Suche löschen...
Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung : 15.11.1904
- Erscheinungsdatum
- 1904-11-15
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id426614763-190411157
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id426614763-19041115
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-426614763-19041115
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts ...
-
Jahr
1904
-
Monat
1904-11
- Tag 1904-11-15
-
Monat
1904-11
-
Jahr
1904
- Links
- Downloads
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
lernt. Tausende verdanken ihr Leben, ihre Gesundheit der recht zeitigen Befolgung der sanitären Maßnahmen und Vorbedingungen, für deren Verständnis im Lause der militärischen Ausbildung die Grundlage gelegt wurde. Da« japanische Heer hat auch dielen Vorzug von dem deutschen Vorbilde übernommen und ist dabei, wie man sieht, nicht schlecht gefahren. Locale und sächsische Nachrichten. - Eibenstock, 14. November. Sein erste« Stiftungs fest feierte am gestrigen Sonntag abend im Feldschlößchen der hiesige Radfahrer-Club .Saxonia", zu dem auch der Auer Radfahrer-Verein erschienen war. Die Beteiligung war eine außerordentlich starke, wozu wohl vielfach auch da» Auf treten des jugendlichen Kunslsahrerpaare» Paul und Elsa Groß aus Crimmitschau beigetragen haben mag. Eingelcitet durch den Radfahrcrmarsch und ein weitere« Konzertstück unserer Stadt kapelle, verla« der Vorsitzende Herr Kling einen Prolog, worauf ein Niedcrrad-Aunstfahren seilen« de» Paul Groß stattfand. Nach zwei weiteren Konzertstücken wurde ein von Mitgliedern de» Verein» gefahrener Sechser-Reigen aufgeführt, dessen Exakt heit Zeugni» von den mühevollen Uebungistunven ablegte. Als dann trat zu einem Duett Kunstfahren da» Geschwisterpaar Groß auf. E» mag noch, wie auch gestern abend der Herr Vorsitzende bekannt machte, erwähnt sein, daß da» Alter der Elsa Groß nicht >2, iondern erst 9 Jahre ist. Diese kleinen Künstler produzierten Sachen, die man für fast unmöglich halten sollte. Und mit welcher Grazie wurde alle» ausgeführt! E» ist staunenswert, daß Kinder in diesem Alter eine derartige Sicherheit aus dem Rade besitzen können. — ES folgte sodann ein gut zur Darstellung gebrachte» einaktige« Lustspiel .Die Medaille", woran sich ein abermalige» Niederradkunstfahren anschloß. Ein Schlußgalopp beendete da» reichhaltige und dem Publikum de» Angenehmen so viel geboten habende Programm, regte auch für den folgenden Ball die Tanzlust an, die sich denn auch noch für eine Reihe von Stunden wach hielt. Wir wünschen dem jungen Verein ein weitere» Blühen und Gedeihen und rufen ihm ein kräftige» .All Heil" zu. — Eibenstock. Wie au» dem Inserat in vorliegender Nummer ersichtlich, ist da« von früher her noch gut bekannte Koppe'schc Figurcn-Theater wieder hier cingetroffen und giebt vom Bußtag ab im Schützenhau« Vorstellungen, und zwar findet nachmittag« eine solche für Kinder und abend« eine für Erwachsene statt. Zur Aufführung gelangt beide Male da« dem Ernst de« Tage» angemessene Reformation» - Drama .Marlin Luther". Die Vorstellungen dürften sich wie früher auch jetzt wieder guten Zuspruchs erfreuen. — Schönheide. Am Sonnabend abend geriet in 4. Klaffe auf der Fahrt von Aue nach Bockau ein junge« Mädchen in große Bedrängnis, wa» sie veranlaßte, die Notbremse zu ziehen. Die Schuldigen waren 2 Arbeiter au« Bockau und einer au» Eiben- st o ck. In flegelhafter Weise belästigten sie die Mitreisenden Passa giere und gingen sogar zu Tätlichkeiten über. Dabei warfen sich die Raufbolde auch auf da» Mädchen, worauf dasselbe seine Zu flucht zur 'Notleine nahm. Der Zugführer nahm zwei in Ge wahrsam, einem gelang e» allerdings weiterzufahren, derselbe wollte noch vor der Einfahrt in den Eibenstocker Bahnhof den Zug verlassen, woran ihn die Mitreisenden hinderten. Aus dem Bahnhof zu entwischen gelang ihm gleichfalls nicht. Die Folge wird eine empfindliche Strafe sein. — Dresden, 11. November. Heute früh wurde der Sohn eine« auf der hiesigen Feldherrenstraße wohnhaften Privatu» plötzlich vom Wahnsinn befallen, sodaß die Eltern de» Unglücklichen genötigt waren, Hilfe herbeizuziehen. Al« zu diesem Zwecke ein bei der Nachbarin zur Untermiete wohnender junger Mann die Wohnung Le« Privatu» betrat wurde er von dem Wahnsinnigen durch einen Rcvolverschuß in den Unterleib schwer verletzt, sodaß sich sofortige Uebersührung in da» Krankenhaus notwendig machte. Der Geisteskranke wurde von der Behörde in Gewahrsam genommen. — Leipzig. Am Mittwoch abend nach 9 Uhr geriet der Dachstuhl de» Hause» Emilienslr. Nr. 11 in Leipzig in Brand. Die herbeieilendc Feuerwehr richtete an einem der Giebel die große Schiebeleiter empor, auf welcher der 28 jährige Feuer wehrmann Nicolai mit dem Schlauche bi» oben hinauf stieg. Da setzte plötzlich der Sturm mit einem gewaltigen Stoß ein, drehte die Leiter und warf sie gegen die Gicbelseite de« Nachbar hauses. Dabei wurde der oberste Schieber der Leiter, auf dem der Feuerwehrmann stand, umgeklapp», sodaß dieser in die Tiefe stürzte. Nicolai wurde schwer verletzt in das Krankenhau» gebracht. — Chemnitz, II. November. Die hiesige Gewerbekammer hat an eine große Anzahl Obermeister und JnnungSauSschüffe der Städte de« Kammcrbezirk» Anfragen wegen Errichtung von Kreditgenossenschaften gerichtet. Fast au» allen Orten lauteten die Antworten dahin, daß man diesen Genossenschaften keine oder nur wenig Symphatien entgegenbringe. — Chemnitz. Bedeutenden Schaden hat hier der in den letzten Tagen herrschende orkanartige Sturm angerichtet. Neben den zahlreichen Störungen an Telegraphen- und Tele phonleitungen sind viele Gebäulichkeiten beschädigt worden. Am Schloßteich an der MattheSstraße wurde der 67 Jahre alte Privatier Kaufmann von dort vom Sturm an einer abschüssigen Stelle in den Teich gehoben und ertrank. In der Voigislraße wurde ein größerer Schulknabe von einem vom Wind herab geworfenen Essenteil so schwer am Hinterkopfe getroffen, daß er neben anderen Verletzungen einen Schädelbruch erlitt. Arg ge haust hat der Sturm auch unter anderem an den Jahrmarkts ständen. Viele Buden wurden glatt umgeworsen, andere wieder beschädigt und die ausgestellten Waren zum Teil demoliert, sodaß die JahrmarklSfieranten ziemlichen Schaden neben dem Ein nahmeausfall erlitten haben. — Plauen i. V., 12. November. Der Handarbeiter Günnel au» Mühlgrün bei Auerbach im V., der dort im September d. I. seine Frau mit dem Beil erschlagen hat, ist heute vom hiesigen Schwurgericht wegen Totschlag» zu 12 Jahren Zuchthau« verurteilt worden. — Plauen i. B. Eigentümliche Krankheit«-Er- scheinungen haben sich kürzlich bei einem hiesigen Herrn ge zeigt, der plötzlich eine wesentliche Verminderung seiner Sehkraft wahrnahm, al« er frühmorgen» sein Blatt zur Hand nahm und auf einmal nicht« lesen konnte. Da« änderte sich auch im Lause de» Tage« nicht, so daß er sich veranlaßt sah, zu einem hiesigen Augenarzt zu gehen. Dieser stellte fest, daß die Erkrankung ihre Ursache nickt in einer Erkältung, wie der Patient vermeinte, son dern im Genüsse von verdorbenem Fleisch haben müsse. Auf Besragen fiel dem Patienten schließlich ein, daß er wenige Tage vorher allem Anscheine nach nickt mehr ganz frischen Aal in Gelee genossen hatte, wodurch eine Blinddarm-Entzündung ent stand, die sich merkwürdigerweise auf die Augen übertragen hat. Erst in etwa 14 Tagen oder drei Wochen hat der Arzt Genesung in Au»sicht gestellt. — Aue, II. Novbr. Eine recht unangenehme lieber- raschung gab e» heute vormittag in der II. Stunde für die Bewohner einer Anzahl Häuser, die in der Nähe de« Geßnerschen Betrieb»graben« liegen. Der B»trieb«graben hatte Stauwasser und lies über, sodaß plötzlich ein großer Teil de» Markte», eine Anzahl Keller, sowie Höfe und Betriebsstätten unter Wasser standen. Bohlcn, mit denen der BetriebSgraben abgedeckt ist, wurden au«gchoben usw. Auf wessen Verschulden e» zurückzu führen ist, daß der BetriebSgraben in solcher Weise angestaut wurde, ist noch nicht bekannt. — Kirchberg. Au» Kirchberg» Vergangenheit werden folgende 2 heilere Episoden der Nachwelt überliefert: Zweimal mußten unsere Altvordern im verflossenen Jahrhundert wegen »Ausruhre»" durch Militär gedämpft werden. Da« eine Mal erschien ein Oberstleutnant Jeschky im Jahre 1830 und verkündete mit redegewandter Zunge: »Ich habe Befehl, zur Dämpfung der Unruhen in Kirchberg einzurücken. Wa» ist Kirchberg? Ich suche auf der Karte von Europa und finde e» nicht; ich suche aus der Karte von Deutschland und finde e» nicht; ich suche auf der Karte von Sachsen und finde c« nickt; ich suche endlich aus der Karte de« Zwickauer Kreise» — da liegt diese» Nest in einem Winkel. Und dieser Punkt in der Welt will Rebellion machen? Ich werde einen Gefreiten und zehn Mann hier lassen. Hilft da» nicht», so schicke ich einen Leutnant mit einem Zug, hilft da» nicht», so schicke ich einen Hauptmann mit einer Kompanie; hilft da« nicht», fv komme ich selbst mit dem ganzen Regiment — aber da wird da» Nest der Erde gleich gemacht!" Der Ge freite mit zehn Mann genügte. Da» andere Mal geschah im Jahre 1848/49. Da die Stadt Kirchberg auch dem Führer dieser militärischen Abteilung nicht bekannt war, mußte aus der Landkarte lange gesucht weiden. Auch diesmal war wiederum ein Punkt bloß, den der Führer, wenn die Einwohnerschaft sich nicht beruhigen wollte, »einfach wegzuwischen" drohte. Die Alt vordern scheinen aber beide Male sich eine« Besseren besonnen zu haben, denn der Punkt ist noch vorhanden und erfreut sich heute eine« größeren Bekanntseins. — Lauter, II. November. Am Montag abend geriet die Tochter der Korbmacher« Brehm durch Unvorsichtigkeit beim Petroleumeingießen über und über in Brand. Sie rannte aus die Straße, wo ein Herr da« Feuer durch Ueberwerfen eine« Rocke» erstickte. Da« arme Mädchen starb jedoch nach furcht baren Leiden gestern an den erlittenen Brandwunden. — Raschau, 11. November. Schweren Schaden hat eine Windhose, die am Donnerstag morgen gegen 5 Uhr durch da» Mittweida-MarkerSbacher Tal trieb, daselbst angerichtet. Da selbst entdachte sie den 4 stückigen Trockenturm der Müllerschen Papierfabrik und schleuderte da« Dach auf den etwa 200 Meter davon stehenden neuerbauten Gasthof »zum Schweizerhof". Durch die Wucht de» niederfallenden Turmdache» wurde dort da» Dach de« Saalgebäude» durchgeschlagen. — Rodewisch, 11. November. In der Bleicherei und Appreturanstalt von Schürfer u. Co. stürzte der Arbeiter Loui» Badstübner in einen mit siedendem Wasser gefüllten Bottich und zog sich dabei so schwere Verletzungen zu, daß er nach wenigen Stunden starb. — Rautenkranz, II. November. Der dieser Tage herrschende orkanartige Sturm hat hier ein Menschenleben ge fordert. Als der Gesckirrführer Seidel im Georggrüner Forst arbeitete, brach der Sturm einen ziemlich starken Baum und schleuderte denselben auf Seidel. Er wurde so unglücklich und so schwer getroffen, daß er nach 2 Stunden verstarb, ohne da» Bewußtsein wiedererlangt zu haben. — Die von der Ortsgruppe Plauen des Alldeutschen Ver bände» eingeleilete Sammlung von WeihnachtSgaben für die deutschen Krieger in Südwestafrika wird mit dem 20. November abgeschlossen werden. Wer also Lazu noch beitragen will, tue e» bald. Bi» jetzt sind insgesamt 3300 M. in bar eingegangen außer Hunderten von Paketen mit Zigarren, Tabak, Schokolade, Kakao, Tee, Tasckentüchern, Handtüchern, Strümpfen, Leibbinden, Büchern, Messern, Zieh- und Mund- Harmonika». Versandt sind bi» jetzt 86 Feldpostpakete, darunter je ein Paket rn Herrn Generalleutnant von Trotha und Gou verneur Oberst Leutwein. Ferner sind 25 große Kisten im Durch schnittsgewicht von einem Zentner abgegangen; weitere 10 Kisten werden demnächst folgen. — Zu der gewiß von manchem GeschäftSmanne gestellten Frage »Soll man klagen?" führt da» Leipz. Tagebl. folgende» au»: Je näher der Schluß de» Jahre» hcranrückt, desto mehr erinnert sich der Geschäftsmann an die sogenannten faulen Zahler, die er in größerer oder geringerer Zahl in seinem Konto führt. Wenn er nun auf gütlichem Wege nicht zu seinem Gelbe ge langen kann, auch mehrere Mahnbriefe trotz ihre« sehr energischen Tone» nicht« fruchteten, so steht er vor der Erwägung, ob er klagen soll. Mancher glaubt, daß er im Falle der Klage nur da» gute Geld nach dem schlechten werfe. Deshalb unterläßt er e». E« ist aber unrichtig, sich durch die Erfolglosigkeit in ein zelnen Fällen überhaupt von der Beschreitung de» Rechtswege» abhallen zu lassen. Man soll nicht die faulen Außenstände ein fach abschreiben und dann ruhig verjähren lassen. Da« Richtige ist vielmehr, da« Klagen zur Regel zu erheben. Man klage auch zweifelhafte Außenstände au» und ziehe dann die Bilanz au» leinen sämtlichen Prozessen. Da« Ergebnis wird sein, daß man fast stet» einen Ueberschuß über die Kosten erzielt. Da« grund sätzliche Nichtklagen ist niemals und in keiner Beziehung emp fehlenswert. E« fördert nur die Laxheit im Geschäftsverkehr. Wird jeder faule Zahler prompt verklagt und gepfändet, schließlich auch auf die Manifestantenliste gebracht, so trägt die» zur Klärung der Kreditverhältnisse nicht wenig bei. Kin Worpostengefecht am Zaku. Skizze au» dem russisch-zapanischen Kriege. Von Paul G^eorg^Thaler. Ein trüber, nebelgrauer Morgen läßt auch heut wieder einen Regentag erwarten, wie e» nun schon wochenlang geregnet oder mindesten» genäßt hat. Auf einer steilen Anhöhe, einige Meilen nordöstlich vom 3alu entfernt, halten der Regimentskommandeur und sein Adjutant, vorsichtig jede Deckung benutzend, an der Waldlisterc auf ihren erschöpften Rosien und spähen angestrengt mit den Ferngläsern hinunter in der Richtung nach dem Jalu, denn schon in der Nacht wurde von einer Kosaken - Patrouille gemeldet, daß eine bedeutende feindliche Abteilung den Fluß teil« schwimmend, teil« aus Pontonbrücken überschreite. Nach Entgegennahme dieser Meldung hatte der Kommandeur seine übergroße Müdigkeit ab geschüttelt und war den Berg hinangcsprengt, um selbst zu beobachten, während die von ihm geführte Vorbut, ein Infanterie-Regiment und »ine Abteilung Artillerie, nachrückte, so schnell sie »« nach den außerordentlichen Strapazen der letzten Tage und Wochen vermochte. Noch ist der Nebel so dicht, daß er eine weile Fernsicht nicht gestattet, und unwillig über da» resultatlose Ausspähen wendet sich der Kommandeur an seinen Begleiter: »Setzen Sie nur auch da» Gla« ab! Wir könnten Adler augen besitzen und würden diese« abscheuliche Grau doch nicht durchdringen. Und schneller al« unsere Vorhut kann der Feind keine«fall» diese Höhe erreichen, er müßte denn im buchstäblichen Sinne beflügelt sein." Er steigt au« dem Sattel und gibt den Zügel de» Pferde» frei, um e» sich nach Belieben ausruhen zu lasten, und der Adjutant folgt sofort seinem Beispiele. Die beiden kraftvollen, männlich kühnen Gestalten schreiten nebeneinander langsam aus und ab, sich reckend und dehnend, um die steifgewordenen Glieder wieder,beweglich zu machen, und nehmen ab und zu einen kleinen erwärmenden Schluck au» ihren Feldflaschen. Während sic über ihre ernste Situation sprechen und die Pläne für die nächsten Stunden mit allen ihren Eventualitäten sich zurecktlegen, ver säumen sie aber nicht, trotz de« Nebel» immer wieder mit den Gläsern hinau»zuschaucn. So vergeht wohl eine Stunde, da beginnt der Nebel lang sam zu entweichen und e» beginnt zu tagen. Noch wenige Mi nuten, und bi« an den Jalu, der wie ein weißer Silbersaden durch da» öde Land sich hinzieht, reicht jetzt ihr Auge, aber — vom Feinde keine Spur. Da« ganze Terrain ist so hügelig, daß selbst größere Truppenmengen völlig gedeckt bi» in die nächste Nähe de» Berge» fick heranbewegen können. Dagegen wird c» hinter den beiden Spähenden, die vor sich so gar nicht» entdecken können, jetzt lebendig. Auf den schmalen, vom vielen Regen schlüpfrigen Pfaden marschiert da« Infanterie-Regiment heran, welche« heut zu der Ehre erhoben worden ist, die Vorhut zu bilden und den Feind zu empfangen. Freilich ist von Freude über diese Auszeichnung in den Mienen der Herannahenden nicht« zu lesen. Den Kops tief nach vorn gesenkt, schmutzbesudelt von oben bi» unten, kommen die total Erschöpften aus der Höhe an, mehr wankend al« marschierend, und mancher Fluch wird hörbar, wenn einer über Wurzeln oder Steine stolpert, hinsällt und dadurch die Nach rückenden aufhält. Nicht alle so Gefallenen sind imstande, sich wieder zu erheben, und von scheltenden Kameraden müssen diese einige Schritte abseit« vom Wege getragen werden, wo sie liegen bleiben können, um ihrem Schicksal anheimzufallcn, bevor sie den Feind noch sahen. In geschlossenen Kolonnen hat da« Regiment endlich den Gipfel de« Berge» erreicht, und der Oberst gibt sofort Befehl, in Schützenlinien dicht am WaldcSrande auszuschwärmen dann, — da« Gewehr im Arm — sich niederzulegen, den Blick nach Südosten zu gewandt, dem Feinde entgegen. Nur etwa eine Viertelstunde später hat auch die Artillerie unter noch größeren Anstrengungen ihren Standort linksseitwärt» von der Infanterie erreicht, die Geschütze fahren auf, die Pferde werden abgespannt und in der Nähe angekoppelt, und bald liegen die Bedienungsmannschaften, die ja nicht wie die Infanteristen auch sich selbst nur und ihr Gepäck heraufzuschleppen hatten, sondern tüchtig in die Räderspcichcn der Kanonen mit eingreifen mußten um den schweißtriefenden Pferden da» VorwärtSkommen in dem aufgeweichten Boden zu ermöglichen, auch sie liegen mit der Front nach dem Jalu hin aus dem Erdboden. Der Kommandeur schaut, nachdem er sich von der genauesten Ausführung seiner Befehle überzeugt hat, wieder unverwandt hinau» in die Ferne. Wenn doch sein Auge nur diese Hügel wellen durchdringen könnte, die zwischen ihm und dem Flusse liegen! — »Herr Adjutant, können Sic auch noch immer nicht» entdecken? Nicht» auf der ganzen Linie?" »Absolut nicht», Herr Oberst. E» ist nahezu unheimlich! Die Japaner scheinen unterirdisch, Maulwürfen gleich, heran zurücken!" »Scherz beiseite, Herr Adjutant, jetzt bemerke ich Bewegungen dort drüben auf der zweiten Hügelkette. Sehen Sie, bitte, mal recht scharf hinüber." »Wahrhaftig, Herr Oberst! Jetzt — sehen Herr Oberst? — Da — dort — und auf der ganzen Linie." Und nun sehen sie alle mit unbewaffneten Augen schon den Feind. In dichten Bataillon«kolonnen kommen die Japaner über jene Hügel, und während die russische Infanterie vorläufig nur zusehen kann, weil die Entfernung noch zu weit ist, schätzen die Geschützführer rasch die Entfernung ab, um die Gelegenheit mög lichst auszunutzen, solange der Feind geschlossen vorrückt und so da« sicherste Ziel bietet, die Kommandorufe ertönen laut und be stimmt: »Bister 3500." — Da schwärmen die Japaner auf der ganzen Front im Laufschritt in Schützenlinien au«, springen im Laufschritt bi» an die erste Hügelkette vor dem von der russischen Vorhut besetzten Berge und — sind verschwunden, bevor noch ein Schuß gefallen ist. Fluchen und Schelten unter den Russen! — »Aber kommt nur erst über die letzten Hügel, unser Berg ist steil, und keiner von euch soll heraus!" E» vergehen einige Minuten banger Erwartung. Die Ja paner vollenden hinter der letzten schützenden Deckung ihre Auf stellung in Gcfechtiformation und bereiten sich vor zum Sturm, zum Sturm mit dem Bajonett. Denn mit der Kugel wird den gut gedeckten Russen nicht gut beizukommen sein. Und nun geht» vorwärt», da» Bajonett in der Faust. Lin Wink mit dem Degen feiten» de« Kommandierenden, und die Trommler schlagen ihre dumpfen Wirbel zum Sturm in gleichem Schritt. Nun können sie den russischen Geschossen nicht mehr entfliehen. Keine Sandwelle mehr! Kein Baum oder Strauch mehr weit und breit. Und bum — bum — bum — da donnern sie schon herüber, die Feuerschlünde, ihre Granaten und Schrapnel» aul speiend auf, nein noch nicht auf, sondern stet« über die Reihen der Japaner hinweg. Eine einzige, schmal« Linie ist eben nicht so leicht zu treffen, und da sich die Entfernung mit jeder Minute wesentlich ändert, weil die Schützenlinien meist im Laufschritt, im Sprung Vorgehen, so verursacht da» Entfernung»schätzen und Um stellen der Visiere den Russen große Schwierigkeiten und Unter- brechungen. Hin und wieder fegt aber schließlich nun doch ein sausender Kugelregen mitten in die anstürmenden Reihen, und reißt einige Lücken. Und jetzt beginnt auch die Infanterie da« Feuer, nicht ohne Erfolg, denn bi» auf etwa 800 Meter sind die Japaner schon heran, die jetzt — die immer größer werdende Gefahr erkennend — trotz der vorau«gegangenen Strapazen ihr Sturmtempo noch beschleunigen und unter dem Hagel der Geschoss« und dem betäubenden Donnern der Geschütze unaufhaltsam vorgehen. „Brüllend umwöltt sie der Dampf der Geschütze. Sprühend umzucken ste rasselnd« Blitze." Aber vorwärt» geht e» ohne Furcht und Grauen, mag auch hier einer fallen zur Linken und da einer zur Rechten. »Vor wärt»" ist die einzige Losung. Tod oder Sieg! Da« Ziel ist erreicht. Der Berg ist mit dem Bajonett er stürmt, und nun muß auch mancher der fliehenden Russen auf dem »Felde der Ehre" bleiben, ohne den Ruhm de« Stege«, den Prei» für all die unbeschreibbaren Mühen und Entbehrungen. — T haben, auch ! auf ß russisck wunde diese s 9 auf »ii durch E brachte bereit, »i er ist i da ihn fassen Sie w! B Han« i reinen N hohläu Braun da« wo sofort , guten, magcrti weiter Z fiel er »i habe?" S Hand d Kniend dom Pl »L keit mit und, n wahren Herr L da» Ge Di »L kommen der jun; Gc zu küsse lose jur deren li schäfligl nicht se werde. Er aber da Kranken »Jetzt i ausregen spruch zi De Oberaus sobald a! tenden Ü blieb der und ind anblickte, Oberaus! Erb »Ni Und nock fixierte i ihm mit »W seid, so s W« Der kein Leu »bringen gestraft g Da au» volli Han« lo». »I- verändert Spitzel ui und von wo Ihr l Mit stiefelte s Han» bra> Schrecken seine Fü! hinau». Erst Krankenhi Atemholen da» Spitc bald wied Die Kran könnten i B'hül dic wieder." Wiel legte sich i jetzt auch i und dic« t »Sige gute« Her gleich die ein kreuzbt nun vcrziö Und der Haupt; e blicken. Alle«, Vie Besorg
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)