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l^LI Lorsthaus zu Tiesenbrunn. Ei« braver Württemberger. Michael Maier, Gipsmeister aus Kleineislingen bei Göp pingen, erhielt das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse für seine graste Tapferkeit. U. a. unternahm er, nur von einem Kameraden begleitet, die Sprengung einer sranzö- Feldwache. mich umspann der Frühlingszauber, er machte mein Herz weit und jubelnd drängte sich ein lustiges Lied über meine Lippen. Plötzlich brach ich meinen Gesang ab, mein Jägerauge hatte durch die Zweige zwei mir bekannte Gestalten entdeckt, die, Arm in Arm lustwandelnd, mir schnurstracks ent gegenliefen. Maria war es mit ihrer alten Dorothee. Es sollte wohl so sein, daß ich gerade in diesem Augenblick das kleine Borkenhäuschen erreicht hatte, das sich die Arbeiter zum Schutz gegen Wind und Wetter erbaut hatten. In dieses schlüpfte ich hin ein, um aus der Ferne meine Angebetete zu beobachten. Meine Blumen, sorglich in Seidenpapier gehüllt, ließ ich draußen auf der Rasenbank liegen; es reizte mich förm lich, zu sehen, was Maria für Augen machen würde, wenn ihr die Frühlingsblüten in die Hände kämen. Durch das einzige Fenster des Hüttchens sah ich voller Erwartung der kommenden Dinge entgegen, und laut und unruhig pochte mein Herz, wie das eines bösen Buben, der eben im Begriff ist, etwas Unerlaubtes zu tun. Jetzt nahten Schritte, ich trat etwas zu rück und hörte Marias weiche, sympathische Stimme sagen: „Sieh nur, liebe Dorothee, das kleine Eichhörnchen, wie es sich flink und drollig von Ast zu Ast schwingt. Bitte, bitte, tritt doch das Käferlein nicht tot, das sich eben zu deinen Füßen tummelt." Unter den letzten Worten Marias war das Pärchen näher gekommen. Jetzt um armte Fräulein von Ringstetten den Stamm einer mir gegenüberstehenden Birke, sie lehnte ihr Köpfchen gegen denselben, und mit einem tiefen Atemzuge sagte sie: „O, wie still, ruhig und friedvoll ist es hier!" — «Schlutz.) . Novelle von Anna Buhse. <N-chd-u« cH azu war ein Singen und Klingen in der Luft, die Mit einem Seufzer fügte sie hinzu: „Nur du, mein armes <7S kleinen geflügelten Sänger wurden nicht müde, ihre gequältes Herz, findest den Frieden nicht. Warum schlägst ' Dankeslieder dem Schöpfer aller Welten darzubringen. Auch du denn so laut, wonach sehnst du dich eigentlich? Nach dem Glück? Weißt du denn nicht, daß eine Maria von Ringstetten kein Anrecht auf Glück hat?" „Sprich nicht so," unterbrach fast streng Frau Krüger die halblaut gesprochenen Worte ihres Lieblings. „Freilich meldet es sich nicht mit Pauken und Trompetenschall, nein, auF leisen Sohlen kommt es geschlichen, und urplötzlich steht es vor uns, man braucht es nur festzuhalten. Aber leider verpaßen wir meist diesen Augenblick, und so leise wie es gekommen, entschwindet es auch wieder. Wenn wir auch später die Hände verlangend nach dem Verlorenen ausstrecken, zurück zwingen läßt es sich nicht mehr." Wenn die beiden Frauen allein waren, gebrauchten sie stets das trauliche „Du", während in Gegenwart anderer Maria für Frau Krüger das gnädige Fräulein von Ringstetten blieb. Nach einer Pause fuhr Frau Krüger zu Maria gewendet fort: „Komm, mein Kind, sehen wir usts auf jene Rasenbank, und wie so oft in den seligen Kindertagen lehne deinen Kopf gegen meine Schulter und laß uns träumen. Wer weiß, ob das Glück nicht schon heut zu dir her» niedersteigt." Zärtlich zog sie den Mm Marias durch den ihren, und sorgsam, wre man ein krankes Kind führt, leitete sie Fräulein von Ring stetten zu dem erwähnten, zum Ruhen ein ladenden Platz. Im Begriff, sich zu setzen, entdeckte Mutter Dorothee zuerst den von mir zurückgelassenen Strauß. „Das hat gewiß der lustige Sanges bruder, dessen Stimme aus der Ferne zu uns herübertönte, hier liegen lassen," sagte sie zu Maria gewendet. „Ob wir nach dem Inhalt forschen, oder wäre das ein Unrecht?" Nummer 34 Jahrgang 1U1S.