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Amts- M Anzeisedlktt rlb»««e«e«t oiertelj. 1 M. 20 Pf. einschlietzl. de» .Jllustr. Unterhaltungsbl.' o. der Humor. Beilage .Seifen blasen' in der Expedition, bei unfern Boten sowie bei allen Reichrpostanstalten. Eeiegr.-Adresse: Amtsblatt. für de« Gchrk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. «rschetnt wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag u. Sonn abend. Jnsertionspreis: die »einspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Ps. Fernsprecher Nr. LIV. ^7 IS« 51. Jahrgang. — Donnerstag, den 27. Oktober Der diesjährige wird Montag, den 7. Mvemver 1904, vormittags ' -12 Mr im Sitzungssaale der unterzeichneten Behörde abgehalten werden. Die Verhandlungen sind öffentlich. Schwarzenberg, am 22. Oktober 1904. Königliche Amtshauptmamschast. 2049 4. Demmering. Lr. Tin Mädche« im Alter von 9 Jahren haben wir in Erziehung zu geben. Be werbungen sind bis 1. November 1904 in unserem Polizeiamt — Rathaus — anzubringen. Ttadtrat Eibenstock, den 20. Oktober 1904. Hege. L. Oessentl. gemeinschaftliche Sitzung der städtischen Kollegien Ir'eitag, den 28. Hktoöer 1904, abends ',,8 Ayr im Sitzungssaal« des Rathauses. Eibenstock, den 18. Oktober 1904. Der Bürgermeister. Der Stadtverordnetenvorstchcr. Hefte. G- Diersch. VsxeuorckniLux. Wahl eines städtischen Abgeordneten zur Bezirksversammlung der König!. Amts hauptmannschaft Schwarzenberg. Sonnabend, de« SS. Oktober er-, Vorm. 10 Uhr, sollen im Kotek „Stadt Leipzig" in KibeuftoL etwa 130 tim entlang der neuen Bahnlinie im Auersberger Staats forstrevier aufbereitetes fichtenes Stockholz meistbietend unter vorher bekannt zu gebenden Bedingungen gegen sofortige Bezahlung verkauft werden. Aue, den 21. Oktober 1904. Kgl. Eisenbahn-Baubureau. Zum Angriff de» baltischen Geschwaders auf die englische Fischerflotte. Die russische Flotte ist von Unglück verfolgt. Der Krieg begann damit, daß zwei russische Kriegsschiffe in Tschemulpo ab gefangen und in den Grund gebohrt wurden. Dann kam der Torpedoangriff vor Port Arthur, der zwei Linienschiffe und einen Kreuzer schwer beschädigte. Ein andere» Linienschiff lies aus eine Mine aus und flog mit dem Admiral Makarow, dem tüchtigsten Seemann, in die Lust. Bei dem Versuch, au» Port Arthur au«- zubrechen, wurden drei Schiffe so zerschossen, daß sic in den neutralen Häsen Tsingtau und Saigon Zuflucht suchen und da entwaffnet werden mußten. Von den vier Kreuzern de» Wladi wostok-Geschwader» sind sicher einer zerstört und die andern mehr oder weniger beschädigt. War da» Bombardement auf Port Arthur für Schaden an den im Hafen zurückgebliebenen Schiffen -ngerichtet hat, ist nicht genau bekannt; jedenfalls befinden sich in Port Arthur nur noch schwache Flotlcnrcste. Die baltische Flotte war zu Beginn de» Kriege« völlig un fertig, und nach achtmonatiger angestrengter Arbeit blieb e» bi» ;um letzten Augenblick unsicher, ob sic zu der weilen Reise um »rei Erdteile herum au-laufen werde. Und nun kaum ist sie mrgelaufen und bi» zur Nordsee gekommen, La richtet sic selbst ein höchst bedauerliche», für Rußland nachteilige» Unglück an. Mag sich die nächtliche Beschießung einer harmlosen Fischer- flottille wie immer erklären und au» der Sorge vor heimlichen japanischen Torpedo« einigermaßen entschuldigen lassen, so bleibt sie doch ein so schwerer militärischer Mißgriff, daß sich die Auf regung in England wohl begreifen läßt. Einzelne Blätter haben verlangt, die baltische Flotte müsse zur Heimkehr nach Reval oder Libau gezwungen werden, damit sie nicht weiter den rechtmäßigen Seeverkehr gefährden könne. Dazu wird e« nun wohl nicht kommen. Die englische Regierung wird mit allem Nachdruck auf schleunigster Genugtuung und Entschädigung bestehen, und die russische wird nicht zögern, diese zu leisten. Denn ohne Zweifel wird der Vorfall in Rußland selbst lebhaft bedauert, nicht bloß der unschuldigen Menschenopfer wegen, sondern auch wegen seiner ungünstigen politischen Wirkungen. Deshalb eben kann man ihn al« ein neue« Ungiück der russischen Flotte bezeichnen, da» ledig lich durch eigene« Verschulden herbcigcsührt ist. * * Seit langer Zeit hat kein Ereigni« da» englische Volk tiefer erregt, al» der Angriff der russischen Kricgrschiffe auf englische Fischerboote. E» will schon etwa» bedeuten, wenn der sonst so reservierte König von England durch seinen Privatsekretär dem Bürgermeister von Hüll sagen läßt, daß er mit tiefem Kummer die Nachricht von dem »unberechtigten' Akte empfangen hat. Da» ist sehr vornehm, dennoch aber sehr deutlich -»»gedrückt. Noch deutlicher spricht die englische Presse. In einem Artikel de« »Standard' wird gesagt: Angenommen, dieselben zuchtlosen Kano niere oder unfähigen Kommandeure, die soeben Fischerboote in den Grund gebohrt haben, ließen sich beifallen, morgen auf einen Dampfer de« Norddeutschen Lloyd oder einen britischen Post dampfer voller Passagiere zu feuern! Wir möchten nicht eine« schönen Morgen« die Schreckenrkunde erfahren, daß 400—500 Männer, Weiber, Sinder durch Admiral Roschdestwjcn«ky und da« Gesindel unter seinem Besehl ein neue« Grab gesunden hätten. Da» geringste, wa« der Zar nach dem neuesten Vorfall tun kann, ist, sein nutzlose« Geschwader sofort Heimzurusen und die komman dierenden Offiziere vor da« Kriegrgericht zu stellen. Wir rechnen daraus, daß er den gemachten Vorstellungen Folge geben wird. Fall« aber da« Au«wärtige Amt keinen Erfolg hat, wird die Admiralität handeln müssen. Die Kommandeure der britischen Flotten müssen angewiesen werden, der russischen Ostseeflotte scharf auf die Finger zu sehen und die erforderlichen Maßregeln zu treffen, um Handel und Schiffahrt jeder Art vor ihrer rücksichtslosen Verheerung zn schützen. In ähnlicher Weise »erlangt die »Pall Mall Gazette', daß die russische Flotte auf ihrer Weiterreise von britischen Krieg»sthisfen begleitet werd«, welche dir Aufgabe hätten, die Nerven de« russischen Admiral« durch die Drohung zu kräftigen, daß der erste auf «in britisch«« Schiff abg«s«u«rti Schuß al» kritgerischc Handlung be< trachtet und demgemäß behandelt werden würde. Die russischen Ausschreitungen in der Nordsee seien ein Beweis, daß der russische Admiral und die russischen Offiziere entweder Barbaren oder Narren oder beide« seien. Andere Blätter sind maßvoller, aber auch sie empfehlen schleunige Vorsichtsmaßregeln zum Schutz de- britischen Handel« aus dem Wege, den die russische Ostseeflotte verfolgt. Mehrere Zeitungen finden eS befremdend daß Kaiser Niko- lau« nicht seine Sympathie mit den Opfern de» Zwischenfalle« telegraphisch zum Ausdruck gebracht habe. Da« Schweigen de« Zaren ist in der Tat sehr auffallend. Tagesgeschichte. — Deutschland. In Gegenwart de« Kaiserpaares, de« Kronprinzen und vieler anderer Fürstlichkeiten ist am Montag in der Rcichshauptstadt auf dem Königsplatze da« Denkmal de« Generalfeldmarschall« Grafen von Roon enthüllt worden. — Berlin, 24. Oktober. Nach mehreren kurz nachein ander eingegangenen Meldungen de« Gouverneur» Leutwein au« Rehoboth sind die Bastard« treu. Gibeon und Umgegend ist seit dem 16. Oktober vom Feinde frei. Dieser sammelt sich hauptsächlich bet Marienthal. Geitsabi» ist stark vom Feinde besetzt. Die Station Pforte, deren Besatzung sich nach Daisie- fontein zurückgezogen hat, ist zerstört. Die Besatzung von Falken horst befindet sich in Gibeon. Die GochaSleute sind aufständisch. Die Feldschönderager und Bersabaner sind noch ruhig. Der Kapitän der letzteren hat Witboi» Brief dem Bezirk«amtmann übergeben und um deutiche Soldaten gebeten. Unruhig sind die Bethan'cr und Warmbadleute. Al» sicher lot gemeldet werden Hauptmann von Burg-dorff, 2 Unteroffiziere, der Missions techniker Holzapfel, 4 Farmer und 10 Buren. — Berlin, 25. Oktober. (Amtliche Meldung.) General von Trotha meldet sein am 24. Oktober erfolgtes Eintreffen in Windhuk. Hoakhan« und Kui» sind gesichert. — Berlin, 25. Oktober. Der ,L.-A.' berichtet: Zur Verstärkung unserer Schutztruppe in Südwestafrika wird ein vierte» Bataillon bei dem 2. Feld-Regiment aufgestellt werden. Hierzu wird ein Stab und die 10., ll. und 12. Kom pagnie ncuformiert werden. Da» Bataillon wird Major von Kamptz vom l. Hanseatischen Infanterie - Regiment Nr. 75 kom mandieren. Außerdem wird der Stab 4 Offmere, 21 Unter offiziere, bezw. Gemeine und Unterbeamte, 14 Fahrer, bezw. Burschen, 20 Reitpferde, 16 Zugtiere und 4 Fahrzeuge umfassen; jede Kompagnie wird 7 Offiziere, 170 Unteroffiziere, Gemeine und Unterbeamte, 31 Fahrer, bezw. Burschen, 194 Reitpferde, 11 Packtiere, 48 Zugtiere und 12 Fahrzeuge enthalten. Die Einberufung der Mannschaften erfolgt zum 5. November auf dem Truppenübungsplatz Münster, die Abreise voraussichtlich am 12. November von Hamburg aus. Zu dem Bataillon tritt außerdem Oberleutnant von Bülow vom 2. Großherzogl. Mecklenburgischen Dragonerregiment Nr. 18 über. — Oesterreich-Ungarn. Bei der Feier der sechzigsten Geburtstages de» Wiener Bürgermeister» Ur. Lueger wurde dem Bürgermeister eine Stiftung überreicht, zu der bisher 341 000 Kronen eingelausen sind. Der Bürgermeister erklärte, er werde die Zinsen den Kleingewerbetreibenden und den bei ihnen tätigen Arbeitern zuwenden, und fall» einmal eine AlterS- und Invaliditäts-Versicherung für Gewerbetreibende in Oesterreich Angeführt werden sollte, dieser da» Kapital übergeben. — Frankreich. Die französische Deputiertenkammer hat gezeigt, daß der »Bloc' in der Sirchenpolitik treu zu dem Ministerpräsidenten steht. Sie nahm nämlich mit 325 gegen 237 Stimmen eine Tage«ordnung an, durch welche dem Kabinett Eombe« in dem Streit mit dem Vatikan da» Vertrauen der Kammer ausgesprochen wird. Eombe« hielt eine längere Rede zur Verteidigung seiner Absicht der Kündigung de» Konkordat«, wogegen sich Ribot sehr heftig au»sprach, so daß e« einmal zu einem heftigen persönlichen Zusammenstoß kam, d«r jedoch bald wiedrr beigelegt wurde. — England. London, 25. Oktober. Da» Reutersche Bureau erfährt, die britische Regierung habe in der nach Petersburg gesandten Note gewisse bestimmte Forder ungen ausgestellt, darunter in erster Linie die Forderung gedüh>en- der Entschuldigung sür die Gewalttat unv voller Entschädigung für die Opfer der ungerechtfertigten Handlungsweise der russischen Flotte. Weiter werde aus unverzügliche Anstellung einer Unter suchung gedrungen, und zwar unter Bedingungen, welche gewähr leisten, daß dem Ergebnisse der Untersuchung geeignete Schrille nachfolgen. — London, 25. Oktober. König Eduard übersandte dem Bürgermeister von Hüll 4000 Mark für die Opfer de« Zwischenfall« in der Nordsee. — London, 25. Oktober. Bei der Leichenschau über die verunglückten Fischer erklärte der Vorsitzende, die Frage, mit der sich die Jury zu beschäftigen habe, sei sehr ernst und vielleicht von internationaler Bedeutung. Da« Londoner Aus wärtige Amt habe ihn ersucht, die Leichen photographieren zu lassen. Außerdem sollen die Leichen, wenn e« möglich sei, bi« zur Besichtigung durch die russische Botschaft aufbewahrt und die Leichenschau solle bi» dahin verschoben werden. Der Vorsitzende teilte weiter mit, daß wahrscheinlich noch ein dritter Fischer seinen Verletzungen erliegen werde. — Amerika. Washington, 24. Oktober. (Meldung de» Rcuterschen Bureaus.) Der hiesige russische Botschafter Graf Cassini hat sein lebhafte« Bedauern über da» unglückselige Vorkommnis in der Nordsee ausgesprochen und das selbe einem Mißverständnis zugeschrieben. Rußland habe nämlich die Nachricht erhalten, daß die Japaner planten, die russische Flotte, bevor diese weit auf ihrer Reise gekommen sei, zu zer stören; Admiral Roschdestwensky habe deshalb den Befehl er halten, keinem fremden Schiffe zu gestatten, seiner Flotte so nahe zu kommen, daß c» einen Torpedo abfeuern könne; er solle be sonder» nachts und gegen einen Angriff von Torpedobooten auf der Hut sein, die äußerlich al» Kauffahrteischiffe aufträten. — Vom russisch-japanischen Krieg. Nach chinesischen Berichten au« Dalnij ist ein japanisches Tor pedoboot, al« c« sich dem Hafen von Port Arthur näherte, aus eine Mine gestoßen und gesunken. Petersburg, 24. Oktober. General Ssacharow meldet dem Generalstab: Berichte über Kämpfe in der Nacht zum 24. Oktober sind nicht cingegangen. Auf den Stellungen beim Putilow - Hügel sind die gefallenen Japaner nunmehr alle unter Erweisung militärischer Ehren begraben worden. Im ganzen sind 1500 japanische Leichen beerdigt worden. Eine große Zahl von gefallenen Japanern liegt noch vor den Stellungen unserer Truppen. Petersburg, 25. Oktober. Durch kaiserlichen Erlaß vom 23. Oktober ist Kuropatkin zum Oberkomman- dierendcn in Ostasien ernannt worden. London, 24 Oktober. Der Korrespondent de» Rcuterschen Bureau» bei der Abteilung de« General« Oku meldet: Die Japaner fanden neun von den Russen im Stiche gelassene Ge schütze; die darüber eingegangene Meldung sagt nicht» über den Zustand dieser Geschütze. Die beiden feindlichen Armeen warten jetzt den weiteren Gang der Dinge ab. Kleinere Vorpostengefechte und Artilleriekämpse finden beständig statt. Er wird eine groß« Schlacht im Süden de« Hunho erwartet, wo, wie ich höre, Feld befestigungen errichtet werden. Japanische Verstärkungen treffen in großer Zahl ein. Tokio, 24. Oktober. Marschall Oyama berichtet, die Gesamtzahl der nach den Kämpfen am Hunho aufgefundencn toten Russen betrug 13333. Tokio, 24. Oktober. Marschall Oyama berichtet, daß nach nunmehriger Feststellung die Zahl der tn den letzten Kämpfen gefangen genommenen Russen 709 beträgt. Von den 13333 tot aufgcsundenen Ruffen enifallen 5200 auf den rechten, 5603 auf d«n linken Flügel und 2530 aus die mittlere Abteilung. Tokio, 25. Oktober. Marschall Oyama berichtet: Die Gesamtzahl der Verluste der Japaner einschließlich Offiziere in den Kämpfen am Schaho an Toten, Verwundeten und Vermißten beläuft sich aus 15 879.