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Amts- WS AWWtktt für de« Abonnement viertelj. 1 M. 20 Pf. einschließl. des „Jllustr. Unterhaltungsbl." u. der Humor. Beilage »Seifen blasen" in der Expedition, bei unfern Boten sowie bei allen Reichspostanstalten. SA GM des Amtsgerichts Eibenstock und dessen Umgebung. Verantwortlicher Redakteur, Drucker und Verleger: Emil Hannebohn in Eibenstock. LI. Jahrgang. - Sonnabend, den 19. März Erscheint wöchentlich drei Mal und zwar Dienstag, Donnerstag u. Sonn abend. Jnsertionspreis: die kleinspaltige Zeile 12 Pf. Im amtlichen Teile die gespaltene Zeile 30 Ps. Handelsschule Eibenstock. Sonntag, den Ltt. März, vormittag lt Uhr findet im Saale des Industrie- und Handelsschulgebäudes eine öffentliche Prüfung im Schreibmaschinen-Schreibe« statt. Die Herren Prinzipale, die Eltern der Schöler, sowie alle Freunde der Schule werden zu dieser Prüfung ergebenst eingeladen. Der Schulvorstand: Die Direktion: Max Ludwig, I. Vorsitzender. Rudolf Jllgen. Sonnabend, den IS. März 19S4, vormittags /,N Uhr sollen in der Restauration „Zum Stern" hier folgende daselbst eingestellte Pfänder, näm lich : ea. 7500 Stück Zigarren, 1 größerer Posten Zigarette«, je 1 Poften Rauch-, Priem- »nd Schnupftabak, I Bücherständer und 8 Bücher an den Meistbietenden gegen sofortige Barzahlung versteigert werden. Eibenstock, am 16. März 1904. - Der Gerichtsvollzieher des Königlichen Amtsgerichts. Die für das Jahr 1904 erbetenen Leseholzfcheine sind bis Ende dss. Mts. im Polizeiamte bei Riickgabe der vorjährigen Scheine abzuholen. Stadtrat Eibenstock, am 16. März 1904. Hesse- L. Tagesgeschichte. — Deutschland. Der Kaiser wird schon am 24. März in Neapel erwartet. Dort findet die Zusammenkunft mit dem König von Italien statt. — Berlin, 16. März. Am 24. und 29. März und 6. April werden für die Kaiserliche Schutztruppe für Süd westafrika VerstiirkungStransporte hier zusammenge stellt, und zwar: am 24. März der 1. Transport, bestehend au» 400 Mann einschließlich Unteroffiziere, am 29. März der 2. Trans port, bestehend au» 250 Mann einschließlich Unteroffiziere, am 6. April der 3. Transport, bestehend au» 400 Mann, einschließ lich Unteroffiziere. Die Abfahrt de« 1. und 3. Transport» nach Hamburg erfolgt am 24. März und 6. April abends zwischen 9 und 10 Uhr, die de» 2. Transport» am 29. März 11 Uhr 58 Min. abends vom Lehrter Bahnhof. — Berlin, 16. März. Dem „L.-A." wird von seinem nach Deutsch-Südwestafrika entsandten 0. l).-Korre spondenten au» Biwak bei Owingi, 4. März gemeldet: Oberleut nant Egger» mit 90 Reitern fand den Abschnitt zwischen Epikuro und dem Eisebfluß von den Herero« verlassen. Da starke An zeichen vorhanden sind, daß die Herero« sich in den Onjatibergen kammeln, marschiert morgen und übermorgen da« Detachement Glasenapp in zwei Kolonnen dorthin ab. E« dürfte am 15. d. M. auf der Linie Okajura—Ekuja stehen. In Otjiarua, Halb wegs dorthin, wird eine größere Herero-Abteilung vermutet. — Oesterreich-Ungarn. In unscrm Nachbarliche steht leider zur Zeit wieder der Nationalitäten-Hader in üppiger Blüte. Der Ucbermut und die Anmaßung de» Tschechen«»«» haben, wie bereits erwähnt, in Prag und Brünn zu bedauerlichen Ausschreitungen gegen die deutsche Studentenschaft geführt. Auch ist das Parlament wieder die Stätte wüster Szenen und heftiger Zusammenstöße zwischen deutschen und tschechischen Abgeordneten gewesen. ES ist angesichts solcher Zustände den Inhabern der Regierungsgewalt in Oesterreich eine recht kraftvolle Hand zu wünschen, aus daß e« ihnen gelingt, die tschechischen Ansprüche erfolgreich zurückzuweisen und damit den zentrifugalen, die Ein heit der Monarchie gefährdenden Kräften dieSseit der Leitha Ein halt zu tun. — England. Der König und die Königin werden in den letzten Tagen de« März zum Besuch de« dänischen KönigS- paare» in Kopenhagen eintreffen. — Vom russisch-japanischen Krieg. In Tokio er hält sich, wie man au» London berichtet, da« Gerücht, daß Ad miral Makarow mit allen verfügbaren Schissen nach dem Kampfe vom 10. und 11. März Port Arthur verlassen habe, um die beiden russischen Geschwader von Port Arthur und Wladi wostok zu vereinigen. Eine Bestätigung dieser Gerüchte wollte man darin iehen, daß japanische Patrouillen schiffe die russische Flotte bei Port Arthur nicht zu entdecken vermochten und daß bekannt gegeben worden war, Admiral Makarow habe der Flotte den Befehl erteilt, unter Damvf auf der Außenreedc bereit zu liegen. In englischen Marinekreisen hält man einen derartigen kühnen Streich de« Admiral» Makarow, den man außerordentlich hochschätzt, keineswegs für ganz ausgeschlossen und macht darauf aufmerksam, daß sich darau» auch die weitere Nachricht erklären lasse, die Russen selbst hätten durch Versenken von vier Dampfern die Hafeneinfahrt von Port Arthur bis auf eine kleine schmale Stelle versperrt. Die« sei in der Absicht geschehen, der japanischen Flotte da« Eindringen in den inneren Hafen trotz der Abwesen heit de» russischen Geschwader» unmöglich zu machen. Anderer seits hält man e» fast für unmöglich, daß die japanischen Schiffe die ganze russische Flotte unbemerkt entkommen ließen, und glaubt deshalb da» ganze Gerücht dem Umstand zuschreiden zu müssen, daß in den letzten Kämpfen die russischen Linienschiffe sich nicht zeigten. Jedenfalls wird e» für unmöglich gehalten, daß die russischen Schiffe die Straße von Kore» passieren konnten, ohne von den japanischen Torpedobooten, die vor Tsuschima kreuzen, beobachtet zu werden. Auch die Kreuzer in Wladiwostok könnten weder nördlich noch südlich Jeso den Stillen Ozean erreicht haben, ohne bemerkt worden zu sein. Wo sich die beiden Geschwader unter diesen Umständen vereinigen sollten, will den englischen Sachver ständigen nicht recht einleuchten, und sie halten eine derartige Bereinigung nur dann für einigermaßen möglich, wenn e» sich bestätigt, daß die Kreuzer von Wladiwostok bereit» den Hasen verlassen hatten und sich in der Amurmündung aufhielten, ehe Admiral KamimuraS Flotte vor Wladiwostok eintraf. So weit der über London kommende Bericht. Daß wenigsten« ein» der beiden Geschwader seinen Hafen verlassen hat, ist jetzt folgender Meldung zu entnehmen: Tokio, 17. März. Da» Marineamt hat die Mitteilung erhalten, daß sieben russische Schiffe gesichtet worden seien, welche Port Lazarew, nördlich von Gensan, passier ten. — Vermutlich handelt es sich um da« Wladiwostok-Ge schwader, dessen Aufgabe wohl darin besteht, die japanischen Truppentransporte zu beunruhigen. Niutschwang, 16. März. Bon authentischer Seite wird berichtet, daß eine beträchtliche russische Streitmacht eine wertvolle strategische Stellung in der befestigten Stadt Aschangan, bi« wohin die Japaner in dein chinesisch japanischen Kriege vor gerückt waren, eingenommen haben. Eingeborene, welche Föngh wangschöng bi« zum 12. d M. verlassen haben und deren Aus sagen glaubwürdig sind, bringen die Bestätigung der Meldung, daß die Hauptmacht der Russen, welche am Jalu zusammengezogcn war, jetzt den Fluß überschritten und kleine Truppenkörper in Antung, Tschiulientscheng und anderen Orten zur Bewachung de« Flusses zurückgelassen hat. London, 17. März. Dem „Reuterschen Bureau" wird aus Tschifu gemeldet: Beim Einfahren in den Hafen von Port Arthur stieß gestern der russische Torpedojäger „Story" aus eine Mine, die von ihrem Platze abgetrieben war, und flog in die Luft. Nur vier Leute von der Besatzung wurden gerettet. Locale und sächsische Nachrichten. — Eibenstock. Um die letzthin ausgeschriebene Schutz- mannstelle hier sind 177 Bewerbungen beim Stadlrat eilige- gelaufen. — Eibenstock. Die Pachtung der hiesigen Rathau»- wirtschast ist Herrn Hans Schimmel in Johanngeorgenstadt, zuletzt Oberkellner im „Hotel äe 8uxe" daselbst, übertragen worden. Herr Schimmel übernimmt bereit» am I. April die Bewirt schaftung de« Hotel«. — Eibenstock. Die Vereinigung mehrerer Pakete zu einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 27. März bi» ein schließlich 3. April im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr ist e« zu empfehlen, während dieser Zeit zu jedem Paket besondere Begleitpapiere auszusertigcn. — Dresden, 16. März. Der Verband der Saal- inhaber Sachsens hielt heute nachmittag im Saal de« „Eldorado" hier eine stark besuchte Versammlung ab, die sich mit dem von der sächsischen Regierung den Ständen vorgelegten Gemeindesteuer - Gesetzentwurf beschäftigte. Nach einem Vortrage de« Rechtsanwalt» Frehtag (Dresden) über die Gemeindesteuer vorlage und deren Folgen für da» Saalgewerbe und den Gast- wirttstand nahm die Versammlung unter allgemeinem Beifall folgende Resolution an: „Die am heutigen Tage in Dresden stattfindende und au» allen Teilen Sachsen» stark besuchte Ver sammlung de» sächsischen Saalinhaber-Verbande» erhebt gegen die von der sächsischen Regierung geplante Neuordnung de» Gcmeinde- steuerwesen» nach dem der Ständeversammlung vorgelegten Ent würfe hiermit entschieden Protest, weil diese Neuordnung eine einseitige schwere Belastung de» Handel» und de» Gewerbe» im allgemeinen, insbesondere aber de» Gewerbe» der Saalinhaber darstellt und geeignet erscheint, einen lähmenden Einfluß aus die Schaffen»- und Erwerbsfreudigkcit weiter Kreise de» Volke» au»- zuüben. Die Versammlung erwartet von der Zweiten Kammer der Ständeversammlung, daß sie die Gesetzvorlage im ganzen ab lehne, unter keinen Umständen aber der Einführung einer Ge werbesteuer, einer Betrieb-steuer und einer Bierstcuer in dem im Entwürfe geplanten Umfange ihre Zustimmung erteilen, einer Tanzsteuer aber unter allen Umständen ihre Genehmigung ver- s«gen werde." — Dresden, 17. März. In der Zwxiten Kammer de» Sächs. Landtage» beantwortete heute Kulturminister l)r. v. Sehdewitz die von fast sämtlichen Mitgliedern der Kammer unterzeichnete Interpellation wegen der Stellung der Regierung zur Aufhebung des 8 2 de« Jesuiten gesetze«. Der Minister erklärte, unter lebhaftem Bravorufen der Mitglieder der Kammer, daß die sächsischen Stimmen im Bundesräte gegen die Aufhebung de« 8 2 de» Jesuftengcsetze» abgegeben worden seien und daß die Regierung der Anschauung sei, daß die Bestimmungen de« 8 b6 Abs. 2 der Berfassung»- mkunde: „Er dürfen weder neue Klöster errichtet, noch Jesuiten oder ein anderer geistlicher Orden jemals im Lande ausgenommen werden", durch die Aushebung de» 8 2 de» Jesuitengesetze» nicht berührt werden. ES sei ganz natürlich, daß die sächsischen Mi nister, die sämtlich evangelischen Bekenntnisse« seien und daher da» Bekenntnis der großen Mehrheit de» sächsischen Volkes teilen, gegen die Aushebung de« 8 2 de« Jesuitengesetze» sich erklären mußten. Daß diese« Vorgehen der Minister auch die volle Zu stimmung Sr. Majestät de« Königs gefunden habe, da« verdiene tiefempfundenen aufrichtigen Dank de» sächsischen Volke» (Leb hafte« Bravo), da« bekunde eine so weitgehende Rücksichtnahme auf da« religiöse Empfinden de» großen Teil.« seiner Untertanen, daß da« sächsische Volk mit voller Zuversicht in die Zukunft blicken dürfe. Die Interpellation wurde von den Abgeordneten Vize präsident Opitz und Langhammer eingehend begründet. Abgeord neter l)r. Vogel sprach der Regierung und Sr. Majestät dem König den T^nk dc» sächsischen Volke» für dieses das Land voll befriedigende Verhalten au«. — Leipzig, 16. März. Der Konflikt der Leip ziger Ortskrankenkasse mit den Aerzten ist durch die jüngste Verordnung der Kgl. KrciShauptmannschast vom 14. d. M. in ein ganz neue« Stadium gerückt worden. Die Regierung be zweifelt, daß mit den der Kasse am 1. April zur Verfügung stehenden 75 Aerzten allen Ansprüchen genügt werden könne; sie wolle sich aber damit einverstanden erklären, daß — mindesten» einen Monat lang — ein Versuch gemacht werde. Sollte er unbefriedigend ausfallen, so würde sich die Regierung die Anord nung Vorbehalten, daß bis zur Beschaffung der erforderlichen Anzahl von Aerzten die Kassenmitglieder sich durch Aerzte au« dem Kreise der bisherigen Kassenärzte behandeln lassen dürfen, und zwar nach den Mindestsätzen der Gebührentaxe. Dabei fragt es sich nur, ob die Hoffnung der Regierung sich erfüllt, daß die bisherigen Kassenärzte sich entschließen, wieder mitzutun. Jeden falls hat die Kasse Zeit gefunden, sich weiter nach Distriktsärzten umzusehen. Und da liegt eben der Kardinalspunkt für die Be urteilung der Sachlage. E« ist dem Kassenvorstande unter den schwierigsten Umständen gelungen, eine so große Zahl von Aerzten ihren Wünschen dienstbar zu machen, daß er die Organisation der Distriktsärzte und Beratungsanstalten in» Leben rusen kann. Dieser zunächst noch bescheidene Ersolg wird, wenn nicht unvor hergesehene Umstände eintreten, die Kassenleitung zu weiteren Anstrengungen ermutigen, die einen endgültigen Sieg nicht ganz unmöglich erscheinen lassen. Zweifello» wird der Gegenstoß von Seiten der enttäuschte» Aerzte nicht ausbleiben, der insofern einen sehr bitteren Beigeschmack haben muß, al» er sich wesentlich gegen die Kollegen richten muß, die den Korpsgeist geringer an geschlagen haben al» die materielle Versorgung. — Pirna, 16. März. In der Kaserne des Feldartillerie- Regiment» Nr. 64 fand heute nachmittag 3 Uhr die Verhandlung in der bekannten Duellaffärc de- Oberleutnant» Krohn vom Artillerieregiment Nr. 64 statt. Während der Verhandlung war die Oefsentlichkeit teilweise ausgeschlossen. ES wurden verurteilt Krohn zu 4 Monaten, Sulzberger zu 2 Tagen, Bax zu 6 Mo naten, Gerlach zu 2 Jahren und Korn zu 15 Monaten Festung. — Mittweida, 16. März. Ein entsetzlicher Vor gang hat sich heute früh im hiesigen Stadtkrankenhause abgespielt. In der Jrrenstation daselbst befindet sich seit etwa 14 Tagen der 30 Jahre alte pensionierte Lokomotivsührer-Anwärler Mühl- friedel. Der Genannte verunglückte vor einiger Zeit in seinem Berufe. Kürzlich machten sich bei ihm Zeichen von Geistesstörung bemerkbar und vor zwei Wochen mußte er in» hiesige Stadt- krankcnhau» in Behandlung gegeben werden. Mühlfriedel zeigte hier im allgemeinen ein ruhige» Wesen, nur manchmal machte sich hochgradige Erregung bemerkbar. Heute früh gegen '/,7 Uhr begab sich der Krankenhausverwalter Arnold nach der Zelle Mühl friedel«, um diesem Wasser und Kakao zu reichen. Der Geistes kranke begehrte nun jedenfalls hcrauSgelaffen zu werden, Arnold wie» ihn aber zurück. Im nächsten Augenblick wurde er aber von Mühlfriedel gepackt und dann auf einer unmittelbar vor dem Gebäude der Jrrenabteilung befindlichen Glasfläche zu Boden geworfen. Ehe Arnold sich wieder erheben konnte, hatte der Wahnsinnige au» dem nahen Holzstall ein Beil erlangt, mit dessen Rücken er dem Krankenhausverwalter zwei furchtbare Schläge auf den Hinterkopf versetzte, die den sofortigen Tod Arnold» her- beisührten. Der Rasende bedrohte dann auch noch die auf den Hof geeilte Tochter Arnold» und »ersetzte nach wenigen Minuten der Leiche noch einen weiteren Schlag auf die Stirne In zwischen war au» der benachbarten Bezirk»anstalt Herr Inspektor