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Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung : 13.09.1904
- Erscheinungsdatum
- 1904-09-13
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id426614763-190409136
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id426614763-19040913
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-426614763-19040913
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Amts- und Anzeigeblatt für den Bezirk des Amtsgerichts ...
-
Jahr
1904
-
Monat
1904-09
- Tag 1904-09-13
-
Monat
1904-09
-
Jahr
1904
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Kurz, mein guter Freund und ich sind in dem Vierteljahr mit den Moneten ziemlich fertig geworden. Und da entschlossen wir un» gestern, die bewußte Uhr, die wir in der kleinen Eisenkassette mitgenommen, zu verwerten. Sie waren zwar so liebenswürdig, über unsere Visite in Ihrem Bureau keine Verständigung an die Behörde gelangen zu lassen, aber die Uhr schien un« doch von zu auffallender Arbeit, al» daß wir sie im Originalzustande zu verkaufen gewagt hätten. Wir brachen also die Diamanten vom Deckel au» und legten da» Ding in Stücke, um diese einzuschmelzen und da« Rohgold an den Mann zu bringen. Und dabei machten wir eine ganz überraschende Ent deckung. .Eine Entdeckung?" Archer ließ sich mit umständlichem Behagen in einen Sessel nieder, ehe er fortfuhr. .Da« Ührchen hatte sein Geheimnis. Ja, staunen Sie nur, Mr. Snoward! Ich glaube wohl, daß Sic darum nicht wußten, sonst wären Sic die Zeit über kaum so ruhig gewesen, und hätten Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, mir da« Ding wieder abzujagen. Ich habe mich überhaupt nicht genug wundern können, daß Sie diese» gefährliche Stück nicht vernichteten." .Ich verstehe kein Wort von diesem Geschwätz," erwiderte Snoward. .Wirklich nicht?" Archer lehnte sich nachlässig zurück, schlug ein Bein über da« ankere und sprach rasch mit affektierter Leichtig keit: »Sagen Sie einmal, Herr — Heinrich Siarkhort, wie denken Sie über den Fall Döbel?" Jetzt war e« mit der Ruhe Snoward« vorbei. Er schnellte von seinem Sitz empor. Er wollte sprechen, allein die Zunge versagte ihm den Dienst. Mit einem dumpfen Laut fiel er dann in den Stuhl zurück. Archer nahm nach einer Pause seine Mitteilungen wieder auf, al« ob nicht« geschehen wäre. »Nicht wahr, daß diese Uhr un« so viel ausplaudern könnte, da« hätten Sie sich nicht gedacht? Sie wußten so wenig wie ansang« wir, daß diese« niedliche Angebinde noch einen zweiten geheimen Deckel hatte. Er sprang auf, al« wir bei unserem Zerstörungswerk die verborgene Feder berührten. Auf dem zweiten Deckel war eine kleine Widmung eingegraben, die Ihnen allein schon gefährlich werden konnte. Mein guter Freund hat die besagte Inschrift abgeschrieben. Hier lesen Sie!" Archer zog zwei Zettel, einen weißen und einen gelben, au« seiner Westentasche, wovon er den ersteren Snoward auf den Schreibtisch hinlegtc. Der Bankier, der seiner ersten Bewegung bereit» Herr geworden war, entzifferte mit anscheinender Gleich gültigkeit die plumpen, ungelenkigen Schriftzüge Schlosscrlude«. Die Gravierung auf jenem geheimen inneren Uhrdeckel lautete demnach: »Dem verehrten Kommerzienrat Otto von Döbel zum Andenken. Prinz Joseph August von **" Die Uhr war also ein Geschenk von einem Mitglied de« Königshauses und vielleicht au« besonderer Erkenntlichkeit für einen von dem Bankier geleisteten geschäftlichen Dienst gegeben worden. Snoward sagte nicht«, er stand nur auf und warf den Zettel in« Kamtnfcuer. Archer tändelte jetzt mit dem gelben Papicrslreifen in seiner Hand. »Sie werden schon erraten haben, daß die unbezahlbare Uhr auch noch 'was andere« enthielt. Dieser gute Herr v. Döbel hatte, wie manche ältere Kaufleute, offenbar die Gewohnheit, sich über die Geschäfte de« nächsten Tage« kleine Notizen zu machen, und die legte er sich in den geheimen Deckel der Uhr, die er wohl immer bei sich' trug. Wa« sagen Sie zu diesem interessanten Umstand?" Snoward streckte nun die Hand nach dem zweiten Zettel au«; er erriet schon, daß dieser die Abschrift der Döbelschen »Tagc«- noliz" enthalten würde. Und ja, da hieß c« in Schlagworten, die an Deutlichkeit nicht« zu wünschen übrig ließen: »Der Gauner Heinrich Stark hort, alias Snoward, der Amerikaner — au« meiner Vaterstadt — sucht mich für sich zu gewinnen, seitdem er errät, daß ich ihn wiedererkannie. Bestellt mich für morgen zu einem Stelldichein. Er will offenbar mein Schweigen mit einem Kompagniegeschäft erkaufen. Gut. Wir wollen ihn schrauben; schließlich steht e« denn doch bei mir, ihn zu demarkieren, sobald e« mir beliebt. Wollen ihn zappeln lassen!" Mit einer wütenden Bewegung schleuderte Snoward auch diese« Papier in« Feuer, dann fuhr er sich über die kahle Stirn. »Hast du die Uhr und da« Original diese« Zettel« bei dir?" flüsterte er dem Mulatten mit heiserer Stimme zu. »Ah, für so dumm dürfen Sie mich nicht halten! Ich müßte ja sürchten, daß Sie mir so ähnlich begegneten, wie diesem guten Döbel, den Sie allerdings zwar umgcbracht, aber, wie Sie sehen, nicht unschädlich gemacht haben. Nein, da« Schächtelchen mit dem ganzen Um und Auf befindet sich in den Händen de« guten Freunde«. Der wartet drüben unterm Haus tor und wird mich herausbegleiten, wenn Sie e« verlangen. Zu zweien sind wir Ihnen auf alle Fälle schon gewachsen". .Dummkops, ich weiß nicht, wa« du dir denkst! Aber ich will mich mit dir nicht streiten." »Da« hoffe ich," entgegnete der Mulatte. .Und um allen etwaigen Mißdeutungen zu begegnen, bin ich bereit, dein Kaufgebot anzunehmen. Wa« forderst du für deine Ware?" fragte Snoward. Jetzt war der Moment gekommen, dem John Archer mit kaum mehr zu bezähmender Ungeduld entgcgengeharrt hatte. Den ganzen Tag zuvor hatte er sich die nachlässige Haltung einstudiert, mit welcher er heute mit seinem Riesengehcimni« vor den Millionär hingetreten war. Aber in dieser Sekunde ging da« mühsam ver leugnete sanguinische Temperament seiner äthiopischen Abstammung mit ihm durch. Er sprang aus, suchte vergeblich die Haltung zu gewinnen und da« kühle .vornehme" Lächeln, womit er die große Antwort auf die große Frage zu geben gedacht und platzte kreischend heran«: »Eine Million!" Er erwartete, daß Snoward ihm unter die Nase lachen werde, und wappnete sich mit einer Miene finsterer Entschlossen heit, um dem Mann merken zu lasten, daß ihm kein Heller von seinem Preise abzufcilschen sei. Aber Snoward veränderte keinen Zug und sagte nach kurzem Ueberlegen ganz einfach und im höf lichen GeschäftSton: .Ich bin einverstanden. Holen Eie Ihren Begleiter und die bewußten Gegenstände! Indessen stelle ich die Check« für die Summe au«." Archer verneigte sich mit einem Anstand, durch welchen er hinter keinem Hofkavalier zurückzustehen glaubte, und verließ da« Zimmer. Snoward nahm ohne besondere Hast ein paar Checkbücher au» seinem Schreibtisch, die die Namen verschiedener Geldinstitute am Orte trugen, und stellte mit sester Hand fünf Anweisungen aus je zwcimalhunderttausend Mark au». Er schrieb so bedächtig, al» wolle er damit die Zeit bi« zum Eintritt John« und seine« oftgenannten .guten Freunde»" au»süllen. Lr legte die Feder hin und lauschte — aber freilich, sie konnten noch nicht da sein . . . Sorgfältig Überla« er einen Check nach dem anderen und lehnte sich dann in seinen Stzihl zurück. Wie, wollten ihn die Kerle vielleicht obendrein noch necken, .zappeln lasten", wie Döbel geschrieben hatte? Die Fenster de« Arbeitszimmer« gingen nicht nach der Straße, er hätte ander«»» eintreten müssen, um den Wea de« Mulatten zu verfolgen, und er halte eine sonderbare Scheu, da« Gemach zu verlassen, ja sogar sich auch nur vom Sessel zu rühren. Wenn er au« diesem Zimmer ging, wollte er die Angelegenheit für immer erledigt haben. Er begleitete in Gedanken John Archer nochmal« auf dem ganzen Wege; jetzt war er die Treppe hinunter, jetzt im Flur — jetzt au« dem Tore jetzt sprach er mit seinem Spießgesellen — nun ja, mochten sie sich eine Weile grinsend ihrer Freude über da« Gelingen de» Streiche« hingeben! Jetzt machten sie sich aber auf, sich ihr Geld zu holen — und wieder die ganze Breite der Straße — da« Tor — die Einfahrt — die Treppe — Stufe um Stufe — nun vielleicht noch eine kleine Rast, ehe sie klingelten, um sich zu verschnaufen und nochmal« die Verabredung auf« letzte Wort sestzustellen — und nun — nein — doch jetzt — jetzt — Zum Henker! Wa« zauderten sie denn nur so lange, die Schufte? — Ha! Jetzt aber! Wahr haftig — da« Schrillen der elektrischen Klingel! Der Kammer diener eil«, zu öffnen . . . Wa» gab'« da für ein Gemurmel, für ein Verhandeln? Sollte John'« „guter Freund" vielleicht in einem Aufzug erscheinen, der den Diener bedenklich machte? Snoward erhob sich, da vernahm er draußen die sich nähernden Schritte von drei Männern — gewiß begleitete der Kammer diener die beiden, weil er ihnen nicht recht traute . . . Nun ein scharfe« Pochen an der Tür. .Herein!" Ah, da« waren keineswegs die Erwarteten! Ein älterer Herr von sehr respektablem Aeußern, in einen schwarzen Gehrock gekleidet, den Hut in der behandschuhten Rechten, trat ein. Seine zwei Begleiter, merkwürdig ernste dunkle Gestalten, blieben dicht an der Türschwelle stehen. ,Mr. Ralph Tobias Jefferson Snoward —" »Der bin ich. Womit kann ich . . ." »Ich muß mich im Namen de» Gesetze« Ihrer Person versichern". Snoward rührte keine Wimper. Er hatte die Mission dieser drei Personen schon geahnt. »Ich verstehe. Ich werde in Untersuchung gezogen, bi« fest gestellt ist, daß ich Friedrich Schwcrdtner au« Notwehr ge tötet habe." „Ueber diesen Umstand kann ich Ihnen einige Beruhigung verschaffen", entgegnete der Polizcirat mit seinem Lächeln, jede Miene und jede Bewegung de« Bankier« Snoward scharf im Auge behaltend. »Diese Sache dürste sich doch noch besser ge stalten, al» e» den Anschein hatte. Doktor Friedrich Schwerdt- ner lebt." Snoward« Augen vergrößerten sich ein wenig. Dann sagte er kalt: »Da« freut mich aufrichtig." »Glaube kaum." »Wie?" »Erklärungen folgen später. Jetzt bitte ich Sie nur, diesen Männern dort ohne Säumen zu folgen." „Ehe ich noch die dringenden Anordnungen getroffen habe, die . . .?" »Ohne den geringsten Verzug." Snoward wollte an den Schreibtisch treten, aber ein rascher Handgriff de« Polizeirat« hinderte ihn daran. Zugleich stürzten die zwei unheimlichen Gesellen au« dem Hintergrund de« Zimmer» herbei. »Ah, Sie fürchten, ich könnte mich mit einer Waffe wider setzen oder mich dem irdischen Dasein überhaupt entziehen?" Snoward lächelte spöttisch. .Ich wollte nur den Schreibtisch abschließen. Ich fühle mich ohne jede Schuld". »Um so besser! Die Ordnung Ihrer Angelegenheiten hier im Hause werde ich selbst besorgen, während Sic unter sicherem Geleit Ihrer neuen Bestimmung entgegengehen." (Fortsetzung folgt.) Vermischte Aachrichten. — Vom Tode auser standen. In Pest ereignete sich dieser Tage eine seltsame Geschichte. Am >. Juni wurde die Gattin de« Tischlermeister« Gregor Pater von der »Elektrischen" überfahren und schwer verletzt in ein Spital geführt, wo sie tagelang zwischen Leben und Tod schwebte. Am 30. Juni geschah e«, daß Frau Pater, nachdem ihr Zustand sich gebessert hatte, in ein andere« Krankenzimmer überführt wurde. Ihre frühere Bett stelle wurde einer Tagelöhnerin Frau Schneider, die beim Fenster putzen durch einen Sturz vom dritten Stock verunglückte, zu gewiesen. Frau Schneider starb eine Stunde später. Man hatte aber vergessen, auf die Kopftasel an Stelle de« bisherigen Namen« der Frau Pater denjenigen der Frau Schneider zu verzeichnen. Am l Juli erhielt der Tischlermeister seilen« der Spitalver- waltung die schriftliche Verständigung, daß seine Frau ihren Beiden erlegen sei. Pater veranstaltete seiner Gattin ein schöne« Leichenbegängnis, und so wurde Frau Schneider unter dem Namen der Frau Pater beerdigt. Der junge Witwer tröstete sich rasch. Einige Tage später trat an Stelle seiner Frau ein junges Dienstmädchen, zu dem der Tischlermeister schon zu Leb zeiten seiner Frau in zartem Verhältnis gestanden hatte. Frau Pater« Zustand verbesserte sich inzwischen von Tag zu Tag. Sie konnte zwar da« Fernbleiben ihre« Manne« nicht begreifen — früher besuchte er sie öfter« im Spital — klagte aber nicht, und io wußte man von der Verwechselung im Spitale nicht«. Eine» Abend« wurde die Frau al« geheilt entlassen. Ihr erster Weg führte in die eigene Wohnung, und al« sic da« HauSlor betrat, liefen die Kinder, die im Höfe spielten, entsetzt davon. Sie wähnten einen Geist zu sehen; unter Schreckensrufen eilten sie in die elterlichen Wohnungen. Die Mietsparteien liefen in den Hof hinau«, sprangen entsetzt zurück und schlugen hinter sich die Türen zu. Auch Pater und seine Geliebte glaubten einen Geist vor sich zu haben. Die abergläubischen Parteien, zumeist Arbeiter, skeuten Asche vor die Türen, um den Geist zu verscheuchen. Frau Pater hingegen meinte, daß ihre bisherigen Nachbarn vom Teufel besessen sind. Nirgend« erhielt sie Einlaß. Endlich kam ein Schuster, ein aufgeklärter Mann, zur Frau und überzeugte sich bald, daß im Spital eine fatale Verwechslung erfolgt sei. Er konnte aber die Nachbarn nicht aufklären und gab der Frau über Nacht Quartier. Am andern Tage klärte der Schuster den Irrtum auf, nur mit Pater ging e« nicht so leicht. Dieser wollte ansang« von einem Zusammenleben mit der Frau nicht« mehr wissen, indessen fügte er sich in» Unvermeidliche, und nun leben alle drei friedlich beisammen. — Einen derben Denkzettel erhielt eine reiche Rentnerin in St. Franz bei Diedenhofen, weil sie der ihr zu geteilten Einquartierung kein genügende« Obdach nech Nahrung gewähren wollte. Die »Lothring. Bürgerztg." berichtet darüber: Die Quiffel mutete den Soldaten zu, im Schweinestall zu kam pieren, al« Nahmng wurden ihnen ein paar Kartoffeln verabreicht. Auf ergangene Beschwerde wurden die Soldaten auf Kosten der Hausbesitzerin in einer Wirtschaft auf die Dauer von zehn Tagen untergebracht. Da« wird eine teure Rechnung werden. — Prüderie und Baden. In einer hübschen Sommer plauderei über da« Baden, die Freiherr v. Gleichen Rußwurm im ,N. Wien. Tagbl." veröffentlicht, erzählt er u. a. da« folgende Geschichtchen: Der Vatikan birgt da» schönste Badezimmer dieser Erde, einen streng verschlossenen Raum, den Raffael für seinen Gönner, den Kardinal Bibbiena, in der kunstsrohen Renaissance mit mythologischen Szenen geschmückt hat. Dieselbe Verwechselung zwischen Nacktheit und Unmoral, die zur Schließung riese« herr lichen Gemach« führte, hat da« Baden, und namentlich da« Baden unter freiem Himmel, bei den äußerlich Frommen al« eine Ver letzung der Schamhaftigkeit gcbrandmarkt. Zu welchen Ueber- lreibungen die« führt, lehrt folgende kleine Episode: Während de« heiligen Jahre« wurden auch die Pilger au« den katholischen Landgemeinden Süddeutschland« durch die antiken Museen geführt. Eine ältere Frau, die der Führer fragte, warum sie gar nicht« ansehe und nur die Augen Niederschlage, antwortete, daß sic sich schäme, denn sie habe sich selbst noch nie so gesehen, wie hier die Steinfiguren herumstünden. Sic habe einmal im Leben gebadet, aber auf den Rat de« Geistlichen in einem dunklen Zimmer! . . — Der Reichtum der Indianer. Die Klage, die man so häufig darüber erhebt, daß die Indianer Nordamerika« auSgerottek würden und im Elend verkämen, scheinen keine Be rechtigung zu haben. Vielmehr sind z. B. nach einem offiziellen, dem Kongreß der Vereinigten Staaten erstatteten Bericht die Osagen von Oklahoma eine« der reichsten Völker der Welt. Jeder Osage hat nämlich ein Bankdeposit von 4644 Doll., da« 5 Proz. Zinsen bringt, und jeder Osage besitzt eine Quabraimeile Land, die für jede Familie einen Wert von IlbOO Doll. hat. Die gesamte indianische Bevölkerung der Vereinigten Staaten und Kanadas beträgt 400000 Seelen, von denen ungefähr 99000 in Kanada und etwa 30000 in Alaska sind. Da« Vermögen der ganzen Völkerschaften wird auf weit mehr al« I Mill. Doll, geschätzt. Die gewaltigen Landankäufe, welche die Vereinigten Staaten in den den Indianern vorbehaltenen Landgebietcn machen, werfen den Rothäuten einen ungeheueren Nutzen ab. Während der letzten 20 Jahre hak die Regierung mehr als 60000 Ouadratmeilen den Indianern abgckauft und dabei ihnen einen Gewinn von mehr al« 300 Mill. Doll, ermöglicht. Auch der Vorwurf der Indolenz und Trägheit, den man vielfach den Indianern gemacht hat, ist nach dem erwähnten Bericht durchaus unberechtigt. Da sie so wohlhabend sind, so arbeiten sie zwar nicht viel, aber sie ernten doch au« ihren Feldern Früchte im Werte von 6 Mill. Doll, jährlich und zwar steht ihre Feldbebauung aus einer hohen Kultur stufe. Auch ihre Kirchen- und SchulverhLltnisse entsprechen durch aus modernen Anforderungen. — Ein fachmännische« Urteil. Ein Leser der „Täglichen Rundschau" erzählt un«: Dem kleinen Bubi hat man die freudige Mitteilung nicht vorenlhalten, daß ihm der Storch ein Brüderchen gebracht habe; sehnsüchtig erwartet er den Augen blick, der zu einer gründlichen Musterung de« jungen Menschen kindes Gelegenheit geben soll. Diese» Ereignis läßt nicht lange auf sich warten, und die Besichtigung muß sehr zufriedenstellend ausgefallen sein, denn Bubi beeilt sich, seinem Vater Bericht zu erstatten, der mit den Worten schließt: »Du, Papa, der kann bald laufen — Beine hat er schon!" Standesamtliche Nachrichten von Schönheide vom 4. bis mit 10. September 1904. Geburtsfälle: 271) Dem Bürstenfabrikarbeiter Hugo Lenk hier I T 272) Dem Bürstenfabrikarbeiter Rudolf Hugo Schlösinger in Neu Heide 1 T 2731 Dem Bürstenfabriktischler Friedrich Alwin Fuchs hier 1 S. 274) Dem Eisengießer Richard Emil Ließner in Schönheiderhammer 1 S. 27b) Dem Bäckergehilfen Josef Kunzmann hier 1 T. 276) Dem Bürstenfabrikarbeiter Friedrich Leistner hier I S. 277) Dem Güterbodenarbeiter Gustav Lorenz hier I S. 278) Dem Wollwarendrucker Karl Friedrich Rosenfeld hier 1 S. 279) Dem Eisengießer Albert Baumann hier I S. 280) Dem Pinselmacher Ernst Robert Günthel hier 1 S. Aufgebote: a. hiesige: 63) Bürstensabrikarbeiter Friedrich Häcker hier mit Bürstenfabrikarbeiterin Milda Emma Schneider hier. 64) Bürsten fabrikarbeiter Fritz Unger hier mit Bürstenfabrikarbeiterin Anna Elise Möckcl hier. k. auswärtige: 1b) Lackierer Franz Richard Weber in Zwickau mit Schneiderin Franziska Minna Ziegenbalg in Leipzig» Sellerhausen. Eheschließungen: Vakat. Sterbefälle: 148) Frieda Helene, T. de- Handarbeiters August Albin Pfeiffer hier, 2 M. 149) Kurt Max, S. des Bürstenfabrikarbeiters Hermann Richard Schlesiger in Schönheiderhammer, 2 M. 26 T. 150) Hedwia Dora, T. des Steinmetzen Franz Robert Vogel hier, 9 M. 151) Der ans. Sattler meister Max William Genscher hier, ein Ehemann, 37 I. 1 M. ?52) Ernst Max, unchel. S. der ledigen Bürsteneinzieherin Clara Elise Tuchscherer hier, 3M. 17 T. Kirchliche Nachrichten aus der Narochie Eibenstock. Mittwoch, abends '/,9 Uhr: Bibelbesprechung mit den Männern und Jünglingen im Diakonate, Herr Pastor Rudolph. <LH«m«itzer Marktpreise am 10 September 1.904. Weizen, fremde SorU . sächsischer, Roggen, niedl sächs., - preuß., « hiesiaer « fremder, Braugerste, fremde, - sächsische, Futtergerfte Hafer, inländischer e neuer, Kocherbsen Mahl- Futtererbsen Heu, neues, alte-, Stroh, Flegeldrusch, « Maschinendrusch, Kartoffeln, Butte, , 9 M. 55 Pf. bis 10 8 » 85 « » 9 7 , 35 « « 7 7 , 35 , , 7 6 ' 95 « , 7 7 « 40 « « 7 9 , — » , 11 8 « — * 8 6 » 40 «6 7 « 20 » « 7 6 . 80 . , 7 8 » 75 , , 9 8 « — « « 8 4 » 50 « » 5 4 * 50 » » 5 1 - 60 » « 3 1 . 10 - , 2 3 - 75 - , 4 - » 40 , , 2 Mt. 25 Ps. pro 50 Kilo « 20 » » » » l » 80 « « I « SH m- Z-Ak? Neueste Nachrichten. (Wolff'« Telegraphifche« Bureau.j — Dresden, II. September. Se. Maj. der König bejuchte heule vormittag den Gotteidienst in der Schloßkapelle zu Pillnitz und nahm nachmittag« 4 Uhr an der Familienlafel bei der Königin-Witwe zu Strehlen teil. — Altenburg, II. September. Zwei Leipziger Herren namens Arnold und Hucke, mit denen zwei Damen fuhren, sind b Kilometer vor Altenburg mit dem Automobil ver unglückt. Die beiden Herren wurden schwer verletzt und eine Dame getöiet.
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