nahm der Tod ihm die Feder aus der Hand. Sein großer Wunsch, seine 9. Sinfonie wirklich zu voll enden, war ihm nicht mehr vergönnt. Das Werk sollte eine „Unvollendete“ bleiben. Aber gerade dieser Torso ist sein eigentliches Vermächtnis, voller Altersweisheit, eine Zusammenfassung sei nes, um Kunstform und Anerkennung ringenden Lebens. Fortschrittlicher, „moderner“ - denkt man nur an die harmonischen Kühnheiten, die sich in dieser Schärfe in keiner seiner anderen Sinfonien finden lassen -, ja mutiger kompo nierte Bruckner niemals vorher. Wie weit er da ¬ mit ins 20. Jahrhundert vorstieß, läßt sich aus Bruckner als Dirigent; heUt '9 er Sicht denken - Er hatte dieSe Sinfonie Scherenschnitt i ..dem Lieben Gott“ gewidmet mit dem wehmüti- von Otto Böhler gen Zusatz: „Wenn er sie annimmt“. „ Bruckner arbeitete also insgesamt sieben Jahre \ lang an diesem Werk, Jahre, in denen um ihn herum sowohl auf musikalischem Gebiet M als auch auf anderen Gebieten geisti- gen Schaffens neue Kräfte erwacht waren. Richard Strauss /. B. S : iutige Max Regel ließ aullioiclicn. In v v ' musikalischen linpiessionisnius. ein völlig K neuer Klanqstil, der sogar in außereuro- 1,1 Julien entstanden neue loidaiben im . . K ()pei nsclia I len von Mascagni und I conca M vallo. die in l’uccims Sdio|>liiiigen einen B neuen Höhepunkt linden sollten. Bruckners ■ I so B ..Summa eine Zusammen M lassung aller an des Meisters Schaffen zu beobachtenden sinfonischen Erschei- nötigen: eine bis einzelne ® ■ ’s' 1 - \ ■ ■ BI technik, die formvollendete Ge-