem regelmäßigen Empfange dieser Blätter keine Unterbrechung erleiden wollen. Hrrau-gegrhen von der Redaktion der Allq. Prcuß. Staat«-Zeitung. Nedigirt von I. Lehmann. Gedruckt bei A. W. Hayn.