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stündliche aber in der Orthographie solcher fahrender Künstler auf alle Kopfneroen der Lehrer haarsträubend wirkende Begantmachunch! Noch nie dagewäsen! Einen verehrtes Puplichum die ganz ärgebene An- zeihge daS die beriehmte Seiltänzehr-Trupc Marco di Fla mingo heut Abend 8 Nr auff den Marchtplatze ihre allerlätze Vohrställung gäben wird und dabei ein Wunder der Drehsur vorgeführt wird, nämlig die Erlehrnung der Seiltanskuhnst in zwei Tagen von einem hiehsigen bekannten jungen Mann, der sich noch darzu in seinen kewöhnlihchen Klaidern auff den Seil protucciren wird. Noch nie dagewählen! Die guten Holtorfer lasen das staunend, stießen sich lachend in die Rippen, machten zweifelnde Gesichter oder leg ten nachdenkend die Finger an die Nasen, wer nur der .junge Mann" in der Stadt sem könne, der in 2 Tagen solche schwere Kunst erlernt haben sollte. „Is Schwindel!" sagte Schostersclwrsch zu seinem Nach bar Bunke, der einige Zeit gebrauchte, um die Seiltänzer- Grammatik und -Orthographie zu verstehen, trotzdem sie von seiner eigenen Schreibweise nicht wesentlich verschieden war. .Meinst Du's, Stehbock? Dann soll die Bande der Deubel holen! Ich geh hin und zahl 'n Sülbergroschen, un wenn s' mich Flausen vormachen tun, dann steig ich den swarzen Kerl mit 'r Pulizei auf 'n Puckel, er muß mich auch noch swanzig Pfund Haber un füfzig Pfund Heu bezahlen". .Die schreib man in 'n Schornstein, bei der Gesellschaft findest Du bloß gesattelte Flöhe und hungrige Kinder," lachte Schosterschorsch. «Fortsetzung folgt.) Vermischte Nachrichten. — Ein hübsches Schmuggel - Geschichtchen er zählt eine Dame in der .Voss. Ztg.": .Ich fuhr einmal von Berlin nach Wien im Damencoupe mit einer jüngeren Frau. In Letschen öffnete ich als disziplinierte Staatsbürgerin mein Handgepäck zur Zollrevision. Die Dame neben mir läßt das kalt. Sie nimmt nicht einmal die Schlüssel zur Hand. Der Zollbeamte tritt ein, sucht meine Sachen gewis senhaft durch und wendet sich zu meiner Nachbarin. .Aber i bitt Sie," sagt sie im schönsten Wienerisch, .es steht ja gar »et dafür, daß S' nachschaun. Wann ma nach Wien fahrt, was wird man denn va mitnehmen?" Wahrhaftig, der Appell an das patriotische Gefühl wirkte. Der Zollmensch klebte die Marken auf die uneröffneten Gepäckstücke. Vier Wochen später treffe ich die Dame in Wien, und wir verab redeten die gemeinsame Rückfahrt. .Aber diesmal werden Sie sich bequemen müssen, Ihre Koffer zu öffnen," sagte ich lachend, als der Zug sich in Bewegung setzte. .Abwarten und Tee trinken," meinte sie lachend. Wieder in Letschen. Diesmal ist's der sächsische Zollcerberus. Ich hatte meine Handtasche bereit. .Sie rührt sich nicht, liegt lang auf den Sitzen, räkelt sich ein wenig, als der Mann des Zollgesetzes in Sicht kommt und wirft nachlässig hin, diesmal in reinstem Hochdeutsch: „Aber ich bitte Sie (auf die verschlossenen Gepäckstücke weisend, die eine Anzahl neuer Wiener Modell toiletten enthalten), alles nur Reisesachen. Was wird man sich denn auch mitnehmen, wenn man nach Berlin geht!" Und wahrhaftig, auch der biedere Sachse fiel darauf rein." — El ne heitere Episode ist, wie der Bund berichtet, in der Budenstadt des Schützenfestes in Zürich passiert. In einer Bude produzierte sich ein Kraftmensch, der die Geschicklichkeit besitzt, seine Hände aus allen ihm auf gelegten Fesseln, auch wenn es Ketten sind, zu befreien. Er schrieb demjenigen, der ihm seine Hände, womit es auch sei, so bindet, daß er sie nicht frei bekommt, eine Prämie von 50 Franks aus. Schon verschiedene Personen versuch ten den Kraftmenschen zu schließen; so hatte ihn auch ein Schlosser mit einer nagelneuen Kette gebunden, ein zufällig anwesender Thurgauer Landjäger legte ihm die Kette an — vergebens. Immer wieder konnte sich der Kraftmensch unter dem Beifall des Publikums losbringen. Dieser Tage erschien nun auf dem Festplatz der Landjäger Hurler von Zürich und erbot sich, mit der hier zum Schließen von gefährlichen Ver brechern üblichen Kette die Hände des Kraftmenschen zu schließen. Das Angebot wurde freundlich angenommen und der Landjäger schloß nun unseren Mann. Nun begann die Befreiungsprozedur. Doch wie sich der Kraftmensch auch anstrengte, wie er sich auch wand, die Kette schloß fest und hielt stand. So gings 2 Stunden lang. Die Hände des Kraftmenschen waren nun vollständig aufgeschwollen und er gab die Bemühungen auf. Nun wollte inan aber dem Land jäger die verdienten 50 Franks nicht auszahlen. Aber das Publikum nahm eine so drohende Haltung an, daß der Bu denbesitzer — nol6U8 volens — die 50 Franks schwitzen mußte, wollte er seine Bude nicht riskieren. Die Ketten der Züricher Landjäger sind also sicher. — Unlautere Konkurrenz. Einbrecher: „Schlechte Zeiten! Nichts mehr zu holen! Wo man hinkommt, war der Gerichtsvollzieher schon da!" Wettervorhersage für den 5. September 1907. Vorwiegend trübe mit Regenfällen, ziemlich starke Westwinde, kühl. L^»«I»reL-8«Ietv LsiäsukLkriilt. AUrlvU. Mitteilungen des König!. Standesamts Ktvenstock vom 28. August bis mit 3. September 1907. Aufgebote: a. hiesige: Der Steinschläger Robert Richard Rothen berger in Zwickau-Marienthal mit der Hulda Friederike verw. Schlegel geb. Weyhrauch hier. l>. auswärtige: Der Maschinenschlosser Johannes Alfred Kern hier mit der Damenschneiderin Anna Marie Eincrt in Freiberg. Der Grenzauf seher Karl Eduard Hesse hier mit der Marie Margarethe Bühlmann in Naumburg. Eheschließungen: (Nr. 53.) Der Wild- und Geslügelhändler Franz Otto Kühne in Leipzig mit der Krankenpflegerin Martha Anna Jugelt hier. Geburten: (Nr. 229—334.) Olga Herta, T. deS Geschirrführers Carl LouiS Siegel in Wildenthal. ElSbeth, T. deS Fabrikarbeiters Fried rich August Neubert hier. Klara Konstanz«, T. deS Handarbeiters Friedrich Emil Glyhcr hier. Ernst Julius, S. deS Maschinenstickers Erdmann Richard Lenk hier. Maria Klara, T. deS MaschincnstickerS Gustav Ernst Stemmler hier. Gertrud Johanna, T. deS Postschaffners Kurt Reißig hier. Sterbesälle: (Nr. 182—167.) Friederike Wilhelmine Hutschenreuter geb. Weigel hier, eine Ehefrau, 40 I. 5 M. l T. Fritz, S. deS Barbiers Ernst Alban Sternkopf hier, 2 M. 23 T. Emilie Alnia Stemmler verw. gew. Schmalfuß geb. Scheiter hier, eine Ehefrau, 46 I. 5 M. 22 T. Fritz Rudolf, S. deS Formers Friedrich August Viehweg hier, II. 4 T. Arno Martin, S. des Güterbodenarbeiters Ernst Friedrich Rosenfeld hier, 4 M. 7 T. Kurt Julius Brandt, Gemeindevorstand in Carlsfeld, 46 I. 7 M. 29 T. Kirchmnachrichtm aus Schöu-eide. Freitag, den 5. September 1907, abends '/^9 Uhr: Bibel st und«, Pfarrer Wolf. Zwickauer Viehmarktsbericht vom 2. Septbr. 1907. Zum Verkauf standen: 285 Großvieh (Ochsen, Bullen, Kühe, Färsm Stiere und Rinder), 61 Kälber, 295 Schafe und Hammel und 862 Schweine. Die Preise verstehen sich bei Rindern und Schafen für 50 lex Schlachtgewicht, bei Kälbern für 50 lex Lebendgewicht und bei Schweinen für 50 Kx Lebendgewicht mit 20 pCt. Tara per Stück —. Be zahlt wurden: Ochsen: a) vollfleischige, auSgemästete höchsten Schlacht- werteS bis zu 6 Jahren 81 , d) junge fleischige nicht auSgemästete und ältere ausgemästete 78 , v) mäßig genährte, junge, gut genährte ältere 73 , ä) gering genährte jeden Alters . Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 78 , i>) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 74 , e) gering genährte 72 . Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a) vollfleischigr auSgemästete Färsen, Stier« und Rinder höch sten Schlachtwerte» 80 , b) vollfleischige auSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bi« zu 7 Jahren 77—79, o) ältere auSgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 73—75, <i) mäßig genährte Kühe und Färsen 64—67, e) gering genährte Kühe und Färsen 52 Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfund: Kälber: a) feinste Mast- (Vollmast) und beste Saugkälber 50—53, d) mittlere Mast- und gute Saugkälber ——48, o) geringe Saugkälber 44 , <i) ältere gering genährte Kälber (Fresser) , Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 85 , d) ältere Masthammel 83 , o) mäßig genährte Hammel und Schafe (Merzschafe) . Schweine: ») vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu I'/« Jahren 68—70, t,) fleischige 68 , cj gering entwickelte, sowie Sauen 62-64 Pfg. Oesterreichische Ochsen —. Tendenz: Schweine mittel, Rinder, Schafe und Kälber langsam. Neueste Nachrichten. (Wolff'S Telegraphisches Bureau.) — Berlin, 4. September. (Amtliche Meldung.) Der Schnellzug Nr. 6 ist auf der Strecke Rehfelde-Slraußberg entgleist und steht in Flammen. Beide Hauptgleise sind gesperrt. Ein Lokomotivbeamler und 8 Reisende wurden leicht verletzt. Die Verletzten und die übrigen Reisenden sind mit dem Hilfszug nach Straußberg befördert worden. Die Weiterbeförderung erfolgte mit dem nach Berlin zurück kehrenden Schnellzuge Nr. 13. Die Dauer der Störung wird voraussichtlich mehr als 12 Stunden betragen. — Helgoland, 3. September. Die „Deutschland" mit dem Kaiser an Bord ist nach Beendigung der Evo lutionen und Gefechtsübungen der Hochseeflotte nachmittags 5 Uhr hinter der Düne von Helgoland vor Anker gegangen. Der Kaiser begab sich nach dem Ankern wieder an Bord der „Hohenzollern", die ebenso, wie die „Deutschland" bis morgen früh vor Helgoland bleivt. Die einzelnen Verbände der Flotte sind zu den morgen beginnenden strategischen Manöver» detachiert worden und dampften außer Sicht von Helgoland. — Innsbruck, 3. September. (Privaltelegramm.) Die Staatsanwaltschaften von Trient und Rooeredo beendeten die Untersuchungen wegen der Ueb erfülle auf die deutschen Turner; in Trient fanden bereits fünf Verhandlungen statt. Die Hauptverhandlung findet vor dem Kreisgericht zu Roveredo in den nächsten Tagen statt. Die Verhandlungen in Trient endeten mit der Verurteilung von 7 Angeklagken zu Arreststrafen von 5 bis 12 Tagen. — B r ü s s e l, 3. September. (Privattelegramm.) Eine Brandstifterbande setzt die Umgebung von Aelst in Schrecken. 35 Häuser wurden in den legten Wochen durch Brand vernichtet. In der letzten Nacht fanden 5 große Brände statt. Heute wurden an den Mauern Plakate ge funden, worin für diese Woche 5 neue Einäscherungen ange kündigt werden. Die Gendarmerie fand noch keine Spur von den Verbrechern. — Paris, 3. September. Wie die Agence Havas aus San Sebastian meldet, ist die Blättermeldung, daß vr. Moore aus Bordeaux in San Sebastian eingetroffen sei, um eine Operation beim Könige vorzunehmen, unzutreffend. Der Besuch sei lediglich freundschaftlicher Natur und bereits seit längerer Zeit in Aussicht genommen gewesen. — Ottawa, 3. September. Ein Zug der Canada Pacific-Eisenbahn entgleiste auf der Fahrt nach Toronto. 5 Personen wurden getötet, mehrere verletzt. Lllssölliemkr veutsolioi VMiedorunsss-Vorkiii in Luk QsZSNssitiokstt. —U Qszrünckst 1875. Unter Qarnntis cksr Ltuttgartsr düit- unck KückvarsietisrunZs-AktisnZsssIlsettskt. Kspitslsnlsos über 50 käillionsn käark. n Lakbpüiokt-, DnfaÜ- u. liebens-Versiekeriinßf. ktOiMts, Vei-ziclmunBiisiWMH, Inti'rgrlotmisiiin, cmsis jst» mitm luslüintt demtmsiigrt um! boctensni iluccli Vsrtrstsr: Hvrinaaa Lodnsiäsrwsisiör in LidovstooL. ö»!»mlkil'8icbitll»gi!t»l»l Vertreter Lll8 Liisa 8tLll<iea llderLil xesuckt. dtzi Kccctlicbci' lilgsng MrMVl)l) Vetsiclistuugöu. I cs. Wü Lritlants» blendend schönen Teint, weiße, sammetweiche Haut, ein zarteS, reines Gesicht und rosiges, jugendfrisches Aussehen erhält man bei tägl. Gebrauch der echten Steckenpferd-Lilicnmilchseise v. Aergman« L tza., Radebeul mit LchlHmart-: Si-ckenpserd. L St. 50 Pf. bei: Apotheker (Md-tsi^cliude de7 »rsili» IL. Einen grotzen Posten weiche Birnen als: Weizenbirnen, Sommer- Blankbirne«, Rettichbirnen, u noch verschiedene andere Sorten; auch 3 Sotten Aepfell (einen besten Muß apfel) empfiehlt billigst KLIn« 1. Oktober beziehbar, hat zu vermie te» Kermaun Weiße, Korbgeschäft. Der heutigen Gesamt- auflage liegt ein Prospekt deS Herrn I. R. Jebsen, Lastl- Sottmingrrmühlr (Schweiz) bei. Wir empfehlen die Beilage der Aufmerk samkeit unserer Leser. VoLvs chLASLSs«. Gestern nachts V,3 Uhr verschied nach langem, schweren, in Geduld ertragenem Leiden mein viel zu früh dahingeschiedener Sohn, unser herzensguter Bruder und treusorgcnder Onkel Kurl <IuIiii8 ürsuäl KiMilili«!M8lsiil1 ui LiMelli im Alter von 46 Jahren 8 Monaten. Dies zeigen hiermit tiefbetrübt an INKsnstovk, den 3. September 1907. Die Beerdigung des teueren Entschlafenen findet Freitag nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause in Eibenstock aus statt. Mruchöandagen, Leiööinde», Suspensorien, Äumrni- «nterka-en usw., desgl. Aarsiimerie- artikek, KiHaerangentot, Jettseifen, Higarre« u. tzigaretten, Spezialmarke: Salem-Aleikum, empfiehlt billigst ^ast, Postplatz. (P. Roßner Nachf.) Alle künstl. Haararbritrn liefert d. O. MchßvUÄ« »elilsikkt va! Haus - OrdmiWn sind vorrätig bei Emil Hannebohn. Mittwoch, ! de« 11. September 1S07: ! Gla-sbsplsl ! drs Drrsdnrr Gptrn-Lnscinblrs. ! ! „kiel'kgsbiei'M 8niII»." ! Teilnehmenden Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß heute Morgen 6 Uhr unsere teuere Gattin und Mutter Frau Hali!» kktlerbm-n geb. Miihlig in ihrem 54. Lebensjahre nach langem schweren Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet Jamitie Lei-manu kteüerkoru. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 7. dss., nach mittags 3 Uhr vom Trauerhause aus statt. Herzlicher Dank. Für die uns so zahlreich zugegangenen Aeußerungen der Teil nahme an dem unersetzlichen Verlust unserer teueren Entschlafenen Kim» kmilie Aemmler geb. kebeiter sprechen wir allen, die uns durch Beileidskundgebungen und Blumenspenden sowie Singen und das Begleiten zur letzten Ruhestätte in unserem tiefen Schmerze getröstet haben, unfern herzinnigsten Dank aus. Tiefgefühltesten Dank auch allen denen, welche die Dahingeschiedene in ihrer schweren Leidenszeit durch Wort und Tat getröstet, und uns durch Spenden der Liebe für dieselbe unterstützt haben. Gott möge ihnen allen ein reicher Vergelter sein und sie vor ähnlichen Schicksalsschlägen bewahren. Librnftock, Scrlin, Zwickau, Falkrnftrin und Oberwiesenthal, den 4. September 1907. Die trauernden Hinterlassenen. Einige geübte Schiffchensticker u. Schisschcnauspasscr suchen zum baldigen Antritt L. 2. vörüsl Lokus. Läuferschweine und Ferkel, beste Rasse, empfehlen billigst «vbr. »Seltvl, Iothenkircheu, Telephon Nr. 17. 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