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Amts- lind Anzeigeblatt für den AM des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Hlmgebung LSI« .r Vlbo««eme»t vtertelj. 1 M 50 Pf. einschließl. de» „Jllustr. Unterhaltungsbl.' u. der Humor. Beilage .Seifen blasen-' in der Expedition, bei unseren Boten, sowie bei allen Reichspostanstalten. Letegr.-A-reffe: Amtsblatt. Erscheint täglich abends mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage für den fol genden Tag JnsertiovSpreiS: die kleinspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pf. Fernsprecher Nr. 2lv Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. , .„„i.. 57 Jahrgang. Sonnabend, den 5. März Zum Fr1ede«»richter für Car Isfeld mit Weiters glas Hütte, Weit ers- wiese und Wildenthal ist auf die Zeit vom 2. März bis 14. April 1910 Kerr AmtsgerichLsaktuar I-Luxs in Kiöentiock bestellt worden. Eibenstock, den 3. März 1910. Königliches Amtsgericht. Das im Grundbuche für Eibenstock Blatt 394 auf den Namen des Kaufmanns ILmot eingetragene Grundstück soll am 22. April 1910, vormittags 10 Mr an der Gerichtsstelle im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werde«. DaS Grundstück ist nach dem Flurbuche 3,8 Aar groß und auf 12 795 M. — Pf. ge schätzt. ES liegt hier in der Langestraße und besteht aus Wohnhaus mit eingebautem Laden ne^stoHmtergebäude — Brd. - Kat. - Nr. 403 Abt. X — und Garten; die Brandkasse beträgt Die Einsicht der Mitteilungen des Grundbuchamts, sowie der übrigen das Grundstück betreffenden Nachweisungen, insbesondere der Schätzungen, ist jedem gestattet. Rechte auf Befriedigung aus dem Grundstücke sind, soweit sie zur Zeit der Eintragung des am 2. Februar 1910 verlautbarten Versteigerungsvermerkes aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, spätestens im Versteigerungstermine vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, wid rigenfalls die Rechte bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und be der Verteilung des Versteigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden würden. Wer ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht hat, muß vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder die einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeiführen, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegen standes tritt. Eibenstock, den 28. Februar 1910. Königliches Amtsgericht. Bekallütmachllllg. Die Einlagebücher unserer Sparkasse Rr. 2540 für I s phine Melchsner, „ S03V8 „ Aloin Lenk werden nach abgesetziem Verfahren hiermit für ungültig erklärt. Eibenstock, den 3. März 1910. Die Sparlassen-Berwaltung. Hesse. K. Tagesgeschichte. Dentfchlaxi-. — Der Kaiser nahm Donnerstag im Berliner Schloß die Vorträge des Kriegsministers von Her ringen, des Chefs des Generalstabs der Armee von Moltke und des Chefs des Militärkabinetts Freiherrn von Lyncker entgegen. Sodann hörte der Kaiser beim Minister der öffentlichen Arbeiten einen Vortrag „der Stil als Kulturträger in alter und neuer Zeit", und folgte darauf einer Einladung des Ministers zum Früh stück - Das Kais er paar wird also doch in diesem Frühjahr Aufenthalt auf Korfu nehmen, und zwar wird, wie im Vorjahre, die Abreise in den letzten Tagen dieses Momats erfolgen. Derweilen wird auch im Achilleion das Denkmal der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ausgestellt sein, das der Kaiser dem An denken der ermordeten edlen Fürstin, der früheren Be sitzerin. des .Achilleions, gewidmet hat. — Das amerikanische Komitee für die Au s stellung in Berlin hat, einem aus Neuyork kom menden Kabeltelegramm zufolge, bekanntgegeben, daß es von der ihm telegvaphisch mitgeteilten Zustimmung des deutschen Komitees zu der Verschiebung der deutsch- amerikanischen Ausstellung mit Genugtuung und Freude Kenntnis genommen habe. Das amerikanische Exeku tivkomitee hat dem deutschen Botschafter Grafen Bern storff den neuen Plan offiziell mitgeteilt und den Bot schafter gebeten, dahin zu wirken, daß die deutsche Re gierung ebenso wie die amerikanische dem veränderte^ Plane jetzt schon eine freundliche Haltung entgegen bringen möge. Oesterreich-Ungar«. — Eine Warnung nach Petersburg. Die ,Kölnische Zig." meldet zu dem Besuche der Balkan fürsten in Petersburg aus Men, daß man dort die Häufung dieser Besuche merkwürdig finde zu einer Zeit, wo die Stimmung am Balkan wieder einmal ziem lich gereizt, und wo gerade Besprechungen im Zuge sind, das Verhältnis zwischen Men und Petersburg wieder normal zu gestalten. Es könne nicht ausblei ben,, daß durch diese Empfänge in den Herzen der Bul garen und namentlich der Serben, die im vorigen Jahre erst mit dem Empfange des Kronprinzen Georg in Petersburg ihre schlimmen Erfahrungen gemacht hätten, wiederum falsche Hoffnungen geweckt würden, wie an derseits die Türkei von neuem Mißtrauen erfüllt wer den müßte. Mt den Verhandlungen zur Verständigung zwischen Men und Petersburg, wie übrigens auch mit den Versicherungen von Racconigi, ließen sich aber diese Empfänge insofern schwer vereinbaren, als jene die Aufrechterhaltung des Status quo am Balkan zur still- chweigenden Voraussetzung hätten oder ausdrück- ich verkündeten. Oesterreichs Anschauungen seien die- er Tage erst wieder feierlich ausgesprochen worden n der Mitteilung über Ashrenthals Berliner Be streichungen. Man gewinne den Eindruck, daß die rus- chsche auswärtige Politik zurzeit zwiespältig sei und auf der einen Seite mit Gedanken mindestens spiele, die sie auf der anderen verleugne. «utzland. Die gelben Mächte gegen Rußland. In Petersburger politischen Kreisen gilt ein schwerer Konflikt zwischen China und Japan einerseits und Ruß land andererseits als unvermeidlich,. Gegen den Bau der Bahnlinie Kintschau-Aigun erhob der russische Ver treter im Peking Protest, den China unbeachtet läßt. Der Bau der Linie soll, wie in Peking beschlossen wor den ist, schleunigst durchgeführt werden. China zählt auf die Beihilfe Japans und bietet ihm dafür erheb liche Vorrechte im Rayon der Bahn. Dieses Vorgehen der gelben Macht wirkt in Petersburg wie eine Heraus forderung. Frankreich. - König Eduard in Paris. König Eduard von England wird Montag nachmittag in Paris ein treffen und den folgenden Tag dort verweilen. Mitt woch nachmittag wird der König die Weiterreise von Paris nach Biarritz antreten. Der Sultan Mulay Hafid von Marokko hat sich endgültig den Forderungen Frankreichs gefügt unid hat den Anleihevertrag unterzeichnet. England. — Eine recht charakteristische Gesetzes vorlage soll im englischen Unterhause eingebracht werden. Nach ihr sollen die aus Deutschland stammen den Waren nicht mehr den Vermerk tragM „Made in Germany", sondern .„nichtbritisch". Liegt darin das Zugeständnis, daß die Marke „in Deutschland herge stellt" sich, a ls eine Empfehlung der betr. Waren er wiesen hat? Amerika. Präsident T,aft erließ eine Proklama tion, welche weiteren 36 Ländern und Kolonien, die Minimalzölle einräumen, darunter auch sämtlichen deutschen Kolonien. — Der Generalstreik in Philadelphia soll am heutigen Freitag Ernst werden, falls die Di rektion der Straßenbahn sich nicht dazu versteht, die strittigen Fragen einem Schiedsgericht zu unterbrei ten. Die Arbeiterführer erklären, daß bei einem Generalstreik mehr als 100000 Mann in den Ausstano treten würden. Lokale und sächsische Nachrichten. — Eiben st ock, 4. März Einen würdigen Abschluß der diesjährigen Wintersaison bildete das vom Kauf männischen Verein am gestrigen Donnerstag im „Deutschen Hause' veranstaltete Fest „Ein Tag in Togo'. Vielversprechend war daS Programm und wir müssen zuge stehen, es hielt was e« versprach; die Veranstaltung war in jeder Hinsicht eine gelungene Zunächst beförderte unS die Togobahn nach Lome, eine Stadt, deren Besthligung sich wohl lohnte, sie bot ein überaus buntes Bild: Soldaten in der kleidsamen Uniform der Afrikakrieger, Neger, Seeoffiziere und ein zahlreiches dem tropischen Klima angepaßl gekleidetes Publikum bildete die Bevölkerung Lomes. Den Clou des Abends stellte die Ankunft des Staatssekretär» Dernburg dar. Unter Voraufmarsch der schwarzen Leibgarde betrat ein stattlicher Zug, gebildet von den Behörden Togos und einer Reihe Soldaten mit Herrn Dernburg den Ort. Nach einer schwungvollen Ansprache feiten» des Gouverneurs an den Herrn Staatssekretär nahm dieser auf einer Terrasse Platz, um ewigen interessanten Vor führungen der Bevölkerung beizuwohnen. Schutztruppler boten zunächst kriegerische Speerübungen. Ein Reigen, ge tanzt von jungen Damen, wirkte, exakr ausgeführt, sehr hübsch, sogar eine Gerichtssitzung bot sich dem Beschauer; hierauf trat ein schwarzer Nachtwächter „hoch zu Giraffe' unter vie lem Beifall auf. Ein Kriegstanz schwarzer Keulenschwinger bildete den Schluß dieser „Ehrenbezeugungen'. Herr Staats sekretär Dernburg, sichtlich belufligk, applaudierte lebhaft. Zwischen diesen Veranstaltungen wurde dem .Negerbier' usw. fleißig zugesprochen und wir können konstatieren, daß dieses Bier der Temperatur von 45 Grad im Schatten entsprechend, reißenden Absatz fand. Ein gelungener Vortrag über Afrika mit originellen Bildern fand ebenfalls verdienten Beifall. Der folgende Tanz, der die Teilnehmer bis in die frühesten Morgenstunden zusammenhielt, beschloß das schön verlaufene Fest und damit, wie schon eingangs erwähnt, die Ballsaison 1909/10 in glücklichster Weise. — Dresden, 2. März. Das Brandunglück auf der Dresdner Vogelwiese gelangte in der letzten Generalversammlung der Privilegierten Bogenschützengesell schaft nochmals ausführlich zur Erörterung. Der Brandscha den, den die Gesellschaft erlitten hat, beträgt rund 22000 M., während die Kosten der letzten Vogelwiese über 45 000 Mark betrugen. — D r e s d e n, 3. März. Die britische Vereinigung für olympische Spiele hat in ihrer Generalversamm lung beschlossen, sich an der internationalen Hy gieneausstellung Dresden 1911 zu beteiligen. - Dresden. Em hübsches Geschichtchen zirkuliert hier. Reist da kürzlich ous einer sächs. Provinzstadt ein gutsituierter Fabrikant nach Dresden, um Geschäfte abzu schließen und sich nebenbei zu amüsieren. Unterwegs lernt er im Koupee eine pikante junge Witwe mit etwa dreijährigem Kind kennen, die ihn so fesselt, daß er ihr vorschlägt, sie solle als seine Frau mit ihm in demselben Hotel absteigen. Die Sache wird perfekt, und eS wird am Abend von Beiden in der Elbresidenz tapfer pokuliert, bis sie Morpheu? in seine Arme nimmt. . . . Als dec Fabrikant spät am Morgen erwacht, fehlt ihm seine schöne Freundin und zugleich Brieftasche, Por temonnaie und Uhr. Erschrocken will er in seine Kleider fahren, muß aber die furchtbare Entdeckung machen, daß ihm die verduftete Schöne das rechte Hosenbein abgeichnitten hat, um ihn an der Verfolgung zu hindern . . . Entsetzlicher Zu stand. Sofort Telegramm an den Prokuristen: „Sendet 500 M.' Der meldets der anwesenden Gattin. Und diese ist selbst hinüber nach Dresden gefahren, wo sie ihr Männ chen fand mit einem dreijährigen Kinde, aber ohne Hosenbein'! — Leipzig, 2. März. Ein in der Kurprinzstraße in Stellung befindliches, 18 Jahre altes Dienstmädchen suchte sich heute vormittag in einem Zustande furchtbarer Aufregung selbst zu töten, indem eS sich mit dem Küchenbeile vor den Kopf schlug. DaS Mädchen brachte sich eine starkblutende Wunde bei, so daß eS mittels Kranken wagens in das Stadtkrankenhaus übergeführt werden mußte. — Leipzig, 2. März. Heute mittag ist die 64 Jahre alle, in Chemnitz geborene Rentenempfängerin Kleiber aus einem Fenster des dritten Stockwerkes ihrer in Reudnitz belegenen Wohnung auf die Straße gestürzt. Sie war so fort tot. Vermutlich liegt ein Unglücksfall vor. Die Frau litt sehr unter Afthmabeschwerden und hat sich wahrscheinlich, um besser Luft zu bekommen, sehr weit aus dem Fenster ge beugt, wobei ste LaS Gleichgewicht verlor. — Chemnitz, 3. März. Zu dem gestrig-n Raub- anfall sei mitgeieilt, daß daS Befinden deS Kassenboten Dürfe', (Nicht Berdel, wie infolge Hörfehler» zuerst ge meldet. D. R.), gut ist. Der Ueberfall spielte sich, wie nun