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da es in den letzten Lebensmonaten des Komponisten entstand. Der Zwiegesang der Klarinette und des Streichquartettes leuchtet in mildem Glanz; freundliche, friedvolle Herzlichkeit sprechen aus diesen Tönen. Das gleichsam intime Gespräch der Instrumente im ersten Satz (Moderato ed amabile) gründet sich auf weiche Terz/Sexten-Gänge, auf ein in sich ruhendes Melos mit kurzen Aufschwüngen und feinen Imitationen (etwa zwischen Viola oder erster Violine und Klarinette). Eine einfache dreiteilige Liedform mit einer behäbigen Dreiklangs thematik im Mittelteil begegnet im zweiten Satz (Vivace). Schwärmerische Klarinettenklänge prägen das anschließende Largo. Ein einfaches, liedhaftes Thema im schwingenden 4/8-Takt ist die Grundlage für 20 gedankenreiche, phantasievolle Variationen im grazilen Finalsatz (Poco allegretto). Wie beim späten Mozart verbinden sich auch in diesem Regerschen Werk der Reife Eleganz und Gelehrsamkeit auf innigste Weise. Die große Fuge B-Dur op. 733 von Ludwig van Beethoven bildete ursprünglich den letzten Satz seines sechssätzigen Streichquartetts B-Dur op. 130, das am 21. März 1826 uraufgeführt wurde. Da die Fuge jedoch allgemein auf Unverständnis stieß und von den Zeitgenossen als zu kom pliziert und abseitig abgelehnt wurde, gab Beethoven dem Drängen seiner Freunde nach und schrieb für das Quartett einen neuen, tänzerisch-heiteren Finalsatz(übrigens seine letzte voll endete Komposition), während die große Fuge als op. 133 kurz nach dem Tode des Meisters als einzelnes Werk veröffentlicht wurde. Aber noch im ganzen 19. Jahrhundert wußte man wenig mit ihr anzufangen, und sogar Hugo Wolf äußerte sich noch:,,Die große Fuge ist ein mir unverständliches Tonstück.“ Inzwischen freilich hat sich die Einstellung zu diesem Werk, das auch in der Bearbeitung für Streichorchester, in der es zuerst im Jahre 1884 von Hans von Bülow in Meiningen gespielt wurde, weite Verbreitung fand, längst grundlegend geändert. „Tantot libre tantöt recherchee “(ebenso frei wie kunstvoll) - diese Worte wählte Beethoven als Überschrift, der mit höchstem vergeistigtem Kunstverstand geschaffenen, kühn gestalteten Fuge, die wir in ihrer monumentalen Größe wahrhaft bewundern müssen. Das Werk wird von einer „Overtura“ (Allegro) eingeleitet, in der das grandiose Thema in den vier Gestalten auftritt, die es später in den einzelnen Durchführungsteilen annimmt. Alle Künste des Kontrapunkts werden dann in der eigentlichen Fuge mit größter Meisterschaft angewendet, ehe das Werk in einem erhabenen, gewaltigen Schlußteil ausklingt. Dr. Dieter Härtwig Z«r freundlichen Beachtung Auch in der Spielzeit 1966/67 werden wieder vier Kammermusikabende (Anrecht D) durchgeführt 1. Abend 18. Oktober 1966 Anrecbtspreise 2. Abend 22. November 1966 Reihe 1 - 3 MDN 13,00 3. Abend 24.Januar 1967 Reihe 4-9 MDN 9,80 4. Abend 11. April 1967 Reihe 10 - 20 MDN 6,60 Die Erneuerung der Anrechte D erfolgt in der Zeit vom 18. Mai 1966 bis 15. Juni 1966. Bei Überweisung des Anrechtsbetrages, den Sie bitte der obenstehenden Tabelle entnehmen wollen, zuzüglich der Ein schreibgebühren (in Dresden MDN 0,60, auswärts MDN 0,70), senden wir Ihnen die Anrechtskarten f ür Ihren bisherigen Platz Zu. Wir bitten, Absender, Anrechtsreihe und Platznummer genau anzugeben; sollte während der Konzertsaison 65/66 der An rechtsinhaber gewechselt haben, so ist der Name des früheren und des derzeitigen Anrechtsinhabers anzugeben. Für sta tistische Zwecke erbitten wir auch die Angabe des Berufes. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, erbitten wir Überweisungen auf unser Konto bei derDN Dresden Nr. 5230 621. Persönliche Vorsprachen sind möglich vom 18. Mai bis 15. Juni 1966 dienstags, mittwochs und freitags 10-12 und 13 bis 16 Uhr donnerstags 10-12 und 13 bis 17 Uhr. Nach dem 15.Juni verfügen wir über nicht erneuerte Anrechte. Programmblätter der Dresdner Philharmonie - Spielzeit 1965/66 - Künstlerischer Leiter: Prof. Horst Förster Redaktion: Dr. Dieter Härtwig Druck: Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft Dresden, Zentrale Ausbildungsstätte 39/64 III 9 5 0,25 466 It G 009/24/66