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Amts- M AiWisckatt für deu Abonnement oiertelj. 1 M 20 Pf. einschließl. der »Jllustr. UnterhaltungSbl." u. der Humor. Beilage »Seifen- blasen-' in der Expedition, bei unfern Bolen sowie bei allen Reichspostanstalten. 8». Shirk des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verlegen Emil Hanncbohn in Eibenstock. 51. Jahrgang. » Dienstag, den 12. Juli Erschein« wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag u. Sonn abend. Jnsertionspreis: die klcinspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Pf. LVO4 Aufgebot. Auf Antrag der Wilhelmine Clara verw. Müller geb. Zimmermann in Carls- feld ist das Aufgebotsversahrcn zum Zwecke der Todeserklärung des am 28. August 1872 in Earlsfeld geborenen Saitenmachers Vllkeliu K»II«r, der im Jahre 1890 von Carlsseld aus nach Rußland ausgewandert ist, seit dieser Zeit aber von seinem Aufenthalte keine Nachricht gegeben hat, eingeleitet und Ausgebotstermin auf den 26. Januar 1905, vormittag 10 Mr vor dem Ausgebotsgerichte bestimmt worden. Es ergeht hiermit die Aufforderung: 1) an den Verschollenen, sich spätestens im Aufgebotstermine zu melden, widrigen falls die Todeserklärung erfolgen wird, 2) an Alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, spätestens im Aufgebolstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Eibenstock, am 7. Juli 1904. Königliches Amtsgericht. Von den bisher im Grundbuche noch nicht eingetragenen Flurstücken Nr. 74 und 1589 für Schönheide soll Nr. 1589 dem Grundstücke des Bäckermeisters ILrrrl Il.turltti 8vl>i-«lt«i- in Schönheide auf Blatt 554, dagegen Nr. 74 dem Grundstücke der Gemeinde Schönheide auf Blatt 1043 des Grundbuchs für Schönheide aus Antrag des genannten Schrciler und der Vertreter der Gemeinde Schönheide zugeschrieben werden. Diejenigen, die in Ansehung der vorbezeichneten Flurstücke das Eigentum, eine Be schränkung der Eigentümer in der Verfügung darüber, ein Verkaufsrccht, oder ein nicht in einer Grunddienstbarkeit bestehendes Recht in Anspruch nehmen, werden hierdurch aufge fordert, ihre Rechte binnen dreier Monate und spätestens bis zur grundbücherlichen Zu schreibung bei dem unterzeichneten Grundbuchamt anzumelden, widrigenfalls sie nach Zu schreibung der Flurstücke Nr. 74 und 1589 für Schönheide im Grundbuche den öffentlichen Glauben des Grundbuchs gegen sich gelten zu lassen haben. Eibenstock, den 6. Juli 1904. Königliches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Verlust folgender Einlagebücher unserer Sparkasse, nämlich: Nr 4162 s August« Karle silpp««!» in Nenhcidc» , 5476 f. 8>ppaek in N««h«ide, , 6218 s. <I»r» Karte Küktig- in Oderstützengrün, » 10865 s. »rteelertlee »eaer in Wildenthal, . 15467 s. banl ««Nit« in Wildenthal, Nr. 16217 f »öliiix in Wildenthal, „ 17964 s. Nrnat I-»rei>» in Eibenstock ist anher angezeigt worden. Die etwaigen Inhaber dieser Bücher werden hierdurch ausgesordert, ihre vermeintlichen Ansprüche bei Vermeidung deren Verlustes innerhalb 3 Monaten hier anzumelden. Eibenstock, den 7. Juli 1904. Der Stadtrat. I. V.: Justizrat Lanvrock. Kirchner. Mittwoch, den 13. dieses Monats, nachmittags '/,4 Uhr sollen zu Eibenstock folgende Pfänder, nämuch: 2 Baubuden, 1 Kran, Chamotte- rohre, Rohbauziegel. Luftziegel, Bleirohr«, Svstl» Stück Lochziegel, 2 V-Träger, Ist Cemeutwerkstücke, ein Rüstzeug mit lv Bücken, 8 Kalkkisten u. A m an den Meistbietenden gegen sofortige Barzahlung versteigert werden. Bieterversammlung im Bürgergarten hier. Eibenstock, am 11. Juli 1904. Der Gerichtsvollzieher des Königlichen Amtsgerichts. Oeffentlichc Vorbildersammlung Eibenstock. Ausstellung von preisgekrönten Entwürfen für Gardinen. XL. Vom 15.—31. Juli bleibt die Sammlung geschlossen, vom 1.—14. August nur Montags und Freitags geöffnet. gkltzblsr Bitte. Den zu unserem Verein zur Förderung cvangel. Liebeswerke gehörenden Kirchenge- meindcn Eidenstock, Schönheide, Earlsfeld, Hundshübel, Sofa und Stützengrün wird hiermit ergebcnst mitgeteilt, daß unsere diesjähr. Sammlungen von Liebesgaben mit Genehmigung der zuständigen Behörden in diesen Tagen stattfinden werden. Da unser Verein die Zwecke der nutzeren und inneren Mission, der Gustav Adolf-Stiftung und der Bibelverbreitung zu sördern bestimmt ist, so darf wohl der unterzeichnete Vereinsvorstand die Zuversicht hegen, daß seine erneut auszusprechendc Bitte um wohl wollende Unterstützung der bevorstehenden Sammlungen durch Gaben der Liebe wie bisher geneigte Herzen finden werde. Eibenstock, den 12. Juli 1904. Der Borstand des Zweigvcrcins zur Förderung ev. Licdcslvcrlc. Gebauer, Pfarrer. Der Kandelsverlrag mit Wußland. Rußland war da« erste Land, mit dem die deutsche Regierung wegen Abschlusses eines neuen Handelsvertrag« nach Beendigung der Zolldebatten im deutschen Reichstage in Unterhandlung ge treten war. Nach Austausch der beiderseitigen Ansprüche wurde zuerst in Petersburg eine längere kommissarische Beratung abge halten, darauf folgte eine zweite Konferenz von Unterhändlern in Berlin. Die Verhandlungen gerieten dann ins Stocken, und man darf vermuten, daß die Minimalsätze de« neuen deutschen Zolltarif« für Getreide das Haupthindernis bildeten. Inzwischen sind von Deutschland Handelsverträge mit Italien und Belgien abgeschlossen und Verhandlungen mit der Schweiz, Oesterreich- Ungarn und Rumänien geführt worden. Daß gerade mit Rußland erhebliche Schwierigkeiten entstanden, bildete den Gegenstand fort gesetzter Angriffe vieler liberaler Blätter auf unsern neuen agrarischen Zolltarif, auf dessen hohe Minimalsätze ein Getreide- Exportland wie Rußland sich nicht einlassen könne. Es versteht sich von selbst, daß hierdurch die deutsch-russischen Verhandlungen nicht erleichtert wurden. Jetzt ist nun, wie bereit« gemeldet, ein Schritt getan worden, der die Aussichten daraus, daß ein Zollkampf mit unscrm russischen Nachbar doch vermieden werde, wesentlich erhöht: Herr Witte, dem nach seinem Ucbergang vom Finanzministerium in die Ehren stellung de« Präsidenten de« russischen Ministerral« die Leitung der Handelsvertrags-Verhandlungen verblieben war, hat sich ent schlossen, mit dem Reichskanzler Grasen v. Bülow persönlich die schwierige Angelegenheit zu beraten und wenn möglich zu raschem Abschluß zu bringen. Er wollte am 10. Juli au« Petersburg in Berlin eintreffen und sich am Montag oder Dienstag zum Grasen v. Bülow nach Norderney begeben. Sollte es gelingen, einen deutsch-russischen Handelsvertrag unter Aufrechterhaltung der deutschen Mindestsätze für Getreide zu stände zu bringen, so wären damit die Angstmeiereien der Gegner de» neuen Zolltarif», die de« Grasen ». Bülow agrar- sreundliche Handelspolitik schon in einer Sackgasse verrannt sahen, durch die Tat widerlegt und die Bahn für einen ohne schwere Kämpfe mit dem Auslande erlangten wirksamen Zollschutz der deutschen Landwirtschaft von dem stärksten Hindernis befreit. TageSgeschichte. — Deutschland. Die von der Deutschen K o- lonialgcsellschaft eingeleitete Sammlung zu Gunsten der geschädigten Ansiedler in Südwestafrika hat bisher über 247000 Mark ergeben. — Berlin, 9. Juli. General von Trotha meldet au« Oka Hand ja: Beim Feinte finden Mich von Waterberg anscheinend Bewegungen statt. Samuel Makaharcro soll nach Meldung Estorfs» mit Großleuten bei Otjahewita cingetroffen sein. Der Abzug vom Omurambofluß, insbesondere au« der Gegend von Okosongoho-Okohitua, scheint mit Vichmassen am 5. Juli begonnen zu haben. Feindliche Patrouillen sind noch dauernd am Omurambofluß. Eine Patrouille von Oberleutnant von Lekow überraschte bei Orutjiwa eine zurückgegangene Werst und nahm 30 Stück Großvieh. Beim Feinde sind zahlreiche Tote und Verwundete. Diesseits keine Verluste. Estorfs mar schiert in der Nacht zum 7. Juli von Karupuka in der Richtung auf Otjahewita ab, um sich dem feindlichen Abzug nach Nord osten vorzulegen. Heydc ist aus Okaundia am Omurambofluß und Glasenapp über Otjirc Orutjiwa auf Okosongoho im Vor marsch. Ich begebe mich am 9. Juli zu der Abteilung Glasenapp. Der Reiter Jakob Frey von der 2. Felvkompagnie des Regi ment« 1, geboren in Weinsheim bei Worms, ist am 5. Juli in einem Patrouillengefecht gegen Otjahewita verwundet worden und auf dem Rückmarsch verstorben. — Holland. Da» deutsche Geschwader wird auf der Rückreise von England einige Tage an der bolländischen Küste verweilen. — Vom russisch-japanischen Krieg. Ein für glaub würdig angesehener Chinese, der von der Oslküstc Liaotung«, un weit Port Arthur, in Tschifu eingetroffen ist, berichtet: Eine Division der japanischen Armee hat am 5. Juli den Nordost abhang der Takuschanberge« erreicht, dessen Gipfel weniger als drei Meilen von Port Arthur entfernt ist. Die Division hatte sich auf der Landstraße nördlich von Port Arthur von einer anderen Division getrennt und war durch da» bergige Land marschiert, während die andere Division den Marsch auf der Straße in der Richtung auf das Marinelager forlsetzte. Sic muß, um dieser zu erreichen, über ebenes Gelände marschieren; indessen ist das Marinelager, sobald eine japanische Division auf dem Takuschanberg steht, nicht zu halten. Da« auf der Haupt verteidigungslinie gelegene russische Fort Nummer 16 wurde am Donnerstag von den Japanern genommen. London, 8. Juli. Der .Daily Chronicle" berichtet au« Tokio, daß die Japaner in der Nähe von Kaiping (Kaitschou) mehr als 10 Kanonen erbeutet und über 50 Gefangene gemacht hätten. London, 9. Juli. Nach einer Meldung de« Reuterschen Bureaus au» Tokio vom heutigen Tage hat General Oku gestern Kaiping (Kaitschou) nach heftigem Kampfe'b e s c tz t. London, 9. Juli. Die Morgcnblättcr veröffentlichen eine Drahtung au« Liaujang, derzufolgc ein heiße« Treffen bei Hoang staltgefunden habe. General Keller hatte mit 4000 Mann eine stark befestigte Stellung inne, deren Mittelpunkt 3 Pagoden bildeten. Er wurde um Mitternacht von den Japanern angegriffen, worauf sich ein blutiger Kampf entspann. Die Russen flüchteten schließlich in Unordnung und ließen 350 Tote aus dem Schlachtfelde zurück. Die Depesche fügt hinzu, ein neue« Treffen scheine bevorzustehen. — Eine Tschifuer Drahtung de» „Daily Expreß" vom 8. Juli besagt: Die japanische Armee unter Oku ist nunmehr noch 5 englische Meilen von Port Arthur entfernt. Heftige Kämpfe sind im Gange und die Japaner haben bereit» zwei wichtige Außenfort« eingenommen, hallen auch mehrere Anhöhen besetzt, auf denen Belagerungsgeschütze aus gestellt worden sind. Alle« ist bereit für den letzten Sturm angriff, der jeden Augenblick erfolgen kann. Togo« Flotte ist beständig tätig und hatte ganz neuerdings ein Treffen mit dem russischen Port Arthur-Geschwader. Locale und sächsische Nachrichten. — Eibenstock, 11. Juli. Das gestrige Konzert des Männcrgcsangverein« .Liederkranz" erfreute sich eine« guten Besuche«, welcher jedenfalls noch zahlreicher gewesen wäre, wenn da» prächtige Wetter nicht viele hinaus au» die Mauern der Stadt gelockt hätte. Die Darbietungen erfreuten sich einer bei fälligen Aufnahme, denn e« wechselten Chöre, Quartett« und Einzelgesängc in angenehmer Weise ab; insbesondere erweckten die Vorträge zweier jungen Damen mit ihren frischen Stimmen allerseits Interesse. Der 3aktige Schwank .Ein 25jähr. Sänger jubiläum" bot reichen Stoff zur Heiterkeit, sodaß auch nach dieser Richtung hin die Zuhörer befriedigt wurden. Der Dirigent, Herr Organist Neumerkel, hat es sich angelegen sein lassen, das Konzert zu einem guten zu gestalten, und der gezollte Beifall dürste für ihn wie für seine Sänger ein neuer Ansporn zum rüstigen Westerstreden sein. Der Erfolg wird nicht ausbleiben. —ti>. Schönheide, 10. Juli. Der ebenso pietätvolle wie humanitäre Gedanke, zur dauernden Erinnerung an den hoch seligen König Albert eine wohltätige Stiftung in» Leben zu rufen, die den Namen König Albert-Gedächtnis- Stiftung tragen soll, ist bereit« kurz nach dem erfolgten Hin scheiden de« teuern Monarchen in den Kreisen de« Kgl. Sächs. Militärvereinsbundc» ausgesprochen, sodann auf der im Vorjahre abgehaltenen 30. ordentl. Bundesgencralversammlung in» Auge gefaßt und der weiteren Erörterung anheimgestcllt, endgültig aber in der am 3. Ls«. Mon. in Dresden stattgehabtcn 31. Bundes generalversammlung zum Beschluß erhoben worben. Die König Albert-GedächtniS-Stiftung will — wie schon der Name sagt — da« Andenken an die erhabene Persönlichkeit de« »erklärten Mo narchen ehrend bewahren und unter diesem Gesichtspunkte dem edlen Zweck dienen, die Mittel zur Unterstützung bedürftiger Ka meraden zu beschaffen. Höhe und Ansammlung de« Fond« sind so gedacht, daß jede» Mitglied eines K S. Militärverein» inner halb de« nächsten Zeitraumes von 5 Jahren den Betrag von mindesten« l Mark zu dem edlen Unternehmen beisteuert. Diese» j Verfahren muß, dem Mitgliederbestände de« Bunde« angemessen,